Samstag, 28. Februar 2015

Sacks ohne Sex?
Wie man auf sein Leben zurückschauen kann

In der New York Times schrieb Oliver Sacks ("Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte") gerade von seinen Lebermetastasen und blickte auf sein Leben zurück. Ich verdanke dem Neurologen Einsichten in die (stets individuell zu betrachtende) Migräne, mit der ich mich schon mein halbes Leben herumschlage. Und die Erkenntnis, dass teure neue Triptane als Schmerzmittel oft den Schmerz wiederkehren lassen (ich nannte sie mal "die Zigarette der Migräne-Industrie"), den die kaum noch verschriebenen, alten Ergotamine (mit denen Sacks lange arbeitete) schlicht beendeten.
   Sacks zeigt sich dankbar für die neun Jahre nach seiner ersten Krebsdiagnose, auch für diejenigen Menschen, die seine Metastasen entdeckten. Dann geht er auf die Autobiografie von David Hume ein, die dieser angesichts seines nahenden Todes verfasste. Auch für die Jahre, die Sacks Hume überlebte, ist er dankbar, da sie mit hoher Produktivität gefüllt waren. Er stimmt mit ihm, trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere, in dieser Erkenntnis überein: "Es ist schwer, mehr vom Leben losgelöst zu sein als ich es im Moment bin." Sacks will nach Möglichkeit noch reisen, seine Einsichten und Freundschaften vertiefen, denen, die er liebt, Lebewohl sagen und viel schreiben. Was er nicht will, ist, seine Lieblingsnachrichtensendung im TV weiter verfolgen. Politische Fragen würden sich nicht mehr ihm, sondern den kommenden Generationen stellen. Er schließt damit, dass es ein enormes Privileg und Abenteuer gewesen sei, auf diesem "schönen Planeten" gelebt zu haben. Das klingt irgendwie buddhistisch. So fasst er es zusammen:

"Ich liebte und wurde geliebt. Mir wurde viel gegeben und ich habe etwas zurückgegeben. Ich habe gelesen, Reisen unternommen, nachgedacht und geschrieben. Ich hatte Verkehr ("intercourse") mit der Welt, den speziellen Verkehr zwischen Schriftstellern und Lesern."

Sacks, geboren 1933, machte einschneidende Erfahrungen mit Amphetaminen in seiner Studienzeit, hat gesund gelebt, ging täglich schwimmen, aß Bananenmüsli zum Frühstück und abends Reis mit Fisch. Trotzdem hatte ich bei der Lektüre seiner Worte kein gutes Gefühl. Irgend etwas stimmte da nicht. Ich nahm das zum Anlass, mir zu überlegen, was ich denn, mit 50 Jahren, bei einer solchen Diagnose sagen würde. Plötzlich erschien mir die Aufzählung all der Dinge, für die er dankbar war, als banal. Es fehlte mir auch eine gewisse Ehrlichkeit (z. B. die Frage, warum diese Dösel seine Metastasen nach erfolgreicher Behandlung eines Melanoms am Auge vor neun Jahren nicht früher erkannt haben, obwohl diese angeblich nur eine zweiprozentige Wahrscheinlichkeit hatten). Mir war das alles zu einfach. Natürlich habe auch ich geliebt und wurde geliebt. Auch mir wurde viel gegeben und ich habe etwas zurückgegeben. Auch ich habe gelesen, Reisen unternommen, nachgedacht und geschrieben. Allerdings war das auch schon vor 25 Jahren so. Sollte ich mich nun darüber freuen, dass ein finanziell sicher ganz anders als ich aufgestellter Sacks seine ökonomischen Verhältnisse mit keinem Wort als wichtig erwähnte? 
   Dann stolperte ich über den letzten Satz des obigen Zitates. "Intercourse", Verkehr mit der Welt, als Autor (gedanklich) mit Lesern. Warum hatte er hier keine Frau erwähnt, warum keine Familie?
   Die Antwort ist einfach. Sacks, der zeitweilig unter Gesichtsblindheit litt und sich als schüchtern sieht, lebte allein, heiratete nie und bezeichnet sich als zölibatär. Wie man es von zölibatären Mönchen und Nonnen erwarten würde, ersetzte auch er Hinweise auf die Fleischeslust metaphorisch durch nicht-sexuelle Kontakte mit der menschlichen Gemeinschaft.
   Meine Ausführungen hätten hingegen so geendet: "Ich hatte Geschlechtsverkehr mit der Welt, und oft noch lieber Oralverkehr, besonders den speziellen Verkehr zwischen Freier und Freudenmädchen."

Die Pointe hier ist also, dass ich das alles auch schon vor 25 Jahren hätte sagen können. Demzufolge hätten die genannten Charakteristika eines dankbaren Lebens nicht viel mit einer ausgedehnten Lebensdauer zu tun. Sacks sagt aber auch, zwischen den Zeilen, dass er am liebsten so weitermachen würde wie bisher. Solange sich diese Selbst-und-Andere-Befriedigung in Form von Lesen, Schreiben, Lieben und Kommunikation also nicht abnutzt und langweilig wird, kann man eigentlich schlecht einen Punkt bestimmen, an dem es "reicht". Im Grunde wäre eine ebenso angemessene Reaktion die vehemente Beschwerde: "Die Metastasen kommen zu früh!" Ich würde sofort zustimmen, denn Sacks ist einer der wenigen mir bekannten Zölibatären, denen die Enthaltsamkeit nicht zu Kopf gestiegen ist (d. h. die klar dabei blieben - oder wurden).

In einem tieferen Sinn müssen solche Konzepte jedoch, von einer buddhistischen Warte aus, als behelfsmäßig erscheinen. Nimmt man lieben, geben, denken, lesen, reisen und schreiben weg - was ist dann noch? Welche "Wahrheit" hat dann noch Bestand? Die genannten Kriterien von Sacks Glück mögen tröstlich sein, aber sie sind auch relativ. Ein kleiner Exkurs:

Einmal ging ich mit einem verheirateten einheimischen Reisebüroleiter in Thailand zu einem dämmrigen Karaoke-Schuppen. Es entsprach der thailändischen Gepflogenheit, dass die Ehefrau solche Ausflüge dulden darf (in China ist vielerorts noch heute die Konkubine akzeptiert, und viele Thais sind chinesischstämmig und haben mit ihren Nebenfrauen davon abgekupfert). Dennoch musste der Schuppen irgendwie dunkel sein, weil eine Restscham zu schützen war. Ein bisschen Fummeln vorab, und der Mann hatte seine Gespielin gefunden. Er wartete auf meine Wahl, und ich fragte, was er denn zahlen müsse. Es war doppelt so viel wie ich für gewöhnlich in diesem Land für Freischaffende hinblätterte. Ich lehnte ab und überließ ihn seinem Vergnügen. 
   Mit den Jahren habe ich zwei Dinge über diese Begegnungen gelernt: 
   1) Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang zwischen den Kosten für Sex und dessen Qualität. Teure Huren waren im Schnitt nicht besser als billige. Als mich kürzlich zwei Leute im Hotel in der gleichen Nacht ansprachen, dass sie sich nebenher was mit der Vermittlung von Edelhuren verdienten, staunte ich nicht schlecht, welche Summen manche Dösbaddel da bereit sind zu zahlen. Anlass war, dass zwei aufgedonnerte Frauen an mir und dem Security-Mann vorbei zu ihrem Auto gingen. Der Mann sagte, die könne ich kommen lassen, und ich sagte ihm, wie viel ich zahlen würde, woraufhin er erschüttert abwinkte. "Aber", sagte ich zu ihm, "die sehen doch überhaupt nicht besser aus als 'meine'." Woraufhin er sich auf den Standard-Irrglauben zurückzog, die billigen hätten Aids. Das aber wäre, wenn es überhaupt stimmte, eh nicht mein Problem, da ich schon immer Kondome verwende. Ich hatte in den knapp vierzig Jahren, seit ich geschlechtsreif bin, nicht eine Geschlechtskrankheit. 
   2) Es gibt keine Gewähr dafür, dass kostenloser Sex besser ist als köstlicher. Der Sex mit Professionellen war für mich, wie man aufgrund von deren Erfahrung erwarten kann, im Schnitt besser als der kostenlose Sex, der mir in einem halben Jahrhundert vergönnt war. In der Regel bekommen gewöhnliche Frauen einen Schrecken, wenn ich ihnen von meinen Erfahrungen berichte, weil sie fürchten, dass sie mich nicht befriedigen können. Sie wissen das also auch. In der Öffentlichkeit äußert sich dieser Frust der gewöhnlichen Frauen dann z. B. in Propaganda für den angeblichen Schutz von Huren, der in aller Regel von diesen selbst heftig abgelehnt wird. Tatsächlich wollen diese Frauenschützer den Huren schaden, weil sie Konkurrenz darstellen.

Etwas anderes ist die "Liebe". Wenn Sachs davon schreibt, geliebt zu haben und geliebt worden zu sein, dann stellt er das nicht in einen notwendigen Zusammenhang mit der (ausgelebten) Sexualität. Etwas von Liebe zu verstehen, ohne damit automatisch Sex zu verbinden, ist tatsächlich eine Freude. Sex unter Umständen zu betreiben, die dem Gegenüber seine Würde lassen, ist sogar eine Kunst. Wenn die Freude in eine Kunst übergehen will, entstehen die besten feuchten Orgasmen. Von Geld sind sie so wenig beeinflusst wie das Glück von Sacks. 

In vielen Gesellschaftssystemen, so auch in Thailand, stellt sich die Frage nach kostenlosem Sex im Grunde gar nicht. Kürzlich ging ich in eine Apotheke und verlangte für die Behandlung eines Bakeriums das vielfach billigere Antibiotikum statt dem Standardmedikament. Der junge studierte Apotheker, der mich bereits kannte, sagte lachend, in Thailand würde man Leute wie mich als "khii niau" (geizig) ansehen. Ich meinte, Sparen sei ein Talent. Woraufhin die PTA, die neben ihm saß, eine schöne Transsexuelle, die mich schon oft angelächelt hatte, das Gesicht verzog und fragte, ob ich denn wohl eine Freundin habe. Der Sinn der Frage war: Wie willst du denn eine Freundin bekommen, wenn du geizig bist - das heißt: nicht großzügig Geld dahingibst? Ich fragte sie ihrerseits, ob sie einen Freund habe, sie bejahte, ich machte das Geldzählzeichen zwischen den Fingern, und sie nickte. Ihr Typ hatte also Geld, und damit war alles für sie geregelt. Wären nicht Kunden in dieser Apotheke nachgerückt, ich hätte mir die Zeit genommen, ihr zu erklären, dass Männer wie ich nicht mit einer Frau zusammenleben, die auf Geld aus ist. Wir ficken mit solchen Frauen, so möglich, aber sie können sich aufgrund ihrer Käuflichkeit oder Geldgeilheit kein Recht erwerben, das Leben mit uns zu verbringen. Eine solche Vorstellung ist in vielen Ländern - und die PTA meinte, das müsse sogar in Deutschland so sein - völlig abwegig. Die Frauen verstehen größtenteils gar nicht, wovon da einer wie ich redet. Sie glauben, der Mann müsse sich das Recht erwerben, mit einer Frau (dauerhaft) zusammen zu sein, indem er (dauerhaft) Geld für sie ausgibt. Dies zieht sich durch die ganze Gesellschaft. In einer solchen Gesellschaft ist der Sprung in die Prostitution dann auch nur ein Hüpfer. Die Ehe und Partnerschaft ist ein Geschäft, und wer rechnen kann und GeschäftsMANN ist, wird sich kaum darauf einlassen. Ob das nun in euren Beziehungen auch so ist, liebe Leser dieses Blogs, möget ihr euch selbst fragen.

Ich lebe zwar nicht zölibatär wie Sacks, aber womöglich haben wir für unsere Entscheidungen ein ähnliches Motiv. Unsere relativ große Freiheit aufzugeben kommt nicht so einfach in Frage. Die Frau, die an unsere Seite passte, ist uns einfach nicht übern Weg gelaufen. Oder wir haben es nicht bemerkt. Für mich ist es ehrlicher, zu zahlen, als Frauen vollzulabern oder mir willige Dharma-Schülerinnen heranzuziehen und sie zu manipulieren, wie es etliche buddhistische Lehrer gezielt tun. Mir missfällt auch die diesbezügliche Auswahl.
   Es ist wirklich eine Frage des Alterns: Wie man sich daran gewöhnen kann und seine Freuden davon unabhängig genießt, das scheint mir "mit der Zeit" immer leichter zu werden. Nicht nur haben wir das Märchen durchschaut, dass da jemand sein müsse; wir haben aus der ernüchternden Erkenntnis des Gegenteils einen Vorteil ausgedehnterer Freiheit gemacht.
   Was nicht leichter wird ist hingegen, gute Freudenmädchen zu finden (nur die schlechten zu meiden wird einfacher). Insofern sollte ich mir womöglich ein Beispiel an Sacks nehmen und öfter mal schwimmen gehen.

 ***

[Nachtrag vom 6.6.2015:] In der Süddeutschen Zeitung ist heute ein Artikel aus Anlass von Sacks auf Deutsch gerade bei Rowohlt erschienener Autobiografie "On the Move". Schon das dort sichtbare Foto macht es recht klar: Oliver Sacks stand auf Männer, und auch wenn er mal 35 Jahre ohne Sex gelebt haben will, hat er im Alter offenbar noch einmal Liebe und Lust entdeckt ...]

Kommentare:

  1. Ah, Guido, machst ja doch weiter mit der herrlichen Sülze ;-)
    Wie immer erfrischend ehrlich geschrieben von dir.

    Was mich tatsächlich interessiert - als jemand, der noch nie bei einer Hure, oder Escortdame, oder wie auch immer, war - ist denn mit bezahltem Sex die gleiche Tiefe, gerade in Hinblick auf gewisse Neigungen, die oftmals ein gutes Vertrauen voraussetzen, möglich? Wie sind da deine Erfahrungen? Ich stelle mir das irgendwie sehr schwer vor, weil gerade hier doch sehr sehr vieles im Kopf stattfindet. Dann da einfach so n Fuffi hinblättern und der Film läuft... weiß nicht.

    Übrigens finde ich, dass auch in Deutschland die Ehe die wird-nich-janz-billich Art der Prostitution darstellt. Die Institution 'Ehe' meine ich damit wohlgemerkt - nicht eine aufrichtige Verbindung im Geiste zwischen Mann und Frau, die einer solchen Institution niemals bedürftig wäre.

    Gassho mit o
    Felix

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  2. Hallo Felix. Ja, das geht im Einzelfall. Gerade vorgestern hatte ich abends, ins Gespräch mit Ausländern am Strand vertieft, nebenbei eine vorbeihuschende Frau vom Typ, der mir gefällt, um ihre Telefonnummer gebeten. Gestern abend ließ ich sie dann kommen. In zweifacher Hinsicht (ich weiß, wie abgeschmackt das klingt). Nicht nur war es an ihren Kontraktionen (manuell) spürbar, auch daran, dass sie sich alle Zeit der Welt ließ und mir danach noch ausdrücklich sagte, wie es ihr gefallen hatte. Die Vertrautheit stellt sich zuweilen also recht schnell ein. Was "gewisse Neigungen" angeht: Dinge, die nicht zum Normalprogramm gehören (der thailändische Ehemann ist in der Regel nach Angaben der Frauen kein großer Lover, sondern ein einfacher Ficker) muss man dann ggf. halt abklären. Eine Nachbarin, die zeitweise auch in Deutschland arbeitet, hat mir vor Kurzem ihre Visitenkarte gegeben: Sie ist auf Domina spezialisiert. Hab ich ihr keinesfalls angesehen, ist aber auch nicht mein Ding.

    Übrigens geht es hier bei knapp 15 Euro (500 Baht aufwärts) los.

    Zurück zu meinen Gesprächen am Strand, denn so etwas hatte ich in dieser Vielfalt noch nie erlebt. Ein 76-jähriger Amerikaner erzählte, er würde es 5 x am Tag treiben, auf einem gynäkologischen Stuhl, den er sich extra dafür zugelegt hatte, sein Budget würde das hergeben, seine Gesundheit auch (mit Hilfe von Viagra). Tatsächlich kam alle halbe Stunde eine andere Frau vorbei, die ihn angrabbelte (alle allerdings wenig attraktiv). Das läuft bei mir unter Abhängigkeit. Ich bedaure den Mann.

    Zwei andere Amerikaner waren der Meinung, dass man am Besten gleich einen "magic 100 Dollar bill" vor die Augen von Frauen halten solle, die einen interessieren, die aber nicht direkt im Gewerbe arbeiten. Das funktioniere am besten. Der eine erzählte, wie er damit an der laotischen Grenze japanische Zwillinge, die sich tagelang geziert hatten, plötzlich ins Bett bekam. Der andere wollte unbedingt auf einer Reise eine bildschöne Koreanerin haben und bot ihr 300 USD,woraufhin sie dann auch zusagte. [Natürlich gibt es hier eine Menge Schwätzer und Poser und man muss nicht alles glauben.]

    Insgesamt hat man zwar in Pattaya den Eindruck, dass es - wie Houllebecq schrieb - wirklich "das Ende aller Straßen" für einige ist (so glauben sie z.B. gar nicht mehr, dass man auch umsonst Sex bekommen könne). Auf der anderen Seite könnte ein Naiver in solchen Gesprächen innerhalb eines Abends einige Illusionen loswerden. Natürlich sind nicht alle Frauen käuflich, aber mehr als man vielleicht denkt. Und da schließt sich dann auch der Kreis zu vielen Formen der Ehe.

    Interessant war auch ein gebildeter Inder, der meine (theoretischen) Hoffnungen zerstreute, ich könne vielleicht in Indien eine Frau heiraten und noch Geld dazu bekommen (gemäß der indischen Tradition, die der thailändischen entgegengesetzt ist). Er sagte, diese Sitte würde nur unter Indern aufrecht erhalten, niemand käme auf den Gedanken, den Ausländer da einzubeziehen. Da sind die Thais anders, der Ausländer soll natürlich besonders gut zahlen, wenn er eine Thai heiraten will.

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    1. P.S.: Gemäß einer populären TV-Moderatorin, die dazu ein Buch schrieb (Motto: Wie man eine anständige Thai-Frau außerhalb des Milieus findet), sind für etwas gebildetere Frauen 500.000 bis 1 Mio. Baht als Brautgeld fällig, also 14.000 bis 28.000 Euro, letzteres der momentane Preis eines kleinen 22 qm-Apartments in Pattaya.

      Umgerechnet in die oben genannte Sex-Einheit bedeutet das eine Vorauszahlung auf Sex (wenn man es mal für einen Moment so sehen will) für 1.000 bis 2.000 mal Geschlechtsverkehr. Würde man innerhalb der ersten Jahre geschieden (bei einer durchschnittlichen Rate von 150 mal pro Jahr unter Eheleuten), hätte man also ein ganz mieses Geschäft gemacht.

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  3. Hallo Guido, danke für den authentischen Einblick!

    Du hast die Gabe, in deiner Darlegung so ziemlich alles Klischee hinsichtlich des Sextourismus dort aufgreifen zu können - herrlich!

    Was mir dennoch unbeantwortet bleibt, und verzeih, falls ich das nicht aus deinem gestrigen Erlebnis herauslesen kann, das ja sehr wohl eine Tiefe zwischen euch beiden zeigt, ist, da du ja nun ein intelligenter Kerl zu sein scheinst, wie es um die Ebenbürtigkeit beim Akte steht? Verkommt das, was du und andere Westler dort erleben, nicht mehr und mehr zu einer rein mechanischen Sache? Ich bin nun wahrlich nicht der Naivität bester Freund und halte von dem üblichen Gefasel, das das Mechanische erst durch eine gewisse emotionale Basis rechtfertigen will, herzlich wenig. Es geht mir eher um dieses Ding von: "Man, die Frau ist so fertig. Wie kann man nur solche Ideen entwickeln? Wie kann man nur so ficken?"

    Mein Leben lehrt mich, dass das einfach eine Sache der Ebenbürtigkeit ist - und Ebenbürtigkeit impliziert ja gerade das Nicht-Spielballsein, das ich bei Thaifrauen vermutlich fände. Es gibt ja auch große Unterschiede in der SM-Szene, da sagen einige, sie sind dominant, andere wiederum, sie seien devot, nur um sich dann in psychotherapieartigen Versuchen hilflos zu verstricken, anstelle zu erkennen, dass das eine das andere bedingt (Polarität, Ying Yang und so) - und ich ein herrlicher devoter Ficker sein kann, der vor Dominanz nur so strotzt! Hah, das musste jetzt sein!

    Genieß deine Zeit dort, das wünsch` ich weiterhin! ;-)

    Felix

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  4. Ich kenne mich in der SM-Szene nicht aus, ich erwähnte sie nur, um auf die vielfältigen Möglichkeiten hier hinzuweisen, die mich manchmal selbst noch überraschen. "Ebenbürtigkeit" dürfte in dieser Szene ja gerade nicht gewünscht sein.

    Was mich angeht - für mich ist idealer Sex der, in dem ich mich quasi selbst vergesse und nur im Moment lebe. Das ist gelebtes Zen oder wie ein kleines Kensho. Wenn es zu einer "mechanischen Sache" verkommt, sollte man m.E. pausieren. Das schont auch den Geldbeutel.

    ich denke nicht, dass wir ökonomisch ebenbürtig sind, wir haben beide gerade genug zum Leben, aber die Frau ist in der besseren Position, weil sie ja für das Gleiche (Sex) Geld bekommt und ich nicht, und weil Sex "übertariflich" bezahlt ist (die Frau bekommt für etwa eine Stunde Arbeit den doppelten Mindest-Tageslohn z.B. eines Bauarbeiters). Die meisten Frauen haben auch Spaß am Sex oder sogar einen Orgasmus, ich würde sagen, das entspricht dem Durchschnitt sexueller Begegnungen, unabhängig vom Geldfluss, wenn ich meine Kenntnisse aus der Sexualwissenschaft heranziehe. Für Prostituierte im Westen dürfte das nicht gelten.

    Was "Spielball" sein soll, verstehe ich nicht. Solche Gedanken kommen hier nicht auf.. Eine Frau, die unzuverlässig ist oder Spielchen spielt, wird halt aus dem Adressbuch des Telefons gelöscht. Oder meinst du, dass die Frauen sich als Spielball fühlen? Sie könnten hier einfach den Job wechseln, da es praktisch keine Arbeitslosigkeit gibt.

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  5. Ich ahne zwar, dass du auf was anderes raus willst, kann aber nur raten, dass dann so zu formulieren, dass es eindeutig und klar rüberkommt - zumal du praktisch anonym schreibst.

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