Samstag, 2. Oktober 2010

Bankei - Honshin no Uta (III)
Das Lied vom ursprünglichen Geist

Heutzutage schere ich mich nicht darum,
   die ganze Zeit erleuchtet zu sein.
Die Folge davon ist, dass ich morgens aufwache
   und mich gut fühle!

Für das Heil der Welt zu beten,
   oder für deine eigenen selbstsüchtigen Wünsche,
bedeutet nur, mehr und mehr Selbstzentriertheit
   und Arroganz anzuhäufen.

Auch ich bin nun des Betens fürs Seelenheil müde,
ziehe nur gelassen umher, lasse den Atem kommen und gehen.

Stirb - dann lebe Tag und Nacht inmitten der Welt!
Wenn du dies tust, kannst du die Welt in deinen Händen halten.

Es sind die Buddhas, die ich bedaure:
bei all dem Schmuck, den sie tragen, müssen sie ganz geblendet sein.

Es ist noch zu früh für dich, ein Buddha im Tempelschrein zu werden.
Mach dich zu einem Deva-König*, der draußen vorm Tor steht!
Wenn du nach dem Reinen Land suchst
   und eine Belohnung für dich erstrebst,
wirst du dich am Ende von Buddha verachtet finden.

Die Menschen haben von Anbeginn keine Feinde,
du schaffst sie selbst, indem du um richtig und falsch kämpfst.
Klar sind die Funktionsweisen von Ursache und Wirkung,
du aber wirst verwirrt und weißt nicht,
   dass du dir dies selbst zufügst: Man nennt es Selbstzentriertheit.

Hast du dich an die bedingte Welt gewöhnt,
   bist in der Welt der Vergänglichkeit groß geworden,
und lässt dich dennoch so täuschen,
dann bist du es, der den Kürzeren zieht.

Der unbedingte Geist ist ursprünglich ungeboren,
was bedingt ist, das existiert nicht,
   darum gibt es auch keine Täuschung.

Auch wenn die Jahre voranschreiten,
   kann der Geist selbst nicht altern.
Dieser Geist, der stets derselbe ist.
Wunderbar! Fabelhaft!
Wenn du schließlich den gefunden hast, der niemals alt wird:
"Ich allein." **

Das reine Land, wo man in Frieden verkehrt,
ist HIER und JETZT,
   es ist nicht weit weg und nicht stundenlang fern.

Wenn jemand dir eine Teeschale zuwirft, fang sie auf!
Fang sie behende mit einem weichen Stoff,
   mit dem Stoff deines fähigen Geistes!



(* Wächtergottheit mit erschreckendem Gesichtsausdruck;
** Buddha soll nach seiner Geburt gesagt haben: "In Himmel und Erde bin ich allein verehrungswürdig.")

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