Dienstag, 25. Oktober 2016

Richard David erpricht sich

[Gastbeitrag von Emil Blau]

"Tiere essen" von Safran Froer hat Richard David Precht angeblich nicht gelesen (sein neues Werk heißt dennoch "Tiere denken"), Peter Singer kennt er wohl. Als bekennender Fleischesser (aber nur, wenn er weiß, woher es kommt) gibt er dem üblichen populären Vegetarismusgefasel damit nur einen kleinen Dreh und schwimmt ansonsten ganz auf der Mainstreamwelle mit. Da meint er, wir wären gebissmäßig nie dafür geschaffen gewesen, rohes Fleisch zu essen, ja hätten erst einmal das Feuer entdecken müssen - und unterschlägt unsere anatomische Evolution, die Beschaffenheit unserer Verdauungsorgane oder die Leichtigkeit, mit der man rohen Fisch verspeisen kann (und viele Innereien oder das Blut von Säugetieren). Er glaubt, wenn man Besuche auf Schlachthöfen zum Pflichtprogramm in Schulen machte, würden 70 Prozent der Kinder kein Fleisch mehr essen wollen - empfiehlt aber weder einen saftigen Kochkurs noch den Ausflug mit einem Jäger oder Fischer nebst anschließender Verspeisung des Erlegten. Richard will die Menschen zum Nachdenken anregen über Dinge, die sattsam bekannt sind (Überdüngung, Landverschwendung durch Futtermittelanbau usw.). Laut einem Interview in der WELT hält er sich selbst Fische "in einem eine Tonne schweren Aquarium" und hat "das Gefühl, dass es denen ganz gut geht".

Was für ein Snob. Abgesehen davon, dass ich "das Gefühl" habe, jeder Fisch würde lieber dort schwimmen, wo ihn keine Glaswand am Weiterkommen hindert (ein Aquarium ist für einen Fisch beinahe das Gleiche wie eine Legebatterie für eine Henne - denn ein Fisch hat normalerweise einen wesentlich größeren Bewegungsradius) und auch lieber Natur anglotzen als einen Philosophen, also abgesehen davon, dass das Gewissen eines Wohlfühlethikers offenbar nur beim Essen anspringt, nicht aber beim Tierkauf, ist die Gefühlsduselei von Richard ebenso erstaunlich wie seine Fantasterei, mit der er eine Zukunft aus künstlich erzeugtem Fleisch ausmalt. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass er uns etwas als "Ethik" verkaufen will, das einer gesunden Logik entbehrt und sich bei genauerem Hinsehen auch als barbarisch entlarven lässt. So erklärte er nämlich bei "Markus Lanz" im ZDF - den Irrtum Peter Singers wiederholend - anhand von Tieren, die einzig zum Zwecke der Verspeisung gehalten würden, dies würde ein gewissermaßen guter Mensch doch unterlassen wollen. Freilich ist das Schicksal sehr vieler Lebewesen in der Natur eben dies: gefressen zu werden. Würde man aufgrund der Tatsache, ein Tier solle nicht geboren werden, wenn es doch nur dem Verspeisen eines anderen Tieres anheimfalle, eine stringente Ethik entwickeln, bedeutete dies zunächst, Nicht-Leben wäre wertvoller als Leben, und würde  diese Konsequenzen haben:

- Schweine, Kühe, Hühner usf. würden verschwinden, da sich ihre Haltung nicht rechnet
- Tiere, die in der Natur der Nahrung anderer dienen, könnten genauso gut nicht leben, man bräuchte sie also nicht zu schützen, da sie ja dasselbe schreckliche Schicksal ereilen kann wie das der Schlachttiere (hier wird möglicherweise eingewandt, dass Artenschutz das Gleichgewicht der Natur erhält, jedoch lässt sich aufzeigen, dass der Genuss von Fleisch dem Gleichgewicht von Menschen dienen kann)

Der Fehler von Richard David Precht liegt also nicht in der Kritik der Massentierhaltung, sondern in der Ausweitung auf eine gefühlsduselnde und realitätsfremde, ja wahrnehmungsgestörte Wohlfühlethik. An seinem Beispiel lässt sich wohl erneut aufzeigen, wozu das mediale Wechselspiel führt, wenn man als Denker, Religiöser, Politiker das Image eines Menschen bekommt, der es den Massen irgendwie angenehm recht zu machen hat. Wer aber eine Ethik vertritt, die unterschwellig annimmt, endliches Leben mit dem Zweck der Erhaltung anderen Lebens sei erst gar nicht lebenswert, der vertritt tatsächlich eine gefährliche Ideologie, die die wichtigsten Wesenszüge unseres Daseins verkennt. Schade, dass mein Vater, der Landwirt war, nicht mehr über einen wie Precht mitlachen kann.

[Eine Ergänzung und Erläuterung dieses Beitrages findet sich unter den Kommentaren.]
  

Kommentare:

  1. Wie schon früher in diesem Blog geschrieben. Der Mensch ist, was er isst. Essen wir vergiftete Nahrung oder Fleisch von gequälten Tieren, haben wir diese mit den entsprechenden Folgeerscheinungen "zu verdauen".
    Die Nahrungs-Essens-Thematik findet man wahrscheinlich nur in (Über-Gesättigten) Gesellschaften die versuchen sich u.a über eine Nahrungs-Ideologie eine Identität=Abgrenzung=Sicherheit, zu erschaffen und/oder das verinnerlichte Eltern-Kind Muster über die Nahrung Macht aus zu üben = (Ideologie, Erziehung), im Erwachsenalter anderen weiter zu verfüttern.

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  2. vonwegen nahrungs-ess-ideologie.
    auf youtube hörte ich eine interessane aussage von muho
    https://youtu.be/pwn0YCLaAA0?t=1h23m4s

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  3. Danke für den Beitrag!

    Hab neulich mal wieder Sushi gegessen, obwohl ich vegan lebe - hah! - einfach, um es mal wieder wahrzunehmen, und muss sagen, es ist schon was feines, jedoch für den Magen auch nicht so einfach zu verdauen. Und so mancher Koch legt auch noch zuckersüße, fetthaltige Soßen oben drauf. Herrje, das hat mich ganz schön beschäftigt, die Portion.

    Gruß
    Funktor

    PS: Alles schwarz hier. Trauergewand?

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    1. Ich nehm nun doch lieber Weiß ... (Trauerfarbe mancher chinesischstämmiger Thai und deshalb akzeptiert)

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    2. Stimmt, euer Monarch hat ja abgedankt. Darum geht es doch, zumindest was die Trauerfarbe betrifft? Ich wusste das nicht, habe ihn dann mal gegoogelt; vielleicht irre ich wie ein Narr, doch wirkt sein Blick auf mich gespalten.

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  4. Hallo Funktor: Seltsam, ich halte Sushi - und das bei chronischen Verdauungsproblemen - für ausgesprochen leicht verdaubar. Allerdings langweilen Sie mich nach ein paar Tagen, sie wären nämlich ideal fürs Abnehmen (ohne die Soßen natürlich, die ich fast nie dazu esse, genauso wenig wie Wasabi).

    Ja, bei dem Schwarz hab ich mich von einem TV-Sender in Thailand inspirieren lassen. Geschätzte 100 zeigen hier momentan das gleiche Programm, Trauerrituale aus dem Königspalast, und bei einem viel mir auf, dass er zwischendrin aus dem Studio nur noch in Schwarweiß sendet. Auch ich trage nun weiße oder schwarze T-Shirts (davon hab ich mir extra sechs Stück besorgt, denn die sind mir ansonsten zu warm), und da ich diesen Blog in dieser Form wohl Ende des Jahres weitgehend auslaufen lasse, könnte dies der passende Look fürs nächste Jahr bleiben.

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    1. Die auch bei Amazon veröffentlichte "Rezension" führte zu den üblichen ad hominem-Angriffen. Ich habe mir die Mühe gemacht, die obige Polemik in Erwiderung darauf zu präzisieren, und ich glaube, man versteht meinen Angriff auf den Utilitarismus - sofern man meine Beiträge zu Peter Singer noch nicht kennnt - dann etwas besser. (Die Zahlen beziehen sich auf die Kritikpunkte jener Person.)

      Zu 1) Es mag sein, dass "der Mensch" sich seine Ethik hoch anrechnet, ich tue das nicht per se (was nicht heißt, dass ich kein Mensch wäre). Ich glaube auch nicht, dass etwas Natürliches gleich "gut" ist. Ich zweifle überhaupt an dem Begriff des "Guten". Aber hier haben wir das Problem. Ich wollte kein Essay schreiben und Precht wichtiger machen, als er für mich ist, und solche Erörterungen brauchen dann schon mehr Platz, wie man bereits an Ihrem Beitrag sieht. Darum rate ich nach wie vor, sich lieber mit dem Buch zu beschäftigen.

      Zu 2) Peter Singers Utilitarismus führt z.B. dazu, dass er die Tötung behinderter Babys rechtfertigt oder von einem sinkenden Boot eher einen gescheiten Hund als ein geistig behindertes Baby retten würde. Ich glaube zwar, dass Singer nie in eine solche Situation kommt und hier ebenfalls nur theoretisches Gefasel von sich gibt, aber würde er dies tatsächlich unter meinen Augen tun, würde ich ihn aus dem Rettungsboot werfen (und seinen Platz für das geistig behinderte Baby freimachen). Bei aller Kürze dürfte damit klar sein, welche Ansprüche ich an "menschliche Ethik" habe. Wir sind ein Teil der Natur, und wenn wir instinktiv "richtig" funktionieren, dann sind wir daran interessiert, unsere eigene Art zu erhalten. Prechts Thesen, die ebenfalls unterstellen, dass es nicht-lebenswertes Leben gibt, gehen also darum für mich "gefährlich" in diese Denkrichtung.

      Ich wurde auf einem Bauernhof groß und war auch beim Schlachten anwesend. Die Tiere dort hatten das Interesse, gefüttert zu werden. Dem Schwein war es zum Beispiel egal, ob andere Tiere in sein Futter gemischt waren. Der Schlachter hatte ein Interesse, eine wohlschmeckende Blutwurst zu machen und sich und uns damit zu füttern. Das ist ihm gelungen. Bei uns gab es keine Massentierhaltung, aber es war auch klar, dass diese Tiere einem Zweck dienen. Sonst hätte es sie nicht gegeben. Bis zu ihrem Tod ging es ihnen besser als wilden Tieren, da ja kein natürlicher Feind an sie rankam.

      Natürlich - in der Wohlstandsgesellschaft kann man seinen Nährstoffbedarf anders decken.

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    2. Es gibt einen Rezensenten, der eher den Widerspruch von Precht zu Singer sieht: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/richard-david-precht-veroeffentlich-buch-tiere-denken-14485452.html

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    3. Oh man, jetzt habe ich doch tatsächlich euren Käse auf Amazon komplett durchgelesen! Hahaha, was du so für intellektuelle Gymnastik (Boxen mit dem Bildungsbürgertum) in deiner Freizeit betreibst. Nicht schlecht! :-)

      Dir wird in deiner Argumentation ja vorgeworfen, voller Selbstwidersprüche zu sein. Dein Selbst ist also widersprüchlich - gratulation, machst alles richtig.

      Zu der eigentlichen Sache: in Berlin ist es total einfach auf der veganen Welle zu reiten. An jeder Ecke gibt es hipster-mäßig Restaurants die, wenn sie nicht total vegan sind, mindestens eine gute Auswahl an veganen Mahlzeiten anbieten können - es ist der blanke Opportunismus, Standortvorteil, Geldvorteil. Ich hab da einfach Bock drauf. Das ist alles. Als logisch wasserdichte Philosophie taugt der Veganismus auch nicht (Stirbt der Wurm, wird er zu Erde, wird er zu Pflanze). Trotzdem ernähre ich mich so! Warum? Weil's mir einfach gut tut, intuitiv. (Hatte die positiven Auswirkungen mal hier näher beschrieben).

      Muss der Precht nicht auch Miete zahlen? Oder lebt er prächtig davon?

      Guido, ne Frage an dich: ist jemand, der trinkt, um seine Trinksucht zu vergessen, jemand, der Zen praktiziert? Ich bin mir nicht sicher....

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    4. Und hier ne kürzere Antwort (weiß nicht mehr, wo ich das geklaut habe):

      "If someone goes right through the training, he goes back to his original temperament. With one who likes rice-wine, it's rice-wine; with one who likes women, it's women—that's the sort of thing."

      Note by Tsuji Roshi: "This remark by Master Gyodo did not mean assenting to sexual practices and other desires: the one who has gone right through the training has come to the state of the true no-I (mu-ga) and no‐Minding (mu-shin). The Master is pointing here to the heart of heavenly truth, the great life of nature. I feel that this was what was meant by Confucius when he said: "At seventy years of age, I could follow the desires of my heart, and they never transgressed the moral rules.""

      Ich denke, den Begierden des Herzens folgen zu können, ohne die Moral (wirklich) zu verletzen, sollte schon möglich sein, ehe man 70 wird.

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    5. (Hi Guido, ich antworte hier mal so im Frei-Jazz-Stil, hoffentlich ist der rote Faden irgendwie erkennbar.)

      Ah, siehst du, von wegen nicht beantwortbar, sehr spannend, was du zitierst, gerade das erste Zitat. Ein Trinkproblem habe ich nicht, ich hatte nur zu dem Emmerkornbier den Gedankengang entwickelt, dass dieser Trinker jemand sein könnte, der Zen praktiziert: wie oft frage ich mich kritisch, ob ich nicht Zazen praktiziere, um mich nicht weiter fragen zu müssen, ob ich weiter Zazen praktizieren möchte. Ach, hinkt etwas der Vergleich, wie auch immer, vielleicht kommt durch, was ich meine. Die Muster sind da recht ähnlich zu dem Trinker geworden.

      Man könnte dir die Frauen als Sucht andichten (ich seit neuestem auch wieder eine - mit Kind - und ich sag: keine Vaterrolle, das wäre aufgetragen, eher sowas wie ein guter Freund zu dem Kleinen! Ich bin einfach ich - wird scho.) und man könnte mir ein Cannabisproblem andichten. Seit geraumer Zeit häng ich abends am Kräutertöpfli (hab ich hier schon erwähnt). Nur, ich will es ja, ich find es gut. Und, wenn ich über mein originales Temperament so nachdenke, dann fällt mir auf, dass ich meine erste Erfahrung mit der Wirkung dieser Pflanze mit 11 Jahren gemacht habe. Mit 14/15 probierte ich MDMA, was auch zu sehr interessanten Eindrücken universeller Einheit führte (und u. U. sogar zu hirnchemischen Veränderungen, die die spirituelle Entwicklung untermalen). Geschadet hat es mir nicht, weder nach gesellschaftlichen Maßstäben noch nach gesundheitlichen, und das ist über 10 Jahre her. Das einzige, was ich recht albern finde, ist der krankhaft gestörte Umgang (Kriminalisierung, Pathologisierung) mit Drogen unserer Gesellschaft. Du fasst hier oft die heißen Eisen an (Sexualität usw) und stellst einige absurd anmutende Muster der Gesellschaft in Frage; das löst bei vielen Menschen zunächst Reflexe aus, bevor sie den logische Schluss gänzlich nachvollziehen wollen oder sogar können. Mutig! Ich mache das in meinem Umfeld mit Cannabis auch. Ich finde, man sollte dieser Pflanze zuhören. Auch im geschäftlichen Umfeld lasse ich mir den öffentlichen Konsum nicht mehr nehmen (Vaporizer stinken nicht). Viele reagieren positiv und bestätigen dann sogar ihren eigenen Konsum. Ich kiffe nun regelmäßig mit Arbeitskollegen. Wie ist das bei dir mit Morphium? Macht das nicht abhängig?

      Versteh' mich nicht falsch: Die beste Droge ist die ursprüngliche Realität, wie sie auch Sawaki im neuen Buch beschreibt; doch was könnten die Süchte anderes sein, als diese ursprüngliche Realität selbst? ... Das muss man erstmal einordnen. Da sitzt man in absoluter Nüchternheit, unbewegt, ein, zwei, drei Jahre lang, und ist kein Deut anders als der Trinker im Hurenhaus, der in absoluter Trunkenheit, bewegt lebt, ein, zwei, drei Jahre lang, (und dann stirbt. Wie im Zazen.)


      Zum Blog-Design: Ich bin ein fürchterliches Gewohnheitstier und musste mich erst mal zurechtfinden. Anfangs konnte ich mich nicht einloggen, der Link war irgendwie weg. Wirkt so auf jeden Fall 'publizistischer'. Ich finds jetzt gut, aber die Kerze im Hintergrund des alten Designs war schon ein Markenzeichen! :-D

      Inhaltlich, also was du auch vorhast, ich freu mich auf die Lektüre, denn du hast da ein sehr gutes Gespür, gerade was Zenliteratur betrifft. Hast du mal überlegt, ein eigenes Buch zu schreiben? (vielleicht hast du es bereits, und ich bin nur unwissend)

      Zum vegetarischen Essen: kannst du was mit dem nordafrikanischem Zeugs anfangen (Falafel, Hummus, oder generell Linsen, Kichererbsen?). Das kriegt man in Dosen, da wäre nix verunreinigt, aber frisch ist natürlich immer besser. Ich gehe hier in Berlin oft sudanesisch, indisch, orientalisch essen. Die haben viele (traditionelle) vegane Sachen, z. B. die Inder müssen für ihre Curry-Reis-Gemüse-Pfannen ja nur Kokosmilch statt Milch nehmen und kein Fleisch rein und es ist schon vegan. Und abnormal lecker! Gibt es in Thailand sowas wie eine Bio-Bewegung? Der angekündigte grüne Regierungsplan, von dem du schreibst, lässt auf positive Zeiten blicken??...

      Guß
      Funktor,
      gute Zeit dir

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    6. Hallo Funktor, dass der Link nicht funktionierte, liegt vlt. daran, dass ich nun https standardmäßig eingestellt habe (ist sicherer für die User). Seltsamerweise sind die Zugriffe hoch geschossen, obwohl ich solche technischen Probleme erwartete (allerdings vor allem aus den USA, liegt wohl am Stichwort Trump). Melde Du mir aber gerne Fehler, wenn Dir waa auffällt. Ich werde sukzessive auch die Verlagsseite umstellen.

      Morphin macht in diesen niedrigen Dosen und unregelmäßig nicht abhängig, es stört aber meinen Schlaf und berauscht mich übrigens kaum (bei 10 mg). Es wird dann gegeben, wenn die Triptane bei der Migräne nicht ausreichen, die bei mir nach der Regenzeit (ich bin wetterfühlig) wieder abnehmen dürfte. Schmerzfrei zu werden ist schon allein ein Segen (kleiner Rausch), also ich bin froh, wenn es da die üblichen Schmerzmittel tun, allerdings haben viele das Problem, nicht lange genug für eine Attacke zu wirken.

      Ja, Falafel und Co. hab ich in Frankfurt gern gegessen, aber zum Inder geh ich nicht, weil ich mir mehrfach den Magen dort verdarb und mir die Putzfrauen bestätigt haben, dass die Inder die dreckigsten Gäste sind (dieses Baden im Ganges könnte einem schon einen Hinweis geben). Ich weiß, damit beleidige ich die anderen Inder, aber ich möchte hier so wenig von diesen Leuten begegnen wie möglich. Außerdem sind in Thailand vor allem Sikhs geschäftlich tätig, die einen m. E. gern übers Ohr hauen (ich war mal mit einem Kumpel, der zum ersten Mal nach Thailand kam, auch Vegetarier, bei einem, der zwei Speisekarten hatte, eine für seine Landsleute und eine teure für uns ...). Ich habe ja mal ein Buch von einer Parsin verlegt, aber wenn es hier so weitergeht mit dem Eindruck, den Inder auf mich machen, werd ich das Land wohl nie bereisen. Mit einem Hotelmanager, der im Gegensatz zur Mehrheit allein reist, will ich aber demnächst mal in die Disco. Der wird mir dann nochmal erklären, warum sich seine Landsleute so dermaßen rücksichtslos benehmen und dass ich doch bitte Verständnis haben sollte ...

      Nur ein Hinweis mehr, dass der Buddha kein Inder war, sondern eine Erfindung der Griechen (meint ein gewisser Dr. Christian Lindtner).

      Ich merke gerade, wie gern ich lästere, und weil ich eben einen total versifften Tempelteich sah, wo die Schildkröten grün verschleimt aus dem Wssser lugten (solche Fotos könnten dann in den neuen Blog, ich hatte leider keine Kamera mit), hab ich das Gefühl, ich muss zumindest damit weitermachen. Stehen zwei Frauen vor einer Stupa und werfen Kleingeld in die Nische hoch, in der eine Buddhafigur hockt. Ob ich auch ...? Nein, das sei kein Benehmen, ich werfe kein Geld auf den Buddha. Wäre ein Mönch hier, müsste er's euch erklären, aber eure Mönche sind ja Pfeifen. Kaum hatte ich das gesagt, gelangte ich wie zur Bestätigung an den Teich. Ein Gärtner, der für den Beschnitt der Bäume zuständig war, erklärte mir, die Mönche würden ihn reinigen. Diese faulen Säcke. An der Oberfläche schwammen angenagte Karpfen und tote Schildkröten. Na wartet! Und das im größten Tempel der Stadt.

      Die Gemüseangebote in den feinen Supermärkten nehmen gerade zu, es ist auch genug Geschältes dabei. Heute hatte ich Kürbis mit Pilzen und Sashimi. Es wird schon gehen.

      Ein eigenes Buch zum Zen/Buddhismus dürfte irgendwann kommen.

      Hoffe, Deine Beziehung entwickelt sich zum Besten. Wenn Du anfängst, Kinderspielzeug zu kaufen, wünsch ich Dir schon mal viel Glück ;-) (Die Folgekosten bei allem Batteriebetriebenem, die Haltbarkeit von Plastikspielzeug aus China ...)


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    7. Ach, das ist eine Scheiße mit deiner Migräne. Wie gehst du denn damit um? Kann man das irgendwann als Aufgabe betrachten? Ich hatte mal geschrieben, dass ich in meinem Leben bisher nur sehr wenige Migräneattacken hatte. Diese waren dann aber derart heftig, dass ich nicht mehr unterscheidend denken konnte, es tat schlicht weh. Die ersten Male waren noch von einem Schwindel, oder 'geistigen Nystagmus' (hin- und herspringen des Geistes/Fokus) begleitet, als würde der Geist krampfhaft versuchen den gegenwärtigen Augenblick zu erfassen. Meist wurde das in Situationen ausgelöst, die mich an meinen Vater erinnerten, und einmal in seiner Anwesenheit. (Professor, hochgradig intelligenter Mann, aber sicher auch etwas über das Ziel hinaus, weil manchmal krank-/wahnhaft unterscheidend/ich-zentriert. Ich selbst halte mich für normalintelligent mit ein paar wenigen Stärken. Dein Vater, ein Landwirt? Wenn der auch so gescheit war wie du, dann wird er einen florierenden Hof gehabt haben). Ich betrachte diese Migräneattacken heute als Phänomen, ob da eine Botschaft dahinter steckt? Keine Ahnung, was da im Hirn passiert, aber nach der letzten Attacke machte sich eine wunderschöne Leerheit in meinem Kopf breit... nie werde ich die morgendlichen Zazensitzungen in dem möblierten Appartement vergessen, das ich vor Jahren anmietete, weil man mich aus meiner Wohnung warf, während ich das erste Mal 'An Dich' las, und wochenlang gar nichts tat, außer dies. (Andere Geschichte)

      Deine Inder-Aversion kann ich nachfühlen. Ich hatte mal geschäftlich mit Indien zu tun. Das passiert in der IT-Branche recht häufig, ich war damals für einen großen deutschen Konzern Zulieferer und musste in einem Meeting der eigenen Ablösung durch die indische Konkurrenz, die es wesentlich billiger gemacht hätten, entgegentreten. Da ist schon eine gewisse Penetranz im Auftreten wahrnehmbar. Und ich hatte nicht mal um den Auftrag gekämpft, weil da intellektuell bereits die Luft raus war, ich also ganz entspannt den Indern erklärt habe, wie sie übernehmen müssten. Und dennoch nahm ich diese kämpferische Penetranz wahr, dieses überbordende Es-Recht-Machen-Wollen mit Bitte um Belohnung. Wenn sie dich telefonisch nicht erreichen, dann rufen sie 5x an. Und wenn du auf E-Mails nicht antwortest, dann wird aktiv nachgefragt, ob man sie schon lesen konnte (oder gleich ne Mail mit Lesebestätigung - wie ätzend!). Ich denke, dieses ganze Kastending hat denen einfach das Hirn verdreht - was uns zum Buddha bringt. Der soll ja erkannt haben, dass die Kasten grober, geistiger, kreativer Dünnschiss sind. Ob es den Buddha je gab, das bezweifelt man im US-Raum, oder? Und du auch? Weißte, wie ich das mit der historischen Authentizität des Buddhas sehe? So in etwa wie die Indianer: hab ich diesen Buddha je mit eigenen Augen gesehen? Nein. Aber Zazen ist schon ein Werkzeug, das die Schärfe eines Masamunes relativieren kann. Und, wo immer ich einem Buddha begegne (Figur, Bild, Statue, ...), fühle ich eine Verbundenheit, die mich darauf hinweist, dass da nichts ist: Ich hatte mal ein Date, das ziemlich schlimm anfing, und dann notgedrungen in einem Thai-Imbiss forgeführt werden musste, in dem alles voller Buddhafiguren war. Sofort war mir die Braut und ihre übertriebene Selbst-Projektion egal und ich verwandelte den Abend in einen brillanten Spaziergang und lockte einige interessante Geschichten aus der Frau. Wir haben uns nie wieder gesehen. Äh, ja.

      Da bin ich essentechnisch bei dir - lecker! Sashimi war mir oft das edelste Vergnügen, z. B. Thunfisch-Sashimi, schön mit Meerrettich und nem Algensalat mit Sesam. Ein veganes Pilz-Risotto gabs bei uns am Wochenende, die Pilze aus dem Tegeler Forst, und noch zugekauft aus dem Biomarkt. Herrlich.

      Ach, ich würde eher Holzsachen oder Pinsel, Malereizeugs, oder technisches, Alubaukits, irgendwie sowas.

      Funktor

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    8. Bei Migräne herrscht oft eine Überempfindlichkeit gegen Lärm (und Licht). Gestern Nacht um 2 Uhr, als die Inder wieder lauter wurden, bin ich deshalb vor die Tür, mit den Hunden spielen, denn ich stand kurz vor einem aggressiven Ausbruch. So gehe ich dann damit um. Du hast das gut erkannt, das unterscheidende Denken - oder das klare Denken - funktioniert nicht recht. Klar bedacht hatte ich mich ein paar Tage zuvor vorsorglich mit einem Knüppel versehen, im Affekt wäre ich gestern Nacht wohl genervt einfach auf die anderen losgeprescht und hätte den Knüppel vergessen.

      Meine Auslöser sind meist wetterbedingt, ich bin machtlos. Zu dieser Ursache läuft irgendwo ein Forschungsprojekt, ich hoffe, man kommt dem Ganzen auf die Spur. Jeder Patient ist da sowieso ein Einzelfall. Schon lange glaube ich, dass körperliches Leid eher auf die Seele drückt als umgekehrt.

      Leider hatte mein Vater nie einen eigenen Hof (er war Verwalter eines riesigen Gutes), aber später seinen eigenen Garten. Ich habe dort auch frisches Gemüse schätzen gelernt.

      Ha, die Geschichte mit der Frau gefällt mir. Ich nehme ja nicht an, dass sie aus dem Milieu kam, auf dass ich mich - freiwillig - eingelassen habe, umso amüsanter, da Parallelen herauszulesen. Ich habe heute auf dem billigen Thaimarkt ein Neglige "nachgekauft" (für knapp einen Euro) (mein anderes kam nicht wieder zurück, als eine Bekannte damit bei ihrer Freundin übernachtete). An diesem Stand war auch eine sehr schöne Kundin, deren Herkunft ich richtig als Khmer einstufte (schöne Khmer sind m.E. schöner als schöne Thais, jedenfalls interessanter). Allerdings sprach sie nur Thai, da sie trotz ihrer kambodschanischen Eltern hier groß wurde. Sie sagte "Freelance", als ich nach ihrer Arbeit fragte, ich bekam ihre Telefonnnummer, dann wollte sie aber einen Pyjama von mir bezahlt haben. "Nicht so schnell", meinte ich, "erst mal will ich dich kennenlernen." Worauf sie meinte, sie würde vlt. heute Abend nicht drangehen, wenn ich ihr keinen Pyjama kaufen würde. "Schade, so können wir uns nicht kennenlernen", meinte ich. Mit inspirierenden Gesprächen wird's also wohl nix.

      Ob Selbst-Projektion oder Selbst-Überschätzung, es ist schon angenehm, wenn man, mit einem gewissen Zen-Repertoire ausgestattet, eine Frau stehen lassen kann (oder da stehen lassen kann, im übertragenen Sinn, wo man sie gar nicht abholen will). Man ist irgendwie anders programmiert worden, aber nach ner Weile fühlt man sich mit jedem Mal stärker und reifer, wo dieses Loslassen gelingt. Und man lächelnd akzeptieren kann, dass man sich ggf. nicht wiedersieht.

      Meinen obigen Exkurs kürzlich hab ich auch so gedacht: Wie man die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen weiß (Pilz-Risotto, Algensalat), so mag man auch die kleinen Baustellen im eigenen Leben nicht übersehen, nur weil es irgendwo eine größere gibt (das Stichwort war "Sucht", aber man kann es auch austauschen gegen Ehekrise, Arbeitsplatzverlust usf.). So wie man geneigt ist, wegen den offensichtlich großen Genüssen (wie Orgasmus, Rausch) die Kleinen zu übersehen (auf dem Weg vom Supermarkt zwitscherten mir Dutzende von Spatzen aus dem feuchten Gras zu), so erkennt man womöglich, dass es viele kleine Ärgernisse sind, die einen zuweilen mehr runterziehen als das vermeintlich Krisenhafte.

      Ich bekomme im andern, schlicht gestaltenen Supermarkt (in einem Keller statt im Kaufhaus, aber mit dem gleichen Sortiment) 100 Gramm Pilze sogar für gut 50 Cent. Die Kartoffeln kosten das Gleiche, auch die Karotten. Bin ich da nicht blöd, wenn ich die wesentlich schwereren Kartoffeln (alles vorgekocht) in die Schale tue?

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    9. Die Stärke der Inder im Softwarebereich - ich hab sie heute, nachdem die Störenfriede ausgecheckt hatten, zur Ehrenrettung ihres Volkes an der Rezeption erwähnt, und wie wir vor Jahren nach solchen Arbeitskräften suchten. Um danach meinen Plan zu erläutern, die indische Regierung zu Benimmkursen für indische Touristen zu animieren. Selbstkritisch erwähnte ich Deutsche auf Mallorca, die es über Jahre geschafft hatten, dass einheimische Spanier Morgelüste entwickelten ...

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    10. Hmm. Ich habe jetzt hier die höchsten Zugriffszahlen aller Zeiten - und zwar kommen sie aus den USA (gestern über 3.000). Leider nicht einzelnen Beiträgen zuzuordnen. Ich frage mich nun, ob es kürzliche Auslassungen meinerseits über Thich Nhat Hanh in Englisch an anderer Stelle sind (eine stille Hoffnung, dass Leuten über ihn die Augen aufgehen), oder ehemalige Schüler von TTS, oder ob das einzig andere aktuelle Thema "Trump" dazu führt. Interessanterweise hatte ich auch bei der erst heute verlinkten neuen Verlagsseite schon im Design-Stadium Zugriffe aus den USA, und das macht mich stutzig. Eine andere stille Hoffnung ist nämlich die, dass jemand sich der Farce um Bin Ladens angebliche Ergreifung widmet, wobei vlt. herauskäme, wie wir von Obama und Clinton genauso getäuscht wurden wie von Bush.

      Eigentlich lernt man im Zen, das Spekulative zu unterlassen. Doch - was für ein Spaß! Und man soll ja Schluss machen (hier: mit dem Blog), wenn es am schönsten ist ...

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    11. Mh, ja, ein Samurai muss manchmal kämpfen. Und wenn er kein Katana hat, dann tut es eben auch ein Knüppel.

      Es war in der tat keine Prostituierte (oder Freelancerin), sondern ein ganz normales Date aus dem Internet. So macht man das nämlich heute, wenn man in der U-Bahn lieber ein wenig unauffällig Zazen übt, als wahllos Frauen anzuquatschen. (Manchmal hänge ich in Bars rum, trinke ein bisschen Bier mit Freunden und zocke Kicker. Das ist alles Zazen.) Ausnahmsweise gestern, ich befand mich auf dem Heimweg eines Alba-Basketballspiels, wurde ich, während ich mich über das krimi-artige Spiel (es gab eine zweite Verlängerung) enthusiastisch mit einem netten Mann, der wohl das Down-Syndrom hat, unterhielt, von einer Frau angesprochen, die also dann in unsere Diskussion einstieg. Es stellte sich nicht nur heraus, dass wir an der gleichen Haltestelle raus mussten, sondern auch, direkte Nachbarn zu sein. Manchmal passieren sehr seltsame Dinge. Ich meine, was für eine lustige Geschichte, was sind die Wahrscheinlichkeiten! Ich sagte, wie ich feststelle, dass sie stehend einen ganzen Kopf größer ist als ich: Oh, du bist aber groß! Ich glaube, es wird freundschaftlich bleiben. Hahaha.

      PS: Die hohen Zugriffszahlen könnten von Web-Crawlern ausgelöst sein? (Trump?) Andernfalls kann ich dir, abermals, zu etwas gratulieren, nämlich zu der breiten Leserschaft. (Was auch ein wenig Spooky wäre; mir kommt unsere Korrespondenz vor wie eine übliche, eben eine solche, die auf jeder Parkbank passieren könnte. Wer würde da zuhören (und nicht mitreden wollen)? (Ja, ja, alles ist eins, eins ist alles. Hehe.)

      Funktor

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  5. Zu 3) Der Hauptfehler eines utilitaristischen Denkens ist die Vermenschlichung des Tieres, was sich ja schon an der Wortwahl zeigt: "Interessen". Das Tier hat einen Überlebensinstinkt, aber es hat nicht unsere Sorgen. Darum frisst es auch einfach andere Tiere, selbst wenn es das nicht müsste, falls es etwa ein Allesfresser ist (wie wir und unsere genetisch verwandten Menschenaffen).

    Zu 4) Sie können "wunderbar ohne Fleisch auskommen"? Schön für Sie. Ich nicht. Mir geht es, auch aufgrund mindestens einer chronischen Erkrankung, mit Fleisch besser. Ich bin damit nicht allein, zumindest geht das über den puren Genuss hinaus. Ich bin übrigens auch bereit, mein Fleisch selbst "zu erlegen", oder meinen Fisch, wenn es keiner mehr macht.

    Ich denke, Sie sollten mehr Naturdokus schauen. Wenn z.B,. eine Gottesanbeterin nach der Begattung Hunger hat, sieht es ganz schlecht aus für ihren Bräutigam. [Die Leserin hatte behauptet, Beutetiere hätten in der Natur eine faire Chance.]

    5) Ich habe natürlich nicht gesagt, dass Singer so etwas wörtlich behauptet, sondern dass es die immanente Gefahr seiner und Prechts Denkweise ist, dass es also impliziert ist. Dies herauszustellen betrachte ich ja als meinen Beitrag, der erwartungsgemäß zu Widerstand führt.

    Innerhalb der Nahrungskette sind nun einmal Beutetiere "zweck"mäßig. Ich sehe keinen Sinn darin, hier Wortglauberei zu betreiben. Wenn Sie meinen, die Natur verfolge keinen Zweck, kann ich damit freilich leben, sehe aber den Menschen wie gesagt als Teil der Natur - folglich würde für ihn das Gleiche gelten. Der Mensch mag sich zwar einbilden, er könne sich aus dem zweck-freien Kreislauf (wenn er diesen so sieht) erheben, doch wenn er Sinn und Zweck schafft, dann offensichtlich vor allem, um sich selbst zu trösten. Das ist legitim, aber auch amüsant.

    Sie können so sehr Kulturwesen sein wie Sie wollen, dem "Kreislauf aus Entstehen und Vernichtet-Werden" entgehen auch Sie - wie wir alle - nicht.

    (Emil Blau, ebenfalls gelegentlich Sockenpuppe)

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  6. An Dich, so stolz auf Kunst und Kultur.
    Ohne fleischlüstende Barbarei keine Hochkultur?

    Funktor,
    der aus Stroh
    - Männer bastelt.

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  7. Ps, Guido, ich würde gerne 'intellektueller' auf deine Beiträge eingehen ... aber ich bin momentan so platt nach der Arbeit, da muss ich nämlich unterscheidend denken. (Wobei auch da erstaunlich gut Hishiryō funktioniert. Den klügsten im Raum besiegt man mit Hishiryō. Indem man einfach etwas weird ins Leere starrt. Die meisten verheddern sich dann irgendwann selbst.) Ai ai ai, mein Geschwätz muss dem Emmerkornbier geschuldet sein.

    Warum machst du denn den Blog nicht in dieser Form weiter? (Dharmarad?)

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    1. Hallo Funktor, ich kann leider zur ersten Frage nichts sagen, da ich im Lauf meines Lebens festgestellt zu haben meine (!), dass ich zu keinen Süchten neige. Es fällt mir immer dann auf, wenn ich sehe, wie schwer andere von etwas wegkommen (ein Kumpel schaut z.B. zwanghaft Pornos, obwohl er eine Freundin hat und es mit ihr treibt, bei mir ist das Bedürfnis nach Ersatzbefriedigung weg, seit ich in Thailand mit Frauen verkehre) und dass sie es oft durch eine andere Art der Anhaftung ersetzen, die im Idealfall weniger schädlich ist als die vorherige Sucht. In Sachen Alkohol höre ich nur, dass bei Suchtverhalten absolute Abstinenz zu helfen scheint. In Sachen Sex, wo man mir das vlt. noch andichten könnte, wäre das eher unnatürlich, aber ich habe kürzlich mal meine ganze "Heavy Rotation" auf Eis gelegt. D. h. von den fünf Frauen, die ich relativ regelmäßig seit Jahren sah (und ihnen Geschenke zum Geburtstag machte), waren ja wegen des Todes der einen und der Heirat einer anderen nur noch drei übrig, und neue fanden sich nicht wirklich (eine zunächst scheinbar Perfekte löcherte ich beim zweiten Treffen bzgl. ihres Lebensplanes so intensiv, dass ich ihr dann ins Gesicht sagen musste: "Du redest nicht wie eine Studentin, sondern wie eine Prostituierte." Und das war's dann auch, denn die bekomme ich ja günstiger). Ich habe dann die Nummern dieser Frauen gelöscht, was gar nicht so einfach war, es mussten auch die SMS weg, und ich musste sie "blacklisten", um nicht von ihnen angerufen werden zu können - bis auf eine Bekannte, für deren eines Kind ich fast wie ein Vater wurde und erreichbar bleiben will (aber auch der Mutter habe ich klare Spielregeln gegeben: Komm nicht her, wenn du gesoffen hast usf. und einen Tag lang nur Löcher in die Luft starrst, statt zu arbeiten - bei ihr ist es kein hishiryo ...).

      Bei einem Künstler, ich glaube Clueso, las ich gerade, er habe den "Reset"-Knopf gedrückt, und das hab ich irgendwie auch. Allerdings gab es Vorgeschichten, die ich nicht ausführen möchte, und es ist auch nicht so, dass ich die Frauen nicht mehr treffen würde, wir laufen uns recht sicher wieder übern Weg. Wenn ich also überhaupt etwas dazu sagen kann, dann, dass ein solcher "Reset" immer mal wieder im Leben ansteht, auch bei Nicht(wirklich)-Süchtigen. Eigentlich wäre das mal einen eigenen Beitrag wert. Bei mir gehört z.B. dazu, die Washington Post wegen ihrer relativ einseitigen Trump-Berichterstattung mal auf Eis zu legen und das Abo nach der US-Wahl auszusetzen. Einfach überlegen, was alles so im Detail - neben dem Hauptthema, mit dem man sich beschäftigt - noch so alles nicht rund läuft, und die Ärgernisse sukzessive beseitigen. Vorletzte Nacht hatte ich auch die Schnauze von erneut lärmenden Indern auf dem Flur voll, hab sie zusammengeschrien in der Nacht und bin dann ob der Überzahl raus auf die Baustelle, um mir eine Holzplanke mit verrosteten Nägeln zu holen, falls sie meinen, ihre Überzahl würde ihnen was nutzen. Es war dann aber letzte Nacht ruhig. An der zögerlichen Rezeption drohte ich noch, ich würde den Yakuza im Ruhestand auf meine Seite ziehen (quasi mein Nachbar, mit ähnlichen Schlafenszeiten), und dann ginge es rund.

      Ein solcher Reset kann also recht weit gehen. Im Grunde ruft man aber nur sein Potential ab. Ich denke, beinahe jeder hat z.B. das Potential, seine Süchte zu überwinden oder zumindest zu "sublimieren", zu "kanalisieren".

      Nun also das neue Layout (das interne Probleme für mich als Macher aufwirft, weshalb ich es erst jetzt kurz vor Schluss einführte, wo fast alle restlichen Beiträge bis Jahresende stehen - das geht beim Einloggen los, und ich sehe danach z.B. auch die noch nicht publizierten Beiträge, als wären sie bereits online).

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    2. Ansonsten denke ich daran, die Beschäftigung mit Scharlatanen zurückzufahren. Ich langweile mich etwas, selbst wenn ich mich bei den "Guten" im Buddhismus umschaue, und will mich nicht mehr intensiv mit ihnen beschäftigen. Stattdessen in einem neuen Blog - es könnte ggf. auch hier sein, aber ich werde wohl die Musikclips wieder abschaffen und einen neuen Look suchen - nur ein Mal im Monat eher so eine Art Essay mit Bezug auf wichtige buddhistische Texte und andere Themen schreiben. Ich glaube, einem anderen treuen Leser, Benkei, habe ich schon lange vor meinen obigen Resetwünschen so etwas angedeutet, möglicherweise ist das allea auch Teil einer "Lebenskrise", die nach Meinung mancher Psychologen so alle 10 Jahre mal sein muss und die sich dann diesmal etwas verspätet hätte. Körperliches Leiden spielt da ebenfalls rein, ich habe meine schlimmste Migräne-Regenzeit hinter mir und mir einiges an Morphium zusätzlich verschreiben lassen müssen.

      Die namhaftesten Täuscher, denen ich mich hier widmete, sind m.E. alle stark angezählt. Der eine fast im Knast, der andere halb hirntot, ein dritter wird durch seine eigenen Schergen mehr und mehr entlarvt, die er in diversen Foren und Organisationen installiert sehen wollte und die nun ihren begrenzten Horizont in der Öffentlichkeit demonstrieren. Thematisch will ich mich also mal strikter in Richtung Inhalt statt Kritik wenden, wobei mich in Sachen Kritik eher das nicht-buddhistische Umfeld interessiert, und hier im Asso-Blog habe ich ja stets versucht, den Bezug zu Zen und Buddha herzustellen. Deshalb ist ein neuer Blog mit neuem Titel wohl angebracht, das hilft, eine andere Linie zu fahren.

      Was den verstorbenen König angeht - er verlor offenbar 1948 am Genfer See bei einem Autounfall ein Auge, daher vlt. Dein Eindruck ,,,

      Premier Prayuth hat gestern bei seiner freitäglichen TV-Ansprache mit einem sagenhaften Tempo vor allem das "Thailand 4.0"-Programm vorgestellt (mit "grünen" Aspekten, einem zwanzigjährigen Langzeitprogramm und kurzfristigen Hilfen, die ausdrücklich "Genossenschaften" (!) bzw. der Gemeinschaft - und nicht nur Einzelnen - auf lokaler Ebene nutzen sollen), an das Genügsamkeitsprogramm des Königs angeknüpft und im Gegensatz zu früher nicht eine einzige Geste gemacht, sondern brav die Hände vor sich gefaltet gelassen. Den Bauern, die unter dem Preisverfall insbesondere beim Jasminreis und den Longan-Früchten leiden, wird geholfen.

      Ich selbst habe mir meine zwei Kilo Drachenfrucht (Gäo man gon) vom Auto geholt, das hier jeden Tag hält, für umgerechnet 1,30 Euro. So leicht zu schälen und zu verzehren wie eine Banane.

      Die Diskussion auf Amazon: Immerhin fallen mir dann im Lauf der Zeit noch mehr Argumente ein, die ich gelegentlich in meinen Beiträgen ergänze. Ich würde hier auch gern vegetarischer leben. Hab ich von meiner Helicobacter-Kur (nach John Hopkins University) erzählt, mit 500 Gramm Broccoli pro Tag für eine Woche (statt Antibiotika)? Am Ende hatte ich Durchfall, weil wohl die Broccoli verunreinigt waren. Ich müsste das Gemüse selbst waschen, wegen schlechter Qualität des Leitungswassers empfahl mein Arzt, es mit Backpulver zu versetzen, und dazu bin ich zu faul. Also bleibt es überwiegend bei Obst - und entsprechend mehr Kalorien.

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