Sonntag, 15. April 2012

Verse des Zen-Mönches Shôtetsu (1381-1459)


Wie natürlich sie einander zur rechten Zeit begegnen:
Das Wasser, das nicht denkt: "Komm, nimm dir hier deine Herberge!"
Der Mond, der nicht nach einer Unterkunft fragt.

***

Da niemand zu Besuch kommt, 
habe ich keinen zum Quatschen,
was mein Haus zu einem Ort macht,
wo ein Mensch ohne Sorgen lebt.

***

Mit jedem neuen Frühling
sprechen die Blüten kein Wort
und legen doch den Dharma dar.
Sie wissen um dessen Kern
von den sich zerstreuenden Sturmböen.

***

Hier bin ich nun,
fort von der grausamen Welt,
auf einer Insel,
und vertraue den Faden meines Lebens
einer Leine ohne Haken an!

(Steven D. Carter: Unforgotten Dreams. New York 1997)

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