Montag, 27. September 2010

Bankei - Gedichte (I)

Worten hinterherjagend, Phrasen verfolgend,
   wann wird es je genug sein?
Ihr macht euch selbst fertig,
   indem ihr Kenntnis anhäuft und über alles Bescheid wisst.
Die Selbst-Natur ist leer und erleuchtend,
   lasst die Dinge sich also um sich selbst kümmern.
Ansonsten habe ich euch nichts zu geben.

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Es reicht weiter als Vergangenheit und Gegenwart 
   und durchdringt das gesamte Universum,
schaust du danach, kannst du es nicht finden, doch wenn du es rufst,
dann antwortet es mit einer saitenlosen Laute,
   einer lautlosen Melodie.
Das hat nichts damit zu tun, ob man Mönch oder Laie ist.


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Nicht wütend, wenn misshandelt, nicht glücklich, wenn gepriesen - 
ein großer Einfaltspinsel im Universum!
Mich an die Umstände anpassend,
   trägt es mich nach Nord, Süd, Ost und West,
ohne dass ich meine Hässlichkeit und mein Ungeschick
   Himmel und Erde verbergen müsste.

(aus: Bankei zenji zenshû)

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