Donnerstag, 31. März 2011

Die Wiedergeburtslehre stammt aus dem Hinduismus

""Es stimmt", bestätigte Teddy. "Ich lernte eine Damen kennen, und irgendwie hörte ich mit den Meditationen auf." Er nahm die Arme von den Seitenlehnen und stopfte die Hände, wie um sie warmzuhalten, unter die Oberschenkel. "Ich hätte auf jeden Fall einen anderen Körper annehmen und nochmals auf die Erde kommen müssen - ich meine, ich war geistig noch nicht so weit vorgeschritten, daß ich, wenn ich die Dame nicht kennengelernt hätte, nach meinem Tod schnurstracks zu Brahma hätte gehen können, ohne je wieder auf die Erde zurück zu müssen. Aber wenn ich die Dame nicht kennengelernt hätte, brauchte ich nicht in einem amerikanischen Leib wiedergeboren zu werden. Ich meine, es ist sehr schwer, in Amerika zu meditieren und ein geistiges Leben zu führen. Die Leute glauben, man sei eine Mißgeburt, wenn man's versuchen wollte. Mein Vater glaubt ohnehin, ich sei eine Art Mißgeburt. Und meine Mutter - ja, die glaubt eben nicht, daß es gut für mich ist, die ganze Zeit an Gott zu denken. Sie glaubt, es sei schlecht für meine Gesundheit.""

[J.D. Salinger: "Teddy", in: Neun Erzählungen (Reinbek 2005)]

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