Mittwoch, 14. September 2016

Zitate aus der TV-Serie Kung Fu (I)

Das wollte ich schon lange mal machen: Die besten Zitate aus der alten TV-Serie "Kung Fu" zusammenstellen, mit den Meistern Khan und Po aus dem Shaolin-Kloster, in dem der junge "Grashüpfer" (Caine) das Zen, den Taoismus und das Kung Fu kennenlernte. Als ich klein war, spielte ich das mit zwei Schulkameraden in den Schulhofpausen nach, ich war der Grashüpfer, die anderen meine Lehrer. Ich frage mich, was aus den beiden geworden ist ... Da ich die DVDs nicht zur Hand hatte, musste ich die Originalzitate von Websites selbst übersetzen.

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   Caine: Meister, unsere Körper haben viele Bedürfnisse: Hunger, Durst, Liebe. Sollen wir versuchen, sie zu befriedigen?
   Meister Khan: Nimm sie einfach zur Kenntnis, und Befriedigung wird folgen. Eine Wahrheit zu unterdrücken bedeutet, ihr unerträgliche Macht zu verleihen.

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   Meister Khan: Alles Leben ist heilig. So wird auch die Vereinigung von Mann und Frau geachtet. Ohne sie gibt es kein Leben, aber aus solch einer Vereinigung kann Leben entstehen.
   Der kleine Caine: Muss man Leben also immer verteidigen?
   Meister Khan: Der Dorn verteidigt die Rose. Er verletzt nur den, der die Blüte der Pflanze stehlen will.

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   Meister Khan: Begegne Üblem mit Stärke - aber bestärke das Gute im Menschen durch Vertrauen. So sind wir auf das Üble vorbereitet, ermutigen aber das Gute. 
   Der kleine Caine: Ist das Gute unser Lohn fürs Vertrauen?
   Meister Khan: Wenn wir nach einem Ideal streben, suchen wir nicht nach Belohnung. Doch Vertrauen bringt manchmal eine große Belohnung ein, die sogar das Gute übertrifft.
   Der kleine Caine: Was übertrifft denn das Gute?
   Meister Khan: Die Liebe.

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   Meister Po: Vollkommene Weisheit ist ungeplant. Vollkommenes Leben ist keine Garantie für einen friedlichen Tod. Lerne zuerst zu leben. Lerne zweitens, nicht zu töten. Lerne drittens, mit dem Tod zu leben. Lerne viertens zu sterben ... 
   Um Liebe zu verstehen, sei wie der Gebirgsbach, der, obwohl taub, seine Melodie für andere singt. Spür den Schmerz von zu viel Zärtlichkeit. Wache morgens mit beflügeltem Herzen auf und danke für einen weiteren Tag der Liebe.

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   Meister Po: Der nichtunterscheidende Geist ist wie die Wurzel eines Baumes - er nimmt alles in sich auf, was er berührt, sogar das Gift, das ihn töten könnte.

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   Meister Khan: Vielleicht ist die richtige Schlussfolgerung, nicht so einfach zu Schlussfolgerungen zu kommen.

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   Meister Khan: Was hat dir Angst gemacht?
   Der junge Caine: (aus der Meditation kommend) Ich habe die Stille gehört, Meister.
   Meister Khan: Du hast Einssein erlebt. (Er befragt ihn nach der Seidenraupe.)
   Der junge Caine: Die Seidenraupe stirbt, die Motte lebt, und doch sind sie nicht zwei verschiedene Wesen, sondern ein und dasselbe.
   Meister Khan: Mit dem Menschen ist es genauso. Seine falschen Ansichten müssen sterben, damit er die Freude des Weges kennenlernen kann. Was du in der Stille gespürt hast, ist real. Etwas in dir stirbt. Man nennt es: Unwissenheit.

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   Caine: Der Körper ist der Pfeil, der Geist der Bogen. Du musst lernen, die Stärke des Geistes zu nutzen.

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   Meister Po: Wer kann sich selbst gut genug kennen, um für alle zu sprechen? Wer ist so tief in sich verwurzelt, dass er alle hören kann? Der Weise sagt: 'Forme Lehm zu einem Gefäß, baue Türen und Fenster in ein Zimmer ein: Es ist doch die Leere, die die Dinge nützlich macht.' Wir sollten also auf die Leere zwischen uns hören.

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   Meister Khan: Alle Lebewesen sind eins mit der Natur. Kein Leben ist unbedeutend. Wenn wir bereit zum Lernen sind, können alle uns ihre Tugenden beibringen. Vom Kranich lernen wir Grazie und Selbstbeherrschung. Die Schlange lehrt uns Geschmeidigkeit und rhythmische Ausdauer. Die Gottesanbeterin lehrt uns Schnelligkeit und Geduld. Vom Tiger lernen wir Zähigkeit und Kraft. Und vom Drachen, auf dem Wind zu reiten. Leben erhält Leben, alle Lebewesen brauchen Nahrung. Doch durch Weisheit lernt der Körper, sich auf Wegen zu erhalten, die allen zu leben erlauben.

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   Meister Khan: Meide, statt zu kontrollieren. Kontrolliere, statt zu verletzen. Verletze, statt zu verstümmeln. Verstümmle, statt zu töten. Denn alles Leben ist wertvoll, keines kann ersetzt werden. 

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   Caine: Ich suche nicht nach Antworten, ich versuche, die Fragen zu verstehen. 

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   [Die folgenden Zitate stammen wohl vom Caine aus der neueren Serie "Kung Fu - The Legend Continues", der ich ansonsten nicht viel abgewinnen konnte.]

   Der mutige Kämpfer meidet Gewalt. Der talentierte Soldat meidet Wut. Der große Krieger kämpft nicht wegen Nichtigkeiten.

   Wenn ein Auge aufs Ziel gerichtet ist, hast du nur eines, um nach dem Weg zu suchen.

    Ich kann hinter die Augen sehen. Und das ist manchmal eine bedauerliche Gabe.

   Wenn jemand etwas Übles sieht und nichts dagegen tut, wie kann er sich da noch als Mensch bezeichnen? 

   Wahre Einsicht kann nicht durch spezielles Wissen, durch Sieg oder Niederlage oder durch Dogmen erlangt werden. Sie geschieht nur durch das Erleuchten des eigenen inneren Selbst. Mit anderen Worten: Es ist egal, wer gewinnt und wer verliert.


        
         [Endtitel von Dohee-ya (A Girl at my Door) von July Jung; Music performed by Han Hee Jeong]

Kommentare:

  1. „First learn stand, then learn fly.“ (Mr Miyagi)

    https://www.youtube.com/watch?v=JozAmXo2bDE

    Gruß! B.

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  2. " Ich kann hinter die Augen sehen. Und das ist manchmal eine bedauerliche Gabe."

    Oh man - der Satz springt direkt in meinen eigenen Brunnen hinein. Und das ist gut, denn ich finde, ich sollte aus meinem Brunnen keine Einbahnstraße machen.

    Tausend Dank für die richtig guten Sprüche.
    Was sich so für Schätze in Serien verstecken...

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