Freitag, 16. April 2010

Kizeme: Wie man als Buddhist kämpfen kann

Der berühmte Schwertkämpfer Miyamoto Musashi (1584-1645) stellte sich vielen Kämpfen auf Leben und Tod. Zunächst verfeinerte er seine Fähigkeit, effektiv mit dem Schwert zu töten (setsunin ken). Im fortgeschrittenen Alter konzentrierte er sich auf das "Leben spendende Schwert" (katsunin ken). Er sprach davon, mit fünfzig Jahren infolge langer Suche nach dem tiefgründigsten Prinzip ganz von selbst auf den "Weg der Strategie" gelangt zu sein.
   Als er aufhörte, seine Gegner zu töten, wendete Musashi eine Angriffsmethode unter Zuhilfenahme der Energie (ki) an, die kizeme heißt. Es bedeutet, den erspürten Angriff eines Gegners im Keim zu ersticken und so viel "Willenskraft" auf den Gegner auszuüben, dass er seinen Angriff nicht durchführen kann. Der eigene Angriffswille verhindert so den Angriff des Gegners, der befürchten muss, chancenlos zu sein.
   Die Übung des kizeme dient der Entwicklung der Persönlichkeit und kann einen so dem Buddha-Ideal näher bringen. Sie unterscheidet sich in ihrer Aktivität von vielem, was Buddhisten im Westen gemeinhin für rechtes Verhalten ansehen. Es ist eine durchaus aggressive und wehrhafte Verhaltensform, die aber dennoch das Ideal der Harmonie und der Friedlichkeit zum Ziele hat. Sich daran zu erinnern kann vermeiden helfen, in fatalistischem Nichtstun und illusionären Hoffnungen solchen Menschen das Feld zu überlassen, die Schaden anrichten.

[Bild von Musashi: Der alte Samurai und das Meer ... Größer auf Wikipedia.de]

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