Dienstag, 4. Oktober 2011

Dôgens EIHEI KOROKU (XXII):
Tugend


       (Dôgens Verse sind wichtig, um die immer wieder verdrehte Reihenfolge: 1. Weisheit, 2. Tugend zu verstehen.)        
       
       Als der Zen-Meister Fa-yen einst Zazen bei Meister Kuei-shen übte, fragte dieser: „Alter Mönch, wo gehst du hin?“ – „Ich gehe auf eine Zen-Pilgerreise.“ – „Was ist das?“ – „Weiß ich nicht.“ –„Unwissenheit ist eins mit dem Weg.“ Bei diesen Worten erwachte Fa-yen.

Wenn ein Erwachter auf eine Pilgerreise geht, ist er jenseits von Regeln.
Wenn es ihm an vollkommener Weisheit fehlt,
   wird es ihm auch an Tugend mangeln.

Kommentare:

  1. Namaste!

    Zitat GuiDo: "Dôgens Verse sind wichtig, um die immer wieder verdrehte Reihenfolge: 1. Weisheit, 2. Tugend zu verstehen."

    Nichts anderes sagt ja eigentlich das Herz-Sutra, wenn es heißt: "Ein Bodhisattva verwirklicht Prajna Paramita und der Geist ist kein Hindernis. Ohne Hindernis gibt es keine Furcht. Frei von allen Verblendungen verweilt ein Bodhisattva im Nirvana."
    Folglich zuerst Weisheit (Erkenntnis) damit wahrhaftige Tugend (als Vollkommenheit, 'Paramita') sich manifestieren kann.

    Freilich ist der WEG natürlich ein dreiteiliger aus "Ethik", "Praxis" und "Weisheit". Diese Aufzählung ist allerdings keinesfalls als Stufenweg zu verstehen, der zuerst Ethik (also Sîlas und Co.), dann Praxis (Zazen, etc.) und dann Weisheit (Erkenntnis, Einsichten, Erfahrungen) beinhaltet.
    Vielmehr findet der WEG als Ganzer gleichzeitig statt, und alle drei Aspekte durchdringen und bedingen einander.

    Trotzdem ist es wichtig klarzustellen, dass ohne anfängliche Erkenntnis (also ein Mindestmaß an "Weisheit") überhaupt kein WEG gegangen wird, kein WEG stattfindet. Denn warum sollte man den ersten Schritt tun, wenn man dafür überhaupt keine Notwendigkeit sieht (weil man noch zur Gänze in die Welt verstrickt ist)?

    < gasshô >

    Benkei

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  2. Na lieber Benkei,
    der Weg als solcher findet nicht nacheinander statt, weder so noch so,nachprüfbar.
    Das was Du hier fabrizierst entspricht schlichtweg einem ungeschultem Geist.
    Nämlch dem dessen der den Unterschied nicht kennt, von -zu :
    Dharmamudra
    Karmamudra
    & Samayamudra

    Mit meinen aller aufrichtigsten und freundlichsten Grüßen,
    Dorje Sema

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