Donnerstag, 3. Juni 2010

Absurditäten des Alltags

   1) Seit Tagen versucht ein Sprachcomputer mit ausgiebigem Geschwätz (das sogar die Abschaltautomatik meines Anrufbeantworters überlistete) mich davon zu überzeugen, dass mir 1.800 Euro Gewinnsumme zustünden, wenn ich mich nur unter einer kostenpflichtigen Nummer (2,99 Euro pro Minute) zurückmelden würde. Der Anbieter, das hatte ein anderer Belästigter bereits herausgefunden, sitzt in Holland. Am 30.05. beschloss ich, dass sich jemand um ihn kümmern sollte. Am 31.05. meldete sich noch einmal der Sprachcomputer und sagte die wohl prophetischen Worte: "Das ist mein letzter Anruf."

   2) Mir ist ein sowieso machtloser Bundespräsident (der nichts ändern könnte, selbst wenn er gegen einen Afghanistan-Einsatz wäre), lieber als eine inkompetente Zensurtante, auch wenn sie zum Nageln gut aussieht.

   3) Gestern beantragte ich meinen neuen Reisepass (für den bereits Fingerabdrücke genommen werden, was uns ja beim Perso auch bevorsteht). "Bitte unterschreiben Sie hier oben", sagte der freundliche Herr auf dem Amt zu mir und wies auf ein dickes Rechteck. "Sind Sie nur Deutscher?" - "Häh???" - "Wenn Sie keine andere Staatsangehörigkeit haben, unterschreiben Sie bitte hier nochmal", sagte er dann und deutete auf eine andere Stelle des Blattes, die er mit einem Kreuz selbst markierte. Kurz hatte es mich gejuckt zu antworten: "Ich bin auch Jude. Soll ich noch irgendwo ein Sternchen machen?"

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