Freitag, 6. Januar 2012

Zurück in Deutschland:
Der Schulterschluss von Kirche und Phat Hue

Wenn ich mich hier so umschaue, ist alles beim Alten geblieben. Bei einem Spirituellen Filmfest wurden die üblichen Verdächtigen porträtiert (etwa der Theravada-Anhänger Thich Nhat Hanh) und diverse kirchliche Einrichtungen kooperierten u.a. mit der Pagode Phat Hue (jaja, und das Tibethaus war auch im Boot, obwohl die doch gar nix mehr mit denen zu tun haben wollten). Kirche und Phat Hue - was waren da noch mal die Gemeinsamkeiten? Ja, richtig. 

Wenn ein Bundespräsident nicht bei seinen Freunden übernachten darf (eine blöde Fernsehtante meinte, er könne schließlich dafür bezahlen), dann braucht ein eitler Abt auch keinen Lexus, das ist klar. Aber ich will ja nicht auch noch beim "Alten" stehenbleiben. In Foren kämpft weiter die Dogen-Fraktion um ihr spezifisch japanisches Verständnis des Zen und des Klosterlebens mit seinen Ritualen und Gelübden, ohne dass die Zen-Mönche eigentlich als solche gelten können. Manche User sind da zuletzt recht still geworden, ob das daran liegt, dass ich selbst in den letzten Monaten keine Einwürfe mehr machte? Hinnerk Polenski bekommt für sein Führungskräfte-Zen ein paar Seiten im Magazin Ursache & Wirkung, ohne dass die den von ihm genannten japanischen Lehrer genauer beleuchten, und Buddhismus Aktuell, die Zeitschrift der DBU (wo man, wie üblich hintenrum, den Herbert aus dem Rat mobbte), weiß noch immer nicht, dass nicht jeder, der zum Nachfolger ernannt wurde, ein Zen-Meister ist (siehe Brad Warner). 

Da scanne ich halt mal ein Bild vom Tempel auf dem Phnom Bokor in Kambodscha ein. Dort konnte ich mit einem kleinen Affen spielen, den meine Bekannte furchtlos herbeigetragen hatte, während amerikanische Backpacker was vom Tollwutrisiko faselten. Die blinde Affenmutter ließ sich ebenfalls kraulen. Wirklich witzig war, dass das kleine Äffchen einer nervigen Auslandskhmer in den Arm biss, die zuvor beim Essen meinem Kumpel auf die Frage, was ein Handy koste, völlig überzogene Preise genannt hatte.

Als ich an einem Gebäude mit vielen geschlossenen Fensterläden vorbeiging, hörte ich von drinnen Frauengestöhne. Ich fragte unseren Guide, wer in dem Haus wohne. Mönche, sagte er. Naja, meinte ich, bleibt nur noch die Frage, ob die eine Frau drin haben oder nur einen Porno. Jedenfalls hatten die anderen Mönche unterdessen den Großteil der restlichen Affen in einen Käfig gesteckt. Diese Theravadins, lauter Unsinn im Kopf! Einst hatten hier sogar zwei Ex-Mönche den Kommunismus aus Vietnam nach Kambodscha gebracht, und mit ihm nicht selten eine gehörige Portion Gewalt.

Kommentare:

  1. Namaste!

    Was gibt es denn in diesem Zusammenhang über Hinnerk zu berichten?

    Brad Warner finde ich eigentlich ganz sympatisch, hab mir mal sein erstes Buch gekauft und werde es im nächsten Urlaub lesen. Soweit ich das beim ersten kurzen Anlesen überblickt habe, würde er sich persönlich selbst nie als "Zen-Meister" betiteln.

    < gasshô >

    Benkei

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  2. Hallo Benkei, Hinnerk durfte sich in einem Interview in der Ursache & Wirkung darstellen, das war recht dünn, und nannte da auch seinen japanischen Lehrer. Über den hätten die Leser sicher gern mehr gewusst ...

    Ich halte von den ganzen Nishijima-Nachfolgern nix, soweit ich sie überblicken kann. Das Gleiche unreflektierte Haften am Zazen wie anderswo, und bei Warner zwar Punk, aber doch kein hinreichendes soziales Bewusstsein (weswegen er auch in Phat Hue eine Veranstaltung machte). Gelegentlich lese ich seinen Blog und denke, dass er daneben liegt (dann kommentiere ich dort auch schon mal). Das gilt aber auch für Nishijima selbst. Mit seinen Umsichwerfen von Dharma-Nachfolgern hat er dann seinerseits zur Verwässerung des Zen beigetragen.

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  3. Hey-der Kommentar über die Nishima Nachfolger ist ja richtig gut-was ist los-bist Du krank? :) Ja-die Art wie die allen möglichen Leuten unbedingt ihre engstirnigen Meinungen über alles und jeden aufzwingen wollen ist in der Tat unerträglich-Phatyue hin oder her. Übrigens: Wer ist denn jetzt Hinnerks Lehrer?

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  4. Naja, bei Gelegenheit kann ich das Thema Warner oder Nishijima schon mal vertiefen. Es hat schon seinen Grund, dass er im Gegensatz zu mir weder das Eihei Shingi noch das Eihei Koroku übersetzt, soweit ich das überblicke. So kann er sei krudes Dôgen-Bild aufrechterhalten.
    Was Hinnerks Lehrer angeht - es steht in Ursache und Wirkung, ich hab sie schon fortgeworfen, aber dieser Link dürfte helfen: http://www.ursache.at/zen-leadership . Ich werde die Sache nicht verfolgen, denn es ist ja klar, wie sie ausgeht, wenn man sich auf die Spur des Lehrers machte. Der Hinnerk ist doch ein Schleimi. Welcher Meister würde den zum Lehrer machen? Ja, solche Rückschlüsse sind zulässig.

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