Dienstag, 27. September 2016

Thay (Thich Thien Son) und die kleinen Jungs

"Mai Hue Giang Tran (Thich Thien Son) hat am 15. und 16.Novemher 2013 vor 5 Mönchen und 3 Nonnen zugegeben, dass er den 12jährigen Hue K. missbrauchte. Es gibt eine Audioaufzeichnung des Treffens, die der Frankfurter Staatsanwaltschaft vorliegt. Ebenso besitzt die Frankfurter Staatsanwaltschaft mindestens eine eidesstattliche Versicherung eines Teilnehmers dieses Treffens, die u.a. aussagt:

… Dabei gestand er vor uns allen, dass er den damals ca. 12-jährigen […] manipulativ zu sexuellen Handlungen verführt habe, was dieser bestätigte.

Es handelt sich klar um Machtmissbrauch gegenüber Untergebenen, da er damals einigen jungen, unerfahrenen Mönchen erklärt habe, solche sexuelle Handlungen gehörten zur (geheimen) Mönchsausbildung, um diese »Kräfte« kennenzulernen und zu überwinden. ..."

Nun also hat Tenzin Peljor, von dessen Blog "Buddhistische Sekten" ich das zitiere, offenbar die Schnauze voll und meint endlich, er müsse auch gegenüber der Öffentlichkeit entscheidende Details benennen. Tenzin vermutet, die Frankfurter Staatsanwaltschaft könne sich - ähnlich wie einst die Darmstädter bei den gerade viel diskutierten Missbrauchsfällen an einer Schule - vielleicht von "Thay" und seinen Anwälten täuschen lassen. 
   Da möchte ich Tenzin mal einen anderen Gedanken nahelegen. Die Frankfurter StA ist dafür bekannt, bei Missbrauchsdelikten an Kindern schnell mit dem Verdacht organisierter Kriminalität von Pädophilen zur Hand zu sein. In diesem Fall hieße das allerdings, dass man "in den eigenen Kreisen" ermitteln müsste, denn dass Kinder in die Obhut von Thich Thien Son (TTS) und seinem "Tempel" gelangten, geschah ja mit Segen des Jugendamtes und der Stadt Frankfurt. Wenn ich so dächte, wie es offenbar viele Staatsanwälte tun, dann würde sich dieses filmreife Szenarium mit folgender Frage ergeben:

Wer hatte noch alles Sex mit den minderjährigen Jungs (Politiker, Sozialarbeiter, Justizangestellte usw.), an wen wurden die Jungs (Kinder) "durchgereicht"?

Ich denke aber nicht so. Ich will weder mit den Spießern verwechselt werden, die damals vehement im Forum der DBU und anderswo aufbegehrten, als ich den Verdacht nahelegte, es ginge TTS nicht nur um heranwachsende junge Männer. So etwas nennt man Profiling, Indizien sammeln, Instinkt, Erfahrung. Nicht umsonst habe ich mich damals vor Ort begeben und mir selbst angesehen, welche Blicke und Gesten da so ausgetauscht werden, und mit dem Satz kommentiert: "Da stimmt was nicht." 

Hue Bao, wo bist Du? Es ist Zeit für Dich, zu sprechen. Kannst Du diese Verantwortung übernehmen?

Wir haben es hier also entweder mit einem ganz ausgewaschenen Skandal organisierten Missbrauchs zu tun, an dem solche beteiligt sind, die ihn absegneten oder nun Strafverfahren vereiteln. Das würde jedenfalls eine andere Staatsanwaltschaft in Erwägung ziehen. Oder mit Korruption.

Ich jedoch halte Unfähigkeit für eine ebenso plausible Erklärung. Ich weiß noch, wie ich einmal selbst auf dem Polizeipräsidium antanzen durfte, weil ich mir japanische Softporno-Magazine bestellt hatte, in denen alle Geschlechtsteile mit schwarzen Balken übermalt waren, und den zuständigen Kommissar fragte, was daran erregend sein solle. Der rief daraufhin den zuständigen Staatsanwalt an, und der kommentierte meine Frage mit dem Satz, ich wüsste wohl genau, was Pornografie sei und was nicht. Schließlich bekam ich tatsächlich ein Schreiben, in dem dieser Staatsanwalt bejahte, zensierte Magazine - die damals in japanischen Buchhandlungen frei verkauft wurden - könnten erregen, und im Postversand könne schließlich ein Minderjähriger an sie gelangen. Mit dieser reichlich dummen Begründung (so könnte man auch den Versand von Hämmern verbieten, weil jemand damit einen Mord begehen könnte), kam es dann zu einem Verfahren, das ich für mich entschied. Allerdings hatte inzwischen jemand meine Magazine aus der Asservatenkammer entwendet, und ich habe bis heute keinerlei Entschädigung dafür erhalten. Meine Randbemerkung dazu war: "Wenn ihr Pornomagazine braucht, besorgt sie euch gefälligst selbst!"

Diese Anekdote dürfte Telzin kaum schockieren, eher amüsieren, da man von mir in dieser Hinsicht ja gewohnt ist, dass ich auf einigen Freiheiten beharre. Was mich von Anfang an an dieser Geheimnistuerei der Ordinierten störte, die ja nur aufgriffen, was andere angestoßen hatten, ist die Befürchtung, dass sich dahinter eine ganz andere spießige Geisteshaltung offenbaren wird, mit der ich ebenfalls nichts zu tun haben will. Ja, ich habe TTS hier in über einem halben Dutzend Beiträge an den Pranger gestellt, aber in ein paar weniger hätte ich das schon allein wegen seines seichten Dharma-Geschwätzes und seiner Unkenntnis des Zen getan. Was ich sehen möchte, ist sehr wohl - und das dürfte ich mit Tenzin gemein haben - ein ordentliches Strafverfahren, in dem die Beteiligten zu Wort kommen. Was ich vermeiden will, ist eine Dämonisierung, wie sie kürzlich die Doku "Der pädophile Patient" auf ARTE unterschwellig nahelegte und wie sie leider verbreiteten Ansichten entgegenkommt (ich will damit TTS nicht als pädophil bezeichnen, da er ja nicht auf Kinder fixiert zu sein scheint). Dabei wird prinzipiell nicht mehr gefragt, welche Lösungen es außer Wegsperren, Geldstrafen, Abstinenztherapien usw. noch geben könnte. Selbst Akademiker, die sich in ihrer einseitigen Ideologie des asexuellen Kindes (das es nicht gibt) verfangen, hofieren nur das Dogma, nach dem etwas nicht sein darf, was die Toleranz der meisten Menschen überfordert. 

Ich finde es ätzend, wenn jemand sich in Robe ein Image aufbaut, das ihm dazu verhelfen soll, vornehmlich materielle und sexuelle Gelüste zu befriedigen. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ausschließlich auf Kinder fixiert sind und diese Ansicht teilen: Sie verachten all jene, die dem gängigen Klischee des Manipulators entsprechen, der das Machtgefälle zum Kind hin ausnutzt, es verwirrt und ihm schadet. Sie wissen, dass jeder TTS die Chancen verringert, dass man sie differenziert wahrnimmt und sich Gedanken darüber macht, ob nicht wenigstens in einem gewissen Alter (einer gewissen Entwicklungsstufe) bestimmte sexuelle Annäherungen möglich sein könnten, die frei von jedem Zwang, von Manipulation, von Heuchelei und krudem religiösem Gewäsch die Integrität aller Beteiligten bewahren wollen. Wir sind weit davon entfernt, und ich fürchte, dass TTS, die bisher recht verschwiegene Sangha und jene auf einem Auge blinden Akademiker der ARTE-Doku letztlich allesamt nicht viel dagegen tun, dass schon die nächsten Gestalten irgendwo ihr Gutmenschen-Image aufbauen, sei es als Pädagogen, als buddhistische Lehrer, als Trainer, oder in anderen halbwegs angesehen Berufen, um dann von oben herab ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Um dies zu verhindern, muss man auch über die Sexualität von Kindern sprechen, und man muss sich ehrlicher fragen, was machbar ist und was nicht, und wie man das ggf. Mögliche in den Bereich des Tolerablen und offen Gelebten hinüberbringt. Eine solche Kultur würde auch heimliche Übergriffe in Schulen und Klöstern erschweren.

Es lohnt sich jedenfalls, Tenzins letzten Beitrag zu lesen. Als Zeugen von "exzellenter Reputation" bezeichnet er z. B. Ajahn Brahm, der von einem betroffenen Jungen ebenfalls eingeweiht worden war. Im Gegensatz zu TTS wurde Ajahn Brahm jedoch von seiner thailändischen Sangha einst wegen eines viel geringeren Vergehens (seiner Nonnenordination, die es bereits anderswo gab und die er sich hätte ersparen können) ausgeschlossen, während TTS-Thay von seiner Vietnamesensangha (vor allem dem Abt der Pagode in Hannover und ein paar verkappten Kommunisten) von all den bei Tenzin aufgelisteten parajika-Vergehen, die zum Ordensausschluss führen, "freigesprochen" wurde. Auf Ajahn Brahm als Zeugen würde ich jedenfalls keinen Pfifferling geben, denn der wusste also bereits 2010 von den sexuellen Übergriffen, hat aber gerne noch 2012 ein Retreat in "Buddhas Weg", einem Ableger von Thays Pagode Phat Hue, abgehalten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...


[Dichterpriester Saigyô mit zwei Jungen, 1820]

Kommentare:

  1. Nix für ungut, aber bei einigen deiner Ansichten zu Sex und Sexualität kann ich nur den Kopf schütteln.

    Als es um Warner und den Schwimmer, der wegen eines Sexualdelikts verurteilt wurde, ging, hattest du geschrieben:

    „Einem Richter dürfte klar sein, dass die eigentliche Strafe in der sozialen Ächtung besteht, die bei Männern nicht selten eine verkappte Form von Eifersucht ist.“

    Warum sollte ich als Mann oder Männer im Allgemeinen auf einen Sexualstraftäter eifersüchtig sein?

    Jetzt schreibst du u.a.:

    „Dabei wird prinzipiell nicht mehr gefragt, welche Lösungen es außer Wegsperren, Geldstrafen, Abstinenztherapien usw. noch geben könnte. Selbst Akademiker, die sich in ihrer einseitigen Ideologie des asexuellen Kindes (das es nicht gibt) verfangen, hofieren nur das Dogma, nach dem etwas nicht sein darf, was die Toleranz der meisten Menschen überfordert.“

    „Sie wissen, dass jeder TTS die Chancen verringert, dass man sie differenziert wahrnimmt und sich Gedanken darüber macht, ob nicht wenigstens in einem gewissen Alter (einer gewissen Entwicklungsstufe) bestimmte sexuelle Annäherungen möglich sein könnten, die frei von jedem Zwang, von Manipulation, von Heuchelei und krudem religiösem Gewäsch die Integrität aller Beteiligten bewahren wollen.“

    „Um dies zu verhindern, muss man auch über die Sexualität von Kindern sprechen, und man muss sich ehrlicher fragen, was machbar ist und was nicht, und wie man das ggf. Mögliche in den Bereich des Tolerablen und offen Gelebten hinüberbringt. Eine solche Kultur würde auch heimliche Übergriffe in Schulen und Klöstern erschweren.“

    Die Lösung gegen heimliche Übergriffe sollen tolerierte offene Übergriffe sein?

    Eine meiner Ex-Freundinnen wurde als Minderjährige sexuell missbraucht, ich weiß also zumindest ein bisschen, welche unglaubliche Scheiße den Opfern da angetan wird. Wer pädophile Neigungen hat, soll sich Hilfe suchen und seine Finger von Minderjährigen lassen! Punkt.

    Gruß B.

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    1. Die Eifersucht anderer Männer auf Sexualstraftäter erklärt sich dadurch, dass diese sich Freiheiten herausnehmen, die sich andere verkneifen. Würde nicht der Gefühlshaushalt der anderen verrückt spielen, dann müssten sie sich nicht mit Plakaten vors Haus dieses Täters stellen, der seine Strafe ja bereits bekommen hat. Auch im Knast stehen Sexualstraftäter in der Rangordnung unten, obwohl man eigentlich vor einem Mörder mehr erschrecken müsste.

      Überhaupt ist diese Besessenheit vom Sexualleben anderer kein gutes Zeichen für eine eigene gelassene und reife Sexualität.

      Leider ist deine Denkweise verstellt. Sofort sprichst du von "Übergriffen", wo ich ausdrücklich davon sprach, dass sich möglicherweise Menschen unterschiedlichen Alters mit relativ identischen Interessen begegnen. Dass es Kinder mit sexuellen Interessen gibt, steht außer Frage, dass weiß die Sexualwissenschaft schon lange. Auch, dass diese Kinder nicht immer nur mit Gleichaltrigen Erfahrungen sammeln wollen. Also ist die Frage, ab welcher Entwicklungsstufe was "machbar", "tolerabel", "vertretbar" ist, und nicht, welche Altersgrenze man pauschal festlegt (denn unterhalb dieser Grenze, das wissen ja viele nioht, ist auch Gleichaltrigen der Sex verboten). Fängt man so an zu denken, ist man m. E. auf dem richtigen Weg, auch wenn möglicherweise (noch) nicht die eigentlichen Pädophilen darin eine Lösung sehen, denn die interessieren sich per Definition ja für vorpubertäre Kinder. Ich denke, Lösungen anderer Art als bisher sind machbar für die Hebephilen, d.h. diejenigen, die sich für pubertierende, bereits geschlechtreife Kinder interessieren. Das ist im Übrigen dann ein bereits signifikanter Prozentsatz, da die Physiognomie von Heranwachsenden laut Studien als die attraktivste überhaupt gilt (jugendliche Mädchen werden von den meisten Männern als attraktiver angesehen als Frauen). Dann müsste man sehen, ob in einem solchen Klima tatsächlich genug "Kinder" Interesse an der Begegnung mit denen zeigen, die sich das wünschen. Ich glaube, es würde die Lage insgesamt erheblich verbessern, es wäre ein Schritt zu einer Toleranz, wie er auch gegenüber der Homosexualität vollzogen wurde.

      Wie gesagt, es wird darüber zu wenig geredet, ja diverse Interessengruppen unterschlagen sogar diese Erkenntnisse, weil sie darin mehr Gefahren als Möglichkeiten sehen. Wenn diese Wahrheiten sich dann Bahn brechen, werden sie in den Bereich des Heimlichen verdrängt, und statt offenen Beziehungen geschieht oft institutioneller und familiärer Missbrauch, weil dort die Heimlichkeit am ehesten gewährleistet ist. Ich glaube sogar, dass die meisten Missbraucher - da sie innerhalb ihres Verwandtenkreises agieren - ein Interesse daran haben, dass alles so bleibt, wie es ist. Das gilt wohl auch für Leute wie TTS, denn die können gezielt ihre "Karrieren" daraufhin ausrichten, ein Umfeld und Image zu schaffen, in denen sie ihre Neigungen weitgehend im Verborgenen ausleben. Die Folge sind größere Schäden bei den Beteiligten. In Südostasien, insbesondere in Kambodscha, habe ich die Überzeugung gewonnen, dass in einigen Hilfsorganisationen, die sich dem Kinderschutz verschrieben haben, geradezu "ideale" Bedingungen für Missbrauch vorherrschen und dort mehr missbraucht wird als sonstwo.

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    2. Auch ich war schon mit Frauen zusammen, die sexuell missbraucht wurden. Andererseits habe ich auch mit Menschen gesprochen, die nicht missbrauchen, aber sich andere Lösungen wünschen, und mit solchen, die als Kinder rückblickend zufriedenstellende intime Beziehungen hatten. Man muss auch diese Menschen erst mal wahrnehmen und sich dann überlegen, wie man Schäden vermeidet, ohne das Machbare zu unterdrücken. Das statistische Zahlenmaterial von Metastudien, etwa von Rind, Bauserman et al., gibt das her, da eine signifikant hohe Anzahl Befragter in der Retrospektive ihre Kontakte mit Erwachsenen als nicht-schädlich einordnet. Mir gibt so etwas zu denken, zumal ich bereits als Grundschüler masturbierte. Ich will mir da einfach nicht in die Tasche lügen.

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  2. Namaste!

    Auch ein Schelm, wer bei den Saigyô-Bild böses denkt...
    oder bei den "Kindersegnungen Jesu"!

    In Ami-Land gelten über 18jährige, die mit ihren jüngeren Freundinnen schlafen, lebenslänglich als Sexualverbrechter - auch wenn die Zuchthausstrafe dafür nicht ganz so lang ist.
    Aber ein Mörder ist nach seiner Strafe wieder ein "unbescholtener", während der "Sexualtäter" diesen Makel für immer trägt.

    Absoluter Schwachsinn!
    < gasshô >

    Benkei

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  3. Andere Länder, andere Un-Sitten. Eine Gesellschaft zeichnet sich eben durch Regeln und Verbote aus.Was dort ab-geht wird anderswo verboten,bestraft.
    Was überall gilt. Sexualität kann, wird wie Macht und Gewalt missbraucht.
    Gleich welchen Alters und Geschlecht, wird man missbraucht, ist das ein gewalttätiger Akt, Übergriff der bestraft werden sollte. Wenn TäterInnen durch wen und was auch immer vor Strafe geschützt werden, ist dies eine weitere leidvolle,traumtische Situation für die Opfer.



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  4. Bei jemandem, der so schwanzgesteuert ist, dass er noch nicht einmal minimalste zivilisatorische Verhaltensregeln einhalten kann, von Freiheiten, die er sich herausnimmt, zu reden, ist absurd. Außerdem gilt: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Ein normaler Mann muss sich auch nichts verkneifen, weil für ihn Sex nur auf freiwilliger Basis Spaß machen kann. Ich würde gar keinen hoch bekommen, wenn es die Frau nicht will oder sie sich ekelt. Für den Mörder, der den Vergewaltiger seiner (auch erwachsenen) Tochter ins Nirvana schickt, haben wohl die meisten ein gewisses Verständnis, für den Vergewaltiger hoffentlich weniger.

    Dass die meisten Männer jugendliche Mädchen attraktiver finden als Frauen, bezweifle ich sehr. Zumindest dürften die meisten Männer auf Brüste stehen, und die haben sich erst in einem bestimmten Alter entwickelt. Dass Kinder von sich aus ohne Manipulation sexuelle Erfahrungen mit Erwachsenen sammeln wollen, bezweifle ich noch mehr. Retrospektive Auffassungen können auch einem “Stockholm-Syndrom” geschuldet sein.

    Solange man nicht voll entwickelt ist, darf man aus gutem Grund noch nicht einmal am Geschäftsleben vollständig teilnehmen. Außerdem sind Minderjährige schutzbedürftig und haben das Recht auf eine Kindheit und Jugend.

    B.

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  5. Ich weiß nicht, wer mit den Stammtischphrasen von "schwanzgesteuert" gemeint sein soll. Dazu müsste man die betreffende Person besser kennen.

    Wozu dieses "Verständnis" führen kann, haben wir ja gerade in einem Flüchtlingsheim gesehen, wo ein Pakistani die Tochter eines Irakers im Gebüsch missbrauchte. Als die Polizei ihn bereits in Gewahrsam genommen hatte, stürmte der aufgebrachte Vater mit einem Messer auf den anderen los und wurde erschossen ...

    Brüste haben sich nicht "ab einem bestimmten Alter" entwickelt, sondern bei den meisten Mädchen bereits vor der Schutzaltersgrenze von 14 Jahren, ganz individuell. Die Studien zur Empfänglichkeit erwachsener Männer für den heranreifenden Körper kann man googeln. Man kann da bezweifeln, was man will. Ich habe vor ein paar Jahren mit einer Frau die Studien zu diesem Themenkomplex rückwirkend ab dem Jahr 2000 in einer medizinischen Fachdatenbank eingesehen und für einen Forensiker zusammengefasst. Die Datenlage deckt sich einfach nicht mit dem, was medial vermittelt wird und der Normalbürger so glaubt - oder vor allem, was er sich von seinen erregten Gefühlen einreden lässt.

    Ein 13-jähriges Kind hat in Deutschland kein Recht auf Sex, auch wenn es schon seit 3 Jahren geschlechtsreif ist. Mit rhetorischen Floskeln kommen wir da nicht weiter.

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  6. Mit “schwanzgesteuert” waren Sexualstraftäter gemeint. Weniger umgangssprachlich könnte man die “Stammtischphrase” auch wissenschaftlicher unter dem Stichwort “Impulskontrolle” abhandeln.

    Vor 14 ist die Pubertät (und auch das Brustwachstum) nach meinem Kenntnisstand bei den meisten nicht abgeschlossen. Die Mehrheit der Studien kann man leider in die Tonne kloppen. Sofern ich mich richtig erinnere, ist z. B. bei psychologischen Studien nicht einmal die Hälfte der Ergebnisse reproduzierbar. Dass ein Forensiker Aufgaben an Laien delegiert, zeigt ja, wie “wissenschaftlich” teilweise gearbeitet wird. Die Pornoindustrie setzt wohl eher auf “dicke Titten” und ich glaube kaum, dass die am Markt vorbei produziert.

    Neben der körperlichen Entwicklung gibt es übrigens auch noch eine geistige.

    Mir sind auch keine Beschwerden von Kindern und Minderjährigen bekannt, die beklagen, dass sexuelle Handlungen durch Erwachsene unter Strafe stehen. Schäden durch nicht stattfindende sexuelle Handlungen durch Erwachsene dürfte es auch nicht geben.

    B.

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  7. Es geht nicht darum, wann etwas "abgeschlossen" ist (und auch dafür gibt es kein festgelegtes Alter), sondern darum, dass Geschlechtsreife ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass ein Mensch körperlich zum Sex bereit ist. Die Frage nach der geistigen Reife soll und darf man gerne stellen, deshalb sollte ja auch immer der Einzelfall gewürdigt werden.

    Glücklicherweise lebe ich oft in einem Land, wo sich klar zeigt, wie beliebt kleine Frauenbrüste sind. Hier gehen zwar Inder und Araber (und teils US-Amerikaner) bevorzugt auf Großbrüstige zu, aber aussagekräftig für die gesamte männliche Welt sind US-Pornos nicht. Schon in japanischen sieht das anders aus. Wenn ich mir die Komplexe mancher Frauen mit kleinen Brüsten anhöre, frage ich oft, wie es mit ihrer Beliebtheit aussieht, und es zeigt sich schnell, dass sie da nicht hinter den anderen anstehen müssen. Leider fallen sie aber auf das Image mancher Werbung und eben jener Pornos selbst rein.

    Man erlebt oft, dass die Studien abgelehnt werden, die dem Ablehnenden gerade nicht in den Kram passen. Ich halte Langzeitstudien und Meta-Analysen für recht aussagekräftig. Im Übrigen bin ich kein Laie auf dem Gebiet, ich hatte das Glück, in Frankfurt zu meinen Studienzeiten noch eine Sexualwissenschaft vorzufinden und hätte, wie ich hier schon beschrieb, fast auch einen solchen Schwerpunkt in meinem Verlag aufgenommen, wäre das Erbe eines bestimmten Wissenschaftlers einfacher zu handhaben gewesen. Jedenfalls habe ich mich damit ähnlich intensiv wie mit dem Buddhismus beschäftigt, wobei man eine Zusammenfassung von Studien sogar Studienanfängern hätte zumuten können ...

    Mir sind sehr wohl "Beschwerden" bekannt. Durch die Presse gingen schon Fälle von Schülern, die Kinder mit ihren Lehrerinnen zeugten, die (letztere) man dann wegsperrte. Nach Freilassung wurde geheiratet. Ich selbst habe mich auch beschwert, wenn auch erst später (das steht ja zu erwarten, wenn es um konkrete Kritik am Strafrecht geht, da man DAS nun wirklich schwer als Kind durchschauen kann), denn ich wollte Sex mit einer Lehrerin. Später haben mir zwei Kinder einer Bekannten erzählt, dass sie tatsächlich Sex mit ihrer Grundschullehrerin hatten. Ihre Mutter wusste nichts davon. Solche Ereignisse öffnen einem in der Regel dann auch die Augen für einen anderen Teil der Realität. So hat halt jeder seine Schlüsselmomente, die ihn in die eine oder andere Richtung motivieren.

    Das ganze Dilemma wurde mir klar, als ich mal auf einer Fortbildung vor allem für Staatsanwälte und Polizei (aber auch Presse) dabei war, die ganz einseitig von Gruppen wie "Wildwaser" und deren Ideologie bestimmt wurde. Deren Sprech konnte man dann später 1:1 aus dem Mund der Beamten im TV wiedererkennen.

    Da bleibt natürlich erst recht die Frage spannend, warum im Falle TTS live das offensichtliche Versagen der Ermittlungsbehörden von uns verfolgt werden kann, wo wir sonst immer erst zwanzig oder dreißig Jahre nach den Ereignissen davon erfahren.

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  8. Also, ich habe die ARTE-Doku jetzt auf Youtube gesehen und finde sie sehr gut. B.

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