Freitag, 27. April 2012

Der Zen-Meister Taego (I)

Taego (1301-1382) verkörperte koreanisches Zen und wetterte gegen minderwertige Lehrer und die allgemeine Dummheit. Ich möchte hier ein paar seiner stärksten Sätze aus dem Taego Hwasang Orok vorstellen.

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Hier ist ein gutes Zimmer für den König der Leere. Früher nannte man es Glückswolkenhöhle. Heutzutage lebt hier nur ein verarmter Mann des Weges. Mögen auch Buddhas und Patriarchen vorbeikommen, er wird sie nicht empfangen. Klaräugige Berobte können sich ihm nicht nähern. Doch sag mir, wer kann ihn sofort abschneiden? 

Die Lehre gemäß des Buddha verbreiten, Wesen gemäß ihrer Fähigkeiten empfangen: Pah! Was für ein eitles Geschwätz!

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Der ganze Kanon der schriftlichen Lehren, die auf Worte Buddhas zurückgehen, ist nur ein geschicktes Mittel, um die innewohnende erleuchtete Natur der Menschen aufzuzeigen. 

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Geist ist Buddha, Buddha ist Geist. Außerhalb des Geistes kein Buddha, außerhalb Buddhas kein Geist.

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Nun, wo du dein Zuhause verlassen hast, musst du die Entschlossenheit eines großen Menschen entwickeln und einen mutigen und unerschrockenen Geist entfalten.

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Plötzlich kann dein Geist nirgendwohin gehen und wird mit der Wirklichkeit eins.

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Die Wurzel des Menschengeistes ist von feiner und wundersamer Art. Sie kann weder mit Worten noch mit Gedanken noch durch Stille erfasst werden.

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Wenn du ans Ende des Weges kommst und einer Eisenwand gegenüberstehst, sind die an Objekte gebundenen Gedanken und falsche Besorgnisse für immer beruhigt. Die Wirkung ist wie weiße Strahlen des Mondlichtes, die Eis durchdringen. Allmählich erreichst du den Ort, wo Wachsein und Schlafen eine Soheit sind.

[Mehr in J. C. Cleary: A Buddha from Korea. The Zen Teachings of Taego. Boston 1988]

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