Direkt zum Hauptbereich

Posts

Weisheiten von Zen-Meistern II: Foxin Bencai und Man-an

Aktuell: Thien Son meint wohl, er sei der neue Thay, noch ehe der alte verbrannt ist, trägt jetzt offenbar ein weißes Totenhemd und macht einen auf Dzogchen. Inwiefern Gebete helfen - wie auf der Startseite von Buddhas Weg empfohlen - werde ich bald noch erörtern. Ich zitiere einstweilen einen Autokinobetreiber: "Da hilft kein Mobilat mehr." Ich finde, dieses Orange stünde ihm besser, wie sie es in amerikanischen Knästen tragen. Dann wäre er auch optisch dem Punnaratana näher. *** "Was bedeutet Erwachen? - Den Geist zu verstehen, wie er ist." Meister Foxin Bencai (11. Jh.): "Nun kannst du die Dinge wenden, ohne dich von Sinnesorganen und Objekten entfremdet zu fühlen. Du nimmst auf, was zur Hand ist, und wechselst die Rollen von Gastgeber und Gast. Das Auge des Universums ist klar, Gegenwart und Vergangenheit sind erneuert. Die spirituelle Fähigkeit direkter Wahrnehmung wird erlangt. Darum sagte Vimalakirti:  'Ein aktives Leben zu führe...

Best of Pai-chang (Hui-hai)

 (Aktueller Hinweis: Ajanta - älteste buddhistische Gemälde restauriert)  *** Pai-chang Hui-hai (720-814), dem man nach seinem Tod den Ruf als Reformer des Klosterlebens andichtete, glaubte einige seltsame Dinge, z. B. dass die Verachtung anderer, die man erntet, die karmischen Wirkungen eigenen Fehlverhaltens aufheben könne. Auch auf Jäger und Fischer sah er ein wenig herab. Dies und die Tatsache, dass sich im Laufe meiner Übersetzungen viele Themen in den Schriften von verstorbenen Zenmeistern der vergangenen Jahrhunderte wiederholten, führte dazu, dass ich zuletzt einige nur noch selektiv ins Deutsche übertrug. Hier also nun bemerkenswerte Einsichten von Pai-chang, dessen Klassiker "Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen" von mir vor 16 Jahren über die Todesanzeige meines Vaters gesetzt wurde, der ebenfalls ein Schaffer war. *** "Was Gier und Abneigung genannt wird, wenn einer noch nicht erwacht und nicht befreit ist, das heißt erleuchtete Weisheit ...

Die kriminellen Aktivitäten von [Hilfs-]Organisationen (II): The Circle

---   AKTUELL: Bitte esst eine Weile so viel Fleisch wie möglich und sendet dessen ganze Heilkraft Richtung Bordeaux! --- Ich erkläre in Kürze, warum ... In den vergangenen Monaten wurde allüberall ein Roman von Dave Eggers rezensiert, das Feuilleton der F.A.Z. widmete sich in einer Wochenendausgabe sogar fast ausschließlich The Circle. Ich bin auf Eggers durch seinen interessanten und zeitkritischen Roman Zeitoun aufmerksam geworden, wo im Zuge der Panik nach den historischen Verwüstungen des Wirbelsturms Katrina in New Orleans ein hilfsbereiter Muslim in die paranoiden Fänge der US-Ordnungshüter gerät. Einen Kurzgeschichtenband von Eggers fand ich dagegen überraschend schwach. Der Autor ist sehr umtriebig, u. a. Verleger und Initiator mehrerer sozial engagierter Einrichtungen und lässt z. B. in Tondokumenten die Zeugenaussagen Gefolterter archivieren.    In The Circle denkt sich Eggers nun ein paar interessante Dinge aus, die teils gar keine Zukunftsmusik ...

Sam Harris oder:
Warum man sich dem "Bösen" in sich stellen muss

"Menschen, die nicht inmitten des Bösen das Anhalten und Sehen praktizieren können,  empfiehlt der Buddha die Tugend als den Weg." (Chih-i) Theravada-Spezialist Hans Gruber beschäftigte sich  kürzlich  recht begeistert mit Sam Harris , einem Vertreter des "Neuen Atheismus", der seine Kritik besonders am Islam festmacht und mit mir einige Ansichten teilt, etwa die, dass man keine Religion benötigt, um moralisch gefestigt leben zu können. Harris ist einer, der sich nicht durch Denkverbote einschränken lässt, und so kommt er darauf, dass die Folter eines Menschen, von dem man Informationen zum Schutze vieler bekommen könnte, nicht unmoralischer sein kann als das Auslöschen von Massen durch eine Bombe. Harris' Sprache ist klar, seine Logik überzeugend. Da seine Positionen aber im Einzelfall reaktionärer Politik dienen können, wird er von den (linken) "Spekulativen Non-Buddhisten" nur ungern herangezogen. Dabei teilen sie die Forderung, auch Spiritual...

Best of Joshu Sasaki

Vom kürzlich verstorbenen Joshu Sasaki ist offenbar nicht viel Schriftliches überliefert, aber vielleicht kommt das noch, die Aufzeichnungen einiger Teisho* aus den 70er-Jahren sind bereits eine kleine Fundgrube dessen, was mir am japanischen Zen schmeckt. Noch vor einigen Monaten war ich darauf vorbereitet, eine ähnliche Analyse des Sasaki-Archivs (nur noch über Web-Archive) zu machen wie bei Eido Shimano, dessen sexuelles Fehlverhalten allerdings im Verhältnis bedeutsamer erscheint. Mit Sasakis Tod dürfte er als Projektionsfläche "Sexmonster" kaum noch eine Rolle spielen. Obwohl sich beim Zen-Lehrer Doraku-an (Dr. Jörg Bernsdorfer) die seltsame Ansicht* findet, man müsse jemandem, der eine Gefängnisstrafe wegen eines Finanzdeliktes abgesessen habe, diese noch Jahrzehnte später vorhalten und mit seinen Übergriffen auf Schülerinnen in Verbindung bringen. Doraku-an erfindet dafür - in eigenen Worten - sogar die Regel "not fooling around with female [sic]" also nicht...

Der Y-Buddhismus der Nicht-Buddhisten oder:
Warum auch Laruelle nichts Neues bringt

Einst warf ich Matthias Steingass auf dem Unbuddhisten Faulheit vor. Das nehme ich zurück. Inzwischen hat er eine Art Gebrauchslexikon für den "Spekulativen Non-Buddhismus" (SNB), den ich Y-Buddhismus nenne, übersetzt. Wenn man darauf reagiert wie ich gleich hier, kommen jedoch nach wie vor die Anwürfe, man habe nicht gelesen oder nicht verstanden. Im Grunde könnte man darauf antworten: "Ihr ja auch nicht, wie kommt ihr z.B. darauf, dass es in der Buddhalehre keinen atman gebe?" Lieber will ich einräumen, dass ich das "Querlesen" gewöhnt bin, ich verschaffe mir also einen schnellen Überblick über das Gesagte und bewerte, ob es die Mühe vertiefter Lektüre lohnt. So habe ich etliche Werke von Jack Kornfield auf Anregen einer Userin in einer Buchhandlung durchgesehen. Einige wenige Stellen genügten, um mir klarzumachen, dass diese Werke das Althergebrachte erzählen und die alten Klischees transportieren (z.B., dass jeder bekommt, was er [sich] verdient).  ...

Weitere Torheiten von Thich Nhat Hanh und die Doku "Bodhisattva Superstar"

Ein  Foto , das Thich Nhat Hanh (TNH) 1974 in informeller Kleidung zeigt: Ein angeblich nach dem Vinaya ordinierter Mönch, der sich nicht die Haare schnitt ...    Nun fand ich noch das unten stehende Video [Anm.: Das Video wurde offenbar entfernt, was ich als Beleg dafür nehme, dass ich hier den Finger in die Wunde legte (Stand: August 2018] von einer Frage-Antwort-Sitzung einer anderen TNH-Veranstaltung aus dem Jahre 2012. Diese hat es wirklich in sich. Man beachte zunächst das nach dem anfänglichen Singsang neben TNH auf einem Podest platzierte junge Mädchen, das er "beautiful flower" nennt und das später gegen eine andere ausgetauscht wird. Während der Sitzung verfällt TNH mehrmals in den Befehlston gegenüber Kindern, so wenn er ein Mädchen, dem er seine Pastillchen gegen Heiserkeit aus der eigenen Hand reichen ließ, auffordert, diese vollständig und sofort in den Mund zu tun. Solche Dinge berühren mich seltsam: Wie TNH plötzlich aus seinem gefühlvollen Duktus heraus...

Mord an einem tibetischen Mönch:
Reinkarnation entdeckt

"Haha, der wahre Buddha ist irgendwo da draußen die Welt der Zukunft so beginnt sie. Irgendwo, da ist sein Haus, sein Haus, das ist das Draußen. Ho ho, einen langen, langen Tag fleht der Kuckuck Buddha an." (Ko Un: Zen-Gedichte, was'n das?) Als ich kürzlich mal nachschaute, was aus dem Prozess gegen die Mörder von Akong Rinpoche geworden ist, las ich, dass die Verhandlung gegen sie läuft. Unmittelbar nach dem Mord gab es diverse Thesen, etwa die Chinesen könnten ihn in Auftrag gegeben haben (Akong war tief in das tibetische Reinkarnationsgefüge involviert und hatte beim Auffinden des 17. Karmapa geholfen - wir erinnern uns, der 16. litt offenbar unter einer "Schizosubtilie",  einer Spaltung seiner subtilsten Energien, weswegen er sich gleich zwei Mal reinkarnieren musste). Andererseits waren Akong oft seine tollen Kontakte nach China vorgeworfen worden, wo man ihm sogar den Titel "Living Buddha" verliehen hatte. Von Seiten des mut...