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Zen ist Transzendenz

Im Jahr seines Todes fand ein Interview mit Sawaki Rôshi statt. Man kann es auf Dailymotion im Original hören, garniert mit einigen Fotos des Meisters. Nach de m Links folgt d ie deutsche Übersetzung. http://www.dailymotion.com/video/x9j87v_kodo-sawaki-interview-part-i_people (Letzte Sichtung: 07.08.2019; Teil 2 sa h ich nicht mehr.) Einleitung Heute senden wir ein Interview mit dem in Kyôto ansässigen Zenmeister Kôdô Sawaki, Prof. h.c. an der Komazawa Universität. Er wird befragt von Shunpei Ueyama, Professor am Institut für Kulturwissenschaften der Kyôto Universität. Kôdô Sawaki ist heute 84 Jahre alt und wohnt derzeit in Kyôto, (…) im Antaiji, der zur Sôtô-Schule gehört. Er wird auch „Obdachloser Kôdô“ genannt, da er bis zum heutigen Tag weder ein Zuhause noch einen Tempel hat. Er wurde 1880 in der Stadt Tsu, Präfektur Mie, geboren. Seine Eltern starben früh, und so wurde er von einem Lampion-Händler adoptiert. Mit 17 lief er von zu Hause weg, um Mönc...

Das Ksitigarbha-Sutra

Er kam herüber und deutete auf seinen Computer. Da sind mindestens eine Million Worte drin gespeichert, sagte er.    Nimm ein paar heraus und zeig sie mir, forderte ich.    Mit ziemlicher Begeisterung führte er vor, wie man das macht und drückte verschiedene Tasten, die eine Zeile mit Worten auf den Bildschirm brachten: Meister Zhidings Abhandlung über das Sutra der Großen Gelübde von Bodhisattva Ksitigarbha. Diese Zeile wurde gelöscht und von einem eng geschriebenen Text ersetzt, der wohl buddhistische Terminologie erläuterte.    Ich rückte näher heran, um die seltsame Kombination von Worten besser erkennen zu können, die nur verständlich wurden, wenn ich sie laut vorlas. Also las ich: puti sachui, mohe puti zhidi sachui, abgekürzt zu pusa*. Puti ist jue, das „erwacht“  bedeutet, sachui ist youqing, was „Wesen“ heißt. Oh, Bodhisattva heißt also „erwachte Wesen“. Puti ist auch dao, was „erleuchtet“ heißt, und sachui ist zhongsheng, was „fühle...

Wenn Zen-Meister irren

Wie amüsant, einen verehrten Meister bei  einem Irrtum zu ertappen.  Vor mir liegen Deshimaru Roshis Kommentare zum Plattform-Sutra, die er im Dojo Paris kurz vor dem legendären Sesshin in Val d'Isère gab: Frage: "Das Plattform-Sutra des 6. Patriarchen, das für das Verständnis von Zen im Westen wesentlich wurde, wurde so interpretiert, dass der 6. Patriarch Eno [Hui-neng] gelehrt hätte, der wahre Weg würde durch die rechte Haltung des Geistes gefunden, nicht durch die des Körpers - also nicht durch die Praxis des Zazen. Können Sie das bitte kommentieren?" [Hier kündigte Deshimaru an, am folgenden Morgen einen ausführlichen Kommentar abzugeben, was er dann tat.] Deshimaru: "Das Dankyo [Plattform-Sutra] enthält viele erfundene Geschichten ohne ein Körnchen Wahrheit (...) Sie wurden für Professoren und Intellektuelle erfunden. (...) Eno (638-718) erhielt die Robe und die Schalen von seinem Meister Konin, als er noch nicht Mönch war. Er wurde erst im...

Zur Rente in den Tempel

Neulich sprach ich mit einem Freund aus Jugendtagen. Er meinte, ich hätte mal behauptet, nicht lange zu leben. "So mit 40, 50, hast du damals geglaubt, wär's eh für Dich vorbei." - Hmm. 50? "Dann hab ich ja noch ein paar Jahre", hab ich ihm geantwortet. Und erinnerte mich zum einen an die alte Weisheit (ob aus dem Zen oder nicht), jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte (aber wer tut das eigentlich?). Zum anderen auch an meine Begegnung mit Nishiyama Roshi auf dem Frankfurter Flughafen, als ich schon Mitte 30 war und er sagte: "Oh, you are so young, so young". Das gefiel mir. Also sagte ich meinem (jungen, weil gleichaltrigen) Freund: "Heute denke ich anders. Ich glaube lieber, ich würde alt, dann hab ich noch genug Zeit, alle Bücher zu lesen, die mich interessieren." Das ist natürlich, streng genommen, "Anhaften", aber es entspricht auch dem Rat fürs Zazen, wenn es einem ungemütlich wird: Stell dir einfach vor, es hört nie au...

Die Formel des Einsseins

Sie lautet eingedeutscht: V = 2I + 2A = E V: Rechtes Verständnis I: Impermanenz (Unbeständigkeit) und Interdependenz (gegenseitige Abhängigkeit) A: Annehmen und Anerkennen E: Erleuchtetes Leben Die Formel stammt vom Shin-Priester Koyo Kubose , der auch mal bei Uchiyama Roshi saß und in dem Filmchen unten seine Sammlung von Daruma-Puppen und -Utensilien vorführt. Diese Puppen sind in Japan das Pendant zu unserem Stehaufmännchen: siebenmal hinfallen, siebenmal wiederaufstehen (ja, sieben Mal genügt!). Mit dem Shin-Buddhismus werde ich mich hier sicher mal ausgiebiger beschäftigen. Heute, nach einem Tag mit viel Papierkram und Buchhaltung, mag der Hinweis genügen, dass dessen Priester oft einen erfrischenden Predigtstil pflegen, der mich an jenen von Baptisten erinnert. Wie auch immer man dazu steht, Zen und der Shin-Buddhismus sind sich wohl näher, als manche westliche Zen-Adepten glauben wollen.

Pica Pica: Rabenvogel

Ikkyu , der unkonventionelle Mönch, dessen Gedicht "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in der Schenke, beim Fischhändler oder im Freudenhaus" einst meinen Anrufbeantworter zierte - dieser Ikkyu soll seinen Namen vom Krächzen der Raben haben, das in Japan offenbar so klingt wie "Ikkyu". Seit ich das weiß, beantworte ich Rabenkrächzen mit "Ikkyu". Nichtsdestotrotz fliegen die Raben, die ich heute bei einem Spaziergang mal wieder in Legionsstärke auf einem Spielplatz rund um einen Gullideckel sah, stets davon, wenn sie mich sehen. Als ich Kind war und auf einem Bauernhof lebte, war das noch anders. Ich hatte meinen eigenen Raben, er hieß natürlich Jakob und fraß mir aus der Hand. Heute las ich, dass Raben sich Gesichter von Leuten merken, die ihnen Böses getan haben. Man machte einen Check mit Masken, und die Gegenprobe (u.a. mit einer unbelasteten Dick Cheney-Fratze - was beweist, dass Raben keine Ahnung von Politik haben). Also, die Fresse von dem, der ihnen...

Wie Dogen seinen Meister verklärte

Auf dem Zennist-Blog, den ich rechts verlinke, ist eine interessante Analyse von Carl Bielefeldt (der u.a. das Übersetzungsprojekt des Shobogenzo in Stanford betreut) zusammengefasst. Ich erlaube mir, diese hier kurz auf Deutsch wiederzugeben. Dogen erwähnt vor 1240 seinen chinesischen Lehrer Ju-ching nur spärlich. Sein Tsao-tung (jap. Sôtô)-Erbe beanspruche auch keine besondere Stellung im Chan (Zen). Das "Shôbôgenzô" sei hingegen - als überlieferte Lehre - Bestandteil aller Chan-Traditionen. Nach 1240 versuchte Dôgen offenbar, seine eigenen Anschauungen durch Rekurieren auf Ju-ching zu legitimieren. (Das ist ein bisschen so, wie wenn manche Zen-Lehrer heute beiläufig erwähnen, dass sie bei Sawaki Roshi waren und von dem und dem die Dharma-Übertragung bekamen - schwupp, schon identifiziert man das, was sie sagen, mit allen Genannten). Bielefeldt stellt fest, dass Ju-ching in China jedoch kein herausragender Meister gewesen sein kann. Außer Dogens Zeugnissen gibt es nu...

Vervollkommnen Sie für die Frau in Ihrem Leben!

Einige Jahre, bevor mein Vater wegen seiner Krebserkrankung immer weniger körperlich aktiv sein konnte, tapezierte er mit mir meine Wohnung (der Vermieter hatte dazu aufgefordert). Für ihn, den ehemaligen Landwirt, einen Schaffer, Handwerker und späteren Hobbygärtner, war das Routine, für mich, einen Leser, Studenten und Träumer schon eine kleine Herausforderung. So ließ ich mich nicht lumpen und machte des Nachts einfach weiter, als er nach Hause zurückgekehrt war. Am folgenden Morgen präsentierte ich stolz meine kleinen Flur, ganz alleine tapeziert. Eine bläuliche Tapete mit weißen Vögeln drauf. "Warum fliegen die denn nach unten", fragte mein Vater und deutete auf einen Streifen, den ich anders als die anderen angeklebt hatte. Heute habe ich über ein Stück vergilbter und braun gewordener Rauh- fasertapete, die ich zwischen die Vogeltapete geschaltet hatte, weil von der nicht genug übrig war, endlich etwas Schöneres geklebt, direkt über eine Tür. Es handelt sich um e...

Die Nonne Rengetsu

"Ich fürchte, meine Vergangenheit könnte dem Mond offenbar werden, und blicke heute Nacht zu Boden." Ôtagaki Tôdô (1791-1875) entstammte einem Samurai-Clan und gilt bis heute als eine der bedeutendsten japanischen Dichterinnen des 19. Jahrhunderts. Nachdem sie zwei Ehemänner und  mehrere Kinder verloren hatte, trat sie in den Tempel Chion ein, den heutigen Hauptsitz der Jodoshu, der 1198 durch Hônen begründeten "Schule des Reinen Landes". Sie erhielt den buddhistischen Namen Rengetsu ("Lotosmond") und übte sich in vielerlei Künsten, darunter auch die Teezeremonie und Töpferei. Nebenstehend eine ihrer bekannten Kalligrafien aus der National Gallery of Australia, die ein anschauliches Buch über ihr Werk herausgebracht hat. "Von einem Fels in einem alten Tempel tröpfelt spärlich das Wasser:                 Nachhallende Stimme des Dharma."

Haiti und MTV

Ich bin nicht mehr so leicht für Spendenaktionen zu haben, auf die ich nicht selbst ein gutes Auge werfen kann. Und ich kann mir gut vorstellen, wie schnell Haiti wieder vergessen wird. Als ich in Kambodscha mal mit einer Ärztin sprach, wie sie mit den dortigen Zuständen klarkäme, sagte sie mir, es gäbe Schlimmeres, und auf meine Frage: wo?, kam die Antwort: Haiti. Vielleicht haben die überlebenden Haitianer nun noch etwas von der ganzen Aufmerksamkeit und Spendenbereitschaft der Welt. Selbst in Ruanda soll man gesammelt haben für das - wie ich eben hörte - "first free black country of the world". Die US-Sendung, die ich gerade auf MTV live verfolge, wird heute abend (Samstag) um 21.00 Uhr auf dem gleichen Kanal wiederholt. Ein sagenhaftes Livekonzert. Allein dafür könnte man schon bereit sein, Geld zu geben. Und ganz im Unterschied zu dem unsäglichen Gefasel von Gottschalk, der nichtsdestotrotz wohl ein Garant für Quoten und Kohle im ZDF ist, haben die Amerikaner ein ga...

Verdienst durch Kriege: Buddhismus und Gewalt

Heute wies mich Muho auf ein aktuelles Buch hin. "Buddhist Warfare" ist gerade bei Oxford University Press erschienen und versammelt Aufsätze, die belegen, dass in verschiedenen buddhistischen Ländern und Traditionen Buddhismus und Gewalt eine Allianz eingingen. Es handelt z.B. vom 5. Dalai Lama, der es guthieß, dass ein mongolischer Herrscher seine Rivalen aus dem Weg räumen ließ; es wird von buddhistisch motivierter Gewalt im heutigen Südthailand geschrieben; Brian Victoria darf noch mal über den Faschismus in Japan herziehen u.v.m. Am Interessantesten verspricht die Auseinandersetzung von Stephen Jenkins mit dem Arya-Bodhisattva-gocara-upayavisaya-vikurvana-nirdesa Sutra zu sein, in dem geschrieben steht, wie man durch Kriege Verdienst gewinnt. Ja, so etwas gibt es im Buddhismus. Da fällt mir die Geschichte von Dasui ein, der in der Tang-Dynastie unter Meister Guishan Lingyou  (771-853) übte, seinerseits Begründer einer der "Fünf Häuser" des Zen, und den wir...

Aufruf zur Organspende

Ich habe einen Traum.    Unter einer Million Bundesbürger sind angeblich nur 15 Organspender . Ich möchte helfen, diesen Anteil zu verdoppeln. Meine Hoffnung ist, dass unter den Buddhisten, die  man über Blogs und Foren erreichen kann, wenigstens jeder Zehnte sich entschließt, Organspender zu werden.*    Warum? In Deutschland warten 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben drei davon, weil es nicht genug Spender gibt. Wir selbst könnten einmal zu den Betroffenen gehören. Die Wartezeit für eine Niere beträgt im Schnitt 6 bis 8 Jahre, eine transplantierte Niere ist jedoch nach einem Jahr bei 88 % der Empfänger, nach fünf Jahren bei 74 % funktionsfähig. Bei anderen Organen sind die Erfolgsquoten ähnlich, noch höher zum Beispiel bei Hornhautverpflanzungen.    Am Besten ist, einen Organspende-Ausweis zu beantragen (unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 / 90 40 400), diesen auszufüllen, nahe stehende Menschen über den eigenen Wunsch...

Antaiji - ein japanischer Zen-Tempel unter deutscher Leitung

Etwa in der Mitte der Antaiji-Videoseite findet Ihr den Beitrag "Zenkloster ohne Grenzen" (ihn hier einzubetten war nicht möglich). Im Folgenden die deutsche Übersetzung für alle, die sich mal ein Bild vom Alltag in diesem Tempel der Tradition von Kodo Sawaki und Kosho Uchiyama Roshi machen wollen. Dank an Susanne König. Sprecher: Der Zen-Priester, der hier meditiert, ist in der Tat in Deutschland geboren und der Abt dieses Tempels. Muhô: Ich hatte den Traum, Zen-Priester zu werden. Sprecher: Da der Abt Ausländer ist, sind auch unter seinen Schülern viele Ausländer. Sie meditieren nicht nur, sondern bereiten auch die Fastenspeisen zu. Das ganze Leben ist auf die Ausbildung ausgerichtet. Sie beten sogar. Dieser ausländische Abt ist mit einer Japanerin verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Der Zen-Tempel dieses Ausländers liegt in den Bergen. Wie ist das Leben dort? In der Präfektur Hyôgo am Japanischen Meer liegt die Stadt Shinonsen, wo es überall heiße Quellen g...

Happy Birthday, Dogen und Hakuin!

Heute eine kleine Verbeugung vor unseren Geburtstagskindern. Hakuin (geb. 1689) verlinke ich mal mit "Die mündlich übermittelten geheimen Lehren dessen, der auf dem Berg To lebte" zu unserem fleißigen SoGen . Und von Dogen (geb. 1200) habe ich hier was Humorvolles aus seinem Eiheiji Goroku: "Meine Nase ist höher als ein Berg, meine Augen sind klarer als ein Juwel. Mein Kopf ist so offen wie ein Fächer, meine Füße ähneln denen eines Esels. Wenn ich das Zimmer meines Meisters betrete, erhebe ich gern meine verschwitzte Faust; gehe ich in die Vortragshalle, stütze ich mich auf meinen Stock; bittet mich jemand um Wasser, deute ich auf einen Brunnen da draußen; bittet mich jemand um Reis, dann gebe ich ihm eine Schale voll. Früher hielt ich die Gebote ein, indem ich Hähne und Hunde nachahmte; so habe ich den Buddhas und Patriarchen ihre feine Robe gestohlen. Genervt nehme ich an einem irrigen Gespräch unter Bäumen teil und lache über jenen Augenblick auf dem Geierberg....

Muslime im buddhistischen Tempel

In den vergangenen Tagen bin ich in einige finanzielle Härten eines burmesischen Tempels eingeweiht worden, und in die Zerstrittenheit der Gemeinde. So etwas gäbe es auf der ganzen Welt nicht unter Burmesen, nur hier in Deutschland, sagte man mir. Auf meine Frage nach dem Warum meinte man, es läge wohl "am Stress" hierzulande. Ja, in Deutschland lernt man das Neiden und Intrigieren schnell. Das Gebäude, das vor ein paar Jahren zu ihrem Tempel geworden war, sollte eigentlich von den Burmesen gekauft werden, der Eigentümer will es loswerden. Nun ist die Frage, ob rechtzeitig die Kohle zusammenkommt. Als ich vom Vermittler (V.) in dieser Sache angerufen und gefragt wurde, ob ich ihn nicht als Zeuge für ein dringendes Gespräch mit dem Abt begleiten wolle, dachte ich an die Liste mit all meinen geplanten Buchprojekten für dieses Jahr, die ich gerade fertiggestellt hatte, damit ich keines vergesse (ich muss mir ja nur selbst in den Arsch treten). Hmm, hatte ich dafür denn überh...

Sind Tiere erleuchtet? (Teil 2)

Gampopa wird dieser Satz zugeschrieben: „Tiere sind einer vorherrschenden und weitreichenden Verwirrung unterworfen.“ Hätte Gampopa nicht in den Bergen, sondern auf Phuket gelebt, dann wäre ihm nicht entgangen, dass es genau umgekehrt sein kann: Als der Tsunami kam, suchten Tiere instinktiv Anhöhen auf, während tumbe Menschen den Fluten entgegengafften. Wikipedia.org geht im Eintrag „Animals in Buddhism“ noch weiter. Ich übersetze zusammenfassend: Von Tieren glaubte man, sie seien durch ihren Geisteszustand vom Menschen getrennt, ihre Welt wurde auf Pali „Tiracchānayoni“ genannt. Unter ihren zahlreichen Leiden wird z.B. aufgeführt, dass sie von anderen Tieren angegriffen und gefressen würden und in ständiger Furcht vor ihnen leben müssten. Abgesehen davon, dass auch Menschen in Kriegszeiten in ständiger Furcht leben, muss ich gerade an den Elefanten, Nilpferde und Nashörner denken. Die erwachsenen Tiere haben kaum noch natürliche Feinde, die Jungtiere vielleicht so viele wie Mensch...

Vegetarisches Festessen?

Hengchuan (1222-1289) sagte: "Als sein Meister Yunmen starb, gab Baling weder ein vegetarisches Festessen noch irgendwelche Erklärungen; er beließ es bei drei Wendeworten*. Heute, am Jahrestag des Todes meines Meisters Tianmu, gibt es auch bei mir kein vegetarisches Essen; und ich habe nicht mal drei Wendeworte. Wisst ihr, warum? - Als Tianmu noch am Leben war, begegneten wir uns von Angesicht zu Angesicht, und irgendwelche Tricks waren völlig nutzlos. So war es, als er lebte, und so soll es nun sein, wo er tot ist." [* mehrdeutige Aussagen, die zum Erwachen verhelfen sollen]

Der Laie Pang (I)

[Yün P'ang lebte von ca. 740-808] "Die Menschen besitzen ein Einrollen-Sutra ohne Form und ohne Namen. Kein Mensch ist in der Lage, es zu entrollen und zu lesen, keiner von uns kann es hören. Bist du fähig, es zu entrollen und zu lesen, dann trittst du in den Urgrund ein und bist im Einklang mit dem Geburtlosen. Keine Rede mehr davon, ein Bodhisattva zu werden - du musst nicht mal ein Buddha werden."

Buddhadasa Bhikkhu - ein geschätzter thailändischer Mönch

Zunächst: Bitte lest Heinos Kommentar zu dem TV-Beitrag übers "Fake-Kloster" bei Kaiserslautern, das zu Shaolin gehören will, wie uns nicht nur deren "Abt", sondern auch "Spiegel TV" weismachen wollen, und diesen Link zum authorisierten Shaolin Tempel in Berlin . Noch mehr Ärgerliches hat sich der Kristkeitz Verlag geleistet. Eigentlich ein "Konkurrent", deshalb muss ich ein bisschen vorsichtig sein, wie ich es ausdrücke. Jedenfalls hab ich selbst noch Bücher von ihm mit an meinen letzten Buchmessestand genommen (der gesponsert war), immerhin freiwillig. Nun hat er ein Buch von Buddhadasa Bhikkhu herausgebracht, für das sich ein gewisser Ernst Christen , der einst nach Thailand radelte und da jetzt wohl in einem Tempel lebt, das Copyright besorgt haben will. Das kam mir ziemlich spanisch, äh thailändisch vor, hatte ich doch bereits von Viriya (Manfred Wiesberger) erfahren, genau dieser Titel sei bereits übersetzt und würde wie die anderen We...

Die Kommerzialisierung der Shaolin

Am Samstag Abend lief unter "Spiegel TV" (d.h.: besserer Boulevardjournalismus) ein mehrstündiges Porträt über einen engagierten jungen Mann, der sich dem "Shaolin-Tempel" in Kaiserslautern angeschlossen hat. Sein Werdegang wurde über einen längeren Zeitraum verfolgt, Ausschnitte dieser Sendung hatte ich schon mal gesehen. Keine Frage, der junge Mann meinte es ernst und war sympathisch. Wie ein freundlicher, harmloser Herbergsvater kam dann sogar der Abt rüber, Shi Heng Zong genannt, oder auch: der Sitaigung. Da macht einen ja schon mal stutzig, dass ein bärtiger Deutscher nur noch mit chinesischen Namen tituliert wird. Dabei hat er die buddhistischen Essensgebete durchaus eingedeutscht, und auch die Aufnahmezeremonie des jungen Mannes als Mönch lief ganz verständlich und routiniert auf Deutsch ab. Man muss den Leuten hinter dem Tempel auch ihre Ehrlichkeit (oder Naivität?) lassen, mit der sie den Werdegang des Abtes beschreiben, den wir natürlich - bei seiner Le...

Sind Tiere erleuchtet?

Über Mongens Kommentar (weiter unten) stieß ich auf seinen Ravenzen Blog und von dort auf seinen Lehrer Jundo Cohen Roshi . Der bietet online an, mit Fragen oder Problemen zu ihm zu kommen. Also stellte ich ihm die Frage: "Are animals enlightened/awakened (and what about plants)? Sind Tiere erleuchtet/erwacht - und wie steht's mit Pflanzen?" Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, und ich möchte sie Euch nicht vorenthalten: "Perhaps you should ask the dogs and plants? I would think that they may not think about such things, and do not need to, in the ways we do. I once interviewed a rock who told me so ... [Anm. Gui Do - das Filmchen auf der Site geht leider im Rauschen unter.] Does a dog have Buddha Nature? Master Dogen often wrote that the trees, mountains, tiles, stones (and dogs and cats) preach the Dharma. Wondrous! Marvelous! The teachings of the insentient are inconceivable. If you listen with the ears, you won't understand. When you hear ...