Dienstag, 10. Dezember 2013

Die kriminellen Aktivitäten von Hilfsorganisationen (I)


Vor einigen Wochen berichtete ich von meinen eigenen Hilfsmassnahmen bzw. direkten Spenden vor allem in Kambodscha. Ich bin zum Schluss gekommen, dass man zumindest keiner Hilfsorganisation (NGO) mehr Geld spenden sollte, die sich im Bereich des Kinderschutzes tummelt. Was ich in diesem Umfeld im Lauf der letzten Dekaden erfahren habe, ist ernüchternd bis widerwärtig.
   Vor zwei Jahren reiste ich mit einer Bekannten, die ich zwölf Jahre kannte und die gerade Probleme mit ihrem Ehemann hatte (der sich eine Nebenfrau nahm und diese finanzierte), und ihrer Tochter (sie hat insgesamt fünf Kinder) von Angkor in die Küstenstadt Sihanoukville im Süden Kambodschas. Die Tochter freundete sich mit einem etwa gleichaltrigen (13-jährigen) Mädchen an, das leere Flaschen und Dosen sammelte. Ich lud sie mit ihrem Bruder zu einer Bootsfahrt auf eine Insel ein, für die ich u.a. mit einer deutschen Rentnerin und einem finnischen Matrosen, die ich am Strand kennengelernt hatte, ein Boot mit Skipper mietete. Am folgenden Tag tauchte nur der jüngere Bruder auf. Das Mädchen wartete am Steg auf unsere Rückkehr und sagte, eine Lehrerin der Hilfsorganisation M'Lop Tapang, deren Schule sie besuchte, habe ihr den Ausflug mit der Begründung untersagt, sie könne dabei ertrinken. Das Mädchen klagte über Bauchschmerzen, und mit meiner Bekannten besuchten wir ihr Zuhause, wo sich herausstellte, dass sie statt zu Paracetamol (die noch verschweißt waren) gegen ihr Kopfweh zu einem Antibiotikum (in Erwachsenenstärke) gegriffen hatte. Wie viele arme Kinder in Kambodscha war sie untergewichtig, und das Antibiotikum dürfte ihr heftig auf den Magen geschlagen sein.
   Am folgenden Tag wollte ich die Einrichtung von M'Lop Tapang besuchen. In keiner kambodschanischen Schule, ob privat oder staatlich, hatte dies bis dahin Probleme gemacht. Hier jedoch wurde ich mit meiner Bekannten vor dem von zahlreichen jungen Männern bewachten Komplex aufgehalten. Trotz Ankündigung stellte sich auch nach einer Stunde niemand ein, der zu einem Gespräch bereit gewesen wäre. Stattdessen erhielt ich einen Flyer, der die Aktionen der NGO pries, u.a. ihre medizinische Versorgung und die Schulung der Kinder in Umweltbewusstsein. Beides überzeugte mich nicht, zumal der Graben vor dem Komplex voller Unrat und stinkender Brühe war. Zwar holte man das besagte Mädchen kurz vom Pausenhof, als ich aber mit dem Vater telefonierte, um bestätigen zu lassen, dass wir uns kannten und gerne einen Eindruck von der NGO verschaffen wollten, nahm mir einer der jungen Angestellten (sie tragen alle dunkelrote T-Shirts der NGO) das Handy weg, entfernte sich und kam mit der Aussage wieder, der Vater wolle nicht, dass ich Kontakt zu der Tochter habe. Das war falsch, man hatte ihn manipuliert. Der Vater weilte in einer anderen Stadt und hatte uns noch nicht persönlich getroffen. Ich fand noch am selben Tag eine Schule mit besserem Ruf, wo ich fürs folgende Jahr den Englischunterricht für das Mädchen bezahlte, womit der Vater natürlich ebenso einverstanden war wie mit einigen Treffen, die wir im Folgejahr hatten und die der Anlass meines Berichtes sind.
   2013 ging ich mit den Kindern und einem weiteren Jungen, der gerade von seiner "Gang" gemobbt worden war, heulend am Strassenrand saß und sich uns dann kurzerhand anschloss, zum Baden. Der Vater der mir bekannten Kinder fischte in einiger Entfernung am gleichen Strand. Der andere Junge zog sich komplett aus und badete nackt, was bei kambodschanischen Jungs bis zum Alter von ca. 10 Jahren ganz üblich ist und nicht nur in Dörfern, sondern auch an dem Teil des Strandes, der vor allem von Einheimischen genutzt wird, regelmäßig zu beobachten ist. Zunächst tollte dieser Junge mit einer Gruppe von jungen Skandinavierinnen herum, später mit mir. Nach einer Weile tauchte ein Kambodschaner (Khmer) auf und fotografierte uns. Als ich aus dem Wasser ging, eilte er zu seinem Motorrad und brauste ohne Erklärung davon. Kurz darauf erschien ein junger Westler, der mich mit den Worten ansprach, ob ich die Kinder kenne, und warum ich mit ihnen (Mehrzahl) nackt bade. Die Skandinavierinnen sprach er nicht an.
   Auch am Folgetag war schulfrei und wir entschieden uns für einen ruhigeren Strand in der Nähe. Auf dem Weg dorthin wartete ein anderer Mopedfahrer und machte ein Foto von uns auf seinem Handy. Ich notierte demonstrativ sein Kennzeichen. In der Folgezeit sah ich ihn noch desöfteren, er gab vor, Mopedtaxifahrer zu sein, transportierte aber vor allem, wie sich herausstellte, Mitarbeiter der o.g. NGO und hatte inzwischen sein Kennzeichen abgeschraubt.
   Beim Besuch der ärmeren Gegenden der Stadt lernte ich eine andere Familie kennen, deren Mutter einen winzigen Kiosk und Essensstand an der Strasse betrieb. Die Tochter zeigte Interesse an Englischunterricht, und ich beschloss, jeden Tag kostenlos ein paar Stunden dort zu unterrichten und im Gegenzug ein wenig Khmer von ihr zu lernen. Zeitweise schlossen sich uns andere Kinder an, die uns auf dem Weg zu "ihrem" Unterricht (in einer koreanischen Kirche) entdeckt hatten. Mein Unterricht fand unmittelbar hinter dem Minikiosk, einem nach allen Seiten hin offenen Strohhüttchen, im Freien statt. Fortan standen permanent - und in täglichem Wechsel - "Beobachter" in der Nähe, die das Ganze, meist von ihren Mopeds aus, beäugten. Wenn wir nach dem Unterricht z.B. noch auf eine Wiese in der Nähe zum Ballspielen, auch mit anderen Kindern, gingen, folgte der Beobachter uns. Ebenso wurden aufgeregt per Handy unsere Besuche auf dem Markt gemeldet, wo ich mit den Kindern der Familie Schuhe für sie kaufte. Die Aufgabe der Stalker war offensichtlich, an mir zu kleben und dann Bericht zu erstatten.
   Ich klärte auf Polizeidienststellen ab, dass es sich bei den Verfolgern nicht um Polizisten handelte. Dazu war das Beschatten freilich auch zu dämlich und unprofessionell. Dann kam ich in Kontakt mit Ausländern, die ähnliche Erfahrungen mit den stalkernden NGOs gemacht hatten. Einem mit einer Khmer Verheirateten hatten die zur Rede gestellten Stalker z.B. vorgeworfen, er habe nur geheiratet, weil diese ein Kind mit in die Ehe brachte, also um sich diesem anzunähern. Die NGOs haben hierfür den Begriff "grooming" (eigentlich: Gefiederpflege, nun jedoch Synonym für pädophile Annäherungen) geprägt. Unterm Strich wurde jedoch auch deutlich, dass es bei den offensichtlichen Beschattungen gar nicht unbedingt darum ging, unbeobachtet zu bleiben, sondern zuweilen schlicht Unbehagen bei den Observierten zu erzeugen, also ein Klima der Angst. Dies weist freilich nicht nur auf eine gewisse Hilflosigkeit jener NGOs hin, sondern auch auf sadistische Züge.
   Inzwischen hatte ich noch weitere Kennzeichen notiert und bei der Registrierstelle die Halter der Fahrzeuge ermittelt. Für die genaue Adresse (Straße und Hausnummer) musste man jedoch in die Polizeizentrale bzw. zur Kripo. Zwar fotografierte der leitende Polizist ein paar der von mir genannten Stalker vom Display meiner Digitalkamera ab, da er aber beim Scannen meiner Bilddateien Bilder von Kindern sah, wollte er auch davon Aufnahmen machen. Er entschied sich für den o.g. Jungen und ein Foto von einem Kind, das in Strandnähe in einer notdürftigen Behausung lebte und dort offenbar auch vom Flaschensammeln. Auf dem Foto von dem Jungen sah man ihn mit Zahnstochern Nudeln essen. Als ich ihn beim Frühstück vorbeigehen sah, hatte ich ihn spontan zum Essen eingeladen und das Essen mit Stäbchen zu zeigen versucht. Stattdessen nahm er dann Zahnstocher. Der Polizist meinte, ich würde von den NGOs verfolgt, weil ich Kinder fotografierte. Tatsächlich jedoch hatten etwa am Strand nur die Mitarbeiter der NGOs Aufnahmen gemacht. Meine stammten aus persönlichen Begegnungen oder waren dokumentarischen Charakters, wie ich später noch mit einer Serie zeigen werde (u.a. suchte ich auch auf einer Müllhalde arbeitende Kinder auf).
   Ich lernte die Mutter des Jungen kennen, da mir beim Essen seine faulen Zähne ins Auge fielen und ich ihm einen Zahnarztbesuch spendieren wollte, dazu aber ihr Einverständnis brauchte. Es wurden vier Zähne gezogen, für 20 Dollar. Die Mutter selbst hatte einen Abszess am Ohr. Wie der Junge suchte sie ebenfalls die NGO M'Lop Tapang auf. Dort gab man ihr jedoch nur ein Antibiotikum. Ich sagte richtig voraus, dass dies nicht für eine Abheilung genügen würde, und wollte ihr die kleine Operation spendieren, die sie dann aber nach einem Einschnitt abbrach (ich vermute, aus Angst, sie sagte jedoch, sie wolle mir nicht auf der Tasche liegen). Ich erfuhr, dass ihr Mann noch eine Weile wegen Diebstahl oder Raub im Knast saß (der o.g. Polizist dürfte die Familie also gekannt haben). Die NGO bekam mit, dass ich mich etwas um die Familie kümmerte und brachte den Jungen schon bald in ein "boy centre". Seltsamerweise war der Mutter nicht gesagt worden, wo sich dieses befindet, und die Mitarbeiter der NGO machten auf meine Nachfrage zunächst ein Geheimnis daraus, bis ich die Mutter selbst tadelte, sie solle sich erkundigen, und man ihr im Vorbeifahren eine Adresse zurief. Nur ein paar Tage später war der Junge dort wieder ausgebüchst.

 
   M'Lop Tapang hat, in Zusammenarbeit mit anderen NGOs, Botschaften und Ministerien, grossformatige Poster in der ganzen Stadt hängen, die einem Besucher von vornherein vermitteln, dass es sich bei Sihanoukville um einen Hort von Kinderschändern handeln muss. Die Poster werden vom kambodschanischen Ministerium für Tourismus mitgetragen, das eigentlich ein Interesse an der Imagepflege seiner Touristenhochburgen haben müsste. Natürlich hat sich dieser Eindruck nicht bestätigt, wie auf keiner meiner Reisen in Südostasien in andere Städte, denen die Boulevardpresse und solche NGOs einen ähnlichen Stempel aufzudrücken suchen (wie etwa Pattaya oder Manila). In den 90ern habe ich eine Serie von TV-Berichten nachrecherchiert, die sich bis auf einen alle als falsch, wenn nicht gar als erstunken und erlogen erwiesen (ein junger Mann aus Pattaya etwa war in einer ZDF-Reportage als Zuhälter bezeichnet worden, jedoch nie diesbezüglich verurteilt, Stern TV hatte anlässlich eines Gastes von Terre des Hommes einen Schweizer Restaurantbetreiber in Kambodscha bloßgestellt, der jedoch freigesprochen wurde - die Reporter waren mit der Polizei, diese geradezu drängend, in dessen Haus gestürmt und bekamen später, laut Auskunft eines Richters, Einreiseverbot). 
   M'Lop Tapang rät Touristen davon ab, irgend etwas von Kindern zu kaufen oder diesen Essen zu spendieren, da sie dies vom Schulbesuch abhalten würde. Tatsächlich erzählten mir mehrere Kinder, sie würden nur deshalb zu M'Lop Tapang gehen, weil es eine kostenlose Mahlzeit gebe. Der Unterricht ist nicht von höherer Qualität als in den kostenfreien staatlichen Grundschulen. Dass die Ärzte sich offenbar nicht recht kümmern, habe ich schon belegt.
   Das Widerwärtige an der ganzen Angelegenheit ist, dass sich etliche NGOs, die im Kinderschutz vorgeben tätig zu sein, zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, dass organisierter Kriminalität ähnelt. Ohne genauer auf die Rechtslage in Kambodscha eingehen zu wollen, lässt sich sagen (und wurde auch von der Kripo bestätigt), dass allein das permanente Stalkern von Menschen dort nicht legal ist (man kann daraus z.B. Schadensersatzansprüche ableiten). Die Spenden, die etwa die NGO A.P.L.E. (Actions pour les enfants) einwirbt, werden zu einem beträchtlichen Teil für ihren Stab von Dutzenden Einheimischen verwendet, deren gut bezahlte Arbeit darin besteht, Menschen wie mich beim Unterrichten, Essen oder Baden zu beobachten und abzulichten. M'Lop Tapang oder World Vision unterhalten einen regelrechten Fuhrpark. Die Zusammenarbeit ist keinesfalls auf unterbezahlte und korrupte lokale Polizisten beschränkt, sondern geht bis in Interpolkreise, Botschaften und ausländische Regierungen, wie man auf den gemeinsamen Postern immer wieder sehen kann. Doch ein ansässiger Polizist erklärte mir - auf meinen Einwurf, die Mitarbeiter der NGO seien offensichtlich unfähig und gar nicht in der Lage, jemanden unauffällig zu beschatten und überhaupt zu erkennen, von wem Gefahr ausginge -, dass sie tatsächlich nicht selten die Polizeiarbeit behinderten. Wäre das ganze ein Scherz von Kindern, man könnte einen Roman wie "Emil und die Detektive" daraus basteln. Doch das Netzwerk, von dem ich hier spreche, wirbt nicht nur Spenden auf der Grundlage von Fotos wie den oben Genannten ein (ein unbescholtener Westler erkannte sich in einer Ausstellung in Phnom Penh wieder), sondern kann bei Festnahmen und Anschuldigungen auch darauf hoffen - jenseits jeglichen Richterspruches -, dass sich Beschuldigte der ehrrührigen Vorwürfe durch hohe Bestechungsgelder entledigen (auch wenn diese zunächst korrupten Mitarbeitern von Polizei und Justiz zugute kämen).

 
   Rückblickend wurde damit auch klar, warum die Mitarbeiter gleich zweier NGOs sofort zur Stelle waren, nachdem ich in Poi Pet ein Taxi mit Slumbewohnern (Kindern und Eltern) vollgestopft hatte, um auf deren Vorschlag hin ein Kinderhospital in Siem Reap bei Angkor zu besuchen, mit dem mich seit Jahren etwas verbindet und das nicht nur kostenlos behandelt, sondern bei den Khmer auch einen guten Ruf hat (ich wurde freilich enttäuscht, weil man einem Jungen, der einen infolge eines Bruches seit Jahren steifen Arm hatte, auf den Besuch eines ausländischen Spezialisten neun Monate danach vertröstete und fast alle kranken Kinder das übliche Paracetamol und Amoxicillin bekamen, die ich ihnen in Poi Pet auch selbst aus der Apotheke hätte holen können). 
   Auch in Poi Pet sind etliche NGOs ansässig, auch dort war ich bereits einmal hartnäckig zu Fuß bei meinen Besuchen in den Slums verfolgt worden, vermutete damals jedoch einen geplanten Überfall zwecks Raub. Im besagten Netzwerk finden sich auch Hilfsoganisationen wie Friends International oder Save the Children, nicht selten stecken, wie im Falle World Visions, christliche Sekten dahinter, die - wie etwa die Zeugen Jehovas - auch Hausbesuche machen und bei vielen Armen ein offenes Gehör finden. In der Regel geht von den meist amerikanischen und koreanischen Kirchen auch der Wunsch nach einer Gehirnwäsche der angestammten Bevölkerung aus, wie er sich etwa in dem Aufreger des jungen Mannes am Strand über die Nacktheit eines Jungen manifestierte. Seine Clique war im Übrigen im gleichen Hotel abgestiegen wie ich, das als "child safe" (kindersicher) galt und bei den genannten NGOs als Treffpunkt beliebt ist. Dort konnte ich ein Gespräch dieser Clique belauschen, das mir noch einmal verdeutlichte, welches Interesse nach einem Einpflanzen westlicher Wertenormen in Südostasien jene Kinderschützer antreibt. Auch der Vater des von mir unterstützten Mädchens, eigentlich ein weiser Naturheiler, überraschte mich mit einigem Jesus-Gefloskel, das ihm ein Missionar angetragen hatte.
   Das Groteske an dieser Entwicklung ist, dass sich gerade die selbst ernannten Kinderschützer (die meist keine einschlägige Ausbildung besitzen) in das Profil der von ihnen paranoid Gejagten einfügen: Sie sammeln Fotos von Kindern (möglichst unbekleidet am Strand), sie stalkern und manipulieren (Kinder wie Erwachsene), sie agieren zwanghaft. Studiert man einige von ihnen etwas genauer, was ich als Gegenmaßnahme tat, so wird man den Eindruck nicht los, dass es gerade die NGOs sind, die Pädophile und Pädosexuelle anziehen. Eine bessere Tarnung kann man sich auch kaum vorstellen. Tatsächlich sind es die Einrichtungen der Hilfsorganisationen, in denen "grooming" am ehesten möglich ist - denn wer kontrolliert sie? Die genannten NGOs streben ein auffälliges "Monopol" über Kinder an. Dass jemand Bedürftigen Unterricht, Nahrung, Kleidung, ein Fahrrad oder Medizin bezahlt, soll offenbar nur ihnen vorbehalten sein. Dieses exklusive Vereinnahmen von Kindern ist mir verdächtig. Ich gehe deshalb davon aus, dass es nirgendwo so viel Missbrauch an Kindern gibt wie in den NGOs Kambodschas. Dabei werden noch ganz andere Geschäfte gemacht, so hatte ein Hintermann diverser NGOs offenbar Einfluss auf eine Änderung des Adoptionsgesetzes, das es Italien in einer seltenen Ausnahmestellung nun erlaubt, ein jährliches Kontingent von kambodschanischen Kindern zu adoptieren. Besagter Gründer betreibt auch in Italien eine NGO. 
   Bewusst verzichte ich auf Links zu den Webseiten der NGOs, aber auch zu Dokumenten ihrer Gegner, die man im Netz finden kann, da ich nicht weiß, wem ich damit letztlich zuspiele. In jedem Fall dürfte ein Großteil der Spender nicht damit einverstanden sein, dass ein beträchtlicher Prozentsatz der Gelder gar nicht den Kindern zugute kommt. Ich finde es grotesk, wenn die Deutsche Bank einen Lastwagen für M'Lop Tapang finanziert, auf dem die Kinder, irritierend ernst dreinschauend, wie auf einem Viehwagen nach Hause und in deren Zentrum gefahren werden. Die Mitarbeiter der NGO bekommen neben attraktiven Gehältern auch noch gelbe Mopeds gestellt.

Ich habe eine Weile überlegt, ob diese Ausführungen in den Asso-Blog passen, da ich den Bezug zum Buddhismus in meinen Beiträgen meistens geschafft habe. Also mag dieser Text dazu dienen, die Frage nach unserer Spendenfreudigkeit (dana) neu zu stellen. Selbst Philosophen wie Peter Singer, mit dem ich mich kürzlich hier auseinandersetzte, raten in geradezu naiver Manier zum Spenden an Hilfsorganisationen, ohne diese an sich kritisch zu hinterfragen (man lese z.B. über das NGO-Desaster in Haiti). Desweiteren akzeptiere ich den Zusammenhang von Ursache und Wirkung in meinem Leben: Wer sich, wie ich in meinem Blog, mit Kritik und Anregungen (etwa zum Sexualstrafrecht) weit vorwagt, darf mit solchen Erfahrungen rechnen. Im Zen werden sie zu einem neuen Koan, einer Aufgabe, der man sich stellt. Das Entwirren des Koan-Knotens könnte hier - äußerlich - in der strafrechtlichen Überprüfung und Auflösung solcher NGOs bestehen. Innerlich ist es eine Auseinandersetzung mit sexueller Verdrängung und - dies gilt zumindest für die Khmer - mit den psychischen Nachwirkungen des Genozids in der kambodschanischen Seele.


In Zukunft wird dieser Blog ein stärkeres Gewicht auf "das Leben in der Welt" legen und vor allem aus Südostasien berichten.

(oben: Plakat aus Nongkhai, thailändische Grenzstadt zu Laos; Mitte: Foto eines Wagens von M'Lop Tapang in Sihanoukville; unten: Aufkleber, der bei der Tourist Info der laotischen Hauptstadt Vientianne zu haben ist - gestalkert wurde auch dort, obwohl ich lediglich zu Visazwecken vor Ort war, ohne besonderen Kontakt zu Einheimischen, was die Vernetzung der Paranoiden noch einmal belegte; am Ende noch zwei Fotos vom dortigen Fuhrpark von World Vision)

1 Kommentar:

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