Donnerstag, 3. Mai 2012

Der Reichtum der Ole Nydahl-Sekte

Auf Seite 4 der Satzung der "Stiftung Diamantweg" wird uns offenkundig die Alleinverfügungsgewalt Ole Nydahls erklärt. Ist ganz ähnlich gemacht wie bei der Sekte Phat Hue, wo auch in Sachen Geldausgeben (heißt bei Ole "unverhältnismäßig hohe Vergütungen", was auch immer das sei) gewisse große Freiheiten herrschen.

... amtiert auf Lebenszeit, allein weisungsbefugt, ernennt und entlässt Geschäftsführer und Beirat ...

In den Vorstand hatte er zunächst nur noch seine zwei Lebensgefährtinnen aufgenommen.

Eine solche Struktur stinkt natürlich zum Himmel.

Hier auf Seite 18 im Jahresbericht noch das Kapital, über das Nydahl verfügen kann (Stand 2009): 12,5 Millionen Euro!

Wichtig ist der Passus, dass die Arbeit in der Stiftung "ehrenamtlich" ist, also unbezahlt (deshalb auch Null Euro bei Personalkosten!), jedoch den ehrenamtlichen "Sklaven" praktisch keine Macht zugestanden wird, da der Ole ja alle rausschmeißen kann, die ihm nicht passen.

Ah, und dann das noch auf S. 16 bzw. 30, der Nachsatz zur Satzung, eingeleitet mit den Worten "Rührend bescheiden ..." Wirklich rührend. Ehemalige oder aktive Nydahl-Schüler findet man überall. Sie wehren sich in den meisten buddhistischen Foren, zum Teil als Moderatoren, vehement und sensibel gegen Kritik an dem Blender, sie unterlaufen einen buddhistischen Dachverband (obwohl sie ihren eigenen haben) und machen sich im Internet dick (z. B. auf www.buddhismus.de). Mit ihrer kruden Sprache wollen sie sogar in Schulen einziehen. Lasst das nicht zu!

Kommentare:

  1. Nanu? Keine große Welle von Nydahlisten? Verteidigen doch sonst bis dorthinaus ihren "Meister" ... oder kann man das hier schlecht widerlegen?

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  2. Hin und wieder schreiben Leser, die den Sinn dieses Blogs nicht kapieren, ein paar Zeilen. Die haben den gleichen Tenor wie manche Foren- und Mailinglistenbeiträge, verweisen - wenn ihnen hier der Tonfall nicht passt - stur auf sila (Regeln) und belegen damit nur, dass sie die entscheidenden paramita, die Weisheit, nicht mit Löffeln gefressen haben. Ich lösche solche Kommentare, d.h. veröffentliche sie nicht. Auf diesem Niveau ist der Buddhismus tot, darüber, dass Buddhisten sich im Schnitt nicht besser benehmen als Nicht-Buddhisten, brauchen wir nicht lange reden.

    Trotzdem teile ich nicht die Ansicht eines Users, der neulich in ein Forum schrieb, Religiöse seien die schlechteren Menschen. Man lese hierzu die Lagerberichte aus Sibirien von Warlam Schalamow. Da wird ein feiner Unterschied deutlich. Er macht sich daran fest, ob jemand von sich selbst absehen und altruistisch handeln kann. Den selbstsüchtigen und Kriminellen gelingt das im Lager dann doch schlechter als denen, die einen tiefen Glauben haben (und ihn praktizieren wollen). Recht verstandene Religion - für manchen Philosophen eher: Spiritualität - geht nicht nur im Christentum diesen Weg, sondern auch im Mahayana-Buddhismus. Shantideva hat darüber ein ganzes Buch geschrieben, aber selbst das könn(t)en fundamentalistische Buddhisten noch auf den Buchstaben reduzieren.

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  3. Mich erinnert diese Sekte in vielerlei Hinsicht an Scientology --- vielleicht wäre der Begriff "Buddhistology" eine ganz angemessene Bezeichnung...?

    Danke jedenfalls für dieses Blog und speziell diesen Beitrag!

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  4. Danke für den Beitrag, war leider auch viel zu lange in dieser Sekte drin, hat mich viele Lebensjahre gekostet. Man war ich blöd und naiv.

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