Freitag, 2. März 2012

Buddhisten mit Parteibuch

Auch ich könnte politische Feldzüge führen. Was mich befremdet ist, wenn man Parteipolitik mit seinem buddhistisch motivierten Handeln vermengt, ohne dies sich oder anderen bewusst zu machen. Von wie vielen (mir keinesfalls unsympathischen) Vertretern aus dem Umfeld der DBU (Deutschen Buddhistischen Union) habe ich in den letzten Wochen hämische Kommentare zum Versagen der Vorbildfunktion unseres Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff gelesen und gehört? Würden diese Buddhisten sich lieber mal in Presse-Organen und Social Media über die Menschen echauffieren, die tatsächlich noch mit ihrer Vorbildfunktion identifiziert werden (sollten) - nämlich buddhistische Lehrer und Ordinierte (Berobte). Wer zum Teufel nimmt sich schon einen Bundespräsidenten zum Vorbild? Ich will also gar nicht kommentieren, welche Belanglosigkeiten finanzielle Vergünstigungen für einen Karrierepolitiker darstellen im Vergleich zu Luxuskarossen, Designerklamotten und Missbrauch von Schutzbefohlenen durch sich selbst zu Vorbildern in Roben erklärenden Charakterschweinen. Ich kenne das Spiel der Presse genau, und wer da austeilt, der sollte auch einstecken können. Diese machtlüsternen Weicheier in der BILD-Chefetage haben sich beleidigt und gegängelt gefühlt, trotz ihres immer mal wieder schmierigen Journalismus gemein machen können selbst mit seriöseren Kollegen und einen Feldzug gestartet, der nur ein Ziel kannte: Wulff zu Fall zu bringen. Es mag einerseits beruhigen, dass sie sogar eine Staatsanwaltschaft dazu bewegen konnten, doch wenn dies so ausgeht, wie ich vermute, wird einigen im Nachhinein doch noch bange werden müssen: Es ist inzwischen keine Seltenheit mehr, dass die Staatsanwaltschaft zum verlängerten Arm des Boulevardjournalismus wird - es zählt, was "Quote" bringt. Da hat sich ethisch schon mächtig was verschoben, da sind eben doch nicht mehr alle vor dem Gesetz gleich, und wenn dann noch ein Mangel an Menschenkenntnis dazukommt, äußern sich auch Buddhisten lieber über einen unbedeutenden Nebenkriegsschauplatz als dass sie die Pharisäer aus dem eigenen Tempel fegten.

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