Samstag, 5. Mai 2012

Der Zen-Meister Taego (III)

Wie man Zen studieren soll

"Tage und Monate vergehen wie ein Blitz, beachtet die Vergänglichkeit. Wir gehen vom Leben in den Tod über in der Zeit, die es benötigt, ein- und auszuatmen. Es ist schwer, sich auch nur eines Morgens oder Abends sicher zu sein. Ob ihr geht, steht, sitzt oder liegt - verschwendet nicht eine Minute. Werdet immer mutiger und unerschrockener. Seid wie unser ursprünglicher Lehrer Shakyamuni, der energisch voranschritt. 
   Ist der Geistgrund gleichmütig, wach und still, werdet ihr tiefgründige Gewissheit über die Absicht der Buddhas und Patriarchen gewinnen. Ihr müsst dies auf die rechte Weise erreichen. Geist ist der natürliche Buddha, warum also woanders danach suchen? Legt eure zahllosen Angelegenheiten ab und erwacht. Am Ende des Weges ist es wie vor einer Eisenwand. Falsche Gedanken sind ausgelöscht, und sogar das Auslöschen ist fortgewischt. Körper und Geist scheinen in der Leere zu ruhen. In der Stille reicht das Strahlen eines Lichtes überall hin. 
    Das ursprüngliche Gesicht: Wer ist es? Sobald es erwähnt wird, versinkt der Pfeil im Stein. Wenn die Zweifelsmasse inmitten aller Phänomene erschüttert wird, bedeckt ein Ding den blauen Himmel. Sprich darüber nicht mit Menschen ohne Weisheit. Gib dich nicht übermäßiger Freude hin. Du solltest Zenlehrer aufsuchen und ihnen zeigen, wie dein Geist arbeitetet, und sie nach ihrer Lehre fragen. Danach kannst du als einer bezeichnet werden, der die Tradition der alten Patriarchen fortführt.
   Unser Familienstil ist nicht unnahbar. Wenn wir müde sind, strecken wir die Beine aus und schlafen. Wenn wir hungrig sind, lassen wir unseren Mund essen. Wie nennt man im Menschenreich eine solche Schule? Schläge und Schreie fallen nieder wie Regentropfen."

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