Samstag, 2. April 2011

Elias verteidigt Thich Thien Son (Thay)

"Bisher waren wir schlechter Presse stets mit würdevollem Schweigen begegnet; nun aber beschlossen wir, um des Propheten willen das Wort für ihn zu ergreifen und Zeugnis abzulegen." [E. L. Doctorow: Sweet Land Stories (Frankfurt 2011)]

Vor ein paar Wochen bekam ich, mit einigen Empfängern bei der Deutschen Buddhistischen Union (DBU), eine recht seltsame Mail, offenbar von einem Server der VW AG, und zwar von "Elias L." (Dong H. D.), Namen abgekürzt. Elias war im Alten Testament übrigens ein Prophet, sein Name bedeutet: "Mein Gott Eli ist JHWH."
   Kurz darauf musste ich feststellen, dass er die gleiche Mail auch in Vietnam-Foren postete, wo ich mich zu Thich Thien Son (TTS, alias Thay) geäußert hatte. Hier ein paar Perlen aus seiner email, um zu erkennen, wes Geistes Kind er ist:

  "Wir nähern uns dem Osterfest. (...) Das Osterfest ist ursprünglich ein Fest des Opferns und dieser Brauch ist so fest in uns verankert, das noch heute bestimmte Tiere zu Ostern "geopfert", bzw. gerne gegessen werden. Unschuldige Lämmer sollten damals die Götter gnädig stimmen und selbst Jesus opferte sich als 'Lamm Gottes' zum Wohle aller Menschen. Wie passend scheint da diese Gelegenheit; wieder solch ein Lamm, ein Bodhisattva, der zum Wohle aller fühlenden Wesen wirkt, anzuprangern, um ihn später zu opfern.
Gier, Hass, Neid, Stolz oder Hochmut sollten jedoch niemals Ursache und Beweggrund einer Handlung sein.
Denn; jeder, der daran mitwirkt, sollte sich das Gesetz von Ursache und Wirkung in Erinnerung rufen.
Jeder, der daran mitwirkt, erzeugt nicht nur Leid, sondern auch sein eigenes leidvolles Karma.
Jeder, der daran mitwirkt, ist wie ein Devadetta oder ein Judas der heutigen Zeit.
Und wenn Ihr mich fragt, ob ich Thay Thich Thien Son kenne?! Dann werde ich dies bezeugen, noch ehe der Hahn 3-mal gekräht hat.
"

Fangen wir hinten an, weil's so lustig ist. Als der Hahn drei Mal krähte - das steht biblisch für die Leugnung Jesu durch den Petrus. Ist das vielleicht eine Freudsche Fehlleistung unseres Elias? Will er seinen Herrn und Meister im tiefsten Innern also verleugnen?
    Elias hat völlig recht, man sollte nicht aus Gier und Hass handeln, sondern aus Weisheit - so wie ich ;-)
   Nicht zum ersten Mal erkennen wir am zweiten Teil des obigen Textes, wie TTS (Thay) lehrt, nämlich auf der Grundlage von Angsterzeugung. Bei seelisch geschwächten Menschen kann dies das gewünschte Ergebnis zeitigen und die Manipulierbarkeit dieser Menschen erhöhen. Elias hat es immerhin dazu gebracht, seinen Arbeitsplatz zu riskieren, denn emails dieser Art werden vom Arbeitgeber sicher nicht gern gesehen. Entscheidend ist hier, zu erkennen, dass das Ursache-Wirkungs-Prinzip einen auch in die Pflicht nimmt, Unrecht aktiv zu bekämpfen. Wer diest tut, erzeugt nicht Leid, sondern verhindert es. Wer TTS zur Entrobung führt, schützt die Sangha und, um es salopp zu formulieren, tut Gutes für sein Karma. Letztlich geht es freilich darum, das Karma "aufzulösen", also auch dessen "Leere" zu erkennen. Wie wir aus früheren Bemerkungen von TTS-Schülern wissen, ist ihm diese Zen-Lehre wohl nicht bekannt.
   Schließlich lassen sich durch neue indologische Studien die Missverständnisse bezüglich Devadatta abbauen.

Kommentare:

  1. Großartiger Brief! Das grenzt schon an Comedy...

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  2. ich frage mich wer das ist; "dong hue da" sagt mir mal garnichts, werde mal interne nachforschungen anstellen müssen... eigenartig was sich in dtland so rumtreibt...

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  3. Namaste!

    Den Vergleich mit Jesus von Nazareth finde ich geradezu absurd und heuchlerisch!
    Wenn ich an den Namensgebenden Elija den Tischbeter [=Mann aus Tischbe] denke, der nach dem Beweis seiner wahren Prophetenschaft hunderte von Baalspriestern hinschlachten lies, dann frage ich mich hier, wer denn nun der Elija ist und wer Baalspriester?

    Zum Spruch: "Gier, Hass, Neid, Stolz oder Hochmut sollten jedoch niemals Ursache und Beweggrund einer Handlung sein", führe ich an, dass ich unter "Gier" auch das Anhaften an falschen Vorstellungen bezüglich des eigenen Lehrers verstehe. Und "Stolz" beinhaltet auch immer ein "die eigenen Fehler nicht sehen und eingestehen können".

    Wenn das eigene Bild des perfekten eigenen Lehrers bröckelt oder gar in Scherben zerfällt, dann klammert sich so mancher an den Scherbenhaufen.
    Es ist wie mit gescheiterten Ehen: so manch einer ist sich zu stolz, den einmal begangenen Fehler zuzugeben und Schluß zu machen - und lebt dann letztlich bis zum Ende eine Lüge.

    Fehler passieren jedem. Aus Fehlern lernt man und an Fehlern wächst man; allerdings nur, wenn man die Fehler auch erkennt, annimmt und überwindet.

    < gasshô >

    Benkei

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