Montag, 5. September 2011

Noch ein Fundstück


Ein Fischer und ein Wiedergeborener

Einmal hörte ich den Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, am Ende eines Vortrags, in dem es auch um Wiedergeburt ging, sinngemäß sagen: „Vielleicht täusche ich mich. Es könnte auch alles anders sein.“ Das ist sympathisch und geschickt, mit solchen Tricks sichert man sich gleich noch ein paar Anhänger mehr. Nun fand ich in einer buddhistischen Zeitschrift einen Brief vom 12.11.2001 an US-Präsident Bush mit Bezug auf die Terroranschläge aufs World Trade Center. Dort wirft der Dalai Lama ein, er glaube, Gewalt würde nur den Teufelskreis der Gewalt verstärken. Am Ende meint er jedoch zu Bush: „Ich bin sicher, dass Sie die richtige Entscheidung treffen werden. Mit meinen Gebeten und besten Wünschen   HH Der Dalai Lama“ (Lotusblätter 4/2001, S. 63). Ich frage mich, ob der Dalai Lama wirklich für den US-Präsidenten gebetet hat. Dann hätten wir den Beweis, dass es nichts nutzt, wenn Seine Heiligkeit solches tut. Ich bin nämlich sicher und war es von Anbeginn an, dass Bush die falsche Entscheidung getroffen hat.
   Ich bin es ja so leid, von Leuten regiert zu werden, die dem einzigen Intellektuellen weit und breit Informationen verweigern, einem Kriegstreiber jeden Wunsch von den Augen ablesen und wenn sie mal selbst entscheiden müssen, lauter Unsinn in der Welt verzapfen. Als deutsche Touristen so blöde waren, sich auf eine Insel-Hochburg muslimischer Rebellen auf den Philippinen zu begeben, da hatte keiner von diesen Gestalten, die folgerichtig zu Geiseln wurden, den Mut eines Colonel Kurtz aus Apocalypse Now, nämlich zu sagen: „Tötet sie alle.“ Die schwächste der Geiseln kam aus einer Familie, die sich mit Erlebnisberichten über die Entführung später gesundzustoßen schien. Natürlich eine Lehrerin. Ich war in Manila und hörte von einem Journalisten, dass aus Deutschland Lösegeld gezahlt worden sei, aber man dürfe das nicht laut sagen. Die deutschen Geiseln kamen frei. Ganz nach unseres Außenministers Losung, es ginge zuallererst um deren Sicherheit, hatte er der philippinischen Regierung von Gewaltmaßnahmen abgeraten. Darum ist dieser Außenminister auch doppelt verantwortlich dafür, dass die Rebellen noch stärker wurden, später Menschen aus anderen Ländern entführten und enthaupteten. Damals, als sie die deutschen in ihrer Gewalt hatten, hätte dieser noch immer (hinter den Ohren) grüne Turnschuhverräter mal ein Machtwort sprechen können.

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