Sonntag, 3. Januar 2010

Nur von Luft leben? So nicht!

Ich fange mal meinen Blog an mit etwas, das hier wohl zu einem der Schwerpunkte werden wird - das Outen seltsamer, falscher, verirrter buddhistischer Lehrer. Gerade wurde ich auf Chuanxi hingewiesen, der aus China kommt. Hier stellt er die Frage: "Pflanzen haben auch Leben. Darf man sie essen?"

Und die Antwort: "Auch beim vegetarischen Essen ißt man nicht aus Gier, sondern beschämt. Unser Praktizieren ist noch nicht gut genug, so dass wir Pflanzen noch als Nährstoffe essen. Das sind Nährstoffe der niedrigen Stufe. Wenn man sich gut genug geübt hat, braucht man keine solchen Nährstoffe von niedrigen Stufen. Man kann direkt Nährstoffe auf höheren Ebenen einnehmen."

Tja, zu Anfang also mal ein Witz. Wirklich beschämend, mit was man so als buddhistischer Lehrer durchkommt. Ich rate dazu, Pflanzen als gleichwertige Lebewesen anzusehen. Das ist der buddhistische Weg. Die gleiche Sicht sollten wir auf Tiere haben. Alle sind die Buddha-Natur. Kein niedrig, kein hoch.

Kommentare:

  1. Hallo Gui-Do,

    ich bin nicht immer Deiner Meinung und Deiner Einstellung, was hier mal durch kommen soll.

    Sicher, den Meister von Oben kann man "fressen".

    Aber Deine Ausrede mit Tieren und Pflanzen - alle gleich machen ist abstrakte Theorie und ja Anhaftung und sieht im Alltag doch ganz anders aus. Ich habe noch nie mitbekommen, dass sich 2 Sonnenblumen auf dem Feld die Schwänze abbeissen, aber bei Schweinen im Stall ist das nicht unüblich.

    Hast Du vielleicht mal etwas von "Sonnekost" gehört? Hier ernährt man sich nur von solchen Pflanzenteilen, dass dadurch die Pflanze nicht stirbt.
    Wenn man die Karotte ausgräbt, ist diese Pflanze tot. Aber wenn Du einen Apfel vom Baum isst, lebt der Baum weiter und hat nächstes Jahr wieder Früchte - also ein Apfel ist z.B. Sonnenkost.

    Jetzt frage ich mich, welchem Stier Du demnächst EIN Steak amputierne möchtest, damit er danach weiter lebt?

    Ich bleibe weiter bei den Bäumen und Esse Äpfel und Walnüsse oder auch Erdbeeren.
    Das mit den zerstückelten Tieren und Leichenteilen im Kühlschrank und auf dem Essteller ist nicht so mein Fall ...

    Ich halte mich da ganz an ZEN-Meister Joshu, der da sagt:
    "Ich esse nur vegetarische Nahrung, ich halte mich stets an die Gebote."
    (Es mag "konservativ" sein, aber es es "wirkungsvoll")

    Grüsse
    michael

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  2. Huch, der gleiche Michael wie eben ... Bin wirklich überrascht, aber warum nicht, das sind ja schon Vinaya-Essensregeln, die Du da einhältst. Allerdings gibt es sogar fleischfressende Pflanzen. Und vom Zen her sage ich mal, da alles die Buddha-Natur hat, mache ich keinen Unterschied zwischen der Karotte und dem Apfel (oder dem Tier) - was die Nahrungskette angeht. Ansonsten stimme ich Deiner Erklärung natürlich zu, es gibt da Unterschiede. Ich kann sie mir halt alle einverleiben, ohne dass es mich kratzt. Ich zerstöre auch jeweils eine quasi individuelle Existenz. Aber nicht deren Buddha-Natur.

    Übrigens bin ich ein Fan von Karotten, deren Saft ich mehrmals die Woche presse und einige Liter davon trinke. Trotzdem - über diese Lebensweise könntest Du doch auch mal im DBU-Forum im Detail schreiben, findet sich da auch was auf Deiner Website? Was machst Du, wenn Du krank bist, nimmst Du keine Antibiotika gegen Bakterien, keine Virostatika?

    Joshu sagte übrigens auch auf die an ihn gerichtete Frage: "Meister Joshu, warum rennt der Hase vor dir davon?" - "Er weiß, dass ich ihn töten will."

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  3. Hallo Gui Do!

    Da schon die üblichen buddhistischen und ZEN-Themen genug Reibungspunkte mit mir bilden, möchte ich nicht noch "gesunde Ernährung" und "gesundes Leben" einbringen. Vegetarische Ernährung war wohl schon mal Thema im DBU Forum.
    Und für mich ergibt es sich ganz einfach, dass ein Buddhist eben auch ganz achtsam mit seinem Körper um zu gehen hat. Z.B. auch nach Fumon S. Nakawawa, geht es nicht darum, dass wir blind irgendetwas essen, sondern uns informieren, WO es her kommt und WIE es "produkziert" wurde - ein Buddhist hat die Pflicht informiert zu sein und nur wer informiert ist, kann eben auch im rechten Sinne handeln.
    Hast Du schon mal was vom Engagierten Buddhismus gehört?
    Du bist ja auch in vielen Themen sehr engagiert - ich eben in anderen!

    Für mich gibt es keine Antibiotika und keine Impfungen ... aber das kann man nicht zwingend aus dem Buddhismus ableiten, das basiert eben auf "Einmischen", "Informieren" und WISSEN und eben nicht blind alles Glauben.

    Mit Deinem Joshu-Zitat hat Joshu wohl eher nicht gemeint, dass der Hase "unterstellt" JOSHU würde ihn töten sondern, dass MENSCHEN den Hasen töten würden und Joshu nun mal auch einer war ...
    Man sollte nicht alles zu wörtwörtlich ernst nehmen.

    Grüsse
    vegi-zenni

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