Montag, 15. März 2010

Lieber Papst! Selbst deine Kirche ist noch besser als die DBU!

Heute bin ich auf die Seiten der DBU (Deutschen Buddhistischen Union) zurückgekehrt, um eine Liste ihrer Vorsitzenden zu finden. Doch dazu später mehr. Stattdessen stieß ich auf eine Buchempfehlung für Lehrende des Buddhismus. Einfach furchtbar. Federführend ist diesmal Doris Wolter, laut dem Magazin Visionen "langjährige Schülerin von Dzongsar Jamyang Khyentse, Lektorin und Lehrerin für Deutsch und Kunst. Sie war 16 Jahre Geschäftsführerin des Rigpa e.V., außerdem Rätin der Deutschen Buddhistischen Union und freie Journalistin."[Fehler gelöscht, Rigpa mit Rigdzin verwechselt, Dank an C.]

Das betreffende Buch heißt "Buddhismus. Ein Grundlagenwerk für Lehrende, Lernende und alle Interessierten" und stammt von Dominique Side. Wolter schrieb ein Vorwort und  ist offensichtlich die Verlegerin der deutschen Übersetzung. Kapitel 4 über "Karma und die Ursachen des Leidens" kann man online lesen. Hieraus nun die Perlen:

- "Es ist ganz natürlich, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere einen starken Wunsch haben glücklich zu sein."
- "Aber wenn wir alle nach Glück streben, warum leiden wir dann stattdessen? Das ist die Frage, mit der sich die zweite Edle Wahrheit, die Wahrheit von den Ursachen des Leids, beschäftigt. In dieser Unterweisung erklärt der Buddha, dass unser Problem von der Tatsache herrührt, dass wir nicht verstehen, was Glück wirklich ist."
- "Nur die letzteren, die willentlichen Handlungen, haben moralische Konsequenzen; andere Handlungen sind moralisch neutral."
- "Zum Beispiel wird eine Handlung, die von Hass motiviert ist, eine Wiedergeburt in den Höllen verursachen."
- "Diebstahl kann zum Beispiel eine Wiedergeburt in Gegenden verursachen, die von Hungersnöten heimgesucht werden.
- "Gemäß der buddhistischen Schriften verursachen gewisse Handlungen bestimmte karmische Auswirkungen. Zum Beispiel führt Niederträchtigkeit dazu, arm zu sein (...)"
- "das Retten von Leben führt dazu, ein langes Leben zu haben."
- "Weil die meisten Menschen es als unfair empfinden, behinderte Menschen für ihre Lage verantwortlich zu machen. Sie gehen davon aus, dass behinderte Menschen, egal in welcher misslichen Lage sie sich befinden, unschuldige Opfer des Lebens sind und nicht von anderen verantwortlich gemacht werden können für ihre Situation. Das unterscheidet sich sehr deutlich von der buddhistischen Einstellung, die uns lehrt, dass jeder von uns in hohem Maße selbst verantwortlich ist für seine Lebensumstände."
- "Es ist wichtig zu verstehen, dass Karma als universelles Gesetz gilt, das für jedes menschliche Wesen gültig ist, egal ob Buddhist oder Nicht-Buddhist"
- "Der Todeszeitpunkt ist entscheidend für einen Buddhisten, weil an diesem kritischen Punkt die Wiedergeburt durch das vergangene Karma bestimmt wird."

Nur keine Panik. Zuerst muss ich mal Interpol informieren, dass alle Diebe in der Sahelzone wiedergeboren werden - und den Sextouristen in der Dominikanischen Republik sagen, dass die Haitianer im Nachbarland niederträchtig sind.

Ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich will, wenn ich das lese. Was schäme ich mich, auch nur einen Funken Hoffnung auf diesen Saftladen DBU verschwendet zu haben, der die Verbreitung solcher Bücher unterstützt. Und ich habe gerade mal aus einem Kapitel zitiert. Behinderte, denen man sofort ansieht, dass sie mal üble Sachen in früheren Leben gemacht haben - ich hab ja geahnt, dass Adolf in Tibet wiedergeboren wurde und nun als lehrender Lama rumspu(c)kt. Und dass man fürs Lebenretten belohnt wird, ist doch klar - deshalb musste Kobun Chino ertrinken, als er versuchte, als Nichtschwimmer seine kleine Tochter aus dem Wasser zu retten - weil er nämlich nur belohnt worden wäre, wenn's geklappt hätte, nicht wahr?

Die Umdeutung der Lehre von dukkha, Leiden, zu einer Glücksphilosophie. Ich kann das gar nicht glauben. Über die Autorin Dominique Side weiß ich nichts, sie hat ein paar Bücher vom Dalai Lama herausgegeben. Aber Frau Wolter sollte von ihrem Lehrer, Dzongsar Jamyang Khyentse, dem Oberhaupt des Dzongsar-Klosters (der Rime-Bewegung) ein Dauerschweigeretreat auferlegt bekommen. Wenn ich mir vorstelle, dass dieser Quatsch dann auch noch Schulkindern in Deutschland gelehrt wird, dann rufe ich alle Mi(ni)ster Minits auf, nächtens die Schlösser auszutauschen, damit diese Schmalspur-Buddhisten keinen Zutritt zu unseren Schulen mehr haben. Und zu guter Letzt:

"Der Buddha verwendet Gleichnisse, um auf diesen Punkt hinzuweisen: 'Schlechtes Karma ist wie frisch gemolkene Milch ... es dauert, bis sie sauer wird.'"
   Ja, richtig. Es dauert allerdings nur ein paar Tage, und wenn es gewittert, so wie hier in diesem Blog, geht's noch schneller. Die saure Milch kann man dann als Kefir anbieten, denn sie ist ja ein Naturgesetz und schmeckt besonders den Muslimen. Genau wie die apokalyptischen Reiter ein Naturgesetz sind und bereits  durch Nacht und Wind auf Dominique Side zugaloppieren.

[Foto: Keller; Kambodscha]

1 Kommentar:

  1. Grau-en-haft... Wie kommen solche Leute auf die Idee, diesen Schwachsinn, den sie für Buddhismus halten, auch noch schriftlich zu verbreiten ? Und das auch noch zu Lehrzwecken ?
    Nicht auszudenken, welches Karma wohl aus solch einer Gedankenlosigkeit erwachsen könnte.
    Habe mal in einer Zen-Gruppe gesessen, die von einem ehemaligen Ratsmitglied der DBU geleitet wurde. Gegen Ende der zweiten Sitzperiode gingen auf der Strasse ein paar Jugendliche unter dem Fenster vorüber, die ein wenig herumalberten, wobei einer akustisch einen Affen imitierte. Unser Godo liess sich daraufhin zur spontanen Bemerkung hinreissen das sei "ein gutes Beispiel für Reinkarnation im Alltag". Ich war sprachlos (Kunststück, während Zazen) und habe mich damals gefragt, was dieser Mensch eigentlich die letzten 15 Jahre da auf seinem Kissen gemacht hat.

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