Mittwoch, 25. April 2012

Daitô Kokushi: Reden ist Zen


Wie öde, untätig auf dem Boden zu hocken,
nicht meditierend, ohne Durchbruch.
Schau da die Pferde am Kamo-Fluss galoppieren!
Das ist Zazen!

Daitô alias Myôchô Shuhô (1282-1334) war in China ein Schüler Hsü-tangs (jap. Kidô) und in Japan ein Schüler vor allem Daiôs. Aus der Linie von Daitôs Nachfolger Tettô Gikô stammen prominente Meister wie Ikkyû und Takuan. Daitô ist vor allem als wichtiger Interpret der Kôan-Tradition bekannt. Einst stellte er klar:

"Das Herz (heart) selbst ist wahrlich der Buddha. Was 'die eigene Natur sehen' genannt wird, bedeutet, den Herz-Buddha zu erkennen. Legt wieder und wieder eure Gedanken ab und entdeckt den Herz-Buddha. Man könnte annehmen, dass er nur in der Sitzmeditation erkannt würde. Dies ist jedoch ein Fehler. Yung-chia sagte: 'Gehen ist Zen, Sitzen ist Zen. Redend oder schweigend, den Körper bewegend oder nicht, ist er in Frieden.' Dies lehrt uns, dass Gehen, Sitzen und Reden allesamt Zen sind. Nicht nur Zazen und das Unterdrücken der Gedanken. Ob beim Aufstehen oder beim Hinsetzen, bleibt konzentriert und aufmerksam. Plötzlich wird euch das ursprüngliche Gesicht begegnen."

Kein Schirm - durch und durch nass werdend, 
mache ich den Regen zu meinem Mantel.

Kommentare:

  1. Namaste!

    Das Gedicht am Ende erinnert mich sehr stark an "Die Lektion des Platzregens" aus dem Hagakure. Ist wohl alles andere als "Zufall" .-)

    < gasshô >

    Benkei

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  2. Hallo Benkei, das Hagakure überarbeite ich gerade. Es stand am Anfang meiner Übersetzungszeit, und was sind da für Nachlässigkeiten und Fehler drin! Hatte die Datei nicht mehr, wurde mir freundlicherweise vom Drucker zur Verfügung gestellt. Bei der (Rück)Umwandlung der PDF in WORD stellte sich heraus, dass das Manuskript damals noch eingescannt wurde. Entsprechend tauchten die Lesefehler wieder auf, "für" war "fiir" usf. Ein seltsamer Vorgang. Ich hatte einst nicht mal die technische Ausstattung für PDFs, druckte also den Text aus, schickte ihn an den Drucker, der scannte ihn dann ein. Alles war improvisiert.

    Jedenfalls, das Hagakure in dieser (korrigierten) Urversion wird nun zum ebook. Ansonsten interessiert mich der "Schnee von gestern" ja nur selten ... Und jetzt kann ich mal so tun, als könnte ich die "Lektion des Platzregens" selbst verwirklichen - und durch das Frankfurter Abendgetröppele nach Hause latschen.

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  3. Namaste!

    Ach, das Hagakure ist schon ein gutes, altes Stück. Ich hab es auch als Hörbuch, wo "Torch" es liest, schon zig mal beendet.

    Die Lektion des Platzregens müsste eigentlich gerade für uns Deutsche, die wir so gern über das Wetter quatschen [wohl in Ermangelung sinnvollerer Themen; wir scheinen das Schweigen zu hassen] interessant sein.

    Suzuki Roshi: "Es beginnt zu regnen".
    Der Rabe: "Wenn es regnet, dann sucht sich der Tiger ein geschützes Plätzchen."
    Suzuki Roshi: "Ja - falls er nicht naß werden will. Er lässt es regnen!"
    [frei aus "Der Tiger-Bericht"]

    Der Deutsche hat wohl neben den Optionen "unter-stellen", "Schirm-aufspannen" und "naß werden" noch "meckern", "hadern" und "motzen" [Achtung: hier nicht "motZen"!].

    Lassen wir "ES" doch einfach "gut-sein"! .-)

    C'est la vie!

    Ein schönes, wetterreiches Wochenende!

    < gasshô >

    Benkei

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