Samstag, 8. Januar 2011

Die 10 Schüler Buddhas (VIII): Subhuti

8.      Subhuti: Der die Wahrheit der Leere verwirklicht

Im Jetavana-Kloster
Subhuti, einer der zehn Hauptschüler Shakyamunis, war als sorgfältiger Beobachter der Wahrheit von shunyata bekannt, was oft als Leere übersetzt wird, aber eher der Bedeutung von Relativität gleich kommt. Es heißt, dass seine Teilnahme an auffälligeren Tätigkeiten verhindert wurde durch seine Annahme dieser Glaubenslehre und ihrer erhabenen spirituelle Übungen. Das ist auch der Grund, warum sein Name nur selten in den heiligen Schriften auftaucht. Durch das Festhalten an diesem schwierigen Konzept gewann er die eifrige Bewunderung von Gläubigen, die ihm Opfer in noch nie dagewesenen Mengen darbrachten. Darüberhinaus verdankte er seiner starken Gewissenhaftigkeit das warme Vertrauen Shakyamunis.
   Subhuti fehlte es, als Sohn einer reichen Familie, an nichts. Sein Onkel Sudatta baute das Jetavana-Kloster, in dem Shakyamuni oft unterrichtete. Wegen seiner Hingabe für den buddhistischen Orden hörte er häufig Shakyamuni zu, und dies veränderte sein ganzes Leben. Zutiefst ergriffen von der anteilnehmenden und weisen Art zu lehren, gab er sein wohlhabendes Leben für die Suche nach der Wahrheit auf. Er ging also direkt auf Shakyamuni zu und bat ihn, Mönch werden zu dürfen.

Shakyamunis ursprüngliche Form ist Leere (shunyata)
Eines Tages verschwand Shakyamuni für eine Weile von dieser Welt, um seine Mutter, die sich im himmlischen Königreich befand, anzuleiten. Obwohl sich alle anderen Schüler wegen seiner Abwesenheit sorgten, saß Subhuti in unveränderter Haltung und nähte Gewänder. Als Shakyamuni zurückkehrte, eilten alle anderen Schüler zu ihm und drängelten, weil jeder der erste sein wollte, ihn zu begrüßen. Subhuti zögerte inmitten seiner Arbeit, erhob sich, als ob er sich den anderen anschließen wollte, unterdrückte jedoch seine Gefühle und sagte zu sich selbst: „Sind nicht alle Dinge leer? Sogar Shakyamunis Gestalt ist das vergängliche Ergebnis von direkter und indirekter Ursache und existiert nicht wirklich. Sie zu verehren ist, wie die Erde, die Luft, das fließende Wasser, das lodernde Feuer und den blasenden Wind zu verehren.“
   Buddha, das Selbst und alle anderen Dinge sind unbeständig. Subhuti erkannte durch Stärkung seines eigenen Glaubens, dass Shakyamunis Gestalt unbeständig ist. Er setzte sich ruhig wieder hin und nahm seine Näharbeiten wieder auf.
   Shakyamuni richtete die folgenden ermahnenden Worte an eine Nonne, die es schaffte, als erste bei ihm zu sein, um ihn zu begrüßen: „Du bist zwar als erste bei mir angekommen, du bist aber nicht die erste, die mich verehrt. Obwohl er jetzt hier nicht anwesend ist, kann ich Subhuti sehen, der zu sich selbst spricht: Alle Dinge sind Leere (shunyata). Das ist die wahre Art, mich zu verehren.“ Seine Worte machten die Nonne auf ihre eigene Gier und Unreife als Dienerin Buddhas aufmerksam.

Frieden in einer dachlosen Hütte
Subhuti, der nie in Streitereien verwickelt war, blieb stets gelassen und ruhig. Eines Tages ging er in die Hauptstadt des Königreichs Maghada in Zentralindien. Der König Bimbisara, der den Bau des Venuvana-Klosters beauftragt und finanziert hatte, ordnete das Errichten einer Hütte für Subhuti an, doch er war mit Staatsangelegenheiten zu beschäftigt, um den Bau selbst zu überwachen. Das Ergebnis war, dass Subhutis Hütte kein Dach hatte. Da er sich nie beschwerte, erduldete Subhuti den heulenden Wind und das blendende Sonnenlicht. Glücklicherweise war das Wetter auf seiner Seite: die ganze Zeit, die er in der dachlosen Hütte lebte, regnete es nicht. Doch dies verursachte Trockenheit und großes Leiden. Das Volk suchte deshalb den König auf, der, als er erfuhr, dass es an Subhutis dachloser Hütte lag, diese sofort reparieren ließ. Dankbar für die Verbesserung seiner Lebensumstände, richtete sich Subhuti gen Himmel: „Himmel, schenke uns nun gesegneten Regen. Mein Geist ist ruhig und ich habe das Reich der Erleuchtung erlangt. Dennoch werde ich mich weiter disziplinieren und ausschließlich nach dem buddhistischen Weg leben. Bitte Himmel, bringe den Menschen gesegneten Regen.“
   Die Himmel gewährten ihm seinen Wunsch und bewässerten, zu jedermanns Freude, die Erde. Wieder einmal  priesen die Menschen Subhutis Großmut.

Als ein mächtiger Wind einen großen Baum umstürzte
Als er einmal krank war, setze sich Subhuti, trotz physischer Schmerzen, zur Meditation und fragte seinen inneren Buddha nach dem Grund und der Bedeutung seines Leidens. Der Schutzgott Indra, der von Subhutis Leiden gehört hatte, kam, gefolgt von fünfhundert himmlischen Jungfrauen und Musikgöttern, um ihm einen Besuch abzustatten. Ihr schöner Gesang und die Harfenmusik erfreuten Subhuti. Als sich der besorgte Indra nach seiner Krankheit erkundigte, antwortete Subhuti: „Der kräftigste Baum stirbt, wenn er von starkem Wind umgestürzt wird. Der ertragreichste Baum vertrocknet ohne Wasser. Um zu blühen und Früchte zu tragen, muss ein Baum Regen in der richtigen Menge bekommen. Alle Dinge erfahren die Störung und die Wiederherstellung der Ordnung. Als ich das verstanden hatte, ging meine Krankheit weg.“
   Seine Worte enthüllen das tiefe Verständnis der Lehre durch einen Menschen, der sein ganzes Leben lang Buddha gedient hat. Nachdem er das gehört hatte, kehrte Indra mir ruhigem Geist in sein himmlisches Königreich zurück.

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