Montag, 16. November 2015

Philipp Schaeffer (16.11.1894 - 13.05.1943):
Zum Gedenken an den Übersetzer von Nagarjunas Yuktisastika

"Wessen schwankender Geist selbst beim Gedanken an die Leere nicht wankt, der hat jenen schrecklichen Ozean der Existenz überquert, der von den Ungeheuern der klesha aufgewühlt ist."

Vor 121 Jahren wurde Philipp Schaeffer in eine Offiziersfamilie aus Königsberg geboren. Er wuchs in St. Petersburg auf, studierte Orientalistik, wurde im 1. Weltkrieg interniert und heiratete eine russische Lehrerin. Seine Promotionsarbeit handelt von Nagarjunas Yuktisastika (hier neu übersetzt). Er freundete sich mit Anna Seghers an, forschte am Heidelberger Institut für Buddhismuskunde. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin baute er dort eine der bedeutendsten sozialwissenschaftlichen Bibliotheken auf. 1928 trat er in die KPD ein und heiratete die Bildhauerin Ilse Liebig. Sein antifaschistisches Engagement brachte ihn 1935 für fünf Jahre ins Zuchthaus. 1942 verunglückte er schwer beim Versuch, ein jüdisches Ehepaar vor der Selbsttötung zu retten. 1943 wurde er von den Nazis wegen Hochverrats enthauptet.


[Foto: Keller/Kambodscha]

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