Direkt zum Hauptbereich

Posts

Warum die erste Regel gegen das Töten
sich nicht auf Insekten bezieht

Gerade las ich wieder, wie selbstverständlich ein User die sila des Nicht-Tötens auf Tiere, in diesem Fall Insekten, anwendet. Dies betrachtet er als ethische Übung. Was aber steht überhaupt in dieser sila? Die erste Sila lautet: Panatipata veramani sikkhapadam samadiyami   Pana verweist z.B. nach Bhikkhu Bodhi offenbar auf jedes Wesen mit Atem und einem Bewusstsein. Eigentlich ist es der "Atem des Lebens". Pflanzen sollen nicht darunter gefasst werden. atipata ist Töten oder Verletzen.  Das erste Problem deutet sich damit schon an: Nach dem aktuellen Stand der Hirnforschung gestehen wir Bewusstsein bestenfalls einigen Säugetieren zu. Insekten nicht. ( https://www.dasgehirn.info/denken/bewus ... wusst-6082 ) Desweiteren findet bei Pflanzen die Photosynthese statt, die wir heute als passive Atmung (Austausch von Gasen) bzw. "Respiration" begreifen können. Zu Buddhas Zeiten gab es dieses Wissen wohl nicht. Demnach müssten wir heute korrek...

Ein Buddhaland-User über Menopausige, Ole Nydahl-Anhänger und andere intellektuelle Tiefflieger

Internationaler Tag für das Recht auf Blasphemie [Realsatire!] "Lieber Gui Do,  ich bin ein virtueller Avatar , der in verschied enen Erscheinungen das "Buddhaland" bevölkert: - als verschwörun gstheoretische Verwirrtante ("Tychiades"/ "Thursday" /"Monday" ...)  - als Zenschwätzer vom Di enst (Sprachamateur "Moosgarten"/"bel" und Einzeiler "crazy _dragon")   - als verklemmte, hinterfotzige Sprachzensorin ("Tara 4U" )    - als sexualfeindliche  Schnatterliesel ("JazzO derN ie")  - als verleumd ende "R entner in" ("Elke")   - als verstörte Ole Nydahl-Anhängerin ("Tashili", "Losang Lamo")    -  als  “Verfolgungswahnende“  ("morpho"/"blue_aprico", "purna", "stiller_raum" )   und viele mehr. In den meisten Erscheinungsformen habe ich mich bemüht, zu zeigen, dass Zazen und die buddhistische Üb...

Wie die Kritik an Rodrigo Gonzalez Zimmerling im Buddhaland verschwand (und was die dritte Regel bedeutet)

(Aktualisiert 2018) Vorsicht! Der unten kritisierte Lehrer bietet inzwischen als “Dharmacharya Rodrigo“ kostenpflichtige Onlinekurse an. Hier nochmal eine Erklärung der dritten buddhistischen Regel, die auch für Laien gilt: sexuelles Fehlverhalten vermeiden. Sie wird leider immer wieder sehr fantasievoll (über)interpretiert und auf alles Mögliche angewendet. Die Regel spricht sich mit den folgenden Worten gegen "sexuelles Fehlverhalten" aus:  kamesu micchacara - kama: sexuell; cara: Verhalten; miccha: falsch. Davon in Schutz genommen werden laut der Erläuterung des Buddha (siehe Anguttara Nikaya X. 176 und  V. 287-292 ): a) Mädchen, die noch unter der Obhut ihrer Eltern stehen (maturakkhita, piturakkhita) b) Blumengeschmückte, d. h. Verlobte (malaguna-parikkhitta) c) Verheiratete (sassamika) d) Vom Dharma Geschützten, d. h. Nonnen  (dhammarakkhita) d) Strafgefangene (saparidanda) Kurz gefasst also Verlobte (manch einer kennt noch diese ...

Die Welt der Literatur:
Eine Begegnung mit Indonesien (105 kg)

Als Übersetzer bin ich fasziniert von der  UNESCO-Statistik  weltweiter Übersetzungen der Jahre 1979 bis 2015. Welche Überraschungen sich da auftun! So ist meine Lieblingsautorin aus Kindertagen, Enid Blyton, weltweit am vierthäufigsten aller Autor(inne)n übersetzt. Unter den noch aktiven Autoren finden sich relativ viele Frauen. Weltweit ist lediglich ein Südostasiate unter den Top 50, und das ist Bhagwan (Osho) auf Rang 39. Die Österreicher schätzen Graham Greene (Platz 3) und Jacques Derrida (6). Die Finnen Alexander Milne ("Pu der Bär", Rang 2). Die US-Amerikaner Rudolf Steiner (Rang 1), die Gebrüder Grimm (2), Johannes Paul II. (6) und Platon (7). Die Engländer Euripides (6). Die Nepalesen vor allem japanische Autoren. Die Burmesen Jack Higgins (1). Die Japaner Nora Roberts (1). Die Chinesen Dale Carnegie (1). Die Brasilianer Og Mandino ("Das Geheimnis des Erfolgs" und andere Ratgeber, Rang 8). Die Südkoreaner Herman Hesse (2) und Bhagwan (8). Die Indonesier K...

Wie Dôgen Zenji Laien die Chance zur Erleuchtung absprach

Kürzlich habe ich einen Essay  von Hoyu Ishida aus dem Jahr 1989 für ein buddhistisches Forum zusammengefasst. Er handelt von einem signifikanten Wandel in Dôgens Ansichten zu einigen Rinzai-Lehrern und zum Laientum. Ishida räumt zunächst ein, dass viele der genannten Thesen zu dieser Zeit kontrovers diskutiert wurden. Dazu zählt auch die zweifelhafte Autorenschaft Dôgens am Kapitel „Bendôwa“ aus dem „Shôbôgenzô“. Dieses sei offenbar ursprünglich gar nicht fürs Shôbôgenzô geschrieben worden. Die darin einige Jahre nach seiner Rückkehr aus China (1227) geäußerten Ideen deckten sich mit denen des Fukanzazengi (spätestens 1233), das ein „universelle Empfehlung des Zazen“ darstelle. Die Thesen darin: -           Zazen ist der wahre Buddha-Dharma, da alle Buddhas und Meister durch Zazen erwacht seien -           Zazen ist kein Mittel zum Zweck (der Erleuchtung), sondern Erleuchtung selb...

Der koreanische Mönch Wonhyo

"Das Falsche wird von selbst verschwinden, während das Richtige sich offenbart - so wie echtes Gold aus sich selbst strahlt, und falsches nicht." Wonhyo Taesa (617-686) war einer der führenden Denker der koreanisch-buddhistischen Tradition von "Essenz-Funktion" (chin.  體用).  Er verfasste über   80 Werke, von denen seine Kommentare zum Mahayana Mahaparinirwana- und Vajrasamadhi-Sutra und zum "Sutra der Glaubenswerweckung" ( Mahāyāna śraddhotpādaśāstra)   am einflussreichsten wurden. Letzteres, das Ashvagosa zugeschrieben wird, aber chinesischen Ursprungs sein soll, vereinfachte Wonyho zu der Botschaft, dass das Universum kein dunkel und hell, kein Leben und keinen Tod kenne und nur sich selbst habe, ohne irgendwelche Etikettierungen.        In China und Japan wurden besonders Vertreter der Huayan- bzw. Kegon-Schule von Wonhyo beeinflusst.  Die Inhalte dieser Traditionen, das ostasiatische Yogâcâra und das Thema Buddha-Natur standen ...

Das mangelnde Mitempfinden buddhistischer Mönche

Nicht jeder kann in den buddhistischen Orden eintreten. Bei der klassischen Aufnahmezeremonie wird der Anwärter u. a. gefragt, ob er Epilepsie, Ekzeme, Lepra oder Tuberkulose habe. Weitere Ausschlussgründe nach dem Vinaya lesen sich wie eine Manifestation der Mitleidslosigkeit. Besonders "Aussätzige", also solche mit deutlich sichtbaren, eiternden Hautkrankheiten, wurden geschasst. Kein Wunder also, dass der Buddhismus in Sachen Nächstenliebe immer wieder schlecht gegenüber dem Christentum abschneidet. Da hilft es auch nicht, als Erklärung anzuführen, man wolle die Mönche nicht damit belasten, sich um Kranke kümmern zu müssen. Geistige Ausschlussgründe kann es natürlich kaum geben, da ja die Trübung des Geistes das Gegenteil von Erleuchtung ist und damit alle, die den buddhistischen Weg einschlagen, Geisteskranke sein müssen. Warum also tatsächlich dieses Beharren auf einem "reinen" Äußeren von Ordinierten? Für mich belegt das nur die Heuchelei der ebenfalls vorhan...

Ungültige Nonnenordinationen durch Ajahn Brahm
und Thich Nhat Hanh (Zusammenfassung)*

Auf einer Mailingliste fasste ich kürzlich noch einmal die Hauptkritik am Ansatz von Ajahn Brahm (Peter Betts) zusammen. Grundlage der Diskussion war hier ein Essay von Bhante Analayo  über die Rechtmäßigkeit der Bhikkhuni- Ordination. Aufgrund der momentanen Aufmerksamkeit für den Dünnschiss, den Brahm mit zwei Büchern auf die Sachbuch(!)-Bestsellerliste Deutschlands brachte, halte ich eine erneute Kritik für angebracht. (Der Literaturkritiker Denis Scheck besprach Brahms Werke so: Mit dem Kategorischen Imperativ Kants sei ihr ganzer Inhalt bereits zusammengefasst). 1) Zunächst lese man Analayos Anmerkungen zum Umweg über die Ordination im Dharmaguptaka Vinaya . Hier benutzt der Autor häufiger das Wort "vielleicht", um zu zeigen, dass es dabei durchaus Ungereimtheiten gibt - wie wird man z. B. in der Theravada-Sangha angenommen, wenn man in einer anderen ordiniert hat usw. Ich habe kürzlich auf dieser Liste einen Aspekt ergänzt. Da diese Ordinationen in der Regel in Tem...

Religion als Pflicht:
Mosebach und Kermani
(106 kg)

Im SZ-Magazin 35/2015 unterhielten sich die Autoren Martin Mosebach (Katholik) und Navid Kermani (Islamwissenschaftler und Muslim) über den Glauben. Anwesend ist natürlich ein SZ-Journalist. Kermani hat sich Verdienst erworben, indem er auf die "Schönheit des Islam" hinwies. Kürzlich betrachtete er mit  "Ungläubigem Erstaunen" fasziniert die Bilderwelt des Christentums. Die Konversation der beiden war dennoch in mancher Hinsicht erschreckend.     Zunächst das Positive. In einer Moschee gäbe es kein Zentrum, weil Gott überall gegenwärtig sei, so Kermani. Solch ein Satz weckt angenehme Assoziationen in Zenbuddhisten, die sich mit allen Phänomenen verbunden fühlen. Doch Kermani bedauert auch, dass "sowohl katholische als auch islamische Traditionen wegbrechen" und dies "gefährlich" sei, weil sie meist als Fundamentalismus zurückkehrten und so Gewalt entstünde. Dies ist ein leicht durchschaubarer Versuch, die gegenwärtigen gewaltsamen Exzesse von...

Der Dalai Lama ruft zum Appell!
(106 kg)

Im März diesen Jahres schoss der Dalai Lama (DL) einen Friedensappell ab, der offenbar verpuffte. Ich bekam davon erst jetzt mit. Es zeigte sich mal wieder, dass wir teils auf einer Wellenlänge liegen (böse Zungen behaupten sogar, der DL schriebe neuerdings vom "Asso-Blog" ab ), und dann auch wieder nicht. Wie ich hier selbst schon sagte, müssten Religionen überwunden werden und es ginge der Erde im Grunde ohne uns Menschen besser. Allerdings braucht der Dalai Lama für solche Einsichten offenbar vier Stunden Meditation pro Tag und ich nur noch vier Minuten. Wo das doch Binsenweisheiten sind. Und davon ist auch sein Appell voll: Achtsamkeit, Gewaltfreiheit, Mitgefühl. Große Schlagworte des Populärbuddhismus. Es scheint ihm zu entgehen, dass andere Kulturen und Religionen, mit denen er die Versöhnung sucht, nicht unbedingt in diesem Vokabular denken. Was mich auch befremdet ist, warum sich der Dalai Lama überhaupt zu solch einem Appell berufen sieht. Daran an schließt sich ei...

Zeitreise
(106 kg)

[Japanisch-indonesischer Ausweis mit Stempel aus dem Jahr 2605.  Quelle: Japanische Wikipedia, Tropenmuseum, part of the National Museum of Word Cultures] Neben unserem gregorianischen Kalender ist in Japan eine andere Zählart verbreitet, die die Jahreszahlen nach der Ära des jeweiligen Kaisers benennt. Seit der Meiji-Zeit sind das: Meiji 明治 1868-1912, Taishô 大正 1912-1926,  Shôwa 昭和 1926-1989,  Heisei 平成 1989 bis heute. Das Jahr Shôwa 1 entspricht also unserem Jahr 1926. Mein Geburtsjahr 1964 ist das Jahr 39 der Shôwa-Ära (Shôwa ist der postume Name des damaligen Kaisers Hirohito). Ich stamme also so gesehen aus einer anderen Ära.    Nun übersetzte ich einen Roman, der von der japanischen Besetzung Indonesiens handelt. Er setzte das Jahr 1942 mit dem Jahr 2602 japanischer Zeitrechnung gleich. Hoppla, dachte ich, in Thailand, einem buddhistischen Land, das sich an einem (fiktiven) Geburtsjahr Shakyamuni Buddhas orientiert, wird gerade das Jahr 25...

Zwischenruf der Natur: Hairyu
(107 kg)

[Da sie von klassischen Haiku abweichen und Einflüsse der Senryu aufweisen, nannte  ich diese Verse einst "Hairyu".] Efeu erkletternd Erdnuss essendes Eichhorn etepetete. Faulendes Fallobst. Fantastisch-fidel feiern frech-feiste Fliegen. Nigelnagelneue Narzissen naschend Nerze. Na, nitschewo!   Omas Oasen orange Orchideen. Opus ommm! Unkende Uhus urinieren unwissend ultraviolett. Yogis Yohimbin yippieyaiyeeh: Yetis Yamswurzel! ["Fai Yen"   von Ream Daranoi; inoffizielles Video  von  Pongtawee Srilasuk . Was für eine Stimme!  Sie singt von Lust und Liebe.]

Krieg (*)

Wilfred Owen (1893-1918):   Anthem for Doomed Youth Owen starb als englischer Soldat mit 25 Jahren eine Woche vor dem Ende des 1. Weltkrieges. Seine Gedichte, die sich meist mit Kriegsthemen auseinandersetzen, wurden postum von seinem Freund, dem Dichter Siegfried Sassoon, zusammengetragen. What passing-bells for these who die as cattle?    Only the monstrous anger of the guns.    Only the stuttering rifles‘ rapid rattle Can patter out their hasty orisons. No mockeries now for them; no prayers nor bells,    Nor any voice of mourning save the choirs, - The shrill, demented choirs of wailing shells;    And bugles calling for them  from sad shires. What candles may be held to speed them all?    Not in the hands of boys, but in their eyes Shall shine the holy glimmers of good-byes.    The pallor of girls‘ brows shall be their pall; Their flowers the tenderness of patient minds, And each ...

Die Schande der Shaolin
(107 kg*)

Was gibt's Neues? Der Bergsteiger und Musiker Reinhard Seitz erzählt in einem Interview , dass er seit 16 Jahren Zen praktiziert und die Methode des "Kinhin" auf seinen Besteigungen anwendet: "Ich gehe Schritt für Schritt und ich denke nur daran, dass ich den einen Schritt gehen muss. Es zählt nur diese Bewegung, denn es gibt in diesem Moment nichts anderes." Ein anderer hat es weniger mit dem Schrittezählen. Shi Yongxin, der feiste Abt des Shaolinklosters, dem man eigentlich schon ansah, dass er dem Motto der alten Meister: "Ein Shaolin-Mönch zu sein und kein Kung Fu zu können, ist eine Schande" nichts abgewinnen dürfte, wurde nun von einem ehemaligen Mönch der üblichen Schandtaten bezichtigt, die Äbte so gern begehen, als da wären: Unterschlagung, Sex (inklusive Abtreibung) sowie Luxusgier. Höhepunkte seiner Aktivitäten waren der Versuch, das Kloster an die Börse zu bringen, und der Plan für einen Ableger in Australien mit Luxushotel und - A...