Mittwoch, 6. Juni 2012

Hsu Yun (III)

[Aus einem Gespräch mit Meister Lingyuan (1902-1988)]

Hua bedeutet umherwandernde Gedanken, wie in einem Selbstgespräch, während man meditiert. Du musst also den Zustand erhellen, der vor den umherwandernden Gedanken existiert, und untersuchen, was dein ursprüngliches Gesicht ist. Dies wird das Beobachten des Huatou genannt. Wenn bereits umherwandernde Gedanken aufgetaucht sind, musst du immer noch den rechten Gedanken hervorbringen, wodurch die trügerischen Gedanken von selbst verschwinden werden. Wenn du den umherwandernden Gedanken folgst, wird die Sitzmeditation nutzlos sein. Erzeugst du den rechten Gedanken, bist aber nicht ernsthaft genug, wird das Huatou noch machtlos sein und umherwandernde Gedanken werden sicher wieder auftauchen. Beim Üben muss man einen tapferen und standhaften Geist haben, als wären die eigenen Eltern gerade verstorben. Ein Altehrwürdiger sagte: „Es ist wie den Kaiserpalast auf der Spitze der Palastmauer zu bewachen.“ Ein anderer meinte: „Wenn du die klirrende Kälte des Winters noch nicht ertragen hast, wie kannst du da erwarten, den Duft der Pflaumenblüten zu riechen?“ Wenn es weder umherwandernde Gedanken noch das Huatou gibt, dann ist mit leerem Geist sitzen wie ein Fels, der von kaltem Wasser durchdrungen wird. Man kann zahllose Zeitalter lang sitzen und doch nutzlos sein. Wenn du Chan untersuchen willst, dann ist dies der einzige Weg. Man muss diesen kühnen und beharrlichen Geist haben, wie ein Einzelner, der zehntausend Feinde abwehrt, indem er, ohne sich zurückzuziehen und nachzulassen, einfach gerade vorprescht. Auch Buddhas Namen und Mantras zu rezitieren sollte wie dies sein. Die Ernsthaftigkeit deines Bewusstseins von Geburt und Tod wird Tag für Tag anwachsen. Wenn du so sein kannst, wird deine Übung voranschreiten.

1 Kommentar:

  1. Danke für diese Texte.
    Überhaupt ist dein Blog viel besser geworden. Vom Layout und auch vom Layin ......

    _()_

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