Mittwoch, 8. Juni 2011

Sogyal Rinpoche auf Wikipedia.de +
nochmal Thich Thien Son ("Thay")

Hier meine versuchte Ergänzung zu einem weiteren offenbar Sexbesessenen, den die "Deutsche Buddhistische Union" (DBU) noch 2009 hofierte:

"Im Jahr 2009 distanzierte sich die irische Staatspräsidentin Mary McAleese, in deren Land er ein großes Zentrum betreibt, von Sogyal Rinpoche, nachdem bekannt geworden war, dass er in den USA ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin (mit einem Streitwert von 10 Mio. USD) außergerichtlich beigelegt hatte. Vorwürfe dieser Art waren gleich von mehreren Schülerinnen gegen Sogyal Rinpoche erhoben worden.[9]" (Quelle)

Kann man im Moment oben unter "Ungesichtete Änderungen" aufrufen. Bin gespannt, ob's reinrutscht.

Und dann, oh Wunder, gab es gleich zwei Versuche, Thich Thien Son (TTS) über meine Kommentarfunktion zu verteidigen. Eine Person gab sich als "Journalist" aus, verlinkte aber ihren Namen auf die Startseite eines Onlinedienstes, eine andere Person gab heute ein paar Stunden später ein: "Auch ich finde es befremdlich wie über TTS herum gegeiert wird ...", obwohl ich den anderen Kommentar gar nicht freigegeben hatte. Beide Texte werde ich nicht freigeben.

Zur gleichen Zeit erreichte mich die email einer Person, die sich fragte, ob sie denn tatsächlich im Zentrum "Buddhas Weg" auftreten solle. Ich möchte deshalb wiederholen, dass TTS ("Thay") von einer Art "Ältestenrat" im Rahmen eines Ordensverfahrens bereits sexuellen Fehlverhaltens "überführt" und zur Reue aufgerufen wurde. Und dass in meinem Blog akribisch nachgewiesen wurde, wie dieser Ältestenrat jedoch die schwer wiegendere Tat, die zur ENTROBUNG von TTS ("Thay") hätte führen müssen (nämlich Sex mit Penetration, was einem Ordinierten seiner Tradition verboten ist und wenigstens ein weiteres Ordensverfahren, Vinaya Kamma, nötig gemacht hätte), ignorierte, weil der für den "Ältestenrat" verantwortliche Abt aus Hannover selbst Vietnamese ist und für die Einsetzung von TTS ("Thay") in Frankfurt mitverantwortlich. Den schwersten Vorwurf versuchen also auch andere vietnamesische Ordinierte zu vertuschen. Ein weltliches Gericht ist jedoch nicht nötig, um festzustellen, dass TTS ("Thay") bereits kein Mönch mehr ist (wenn er denn je ein ordentlicher war), dies wurde anhand buddhistischer Schriften aufgezeigt. Doch für Nicht-Buddhisten ist dies schwer zu durchschauen. Darum ist das Folgende wichtig.

Außerdem gibt es FÜNF Eidesstattliche Versicherungen bzgl. der genannten Fehlvergehen von TTS ("Thay"). Diese kann man unter Umständen bei der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft einsehen. Wenn also jemand behauptet, ein Journalist zu sein und an dieser Sache investigativ zu arbeiten, dann soll er bitte seine Arbeit richtig machen. Jeder andere, der zu dumm ist, hinter der Polemik in diesem Blog die klar benannten Fakten zu sehen und der sich nicht die Mühe macht, hinter das oberflächliche Gelaber dieses Amateur-Buddhisten und seiner Schergen zu blicken, hat seinen Beruf verfehlt. Ein Anruf bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft könnte ebenfalls weiterhelfen.

Was der SZ im Falle des falschen "Shaolin"-Abtes Coulombe gelang, wird - ob mit oder ohne diesen Blog - anderen guten Journalisten (oder womöglich dem gleichen?)  auch mit der vietnamesischen "Mönchsmafia" gelingen. Es ist nur eine Frage der Zeit, und des Willens.

Kommentare:

  1. Eine Art zentrale Anlaufstelle im Internet für die Vorwürfe gegen Sogyal Rinpoche ist 'Dialogue Ireland', auf deren Blog im April 2009 ein 'Briefing Document' veröffentlicht wurde: http://dialogueireland.wordpress.com/2009/04/07/briefing-document-on-sogyal-rinpoche/ Dieses enthält neben eher nebensächlichen Informationen, weniger nebensächlichen doch leider unbelegten Behauptungen (z.B.: "'Rigpa' was born quite early on in Sogyal’s Buddhist career in London, after news of his sexual predations and misbehaviour filtered back to the late Dudjom Rinpoche — then head of the Nyingma") vor allem zwei Artikel von seriösen Presseorganen: einen der 'San Francisco Free Press' vom 10. November 1994 und einen von 'The Guardian' vom 10. Januar 1995.

    Was den Rest des 'Briefing Documents' angeht, so sollte man sich über den Charakter von 'Dialogue Ireland' im Klaren sein - es handelt sich um eine nur notdürftig getarnte Front der katholischen Kirche Irlands in Zusammenarbeit mit anderen christlichen mainstream-Kirchen. Da soll mal einer sagen, christliche Ökumene funktioniere nicht ... Eine mE recht treffende Charakterisierung dieser Organisation kann man hier: http://pavementtrauma.blogspot.com/2006/11/dialog-ireland.html lesen.

    Wie immer, so ist auch hier für eine fundierte Meinungsbildung eine kritische Würdigung der Quellen notwendig. Was die beiden Zeitungsartikel angeht, so sollte man sich bewusst sein, dass sie Anschuldigungen präsentieren, keine Beweise. Und zumindest bei dem bizarren Bericht von Frau Victoria Barlow -

    ("I went to an apartment to see a highly esteemed lama and discuss religion," she said in an interview with the Free Press. "He opened the door without a shirt on and with a beer in his hand.")

    - frage zumindest ich mich, ob da nun in der Folge ein spritueller Lehrer seinen Nimbus missbraucht hat (wie ein "highly esteemed lama" hat er sich da ja nun wirklich nicht präsentiert), oder ob es sich schlicht um einen 'celebrity fuck' unter 'consenting adults' gehandelt hat. Was in Bezug auf einen Rinpoche immer noch ein mehr als nur zweifelhaftes Verhalten wäre, aber wenn Frau Barlow dies nun wertet als "the way the Tibetans have manipulated the reverence Westerners have for the Buddhist path" dann muss ich sagen: nein - wenn da nicht schon beim Öffnen der Wohnungstür sämtliche Alarmglocken geklingelt haben, wurde da allenfalls eine an Dummheit grenzende Naivität ausgenutzt. Immer vorausgesetzt, die Schilderung ist wahrheitsgetreu, versteht sich.

    Wohlgemerkt - ich will da nichts wegdiskutieren, nur auf den Unterschied zwischen bloßen Anschuldigungen (die in dieser Häufung freilich auffällig sind) und Beweisen aufmerksam machen. Zwischen Rauch und Feuer ist ein Unterschied - allerdings muss man schon sagen, dass es hier ganz gewaltig qualmt ...

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  2. Zitat:
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    Wenn also jemand behauptet, ein Journalist zu sein und an dieser Sache investigativ zu arbeiten, dann soll er bitte seine Arbeit richtig machen. Jeder andere, der zu dumm ist, hinter der Polemik in diesem Blog die klar benannten Fakten zu sehen und der sich nicht die Mühe macht, hinter das oberflächliche Gelaber dieses Amateur-Buddhisten und seiner Schergen zu blicken, hat seinen Beruf verfehlt.
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    Bei den Worten fühl ich mich sofort an den angeblichen Shaolin Tempel im Kaiserslautern erinnert. Bisher hat's es ja auch nur die Süddeutsche gewagt hinter die Kulissen zu schauen .... trotz diverser anwaltlichen Drohungen und Versuche den Artikel noch zu stoppen.

    Lieber Guido, herzlichen Dank.

    Gruß

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  3. Noch mehr Hintergrundmaterial:

    http://www.american-buddha.com/randy.sogyal.htm

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  4. Danke für diese Abwägung. In dem im ersten Kommentar genannten dialogueireland-Link finde ich persönlich witzig, dass man jemanden zunächst als "tantrische Verwirklichung des zweiten Buddha Padmasambhava" ansieht und sich dann schockiert zeigt, wenn er diesem Bild nicht gerecht wird - und vor allem verlangt, seine Gespielinnen müssten eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht haben. Das ist ja an sich fast noch schlimmer als die Vorwürfe.

    Wobei ich klarstellen will: Auch der Sogyal soll seinen Sex haben, und wenn er sich dabei genauso plump anstellt wie andere Männer, ist das auch sein ... Bier. Es geht mir auch hier darum, dass man den Eindruck nicht los wird, sehr viele Männer würden nur deshalb eine spirituelle Karriere planen, um dann ausgerechnet mit ihren Schülerinnen zu schlafen. Wer mich kennt wird leicht glauben, dass es mir zum Beispiel keinen Blog-Eintrag wert wäre, wenn Sogyal jede Nacht mit seinem Vermögen eine Edelhure verwöhnt oder in Nachtclubs tibetgeile Mädchen abgeschleppt hätte. Wenn man sich als Schüler(in) jedoch nicht mehr auf die sexuelle Distanz des Lehrers verlassen kann (oder gar will), dann sollte eine solche Schüler(in)-Lehrer-Beziehung aufgelöst werden.

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  5. Sorry, Guido und Heino (mein "Freund" Heino Hoods? Gibt's dich auch noch?). Es gehört ja eigentlich nicht zum Thema. Aber ihr habe es hier in den Kommentaren mal wieder zum Thema gemacht, und das will ich nicht so stehen lassen.

    Ich habe nichts dagegen, dass in der SZ über diesen Shaolin-Mönch in Kaiserslautern geschrieben wird. Nur in diesem Fall hat die SZ eben viel zu wenig hinter die Kulissen geschaut. Über die internen Machtkämpfe zwischen Kaiserslautern und Berlin war sie ganz offensichtlich nicht informiert. Sonst hätte sie mit Sicherheit nicht den Werbeslogan „die echten Shaolin“ in einer Zwischenüberschrift verwendet.

    Gundula

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  6. Bei "inneren Machtkämpfen", was immer das auch sein soll, würde es bedeuten, das KL zu Shaolin gehören würde. Dieses ist weder der Fall, noch war es jemals so, außer evtl. im Wunschdenken (Illusionen) von KL und dem ehemaligen Geschäftsführer von Berlin.

    Die SZ hat sehr genau hinter die Kulissen geschaut (mußte sie auch), dadurch ist der Artikel erst entstanden. Eigentlich ging es vorher um etwas Anderes. Da fielen der SZ bei der Recherche Ungereimtheiten auf, welche andere Presseorgane gerne zu Gunsten von Verkaufszahlen und Einschaltquoten, übersehen. Man fand diverse Papiere, überprüfte diese und interviewte BEIDE Seiten und noch mehr aus der Vergangenheit (über längerem Zeitraum). Dabei fiel weiter auf, das KL seine Version in keinster Weise mit irgendwelchen Dokumenten oder sonstigen stichhaltigen Sachen beweisen kann.

    Und wirklich Jeder kann dieses selbst (unanhängig) überprüfen. Informationen dazu und Adressen/Tel/eMails (auch zum Tempel in China) gibt es ja genug im Internet und man muß nichteinmal der chinesischen Sprache mächtig sein.

    Eigentlich ist es Schade, das die SZ nur ein Bruchteil der eigentlich recherchierten Informationen verwendet hat. Vielleicht gibt es ja noch (mehrere?) Fortsetzungen von dem Bericht. Genug Material ist ja vorhanden. Zumindest soviel das KL eine Veröffentlichung des Berichtes rechtlich verhindern wollte.

    Der Pressebericht der SZ entstand nicht im Auftrag von Berlin, wie es gerne dargestellt wird.

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  7. Namaste!

    Sogyal Rinpoche kann man nicht so ohne weiteres mit TTS vergleichen. Als Anhänger der Nyingmapa ist er meines Wissens kein ordinierter Mönch (schon gar nicht nach dem Vinaya). Für ihn wären also die Fünf Sîlas, bzw. die Vermeidung der Zehn unheilsamen Handlungen richtungsweisend. In diesem Zusammenhang könnte hier Gampopas "Juwelenschmuck der Befreiung" Aufschluss geben (Seite 74 zum Thema "Sexuelles Fehlverhalten" in der Neuübersetzung des Tashi-Verlags - zugegeben, in einigen Punkten sind die Ansichten Gampopas wohl nicht mehr ganz zeitgemäß).

    Die Hauptfragen wären also:
    War der Sex durch den Rinpoche erzwungen?
    War der Sogyal zum Zeitpunkt des Verkehrs mit einer (Ehe-)Frau liiert oder stand er unter einem besonderen Sexualgelübde?
    Waren die Schülerinnen zum Zeitpunkt des Verkehrs liiert oder standen sie unter einem besonderen Sexualgelübde?
    - Wenn eine dieser Fragen bejaht werden kann, dann liegt sexuelles Fehlverhalten in Gampopas Sinn vor.

    Was den TTS angeht, so ist das wohl eindeutig, dass entweder ein Verstoss gegen den Vinaya vorliegt, oder eben nie eine Vinaya-Ordination vorgelegen hat.

    Ich frage mich sowieso seit Längerem, was diese ganze zwanghafte Vinaya-Anhafung soll? Eine Vinaya-Ordination kann für gewisse Mentalitäten genau das Richtige sein, für die meisten Menschen ist sie das dann wohl allerdings auf Dauer nicht. Das Problem scheint dann allerdings zu sein, dass viele gern "richtige" Bhikkhus / Bhikkhunis sein wollen, ohne sich mit den damit verbundenen Problemen auseinandersetzen zu wollen. Und wenn sie das dann erstmal sind, also nach der Ordination, dann werden sie von diesen Problemen überrollt, halten allerdings weiterhin zwanghaft an ihrem Status fest, weil sie sich eine Rückkehr ins Laien-Leben nicht mehr vorstellen können, bzw. sich ein Scheitern nicht eingestehen wollen. Glücklicherweise gibt es wohl auch Beispiele, wo der Vinaya im Westen funktioniert [mit Kompromissen versteht sich].

    Da lobe ich mir die Sôtô-Ordination in ihrer Klarheit, Einfachheit und Praktikabilität.

    < gasshô >

    Benkei

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  8. Hallo Benkei,

    diese Unterscheidung ist natürlich korrekt. Wir können uns nur fragen, wie oft wir gehört haben, dass sich Schülerinnen, die Sex mit ihren buddhistischen "Gurus" hatten (und die für noch für ganz knusper halten) im Nachhinein darüber beschwert haben und wie oft sie meinten, genau davon in ihrer Entwicklung profitiert zu haben. Wobei das "im Nachhinein" natürlich auch durch Eifersucht, Konkurrenzneid etc. gefärbt sein kann.

    Natürlich ist der Gedanke naheliegend, dass einer, den man für erwacht hält, irgendwie beim Sex auf einen abfärbt. Wir haben in unserer Gesetzgebung, denke ich, auch nicht das Verbot von Sex zwischen - ich nenne es mal - "Betreuern" (wie es ja auch die Gurus sind) und Schüler(innen), weil wir denken, es sei schlecht, wenn diese sich begehrten, sondern weil wir denken, die begierdevolle Beziehung sollte idealerweise "auf gleicher Augenhöhe", also nicht-hierarchisch ablaufen und damit weniger anfällig für Manipulationen sein. Dieser Gedanke ist zwar idealistisch, aber er führt bei mir nicht zur Forderung, solche Beziehungen zu verdammen, sondern sie außerhalb des hierarchischen Kontextes stellen zu dürfen. Also: "Wenn du meine Geliebte sein willst, kann ich nicht mehr (offiziell) dein Lehrer sein." Eine Beziehung außerhalb von Lehrer-Schüler-Konstellationen (gilt natürlich auch immer für die weiblichen Varianten) müsste ja dennoch das Gleiche leisen können: Wenn es denn so ist, dass vom Meister was abfärbt, dann auch, wenn er (offiziell) der Normalbürger für die Partnerin ist, und nicht mehr "der Meister".

    Im Umkehrschluss, aber das will ich nochmal irgendwann im Blog drastischer ausführen, heißt das für mich, dass ich einen Mann wie Sogyal als unfrei in seiner Sexualität erkenne, weil er dort nicht lassen kann, wo er lassen können sollte. Darum kann er nicht erwacht sein. Und er weiß das, wie TTS, selbst.

    Beide lassen sich von anderen "begehren" für etwas, was sie nicht sind.

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