Mittwoch, 30. November 2011

Neues aus Kambodscha:
Leere Worte

Im Schoenewortemachen sind die Khmer recht gut. Das geht schon an der Grenze los. Ich bin wieder mal ueber Land und Poi Pet aus Thailand eingereist. Ein kostenloser Shuttle bringt einen aus dieser schmuddeligen Casinostadt raus zum Busbahnhof. Dort kann man dann ein Ticket bis Siem Reap (Angkor) erstehen. Ich sass mit drei Mitarbeitern der Tourist Association im Bus, zwei beschaeftigten sich waehrend der Fahrt mehrfach mit ihrem Handy oder Smartphone, einer mit seinem Laptop. Wir kamen ein klein wenig ins Gespraech. Irgendwann bog der Bus dann von der Hauptstrasse auf unbefestigte, holprige Wege ab. Sorry, meinte einer der drei zu mir, als sie ihr Ziel, ein besseres Haus in einem abgelegen Dorf (Baray Village) erreicht hatten, vor dem ein teurer Gelaendewagen stand. Ich holperte zurueck zur Hauptstrasse. Dort wurde mir dann gesagt, da ich der einzige Fahrgast sei, muesse ich mitsamt meinem Gepaeck auf ein Moped umsteigen und die restlichen zwanzig Minuten nach Siem Reap darauf zuruecklegen. Der Bus muesse zurueck zur Grenze (obwohl es bereits ca. 20 Uhr war). Keine Rede mehr von den freundlichen Versprechungen, mich mit dem kleinen Bus direkt vors Hotel zu fahren.
   Ich kratze mir hier so manches mal den Kopf. Die schoeneren Dinge erlebe ich in Angkor und bei der armen und konservativen Landbevoelkerung. In der Stadt hingegen nimmt der Bullshit und mangelnde Service kein Ende. An einem Tag esse ich eine leckere Wontonsuppe mit Dumplings und diversen Arten von Fleisch, und als ich am folgenden Tag wiederkomme und auf das Foto mit der Suppe zeige, mache ich den Fehler zu sagen: So wie gestern, mit allem drin. Darauf die Gegenfrage: "Sie wollen eine Suppe mit allem? Dann muessen sie diese hier nehmen" (es folgt der Fingerzeig auf das Foto einer ganz anderen Suppe). Schliesslich sage ich entnervt (natuerlich alles auf Englisch): "Ich will nicht uebers Essen reden, ich will essen. Ich nehme die Wontonsuppe." Und bekomme prompt eine andere, ohne Dumplings. Meiner Begleiterin erklaere ich, ich wuerde nun nicht mehr hier essen. Das sei die einzige Moeglichkeit, ihnen den Servicegedanken aufzudraengen. Sicher, ich koennte auch immer nach dem Manager oder Boss fragen. Nicht selten spreche ich dann aber bloss mit desinteressierten Ausbeutern, die das Geschaeft im Grunde nie richtig gelernt haben. Mein einziger Spass besteht dann darin, meine Khmerbegleiterin die Rechnung herunterhandeln zu hoeren. Regelmaessig haelt sie in diesen kleinen Restaurants Vortraege ueber deren Wucherpreise (im Vergleich zu dem, was die Einheimischen gewoehnlich zahlen), gestern bekam sie ihren Eiskaffee fuer die Haelfte des Preises auf der Speisekarte.
   Ah, diese leckeren Energydrinks. Ich weiss, ich weiss, das sollte man nicht ... Hier gibt es einen mit Erdbeergeschmack namens STING von der Pepsico, enthaelt Ginseng Extrakt. Kostet gerade mal umgerechnet 30 Cent die Dose und wurde 2010 zunaechst in Pakistan eingefuehrt. Hoffe, dass wir den bald in Deutschland bekommen, zum gleichen Preis. Wie auch das koreanische BACCHUS mit Royal Jelly, hier fuer umgerechnet knapp 50 Cent zu haben.

Kommentare:

  1. Hallo alter Rüpel

    Ist interessant deinen Reiseberichten zu folgen. Scheinst dich gut auszukennen. Sprichst du immmer Englisch dort oder auch etwas Landessprache. KOmmt man mit Englisch gut durch?

    Viele Grüße und weiterhin alles Gute für dein Abenteuer, Matthias

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  2. Man kommt mit Englisch in Kambodscha dort gut durch, wo sich Touristen tummeln. In Thailand ist es aehnlich. Insgesamt ist der Bildungshunger der jungen Khmer meines Erachtens groesser als der von Thais. Dort kann ich mir auch mit ein paar Brocken der Landessprache behelfen.

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