Mittwoch, 2. Juni 2010

Die erleuchteten Fische

Heute las ich den nicht ganz scherzhaft gemeinten Warnhinweis auf dem Cover des Buches Fisch auf Rezept, geschrieben von einem Arzt: "KEINEN Fisch zu essen gefährdet ihre Gesundheit!" Ich selbst esse auch gern Fisch - wenn er keine Gräten mehr hat. Bei Menschen sind mir aber die mit Rückgrat lieber (natürlich nicht auf dem Teller). 

Chan-Meister Zhuxian schrieb:

"Vor Begeisterung singend, reise ich allein an Flüssen und Küsten entlang. Der Fluss ist breit, die Fische schwimmen zahllos in einer wilden Menge darin. Sie scheinen mein Lied zu hören und verdichten sich zu einem Haufen. Ich schmettere eine weitere Zeile, und sie springen vor Freude aus dem Wasser. Da seufze ich vor Verblüffung, dass die Fische so weise und wir Menschen so anhaltend dumm sind. Mein Singen, das Schwimmen der Fische - alles ist von einer Gestalt. Der Geist der Fische, meine Absicht - sie sind nicht zwei. Die Fische lauschen dem Lied und hören meine Worte.

Nun singe ich zwar, manchmal aber bin ich stumm. Die Fische schwammen einfach so herbei - warum sollten sie zurückkommen? Wenn sie genug gehört haben, ziehen sie davon und hören nicht mehr hin.

Ich beobachte die Fische. Sie sind bereits leer, bei ihnen gibt es kein Beobachten."

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