Montag, 23. August 2010

Schreiben ist Religion

Heute las ich in "On Becoming a Novelist" von John Gardner (1933-1982). Er war Autor und Schreiblehrer, mit Einfluss auf einen meiner Lieblingsautoren, Raymond Carver. Der letzte Absatz seines Ratgebers für Romanautoren zieht eine interessante Parallele zwischen dem religiösen Pfad und dem Weg eines Autors. Ich übersetze:
   "Der wahre Romanautor ist einer, der nicht aufgibt. Romane schreiben ist nicht so sehr ein Beruf wie es ein yoga ist, ein 'Weg', eine Alternative zum gewöhnlichen Leben-in-der-Welt. Sein Nutzen ist quasi-religiös: eine veränderte Qualität von Geist und Herz - Befriedigungen, die kein Nicht-Autor verstehen kann; die Härten dieses Lebens bringen im Allgemeinen nur dem Geist (spirit) Gewinn. Wer sich authentisch zu solch einer Tätigkeit berufen sieht, dem genügt dieser spirituelle Gewinn."

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das Sichten und Freischalten der Kommentare kann dauern.