[Foto: Keller/Anlong Pi]
Wegen dessen Leseblindheit und Zensurhanseleien stelle ich zu einem Diskussionsbeitrag auf dem Unbuddhisten unten - leicht verändert - jene Antwort ein, die Matthias Steingass, der meditierende Y-Buddhist, mit den Worten "schreib was zum Thema" gekürzt woanders hin in seinem Blog verschoben haben wollte, worauf ich keinen Bock hatte. Steingass bevorzugt Diskussionen ad hominem. Alles, was diesem zuwiderläuft (z.B. das Benutzen diverser Usernamen, was im Fall meiner Kommentare damit zusammenhängt, auf welchem Account, Google oder Wordpress, ich gerade eingeloggt bin) stört ihn dabei, personenbezogene Thesen aufzustellen wie die der Unmoral. Im Grunde soll mir das recht sein, da ich selbst solche Personendebatten hier immer wieder anstoße, allerdings behaupte ich auch nichts Gegenteiliges (wie es Matthias tut, indem er anderen solche vorwirft und damit unterstellt, er würde es anders/besser machen). Was er nicht verstanden hat ist, dass die von mir in Anführungszeichen gesetzte "höhere Moral" ebensogut eine "tiefere Moral" genannt werden könnte. So etwas ist nicht mit Spekulativem (Nicht-Buddhismus) und Worten zu klären, sondern mit Taten. Y-Buddhisten wollen lieber Fragen stellen. Das hier sind ethische Fragen: Hat Matthias einen Organspenderausweis, teilt er sein Geld/seinen Besitz mit anderen, von wie viel meint er leben zu müssen?
Liebe Leser, stellt den Y-Buddhisten konkrete Fragen! Ad hominem. Denn der Y-Buddhist drückt sich, wie wir gleich lesen werden, gern um die Antworten (nicht aber um Anschuldigungen). Die überzeugendsten Antworten in ethischer Hinsicht werden letztlich mit Taten gegeben.
Das Thema des oben verlinkten Diskussionsthreades ist, wie man an dem erkennt, was ich aus Matthias' und Glen Wallis' Texten zitiere, mit meiner Antwort genau getroffen. Aber es gibt Dinge, die Matthias Steingass nicht hören will, weil sie sein Konzept (zer)stören.
Ich rate, den Y-Buddhisten mit gesundem Misstrauen zu begegnen. Sie pressen alles in ein begrenztes Gedankenkorsett. Andere sollen dann dafür herhalten, dieses Korsett zu stützen, indem man sie nur mit den Vorurteilen der eigenen Weltanschauung wahrnimmt. Man sollte sich sowieso vor großspurigen Moralaposteln hüten, wie wir am aktuellen Beispiel Alice Schwarzer sehen. Ihre Ansichten sind einseitig und werden den Grauzonen des Lebens nicht gerecht.
Hier also mein vollständiger Beitrag, wie er im "Unbuddhisten" erscheinen sollte. Die Zensurmaßnahmen (Auslassungen) von Matthias Steingass geben Aufschluss über seine Motivation.
(Die vielen "Ich"s im folgenden Beitrag bitte ich zu entschuldigen, es handelt sich im Grunde um eine Gegendarstellung.)
Liebe Leser, stellt den Y-Buddhisten konkrete Fragen! Ad hominem. Denn der Y-Buddhist drückt sich, wie wir gleich lesen werden, gern um die Antworten (nicht aber um Anschuldigungen). Die überzeugendsten Antworten in ethischer Hinsicht werden letztlich mit Taten gegeben.
Das Thema des oben verlinkten Diskussionsthreades ist, wie man an dem erkennt, was ich aus Matthias' und Glen Wallis' Texten zitiere, mit meiner Antwort genau getroffen. Aber es gibt Dinge, die Matthias Steingass nicht hören will, weil sie sein Konzept (zer)stören.
Ich rate, den Y-Buddhisten mit gesundem Misstrauen zu begegnen. Sie pressen alles in ein begrenztes Gedankenkorsett. Andere sollen dann dafür herhalten, dieses Korsett zu stützen, indem man sie nur mit den Vorurteilen der eigenen Weltanschauung wahrnimmt. Man sollte sich sowieso vor großspurigen Moralaposteln hüten, wie wir am aktuellen Beispiel Alice Schwarzer sehen. Ihre Ansichten sind einseitig und werden den Grauzonen des Lebens nicht gerecht.
Hier also mein vollständiger Beitrag, wie er im "Unbuddhisten" erscheinen sollte. Die Zensurmaßnahmen (Auslassungen) von Matthias Steingass geben Aufschluss über seine Motivation.
(Die vielen "Ich"s im folgenden Beitrag bitte ich zu entschuldigen, es handelt sich im Grunde um eine Gegendarstellung.)
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"Guido Keller, Alfred Weiss, Sogen Ralph Boeck,
Wilfried Reuter"
Arggh, was für eine Reihe. Behauptet wird, diese Leute
würden "großmäulig für sich in Anspruch nehmen Buddhismus zu
definieren" und "immer vom so genannten Dharma ausgehen und von dem
aus die Welt beurteilen".
Ich behaupte von mir das Gegenteil. Ich habe nicht viel mit
Buddhismus zu tun, sondern mit Zen, und das ist nach Ansicht sogar einiger
Religionswissenschaftler kein Buddhismus mehr (schon gar nicht, wenn man ihn so
betreibt wie ich, ohne Kleider- und Sitzzwang, Ritual, Hierarchie und letztlich
ohne Buddha, mit ständiger Kritik auch des Palikanon usf.). Wenn ich vom Dharma
rede, dann in den entsprechenden Foren, wo man sich dafür interessiert und
diese Sprache spricht. Die meisten Menschen außerhalb dieser Szene, die mich
kennen, wissen nicht mal, dass ich im Zen stehe. Meine Ansichten werden deshalb
auch regelmäßig z.B. von den anderen drei Genannten nicht geteilt, da ich im Gegenteil
vom Leben her den Dharma kondensiere, nicht umgekehrt. Ergo: Nahtoderlebnis
führt zur Ansicht, dass mit dem Tod alles zuende ist (contra Reinkarnation). Armut und Phlegmatismus
in bereisten und erlebten Theravadaländern führt zur Ansicht, dass der alte
Buddhismus dem Fortschritt der Gesellschaft schadet und seiner Unterdrückung
entgegenkommt (contra Versöhnung der buddhistischen Schulen). Gewalterfahrungen mit Kriminellen, asozialen Jugendlichen und
Begegnungen mit Soldaten führen zur Ansicht, dass man auch töten können sollte, um sich und andere zu schützen (contra sila - Regeln). Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Lüge (tun
wir alle) und Sexualität (Zölibat funktioniert nicht und macht neurotisch)
führen zu weiterer Kritik an Gelübden und "Geboten".
Ferner: In der Zenszene des Westens ist es üblich, sich vom Ausmaß des Zazen beeindrucken zu lassen. Es gibt eine Ansicht, dass das, was eigentlich "für nichts gut ist", also ziel- und illusionsfrei geübt werden soll, einem Zweck zu dienen hat, nämlich das entscheidende Merkmal des Zenbuddhisten zu sein (typische Frage: Sitzt [=übst] du denn auch?). Hier in diesem Blog wird mit Verweis auf die Forschungsergebnisse zum frühen Zen (Chan) und die Lektüre des Späteren das Gegenteil behauptet. Insofern wird sogar die "Praxis" der Y-Buddhisten in Frage gestellt. Dass sich dies religionshistorisch herleiten lässt, ist eher ein glücklicher Zufall, der bei der internen Diskussion unter Buddhisten eine besondere Rolle spielen kann.
Ferner: In der Zenszene des Westens ist es üblich, sich vom Ausmaß des Zazen beeindrucken zu lassen. Es gibt eine Ansicht, dass das, was eigentlich "für nichts gut ist", also ziel- und illusionsfrei geübt werden soll, einem Zweck zu dienen hat, nämlich das entscheidende Merkmal des Zenbuddhisten zu sein (typische Frage: Sitzt [=übst] du denn auch?). Hier in diesem Blog wird mit Verweis auf die Forschungsergebnisse zum frühen Zen (Chan) und die Lektüre des Späteren das Gegenteil behauptet. Insofern wird sogar die "Praxis" der Y-Buddhisten in Frage gestellt. Dass sich dies religionshistorisch herleiten lässt, ist eher ein glücklicher Zufall, der bei der internen Diskussion unter Buddhisten eine besondere Rolle spielen kann.
Was du (Matthias) wahrscheinlich nicht weißt ist, dass ich mich auch
gegen einige offizielle Stellungnahmen von DBU-Buddhisten wie die gegen die
Stammzellenforschung u.ä. gestellt habe. Klar kann ich das ggf. vom Dharma her
begründen, aber das ist nur ein Spiel, weil es auch die anderen spielen, ihnen
zu sagen, ihr zitiert doch nur selektiv. Sonst kommen sie mit dem
Pauschalargument: 'Was du sagst, ist kein Buddhismus.' Ich kann also auf dieser
Ebene kontern, damit es selbst von da aus Alternativen gibt. Tatsächlich geht es um
wissenschaftliche Perspektiven. Ich setze solche Möglichkeiten vor irgendwas
Geschriebenes oder Überliefertes.
"Shimano-Bashing" habe ich gesagt, weil du
irgendwann mal hier oder im Buddhaland "ad hominem", was du ja selbst
kritisierst, über ihn hergezogen bist. Klar, du hast das Archiv im Rücken, aber
mir behagt das nicht, wenn sich aufgrund öffentlicher Vorwürfe, die nicht mal
gerichtlich bestätigt sind, eine solche Dämonisierung von Personen breit macht
(siehe gerade auch Woody Allen). Einige Teilnehmer auf Sweeping Zen, die sich
als Betroffene outeten, haben meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt, was
die Verantwortlichkeit der Schülerinnen selbst angeht. Erst lassen sie sich auf
Sex ein, nachher wollen sie es nicht gewesen sein. Viele Männer kennen das aus
ihrem Privatleben, spätestens wenn sie von sich aus mit einer Frau Schluss
machten (und nicht umgekehrt).
"Glaube an den historischen Buddha; Glaube an die Reise
nach innen mittels Meditation; Glaube an eine unabhängige eigenständige
Persönlichkeit, die unabhängig von der Gesellschaft existiert in der sie lebt;
Glaube an magische Mittel; Glaube an Insignien wie Roben, Amtstitel, jahrelange
Praxis, den Dharma als Allumfassendes Wissenskompendium über das gesamte
Universum (Buddha wusste schon über Quantenphysik Bescheid…), Glaube an die
Übertragung etc. pp."
Glaube ich jedenfalls nicht. Das sei hiermit, wenn auch nicht zum
ersten Mal, deutlich gesagt. Mir stellt sich da die Frage, ob du selbst
wirklich liest, was andere schreiben.
"Non-Buddhismus stellt die Frage, wie sehen diese
Ideale und Werte aus? Er gibt keine Antwort. Das ist noch eine Differenz
zwischen X und NON."
DAS ist auch eine Differenz zwischen NON (Y-Buddhismus) und mir (Z). Um es
mit deinen Worten zu sagen: Ich denke, dass die, die sich vor Antworten
drücken, "sich was vormachen". Wie Jonas schon sagte, gibt man die
Antwort mit seinem eigenen Dasein, Verhalten, Schreiben usf. Es ist allerdings
erkennbar, dass du mit der klaren Wertung Shimanos eine ganz dezidierte Antwort
gegeben und nicht nur Fragen gestellt hast.
"X-Buddhismus zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er,
zugespitzt ausgedrückt, eine Zettel an der Wand wo einer was draufgekritzelt
hast, wichtiger nimmt als die Integrität einer Person."
Z(en)-Buddhismus traditionell nicht. Da setzt dann wieder dein
Abwehrreflex ein, es gäbe keinen authentischen Buddhismus. Aber es gibt eine
historische Entwicklung im Zen. Der Zettel an der Wand war früher der Mensch
VOR der Wand, wie im Bodhidharma-Mythos. Auch Koan erzählen von Integrität, die
Zenadepten verstehen darunter aber möglicherweise nicht das Gleiche wie du, und
auch Nicht-Zennies dürften mit dir nicht immer übereingehen. Was du meinst sind
also Fehlentwicklungen, die im Zen auch schon immer Kritik hervorriefen, z.B.
gab es immer wieder solche Lehrer, die die Geld- und Statusgeilheit der Bonzen
angriffen. Und heute gibt es die genannten Archive, und selbst wenn man
Integrität wie du verstünde hat man den Beweis, dass offenbar die Mehrheit der
Adepten abspringt, wenn Vorwürfe wie in den Shimano- und Sasaki-Archiven laut werden.
Ich habe euren anderen Blog eine Weile
mitgelesen und mich auch geäußert. Über TNH habe ich ja schon vor Tom Pepper
geschrieben und mit Sicherheit aufwändiger recherchiert als er. Das
Grundanliegen von Glenn Wallis und seinem "spekulativen Non-Buddhismus", dabei bleibe ich, ist der Ausgangspunkt von Zen, und
ich denke, dass Wallis wie Pepper da eine Bildungslücke haben, weshalb sie
meinen, sie würden was Neues tun, wenn sie fordern: "I commission, hence,
enable, the postulate of requisite disenchantment."
Disenchantment ist Ent-Täuschung, das Hauptanliegen des Zen
seit Anbeginn."
Weitere zentrale Topics des Zen, wie etwa die Zirkularität von Zeit, also die Illusion von Vergangenheit und Zukunft, und die gedankliche (Fehl-)Konstruktion eines individuellen Selbstbildnisses, sind Thema der gehobenen Populärkultur in der TV-Serie "True Detective", wo Matthew McConaughey den Philosophenpart spielt. Die letzte Folge der ersten Staffel heißt "Form und Leere".
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Weitere zentrale Topics des Zen, wie etwa die Zirkularität von Zeit, also die Illusion von Vergangenheit und Zukunft, und die gedankliche (Fehl-)Konstruktion eines individuellen Selbstbildnisses, sind Thema der gehobenen Populärkultur in der TV-Serie "True Detective", wo Matthew McConaughey den Philosophenpart spielt. Die letzte Folge der ersten Staffel heißt "Form und Leere".
Scheisse, keine Kommentare. Wen interessiert's auch? Ein Disput von vor Wochen. Buddhisten leben bekanntlich ganz im Hier-und-Jetzt. Da musst du schon was anderes bringen, um die hinter dem Brett vorm Kopf hervorzulocken.
AntwortenLöschenDieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenEs muss auch nicht immer Kommentare geben, es kann auch interessant seine einen Text zu lesen (und dieser Text is interessant), ohne dass man gleich anfängt zu diskutieren. Jonas
AntwortenLöschenIch denke, wir sind uns einig, dass aus der Gruppe der "Unbuddhisten" (oder Y-Buddhisten, wie ich sie nun nenne) interessante und geistreiche Impulse kommen, die den genannten "X-Buddhisten" zu tieferer Einsicht verhelfen könnten, wenn diese dafür offen wären. Wo ich Bedenken habe: die Pauschalierungen und die offenbar (zumindest bei einigen) dahinter stehende Ideologie, auch das je nach Bedarf opportunistische zeitweise Gemein(sam)machen mit den gerade noch kritisierten "X".
AntwortenLöschenX wie Y-Buddhisten, nur zwei Seiten einer Medaille.
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