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Die 10 Schüler Buddhas (IV): Maudgalyayana

4.       Maudgalyayana: Ein Experte für geheime Kräfte Den Reichtum aufgeben, um den einen Weg zu suchen Shakyamunis Schüler Maudgalyayana disziplinierte sich unermüdlich selbst und strebte danach, den buddhistischen Weg zu perfektionieren, ohne jemals seine geheimen Kräfte zu missbrauchen oder mit ihnen zu prahlen. Sein guter Freund Shariputra und er galten jüngeren Mönchen als buddhistische Musterschüler.    Maudgalyayana wurde in dem Dorf Kolita als Sohn einer reichen Brahmanen-Familie geboren. Er hatte viele Bedienstete und lebte in einem geradezu himmlisch palastartigen Heim. Er hatte alles, was man sich nur wünschen konnte. Neben ihm wohnte Shariputra, mit dem er seit seiner Kindheit spielte und lernte. Ihre Freundschaft war stark und hielt bis zum Tod.    Obwohl die beiden Männer glücklich schienen, waren sie von aufwühlenden Gedanken belastet, die sich verfestigten, als sie an einem Fest auf einem Berg teilnahmen. Selbst inmitten des...

Zen als Erektionshilfe?

Christoph Jantzen hat einen neuen bissigen Text ueber seltsame Gaeste in seinem Haus verfasst. Da schon beim Anblick des hemdsoffenen Kursleiters einschlaegige Assoziationen in mir geweckt wurden, verblueffte mich seine abwegige Erkenntnis ueber den Manne: Dieser wolle nicht Sex, sondern ejakulieren, und es ginge um die "winzige Sekunde (der Leere) danach". Also, ich muss da widersprechen. Hier in Thailand, wo ich mich gerade noch befinde, geht man einfach in die Apotheke und besorgt sich Kamagra, die billige indische Version von Viagra (oder das gleichfalls wirksame Cialis), wenn man seine Erektion verlaengern will. Dennoch geht es nicht ums Ejakulieren. Ich habe z. B. bereits vor der Pubertaet masturbiert und Orgasmen gehabt, wie viele andere Menschen auch, und ich kann selbst dann noch orgasmen, wenn ich mich hierzulande mal voellig ausejakuliert habe. Das sind verschiedene Dinge. Entscheidend dabei ist nicht das "danach", sondern das (Zucken) "waehrenddess...

Die 10 Schüler Buddhas (III): Ananda

3.       Ananda – Unentbehrliches Gedächtnis Eine gütige Natur Ananda, der Shakyamuni  die letzten fünfundzwanzig Jahre seines Lebens als persönlicher Begleiter diente, hörte mehr von den Lehren als jeder andere Schüler und brachte erstaunliche Konzentration auf, um diese im Gedächtnis zu behalten. Deshalb ist er auch als unübertroffener Zuhörer der Lehren bekannt. Sein starkes Gedächtnis spielte eine große Rolle beim Zusammenstellen der  Lehren auf der Ersten Ratsversammlung, die nach Shakyamunis Tod abgehalten wurde.    Als Mitglied der Shakya-Kaste war Ananda Shakyamunis Cousin. Obwohl er zu Buddhas Begleiter ernannt wurde, erwartete er nie eine Sonderbehandlung. Shakyamuni vertraute ihm wegen des Eifers, mit dem er der Lehre lauschte, aus tiefstem Herzen.    Als äußerst gütiger Mensch drängte Ananda Shakyamuni, den Unglücklichen zu helfen, was auch die folgende Geschichte offenbart:    Eines Tages beim Spazierengehen ...

Paul Theroux: Blinding Light

"And he had discovered through the drug's blinding light that the truth was sexual: the source of truth was pleasure itself, fundamental and sensual. Everything else was a dishonest aspect of an elaborate and misleading surface - all lies." (p. 144) "It's become clear that cash is the only way to deal with problems in life." (D.B.C. Pierre: Vernon God Little)

Die 10 Schüler Buddhas (II): Shariputra

2.       Shariputra: Der Weise Die jungen Jahre Shariputra, der als der weiseste von Shakyamunis zehn Schülern galt, war ein Vorbild für alle anderen Mönche und Führer des Ordens. Wir können viel von seinem Leben lernen.    In einem Brahmanen-Dorf namens Nalandagrama im alten Königreich von Magadha lebte ein Mann, der für seine Debattierkünste berühmt war. Eines Tages wurde er von einem jungen Disputant übertroffen. Obwohl er gewonnen hatte, blieb der jüngere Mann bescheiden und sensibel gegenüber den Gefühlen seines Gegners. Daraufhin gab ihm der ältere Mann seine Tochter zur Frau. Das Paar hatte einen Sohn, den sie Upatishya nannten und der später den Namen Shariputra annahm.    Upatishya hatte einen guten Freund namens Kolita. In der Tat wurden beide von ihren Müttern am gleichen Tag geboren. Beide entstammten reichen Familien und waren herausragend in der Wissenschaft und den Künsten. Eines Tages erweckte der Anblick eines religiösen Fest...

Gao Xingjian: Soul Mountain

Der Nobelpreistraeger schreibt ueber die Ethnie der Miao. "The young men are even less inhibited and come right up to the women to choose the one they like best, as if they are choosing a piece of fruit. At this point the women move their handkerchiefs and fans, and the more they are examined the more feeling they put in their singing. When a conversation starts, the young man takes the woman's hand and they walk off together. (...) I am suddenly surrounded by an expanse of passions and think that the human search for love must originally have been like this. So-called civilization in later ages separated sexual impulses from love and created the concepts of status, wealth, religion, ethics and cultural responsibility. Such is the stupidity of human beings." "I turn and see four or five girls on the slope all singing to me. One again calls out in a clear voice 'older brother'. (...) She is still a child, her face hasn't lost that childish look - the hi...

Die 10 Schüler Buddhas (I): Mahakashyapa

(In den kommenden Wochen sollen die zehn Hauptschüler Buddhas vorgestellt werden. Mit freundlicher Genehmigung der Sotoshu Shumucho übersetzt aus einer früheren Version von http://global.sotozen-net.or.jp/ durch Katrin Hugo.) 1.       Mahakashyapa: Ehrenhafte Armut und Selbstlosigkeit Frischvermählte, die das Weltliche aufgeben wollen Mahakashyapa wurde in die Kaste Kashyapa im Dorf Mahatitta im alten indischen Königreich Magadha geboren. Sein ursprünglicher Name war Pippala, weil es hieß, dass sich seine Mutter während seiner Geburt unter einem Pippal-Baum ausgeruht hat.    Von Haus aus intelligent, beherrschte er bereits mit acht Jahren die Gebote Brahmans und bewies großes Talent in allen Bereichen des Lernens und der Künste. Als er älter wurde, begann er, das Leben eines wohlhabenden Brahmin zu verschmähen und wollte sein weltliches Leben zugunsten religiösen Strebens aufgeben.    Im Gegensatz zu seinen Vorstellungen wa...

Ko Un: Eine Auswahl seiner Gedichte

Ich möchte ihr einen Sahnebonbon kaufen, doch ich habe keine Tochter, als ich im Herbst an einem Laden vorbeikomme. * In der Haupthalle eines Tempels Hol den Buddha runter! Hol diesen hübschen, wohlgenährten Buddha runter! Was ist das für ein elegantes, dünnes Bärtchen? Am folgenden Tag reiß diese angemalte Hure eines Tragebalkens nieder! Wofür zum Teufel ist dieser Drachenkopf gut? Reiß den ganzen Tempel nieder, vertreib die Mönche, mach alles zu Staub und Schrott! Puuh! Nicht-Buddha, das ist der wahre Buddha. Unsere großmäulige Marktfrau in Seoul, sie ist der wahre Buddha. Wir alle sind wahrhaft Buddhabuddhabuddha. Lebender Buddha? Eine einzige Zigarette, da ist ein wirklich cooler, heiliger Buddha. Nein, auch das nicht. Selbst wenn die Welt voller Kuchen wäre und jeder genug zum Leben hätte, in sagenhaften Klamotten, mit allerhand Gütern gesegnet, dank der Verbindung von Koreas und Amerikas Technologie, wenn jeder frei l...

Ugrapariprcchâ: Der Bodhisattva-Weg (III) -
Bettler

Heute kommen wir zu den schönsten Stellen des Ugra-Sutras. Zunächst die guten Taten des Bodhisattva:    "Unbewegt von Gewinn oder Verlust, Ruhm oder Schande, Lob oder Tadel, Glück oder Leiden*, transzendiert er weltliche Dinge. Er wird nicht arrogant, wenn er Reichtum anhäuft, noch entmutigt, wenn es ihm an Gewinn, Ruhm oder Lob mangelt. Er erfreut sich nicht an falschem Benehmen; da sein Geist nicht darin weilt, beobachtet er nur sein Entstehen. Er tut, was er versprochen hat. (...) Er erwartet keine Belohung für seinen Dienst an anderen und ist dankbar für das, was andere für ihn tun. Er verteilt Reichtum an Arme und beruhigt die Furchtsamen. (...)    Er betrachtet jede Freude an den Objekten der Begierde als unbeständig. Um seinen Körper sorgt er sich nicht, sieht sein Leben als Tautropfen an und seinen Reichtum wie eine Luftspiegelung. (...)    Er denkt daran, die Substanz aus seinem unsubstantiellen Körper zu extrahieren, aus seinem unsubstantiellem Le...

Ugrapariprcchâ: Der Bodhisattva-Weg (II) -
Alkohol

Ein weiteres Kuriosum - und einigen anderen Sutren widersprechend* - sind die Ausführungen zum Alkoholausschank im Ugra-Sutra:    "Dann, wenn der Gedanke, den ganzen Besitz wegzugeben, in ihn dringt, denkt er bei sich selbst: 'Ich sollte denen Essen geben, die hungrig sind, und denen zu trinken, die durstig sind', und er schenkt sogar Alkohol an andere aus. Dabei reflektiert er folgendermaßen: 'Nun ist die Zeit, das Geben zu vervollkommnen. Die Zeit ist gekommen, anderen zu geben, wonach immer sie verlangen. Darum sollte ich so handeln: Nachdem ich auf diese Weise Alkohol an verschiedene Menschen ausgeschenkt habe, sollte ich Achtsamkeit und Bewusstheit in denen erzeugen, die in ihrem Verhalten verlässlich sind.' Und warum dies? All ihre Bedürfnisse zu befriedigen heißt, die Handlung des Gebens eines Bodhisattvas zu vervollkommnen. Darum, oh herausragender Haushälter, wird der Laienbodhisattva, selbst wenn er Alkohol ausgibt, nicht von den Tathâgatas eines Verstoße...

Ugrapariprcchâ: Der Bodhisattva-Weg (I) -
Frauen

Lasst uns mal ein bisschen in der "Befragung des Ugra(datta)" lesen. Jan Nattier (übrigens die Frau von John McRae, dem Experten für chinesisches Zen), hat ein sehr lesenswertes Buch inclusive Übersetzung des Ugrapariprcchâ geschrieben, mit einem wahninnig ausführlichen Apparat, den man aber nicht unbedingt braucht, um sich über so manche Textstelle nicht schlecht zu wundern: A Few Good Men (Honolulu 2003). Das Sutra, das hier verhandelt wird, liegt mal wieder nicht vollständig im Sanskrit vor, dafür aber in drei chinesischen Übersetzungen (u.a. von Dharmaraksha alias Chu Fa-hu), einer tibetischen und  indischsprachigen Auszügen in Shântidevas Shikshâmuccaya . Das Sutra wird von Nattier als Bodhisattva-, nicht als Mahayana-Sutra eingestuft, weil es sich nicht explizit vom Hinayana abgrenzt, nicht die "Leere" erörtert, keine Verehrung himmlischer Buddhas und Bodhisattvas kennt (ein schöner Zug, statt Bodhisattvas um Hilfe zu bitten, wird hier auf Selbstverantwortun...

Der Zyklon Nargis und Trost im Glauben

Aus (mir unverständlichen) Jugendschutzgründen ist nur in der Nacht zwischen 22 und 6 Uhr online die Doku über die Folgen des Zyklons Nargis zu sehen, der in Burma mehr als 140.000 Menschen das Leben gekostet haben soll. Dieser inoffiziell gedrehte Film ist ein Beispiel für eine gelungene Dokumentation mit Aussagekraft (und Stil) in Bild, Ton und Schnitt. An einer Stelle erzählt eine Mutter, wie sie sich mit ihren beiden Kindern im Arm festhielt und beschloss, dass sie gemeinsam überleben oder in den Fluten untergehen würden. Das erinnerte mich an die Aussage einer deutschen Mutter, die beim Tsunami auf Phuket ebenfalls ihre zwei Kinder in den Armen hielt und sich entschied, eines loszulassen, damit das andere (mit ihr) überleben konnte. In diesen Haltungen gibt es einen feinen Unterschied.    Manche Betroffene erzählten stoisch, wie es ihnen ganze Großfamilien wegschwemmte. Im Tempel, wo sie dem Mönch nachbeteten, kamen ihnen dann endlich die Tränen. Der Tempel bot Trost. Vo...

This Prison Where I Live:
Der burmesische Komiker Zarganar

Seit ein paar Tagen plage ich mich mit dem Gedanken herum, wie ich von Michael Mittermaiers und Rex Bloomsteins Doku "This Prison Where I Live" erzählen soll. Ich habe die Pressevorführung genutzt, um mit der Frau zu flirten, deren blonder Pferdeschwanz vor mir mich wesentlich mehr interessierte als das meiste, was sich auf der Leinwand abspielte. Abgesehen von der teils verrissenen Kamera und einigen wirklich überflüssigen Einstellungen, will uns der Film vor allem die Paranoia spürbar machen, die einen erfasst, wenn man von meist zivilen Schergen einer Militärregierung verfolgt und beobachtet wird - wo man doch nichts anderes möchte, als den Starkomiker Burmas, Zarganar, zu porträtieren bzw. später, nachdem er wegen seiner großen Klappe inhaftiert worden ist, im Gefängnis zu besuchen. Für schräge Witze über die Regierung bekommt man hierzulande einen Preis, in Burma - heute Myanmar genannt - schon mal lebenslänglich. Thema und Bildmaterial reichen dennoch bloß für einen...

Yamazaki Ansai:
Shintoismus und Buddhismus

"Yamazaki Ansai (1618-1682) ist in den Darstellungen zur japanischen Philosophie und Geistesgeschichte v.a. als Begründer des Suika-Shintô bekannt; eine der großen Shintô-Strömungen der Tokugawa-Zeit (neben dem Yoshida-Shintô, dem Watarai-Shintô, dem Fukko-Shintô und dem Sannô Ichijitsu Shintô). Während dieser Zeit wandten sich die Shintô-Denker vom Buddhismus ab und den konfuzianischen Lehren zu; daneben prosperierten natürlich auch die konfuzianischen Strömungen (Shushigaku, Yômeigaku, Kogaku, Shingaku, Mitogaku, Setchugaku, Kokugaku)."     Es folgt ein Auszug aus seinem Text „Vermeidung der Irrlehren“ (Byaku´i), wie die Einleitung mit freundlicher Genehmigung von Dr. Julian Braun. „Die konfuzianischen und die buddhistischen Lehren ähneln sich in vielen Punkten. Aber selbst wenn sich die Übereinstimmungen wie z.B. bei zwei sich äußerlich gleichenden Menschen nicht auf die Erscheinung beschränken, sondern sich sogar auf ihr Bestreben und Gemüt erstrecken, so sind die be...

Jun Tsuji:
Epikureismus und Buddhismus

Jun Tsuji (1884-1944) war nach der englischen Wikipedia Dadaist, Nihilist, Feminist und noch so einiges andere. Sein Leben war karg, sein Denken wurde u.a. von Tolstoi, Wilde, Voltaire und vom deutschen Philosophen Max Stirner beeinflusst. Nach dem epikureischen Ideal der "Unerschütterlichkeit"  oder Sorglosigkeit (Ataraxie) lebte er als Vagabund auf Wanderschaft und schrieb darüber. In seinem Stück "Tod eines Epikureers" muss der Protagonist sich der fließenden Natur der Dinge (Panta Rhei) stellen, die der Autor in Beziehung zu Stirners "kreativem Nichts" setzt - da die Substanzlosigkeit der Dinge das Potential für Kreativität und Wandel enthalte.    Tsuji verfiel zunehmend dem Alkohol, und doch ist es kein Wunder, dass er sich auch dem Buddhismus über Shinran und den Jôdo Shinshû-Klassiker "Tannishô" näherte, der Dialoge enthält, die dessen Schüler Yuien mit Shinran führte. Fortan gab Tsuji das Schreiben auf und zog als Shakuhachi spielender ...

Pyrrhonismus und Buddhismus

"Pyrrhonismus ist die Bezeichnung für eine Variante des Skeptizismus, die auf den antiken griechischen Philosophen Pyrrhon von Elis (ca. 365/360 v. Chr. – ca. 275/270 v. Chr.) zurückgeht. Der Pyrrhonismus, auch 'pyrrhonische Skepsis' genannt, ist die älteste in Europa entstandene Form des Skeptizismus. Seine Anhänger werden Pyrrhoneer (seltener Pyrrhoniker) genannt." So definiert Wikipedia. In einem Essay der aktuellen Ausgabe des Journal of Buddhist Ethics werden die Parallelen zum indischen Buddhismus aufgezeigt.    In einem weiteren Artikel wird Ugo Dessis Buch   "Ethics and Society in Contemporary Shin Buddhism" besprochen, dass einen guten Überblick über führende Denker des "Reine-Land-Buddhismus" gibt. Erwähnt werden darin u.a. der Widerstand der Shin-Buddhisten gegen die staatliche Unterstützung des Yasukuni-Schreines, in dem auch Kriegshelden verehrt werden, oder ihr Einsatz für Lepröse und gesellschaftliche Außenseiter (burakumin) ...

Bhante Dhammikas Buddhismus-Lexikon

Bhante Dhammika hat sein englischsprachiges Lexikon "Buddhismus von A-Z" mit den ersten 500 Einträgen online gestellt. Einer der Gründe, warum ich seinen Blog nicht mehr verlinke, ist solch unsägliches Geschwafel wie unter dem Stichwort "Prostitution" (auch wenn man ansonsten viel vom Bhante lernen kann). Hier schreibt mal wieder - wie so oft - ein Mönch, der nicht weiß, wovon er spricht (im Gegensatz zum Seung Sahn darf ich das hier mal annehmen): Prostitution in Anspruch zu nehmen sei "schäbig" (sordid) und "unerquicklich" (unedifying) [???], und verstoße gegen die erste und dritte Regel, weil man jemanden "sexuell ausbeute". Der Feminist im Mönchsgewand. Leider bemerkt er gar nicht, dass die von ihm selbst  erwähnte Kurtisane Ambapâli nicht nur einst den Buddha unterstützte, sondern dies nur aufgrund ihrer verfickten Existenz tun konnte ...    Glücklicherweise war ich mal dabei, als sich spät am Abend der Bhante mit seinem Gastg...

D.J. Khyentse: Weshalb Sie KEIN Buddhist sind

Heute war ich in der Bibliothek der philosophischen und theologischen Hochschule St. Georgen, die an der Stadtgrenze zu Offenbach liegt. Eine Regelung der Fernleihe besagt, was noch im Stadtgebiet des Entleihers eingesehen werden kann, das soll er bitteschön dort lesen. Während ich dort also auf "The Zen Canon" von Steven Heine wartete, konnte ich mir ein Werk durchlesen, das ich wiederum aus der UB Frankfurt über die Fernleihe bekommen und nach St. Georgen mitgenommen hatte und das mir von ein paar Seiten empfohlen worden war. Ein Fehler.    Der Autor von Weshalb Sie kein Buddhist sind , Dzongsar Jamyang Khyentse, ist Bhutanese, Jahrgang 1961, bekannt als Regisseur von "Spiel der Götter" und in seiner Heimat Oberhaupt des Dzongsar-Klosters und für ca. 1.600 Mönche verantwortlich. Bis zur Lektüre seines Buches hatte ich noch einige Hoffnung auf den bhutanesischen Zweig des Buddhismus gesetzt, nun ist sie dahin. Der Knackpunkt sind die "Gefühle", z ag bc...

Diamant-Sutra neu erschienen

Der International Zen Temple e.V. Berlin hat das Diamant-Sutra auf Spendenbasis neu herausgebracht, in Englisch-Deutsch auf gegenüberliegenden Seiten, hinten auch mit dem chin. Originaltext und ausführlichem Glossar, alles in schöner gebundener Form. Ich habe dafür, dass ich meinen Verlagsnamen auf dessen Wunsch zur Verfügung stellte, einige Exemplare erhalten, und verlose nun drei davon. Ansonsten bitte ich, diese Botschaft zu verbreiten und auf den möglichen Erwerb direkt beim Zen-Tempel hinzuweisen. Es sollten aber keine "Massenbestellungen" dort eintreffen (wenn man fair bleibt, würde das Buch im Laden seine 15,- Euro kosten, dort ist es aber wie gesagt nicht zu haben). Ich bin ansonsten nicht mit dem Tempel verbunden und kann darüber keine Auskunft geben. "Was denkst Du, Subhuti, gibt es irgendeinen Dharma, den der Tathagata gelehrt hat? Subuthi sagte zum Buddha: Von der Welt Verehrter Einer, nichts ist vom Tathagata gelehrt worden."

Der seltsame Seung Sahn

Im Johannes Herrmann Verlag sind inzwischen drei Bücher des koreanischen Zen(Seon)-Lehrers Seung Sahn erschienen. Zunächst versprach mir die Lektüre Vergnügen, als ich las: "Wenn du keine Art von Geist bewahrst und nur die Richtung hast, alle Wesen zu retten, dann sind Gelübde nicht notwendig ...", doch bei weiterem Lesen wurde mir dann etwas bange, und das unten stehende Filmchen mag belegen, wieso. Seung Sahn (1927-2004) gehörte dem  zölibatären Chogye-Orden an, von dem ich mal einen kleinen (Co-)Übersetzerpreis fürs "Jikji" erhielt, das Fragment einer Koan-Sammlung, das nicht nur Weltkulturerbe ist, sondern auch das älteste aus beweglichen Metall-Lettern gedruckte Buch. In letzter Minute brachten die Koreaner im Jahr 2005, damals Gastland, eine englischsprachige Jikji-Übersetzung auf die Buchmesse, nachdem ich meine deutsche aus eigener Tasche finanziert hatte. Der (Geld- und Sach-)Preis des Chogye-Ordens kam mir wie ein billiges Trostpflaster vor. Leser finde...