Mittwoch, 22. Oktober 2014

Der Y-Buddhismus der Nicht-Buddhisten oder:
Warum auch Laruelle nichts Neues bringt

Einst warf ich Matthias Steingass auf dem Unbuddhisten Faulheit vor. Das nehme ich zurück. Inzwischen hat er eine Art Gebrauchslexikon für den "Spekulativen Non-Buddhismus" (SNB), den ich Y-Buddhismus nenne, übersetzt. Wenn man darauf reagiert wie ich gleich hier, kommen jedoch nach wie vor die Anwürfe, man habe nicht gelesen oder nicht verstanden. Im Grunde könnte man darauf antworten: "Ihr ja auch nicht, wie kommt ihr z.B. darauf, dass es in der Buddhalehre keinen atman gebe?" Lieber will ich einräumen, dass ich das "Querlesen" gewöhnt bin, ich verschaffe mir also einen schnellen Überblick über das Gesagte und bewerte, ob es die Mühe vertiefter Lektüre lohnt. So habe ich etliche Werke von Jack Kornfield auf Anregen einer Userin in einer Buchhandlung durchgesehen. Einige wenige Stellen genügten, um mir klarzumachen, dass diese Werke das Althergebrachte erzählen und die alten Klischees transportieren (z.B., dass jeder bekommt, was er [sich] verdient). 
   Mit den Y-Buddhisten ist es ähnlich, die Beschäftigung mit ihnen dauert zwar schon länger an, aber je mehr dabei herauskommt, desto deutlicher kristalliert sich heraus, wie sie - ähnlich Sam Harris - für ihre eigene Ideologie, ihr eigenes Gedankengebäude begeistern wollen. Glen Wallis hält so viel von seinem Ansatz, dass er meint, im Grunde könnten alle  (X-) Buddhisten sich damit von ihrer innerbuddhistischen Verblendung befreien: "Wobei unter Berücksichtigung des X-Buddhismus und der Heuristik, der aufmerksame Leser auf Schlussfolgerungen und Erkenntnissen kommen wird, die seine Beziehung zum X-Buddhismus radikal verändern werden." Das sehe ich mit einem Lächeln, hat doch Steingass auch diesen Blogger zuweilen unter "X-Buddhismus" eingeordnet, und hätte damit der X-Buddhismus bereits den Beweis erbracht, dass er das auch selbst leisten kann (schließlich schreiben mir hier oder per email Leser, dass und wie ihnen durch Information und die Darstellung von Zusammenhängen die Augen geöffnet wurden). 
   Leider ist der SNB zu kompliziert für ein solches Unterfangen - und zudem unglaubwürdig. Immer wieder lässt sich zeigen, dass er selbst tut, was er den anderen vorwirft, z. B. eine "Entscheidung" trifft, d. h. "die Festlegung, (...) eine grundsätzliche Wahrheit zu verkünden" (s.o.), und dabei von seinem "Charisma" abhängt, das in diesem Fall etwa Laruelle oder Althusser heißt. Klammheimlich werden Begriffe entscheidend anders übersetzt, aus anicca wird "Verschwinden" statt "Vergänglichkeit" oder "Unbeständigkeit", und es gibt unverrückbare Prämissen wie diese: "Die kognitive Entscheidung des Buddhismus besteht aus dem Postulat der raumzeitlichen Wechselhaftigkeit (samsara) als bedingt Gegebenem und aus demjenigen der Kontingenz (paticcasamuppada) als dessen bedingender Tatsache." (Bitte ggf. für eine Kritik hier im Blog nach Y-Buddhismus googeln).

Dies sind die erklärten Ziele des SNB:

"1) Aufdecken der syntaktischen Struktur des Buddhismus (die vom Buddhismus selbst nicht gesehen wird); 2) Untersuchung der Bedeutung und Tauglichkeit buddhistischer Sätze; 3) Prüfung aller zeitgenössischen Formen des Buddhismus in Bezug auf ihre Tendenz zum ideologischen Exzess."

Alle diese Aussagen gelten nur für einen Teilbereich des Buddhismus. Sowohl in der buddhistischen Akademie sowie in Blogs wie diesem hier als auch in praktischer Schulung (etwa mit Koan) werden z. B. syntaktische Strukturen reflektiert und die Bedeutung von Dogmen oder "buddhistischen Sätzen" in Frage gestellt. Das ist ein wesentliches Charakteristikum des Zen. Und ich tue das auch mit der Syntax und den "Sätzen" der Y-Buddhisten und ihrem "ideologischen Exzess". Hierzu hatte ich zunächst Matthias geschrieben, dass sich die führenden Y- oder Nicht-Buddhisten freiwillig weiter an den Buddhismus binden, und zwar überwiegend durch die Meditation oder speziell das Vipassana. Im Einzelfall ist das für die Gegenwart nicht immer nachweisbar, da sich die Y-Strategen verständlicherweise ein wenig bedeckter halten, was ihre Meditationspraxis angeht, als andere. Hier meine Ergebnisse:

a) Glen Wallis auf der Seite seiner Meditationsgruppe
"We sit in stillness, silence, and attentiveness. Attentive to what? Wallace Stevens has an answer: 
For the listener, who listens in the sitting, 
And, nothing himself, beholds  
Nothing that is not there and the nothing that is."

Diese Sprache ist uns geläufig. Bei Chih-i heißt das schon im 6. Jh.: "Da gibt es keinen Wissenden, keinen Sprecher. Wenn es kein Wissen und kein Sprechen gibt, ist es weder existent noch nicht-existent. Man ist weder Wissender noch Nicht-Wissender. Abgesehen von diesen Extremen verweilt einer da, wo es nichts zu verweilen gibt ... im stillen Reich der Wirklichkeit."

Wesentlicher Bestandteil der Vipassana-Meditation ist die Schulung der Achtsamkeit (attentiveness), die Parallele ist sofort deutlich.

Um es zu pointieren - eine gänzlich andere Meditation könnte etwa so aussehen: "Wir meditieren in der Bewegung, im Lärm und in der Zerstreutheit, indem wir dem Gedankenchaos freien Lauf lassen."

Weiter O-Ton Wallis: "My first practice was vipassana [insight meditation]. Later, I practiced with the Soka Gakkai, which provided the tight discipline and structure that I needed at that time. After that, I practiced with both Soto Zen and traditional Theravada communities in Berlin ..."

Es folgt dann das übliche biographische Durcheinander, das von Dogen über Seung Sahn bis Dzogchen reicht. Wallis ist aber seiner Vorliebe fürs Dhammapada treu geblieben, das er übersetzt hat. Dazu fällt mir ein:


"Plötzlich entsteht in euch ein starker Wille, ihr greift die Tasche mit euren Schalen und wandert an tausend verschiedene Orte. Ich frage euch: Was fehlt euch? Alle Menschen haben die Buddha-Natur, doch ihr würdet sie selbst dann nicht erkennen, wenn sie direkt vor euren Augen wäre." (Yün-men)

b) Tom Pepper: Verlinkt sich auf seiner Facebook-Seite mit der "Buddhist Faith Fellowship of Connecticut", die dem Shin-Buddhismus zugehört, sowie einer marxistischen Gruppe in Großbritannien, die meint, ein guter Buddhist sei ein guter Marxist. Dem Wallis-Blog entnahm ich, dass Pepper ebenfalls vom Vipassana kommt:  "My original understanding of Vipassana meditation", "
and we can begin, also in 'sati' meditation, to examine the causes and the effects of this particular construction of conventional self", "Vipassana as I’ve encountered it over the last couple of years" etc. 


c) Der von Steingass gern zitierte Philosophie-Professor Thomas Metzinger meditiert täglich und forderte: "Die Mindestausstattung [bei der Erziehung von Kindern] sollte aus zwei Meditationstechniken bestehen."

d) Sam Harris (den ich hier zu den "Nicht-Buddhisten" zähle, ohne ihn mit den "Spekulativen" in einen Topf zu werfen, später mehr zu ihm): "For beginners, I always recommend a technique called vipassana."



Im Grunde liest sich daher vieles, was die Y-Buddhisten tun, als ein Versuch, mit den eigenen biographischen Verirrungen abzuschließen (man schaue sich an, was insbesondere Wallis und Pepper da an Irrfahrten durchmachen oder durchgemacht haben müssen). Ob ihnen dabei hinreichend bewusst ist, dass sie sich selbst bei ihrer Kritik Erkenntnissen aus dem Buddhismus selbst bedienen? Mit den X-Buddhisten haben sie überwiegend eine Anhaftung gemein, nämlich die, meditieren zu wollen. Ich stelle das einfach fest, ich kritisiere das noch nicht. Was ich kritisiere ist die Blindheit für die Tatsache, damit automatisch auch in einem buddhistischen Referenzkontext zu landen. Am deutlichsten wird das, wenn man mal verstanden hat, dass Laruelle, ob er das nun wusste oder nicht, eine Parallele im Zen hat, nämlich in Tozans "Fünf Rängen". Nehmen wir diese Kernaussage der Y-Buddhisten:

"Non-Philosophie arbeitet typischer Weise folgendermaßen: Alles wird dem Verfahren einer Dualität (von Problemen) unterworfen, die weder eine Zwei noch ein Paar konstituiert, und dem einer Identität (von Problemen, und daher einer Lösung), die keine Einheit oder Synthese konstituiert. (François Laruelle, A Summary of Non-Philosophie, 2.1.2)"

Weder zwei noch ein Paar ist bei Tozan "die Erscheinung inmitten des Wirklichen" und "das Wirkliche inmitten der Erscheinung". Die "Identität" (Lösung) heißt bei Tozan:  "Die Ankunft bei gegenseitiger Integration", wo sich "zwei Klingen kreuzen, ohne dass Rückzug nötig wäre" (d. h., dass keine Einheit oder Synthese konstituiert wird). Das was in Tozans letztem Rang "Einheit" genannt wird, könnte leicht den Eindruck erwecken, es müsse sich ums Gegenteil der Larueschen Forderung handeln. Doch Tozan fragt: "wer fällt in weder-sein-noch-nicht-sein" und erfüllt damit, was Wallis unter "Leere Realität" subsumierte: "Die leere Realität ist im 'einfach so' des Alltags gegeben." 

Eine erneute Prämisse: "Allerdings ist es keinem X-Buddhist möglich, diese Annullierung tatsächlich durchzuführen. Das wäre unmöglich. Daher: Non-Buddhismus." ist aus meiner Sicht zu formulieren: "Es ist einem Zen-Übenden möglich, diese Annulierung durchzuführen, darum: Zen!" Das könnte freilich aufs Gleiche hinauslaufen, da Zen so verstanden kein X-Buddhismus ist (allerdings auch kein Y-Buddhismus, da er für die "Meditation" keine Stille und Aufmerksameit einfordert). 

Wie Annulierung in meinen Augen aussehen kann, will ich gegen Jahresende noch einmal am Thema "Karma" verdeutlichen. Etliche Beispiele habe ich im Lauf der Zeit bereits beim "Unbuddhisten" genannt, zuletzt, wie die Annulierung des Dalai Lama funktionieren würde, nämlich durch Selbstverbrennung. Das andere "einfach so" des Alltags zeigt sich etwa im konkreten Loslassen von immateriellem (Beziehungen) und materiellem Besitz. Es ist wirklich nicht nötig, dafür ein Lexikon zu entwerfen, ganz simple Beispiele genügen: Wenn Warren Buffett oder Bill Gates 90 Prozent ihres Einkommens und Besitzes spenden und damit Milliarden über Milliarden, ist das nicht "einfach so", da sie erst dann losgelassen hätten, wenn sie sich des rechtfertigenden Restbesitzes entzögen, den sie auf Kosten anderer erwarben und den sie für die Sicherheit und das Wohlergehen der ihren für nötig halten. Annulierung bedeutet, dass ich dies und das nicht wirklich brauche, selbst die Meditation nicht. Das Ausmaß der eigenen Anhaftungen erweist den Mangel an vollzogener Annulierung. Das erkennt der Non-Buddhismus nur unscharf, da sein erklärter Feind die "Transzendenz" ist (womöglich sogar bedingt durch eine selektive Lesart Laruelles). Die Transzendenz jedoch ist gerade das non-buddhistische am Buddhismus; seine historisch frühen Erkenntnisse eines Nicht-Selbst, der Unbeständigkeit und einer meditativen Einsichtsmöglichkeit sind es nicht. 
   Wie sich der Buddhismus selbst zum Non-Buddhismus macht, das soll zum Schluss noch einmal Chih-i (538-597) ausdrücken: "Sieht einer Buddha, dann sieht er ihn nicht als Buddha an; es gibt da keinen Buddha, der Buddha wäre, und es gibt auch kein Buddha-Wissen, um ihn zu verstehen."


[Das ganze Shimano-Interview findet sich auf soulsessions.org (Registrierung erforderlich); 
Foto unten: Keller/Blick auf Bangkoks Zentrum; bitte anklicken zum Vergrößern]

Kommentare:

  1. Ich muss zugeben, daß ich bei den Unbuddhisten nur immer mal reingeschaut hab. Und längere Zeit auuch nicht mehr mitgeschrieben hab, weil mir der ganze Ansatz manchmal zu sehr nach mindfuck aussah. Ich hatte oft so den Eindruck, das man mehr sein Feindbild pflegen, als Dekonstruktion betreiben will. So ist ja sicher Kritik an Volksgenossen Nydahl bestimmt wichtig, aber das dann als beispiel für den X-Buddhismus hinzustellen, ist dann doch zu simpel. (Freilich kann ich Fehler von Demokratie am Beispiel der NPD aufzeigen, aber das überzeugt halt als allgemeines Beispiel nicht unbedingt.)

    Etwas, was meiner Meinung nach der Nonbuddhismus leisten kann, ist eine Bestandsaufnahme des buddhistischen Hauses zu liefern.
    Lohnt sich das ausmisten und renovieren des buddhistischen Hauses oder des Zen-Hauses noch, oder ist es so voller Schimmel, Scheiße und morschen Gebälk, das man noch ein paar "Achtung, Einsturzgefahr"-Schilder und "Vorsicht, Lehrer" da lassen sollte, aber es besser ist, sich ins hauslose zu begeben. (Interessanter weise hängt ja auch Haus (oikos) und Ökonomie (und Ökologie) zusammen. Womit wir ja wieder bei TNH, Ole und Sogyal & Co. wären).

    Das zweite Problem scheint mir zu sein, daß sie zwar Ansätze einer Destruktion haben, diese aber nicht konsequent auch auf ihre Ansätze ausdehnen. Das es anders geht, hat ja Wolinsky in der Advaita-Ecke gezeigt. Im gewissen Sinne scheint mir auch U.G. Krishnamurti da weiter gegangen zu sein. Also die Destruktion ist nicht konsequent bis zum Kern durchdacht, und scheint zum Teil auch nicht gut gemacht zu sein.

    Auch denke ich, kann man manche durchaus (wenn auch eher aus Lebensbezügen entstandene) Dekonstruktion wie die von Shinran gar nicht würdigen können (z.B. sein Ansatz das all mein Tun mich nur weiter verstrickt, teilweise radikaler als der Nonbuddhismus), weil man sich bei ihm sicher schon auf andere Sachen einschiessen würde. Das meint: Man hat schon eine Nonbuddhismusbrille auf. Ein Blick von außen muss nicht deshalb schon "objektiv" sein.
    Das mit der Meditation ist sicher ein zwiespaltiges Ding. Einerseits hatte der Unbuddhist zumindest früher als Motto: Denken, nicht meditieren (aber das zeigt mir auch eine einseitige Vergötterung des Rationalen). Bei anderen (Sam Harris, (dessen Free Will Buch ich zur zeit voller Genuss lese), aber auch andere, scheinen in Meditation eben etwas zu sehen, was einen Nutzen bringt. (Das würde ich ja nicht abstreiten. Manchmal können sie ein friedvolleres, achtsameres, entspannteres Ich produzieren, aber darum geht es ja nicht. Wie der Dzogchenlehrer James Low mal sagte: "Wenn du Entspannung haben willst, nimm dir ein Bier und geh angeln."

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  2. Hier sind meiner Meinung nach die ganzen "radikalen" Nondualisten a la Tony Parsons (oder für dein Auge eher Naho Owada, die ich gerade feiere - auf die frage wie sie denn in Japan zur Spiritualität gefunden habe, meinte sie: "Ich hatte kein Interesse an Spiritualität. Ich hatte Interesse an Shopping." Wär doch was für TNH) für mich klarer: Duale Übungen können nicht Nondualität produzieren. (Meine Rede seit Jahren. Nichtbedingtheit braucht keine bedingungen, sonst ist das Bullshit). Die Nonbuddhisten bleiben dann doch eher bei einer Meditationseffekthascherei. So die Eben von Laotses Der Weg, der zur Methode gemacht werden kann, ist kein lebendiger Weg, haben sie (wie auch so manche X-Buddhisten) nicht erreicht.

    Aber ich würde da eben auch deinem: "Es ist einem Zen-Übenden möglich, diese Annulierung durchzuführen, darum: Zen!" widersprechen, weil das meiner Meinung nach eben auch dies: Ich kann mein ich annulieren bringt- was aus meiner Sicht Unsinnig ist. (Nicht das ich was gegen unsinn hab).

    Auch wenn ich mir nicht sicher bin, inwieweit das Ziel von Buddhismus oder Zen ein transzendentes ist, inwieweit Einheit (so seh ich das z.B. im Daoismus) gerade auch immanent sein kann, aber vielleicht ist das auch nur ein Spiel mit Worten, jedenfalls scheinen mir die Nonbuddhisten gerade nicht bis zu einem Nondualismus vorzudringen.

    Das zweite, wo ich noch nicht so schlau daraus werde, ist (und dadurch entziehen sie sich IMHO auch geschickt einer kritik), das ich kaum Vorstellungen gefunden hab, wie denn dann konkret ein Y-Buddhismus aussehen könnte. (Oder gibts da ne gute Quelle?)

    So mal ganz nebenher: Im Unterforum sekundärer Buddhismus des Buddhalands (kann man den so einsehn?) hat Ji'un Ken gerade Bilder eines Artikels aus Buddhismus Aktuell zum Thema Buddhismus gepostet, wo man dann wohl doch der Meinung war, es gäbe zwar ein paar Elemente, die man manchmal mit Transzendenz (also Religion) in verbindung bringe, aber gerade Nirvana sei es nicht, weil Nirvana sei ja (nur?) ein höherer Bewusstseinsszustand (Nunja, klingt nach Big Mind oder Wilber).

    Was ich denke, welche Ebene der Nonbuddhismus schon nicht mehr auf die Reihe kriegt ist alles, was mit Von Selbst so (Ziran, Jinen, Shizen) zu tun hat. Eben weil er mir oft in einem fast altmodisch nach Aufklärung und Kant reichenden Schemata gefangen zu sein scheint. (Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich Metzinger und Harris wirklich kapiert haben, die da vielleicht doch noch einen kleinen Schritt weiter sind).

    Hast du schon nen guten Artikel von deiner Sicht auf das Selbst geschrieben? Unterscheidet die sich von einer Grimmschen und einer Atman=Brahman-Sicht des Hinduismus? Oder ist es dann wieder mal nur ein anderes Wort für Einheit oder Lebendigkeit oder Dao oder Nichts, das als alles erscheint oder was auch immer?

    Sorry, ist mächtig lang geworden, und ich hab bestimmt trotzdem viel vergessen.

    Liebe Grüße
    Giri

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    1. Hallo Giri, vielen Dank für Deine Anmerkungen und Gedanken, die ich teile.

      Ein paar Worte (auch der Kritik) an Sam Harris verliere ich demnächst noch, und dann an Heilig Abend, weil es passt, noch ein bisschen was zur Transzendenz - mangels eines besseren Wortes - ,die ich in Bezug zu der Erfahrung einer Liebesgeschichte setze (und zum Karma, um herzuleiten, inwiefern Transzendenz Zen beleben kann). Dies ist dann auch noch eine überfällige Antwort an einem konkreten Beispiel für Matthias. Dabei hoffe ich dann auch zu zeigen, dass Zen, wie Du sagst, "nichts bringt" - nämlich nicht im Sinne dessen, was man erwarten könnte (weil mir Transzendenz offensteht, habe ich mehr Erfolg, Glück etc.), sondern eher im Sinne einer Horizont-Erweiterung, die man als genauso schmerzhaft wie beglückend bezeichnen müsste.

      Meine Beiträge sind bis Jahresende - ab dann will ich mal wieder was anderes machen - fast komplett, u.a. auch, weil ich mich gerade intensiv mit den Taoisten beschäftige, die Du hier zurecht anführst, und wieder mehr übersetze.

      Ob Buddha-Natur oder Tao, ja, darauf läuft das atman heraus. Das Atman ist im Grunde die Abwehr des Nihilismus, den manche ja als Gefahr im buddhistischen Denken angelegt sehen. Da er nicht-personal gedacht ist, dürfte er andererseits kaum als Trost über den Tod hinaus taugen, sondern eher als Hoffnung oder Wegweiser auf eine möglicherweise immanente Kraft, die wir Vergänglichen anzapfen können. Weil sie "von selbst so" ist. Zenbuddhistisch wäre das natürlich nicht korrekt, da es keinen gibt, der anzapt, und nichts, was angezapft werden kann. Auf der sprachlichen Ebene scheint es mir das aber einigermaßen zu treffen.

      Ich zweifle auch nicht an der Bauchbarkeit von Meditation, aber es fehlt mir im Zen die Korrektur der Metapher, dass Zazen für das Wesentliche stehe, was ja dann ausgiebige Sesshin zur Folge hat. Neulich habe ich gesehen, was Fumon in Eisenbuch zulässt, wohl in Gestalt einer Lebensgefährtin, wenn das auf diese Frau zutrifft, die dort einen esoterischen Krempel nach dem anderen in ihrer Biografie aufführt. So wird es natürlich den Non-Buddhisten (und mir) leicht gemacht, immer wieder satirisch oder zynisch zu werden.

      Die großen Zenmeister haben m.E. aufgrund einer wesentlichen Einsicht, die sie im Idealfall auch körperlich durchgerüttelt hat, ihre Weisheiten entwickelt bzw. gefunden - nicht aufgrund der MeditationsDAUER. Das, was zur Einsicht führte, war mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Meditation - aber eben auch die Erziehung, das Essen, das Wetter, die Abstinenz usf.

      Was die Non- oder Y-Buddhisten angeht, so wollen sie wohl zunächst die Antwort, wie ein anderer "Buddhismus" aussehen könnte, möglichst ergebnisoffen halten und zunächst Denkstrukturen und Aberglauben entblößen, was ich durchaus nachvollziehen kann und hoffentlich hier auch getan habe. Letztlich haben sie aber auch Prämissen und Absichten, wie ich ja zitierte. Ich stimme Dir zu, sie können ganz gut "outen", was falsch läuft.

      Naho Owada war mir bisher kein Begriff, aber ich werde sie mal als Wichsvorlage benutzen, wenn wir hier die Weiber mal wieder auf den Geist gehen. http://www.youtube.com/watch?v=1UuI-FkuoqI
      (Hierzu noch eine kleine Anekdote - auch in meinem Zimmer läuft fast immer ein Standventilator, wie bei diesen Youtube-Aufnahmen. Neulich telefonierte ich mit meinem Buchhersteller, und die Dame in Deutschland sagte, es klänge, als stünde ich in einem Sturm. Seitdem telefoniere ich nur noch "außerhalb des Windes".)

      Mit solchen Beispielen könnte ich hier natürlich noch monatelang weitermachen, aber wie Du mal anderswo sagtest, das kostet Zeit und man wiederholt sich (leider aber auch mit Übersetzungen, weshalb ich da etwas wählerischer werde).

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    2. Bei Meditation würde ich auch nicht sagen, daß sie nichts bringt. Es gibt zum Beispiel beim Tai Chi die Übung im Dantien zu stehen oder zu sitzen (oder das Dantien stehn oder sitzen zu lassen). Ich finde schon, daß das eine andere Art von Bewegung schaffen kann. (Es ist aber sicher auch ein Unterschied zwischen TNH's Ansätzen und den Sitzen und vergessen eines Zhuangzis siehe z.B. http://www.michaelditsch.de/spiritualitaet-lebenskunst/dao/xin-zhai.html - Also wäre erst mal zu klären, was das überhaupt sein soll - Meditation - und ist das überall überhaupt das selbe)
      Aber sie erzeugt IMHO nicht Einheit oder Erwachen. Oder das was du als Transzendenz bezeichnest. Da bin ich eher bei U.G. als bei dir. Es ist für mich nichts durch Bedingungen produziertes.

      Des weiteren weiß ich gern darauf hin das (das kann man ja noch kritisieren) im asiatischen Buddhismus Meditation keine große Rolle spielt. Im Mahayana gibt es zwei Gruppen, Amida und Nichiren, wo sie quasi keine Rolle spielt. Inwieweit zazen Meditation ist, darüber können sich die Zennies wunderbar streiten.

      Ich weiß nicht wieso, aber immer wenn es um säkulare Buddhisten geht, fällt mir Peter Masefield ein, ein recht konservativer Pali-Gelehrter, von dem ich nur einen Artikel gelesen hab. https://web.archive.org/web/20020317085349/http://www.wie.org/deutsch/J3/mase2.html

      Seine Essenz scheint zu sein (neben vielen, wo er mir zu fundamentalistisch ist) seine mathematische Herangehensweise an den achtfachen Pfad. Er hat wohl in der Schule zählen gelernt, jedenfalls beginnt bei ihm der Pfad mit der 1. Und das ist rechtes sehen, also so wie ich ihn verstehe, ein Hineingestellt sein in die Einheit. (Er ist auch der Meinung, daß dazu ein Buddha notwendig ist. Vielleicht gab es ja wirklich mal so ein Denken, und das hat im Mahayana zu den Ansätzen der Überlieferungslinien einerseits und der "transzendenten" Buddhas andererseits geführt).

      Ich seh das als ein Gegenmodell zu den meisten (und nicht nur) säkularen Buddhisten, die Ethik und Meditation betonen, aus der entwickelt sich dann die Weisheit. Ich hab keine Ahnung, inwieweit seine Meinung am Palikanon beweisbar ist, aber es ist ein interessanter Gedankengang. Zumindest einer, der Buddhisten auf die Palme treibt.

      Bin gespannt, was du da daoistisches übersetzen wirst. Für den Ziran-Gedanken ist auch der irgendwo zwischen (ja auch konfuzianisch beeinflussten) Neodaoisten und den (Neo?)konfuzianern stehende Wang Chong und sein Lun Heng recht interessant. Aber vielleicht kennst du es ja schon.

      Zu Toni & Co. schreib ich später nochmal was.

      Liebe Grüße
      Giri

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    3. Das sind interessante Aspekte, Giri.
      Gegen U.G.s radikale Konsequenz habe ich nichts einzuwenden, als ich diesen Typen erst vor ein paar Jahren entdeckte, bin ich in helle Freude ausgebrochen und habe ihn irgendwo - was natürlich blöde ist - als Zenmeister bezeichnet. Aber auch sein Schlüsselerlebnis hat ja eine Vorgeschichte, es handelt sich bei ihm nicht ewa um einen Bauarbeiter, der dann urplötzlich als Lebensweiser anerkannt wurde, sondern ihm dämmerte etwas, nachdem er sich vorher schon in einen spirituellen Kontext begeben hatte.

      Ich gehe tatsächlich davon aus, dass "Bedingungen" mit zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis unseres Hirns und Daseins auch in Hinblick auf ein Erwachen zunehmend entschlüsselt werden können. Die Meditation ist deshalb ein Longseller in dieser Hinsicht, weil sie eine brauchbare Bedingung sein KANN. Warum? Richtig angewandt, durchschaut man sein Denken und bringt sich an eine Erkenntnisgrenze, die es zu durchbrechen gilt. Ich meine allerdings, das kann auch durch das fast schon entgegengesetzte Nachdenken oder Grübeln, bis der Kopf raucht, geschehen. Hauptsache, man kommt existentiell an einen Punkt, wo es nicht mehr weitergeht.

      Andererseits - und Dank für den Hinweis auf diesen Artikel - sehe ich es ja seit Langem ähnlich wie Masefield: Am Anfang muss bereits Einsicht oder Erwachen stehen, da es sonst kein Verständnis für den Pfad gibt. Im Gegensatz zu Masefield glaube ich jedoch nicht an den "perfekten" Buddha-Schüler, der nicht anders als vom Unmoralischen lassen kann, denn a) ist die Moral des Palikanon gar nicht perfekt, b) lässt sich auch beim Buddha moralisches Fehlverhalten nachweisen, selbst mit der dem Palikanon immanenten Ethik, c) ist das ein leicht durchschaubarer sophistischer Trick, mit dem man einfach die Bösewichte dann in eine andere Kategorie von Mönch oder Buddhist verschiebt.

      Masefields konsequente Lesart des Palikanon macht für mich Sinn, und am Ende des Interviews deutet er ja bereits einige mögliche Widersprüche an. Jedenfalls wird damit klar, dass Versuche wie von Nishijima und anderen, das Dogenverständnis, Meditation sei bereits Erwachen, auf den Urbuddhismus zurückzuführen, sinnlos sind. Auch hier wäre Erwachen allerdings bedingt - nämlich durch die Präsenz und Anleitung eines Buddha.

      Gibt es von Wang Chong schon eine deutsche Übersetzung? Ich habe da momentan keine Zeit für, aber das Lunheng ist natürlich ein hervorragendes Gegenmittel für den Glauben vieler Buddhisten, gegenseitige Bedingtheit würde auch karmatische Gerechtigkeit bedeuten (oder den der schönen Japanerin, alles sei schon Liebe). Wang Chong hat diese Denkfehler schon früh bloß gelegt und das Element der Zufälligkeit und Willkürlichkeit eingeführt. Ich freue mich ja auch, wenn ich lese, dass man mal wieder einer Pflanze einen Wirkstoff gegen eine Krankheit entlockt hat, und ich kann gut verstehen, wenn man da ein göttliches Werk wittert, weil es Sinn macht. Aber nur zu leicht vergisst man, wie kalt und grausam das Universum anderswo waltet, und wie schnell und schlicht es mit einem größeren Meteoreinschlag mit all unserem Tun (und diesem Blog) ein Ende haben könnte.

      Wenn Du selbst Lust hast, Wang Chong zu übersetzen, möchte ich Dich ermutigen. Ich glaube, wir hatten mal was anderes angedacht, aber da komm ich gerade nicht an die Quelle heran.

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  3. http://www.youtube.com/watch?v=OptXSzfR3vM
    Dort habe ich nun sogar einen Kommentar an die ständig Tony Parsons zitierende Japanerin hinterlassen. Parsons, der im Rentenalter seine Ideen aufschrieb und natürlich auch ein Preisschild dranhängte.

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    1. Naja, mal ein kurzer versuch über einige Aspekte eines radikalen Nondualismus eines T. Parsons, R. Sylvesters etc. Ich will sie nicht bewerben, es gibt nur Punkte, wo sie mir als stimmiger erscheinen als Tolle & Co. und auch als Teile des Buddhismus.
      Was ich an ihm sehr mag, ist eine Desillusionierung (und daher passt es ja vielleicht auch zum Thema säkularer "Buddhismus"), was Erwachen (oder wie man es immer nennen will) angeht. Es ist kein Zustand, erst recht keiner des Geistes oder der Evolution, er hat nichts mit Glückseligkeit etc. zu tun (etwas, was auch immer im Buddhismus rumspukt oder rumspuckt), es ist kein mehr, sondern ein Verlust, der Verlust der Ichhaftigkeit des Seins. Und es ist nichts besonderes. Und sie können nichts geben.
      Ansonsten seine Betonung, das das Nichtbedingte nicht durch Bedingungen erlangt werden kann. Jegliche Spiritualität wird als dual gesehen (oder wie Wolinsky (der Dekonstrukteur des Advaita) es mal ausdrückte "Spiritualität ist Teil der Illusion, Teil des Problems, nicht Teil der Lösung."
      Ansonsten scheinen sie mir (ähnlich wie U.G.) mehr "ihr" Sein zu beschreiben (wobei sie sich durchaus der Untauglichkeit der Sprache bewusst zu sein scheinen).
      Wodurch sie sich für mich von den Tross der restlichen Nondualisten unterscheiden, das sie nicht doch irgendwelche Methoden anbieten, und vor allem das es bei ihnen keine Hinterwelten gibt (da, wo die anderen dann doch ein Bewusstsein, Noumenon, Gott, Selbst oder what ever konstruieren).
      Und ein Parsonsches "Da ist nur Lebendigkeit" ist sicher immer noch gefährlich, erinnert mich aber schon ein wenig an daoistisches.
      Gefährlicher Punkt ist sicher (wie du richtig erkannt hast) der Punkt, das man schon noch manchmal sagt: Dies hier ist unbedingte Liebe. Ich glaube, man versucht auf eine bestimmte Intimität des Seins hinzuweisen. Aber ich glaube, es ist ein Triggerpunkt, der in die falsche Richtung zeigen kann (aber das kann jeder Hinweis).
      Sie versuchen irgendwie auf ein "rechtes Sehen" hinzuweisen, aber sicher geht das genau wie bei Buddha in die Hose.
      Und es gibt aber auch einen "Schüler" von Parsons (der dieses Jahr Selbstmord begangen hat, wenn ich das richtig verstanden hab), der es einmal so auf den Punkt brachte:

      F: Was ist mit Liebe?
      N.G..: Was ist mit Gleichgültigkeit?
      F: Ich meine bedingungslose Liebe.
      N.G..: Alles ist bedingungslos."

      Nathan Gill

      Sicher ist ein wichtiger Punkt der des Geldes. Aber da ist erstmal vorher schon die Klarheit: "Wenn ihr das Buch kauft oder das treffen besucht, werdet ihr davon nix haben." Da ist zu mindest keine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Und ich find sie nicht so überteuer (so 30€ pro Tag - es gibt Sesshins die teurer sind), ich war einen Tag sowohl bei Tony als auch bei Richard, und es waren beides sehr angenehme, amüsante Tage.

      Die weitere Frage ist: Wie geht man dann mit schwierigen Situationen um?
      Sicher nicht anders, als andere Menschen auch. Man lässt sich operieren, nimmt Schmerztabletten, begeht Suizid, die Möglichkeiten sind vielfältig.

      Ein Unterschied zu U.G. besteht sicher darin, das U.G. das ganze als rein körperliches Phänomen dastellt, während Parsons & Co. eher das Nichtgetrenntsein betonen.

      Es wird weder wahrgenommen noch gewusst.
      Das ist das Mysterium, das Paradox,
      das absolute Wunder dessen,
      wonach wir uns sehnen.

      Wäre die Ganzheit wahrnehmbar,
      müsste es etwas davon Getrenntes,
      einen Wahrnehmer geben,
      der sie wahrnehmen könnte.

      Diesen Anderen gibt es nicht.
      Da ist nur alles und nichts.

      Tony Parsons

      Ansonsten ist sicher das selbe anzumerkern, was schon Hui Tzu zu Zhuangzi sagte: "Deine Lehre ist groß und nutzlos". Aber vielleicht gehts ja darum gerade.

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    2. Vielen Dank für diese Darstellung, Giri! Hätte eigentlich einen prominenteren Platz verdient - ich gehe jedoch davon aus, dass viele Leser die Kommentare hier beachten.

      Hast Du eigentlich einen eigenen Blog? Ich will meinen ja Ende des Jahres auslaufen lassen, es wäre schön, wenn jemand aktiv in diese Richtung weiterdenkt und -schreibt, noch dazu mit Witz. Ich finde auch gelungen, wie Du das Für und Wider abwägst.

      Mich irritieren an den Formulierungen dieser Seite solche Dinge wie "Gewahrsein" ohne den Aspekt des Personalen, aber vielleicht verstehe ich das falsch. Mir ist da Sawaki lieber, wenn er betont: Stirbst du, stirbt die Welt mit dir. Mit anderen Worten, nämlich moderneren der Neurowissenschaft: Gewahrsein ist bedingt, nämlich durch ein funktionierendes Hirn.

      Unabhängig von meiner eigenen Ansicht (mein Transzendenz-Beitrag gegen Jahresende wird deutlich machen, warum ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung - bzw. deren Interpretation - nicht mit Parsons mitgehe) sehe ich durchaus, dass hier einige der Fallen des Buddhismus umgangen werden können.

      Ich habe zu dem Selbstmord, den Du da andeutest, nix gefunden, aber dies sehe ich als Hauptgefahr der Lehren, wie sie die Japanerin nach Parsons zitiert: Wer sich über sein Menschsein und dessen ureigenste Bedürfnisse intellektuell hinwegtäuscht, kann dafür einen hohen Preis bezahlen, z.B. durch Depression. Ein Täuschen kann darin bestehen, sich persönliche Bedürfnisse nach individueller Liebeszuwendung ausreden zu wollen, sich über das Leid entzogener oder fehlender Elternliebe hinwegzusülzen, statt sich trauernd damit zu versöhnen usw.

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  4. Die Dame hat meinen Kommentar bereits gelöscht, wie es aussieht. Habe also wohl ihren wunden Punkt erwischt. Hier ist er:

    For some reason, somebody pointed to you at my blog. I listened to your voice for a while tonight, in different clips on Youtube (which was easy because it sounds like music to me). Allow me to point out a couple of things that may prevent a deeper depression which I am afraid you will sooner or later face. I deduct that from your mimics and your worldview.

    Philosophically or spritually speaking, you make a couple of good points that we have heard of somewhere else. The main mistake is in thinking that we are not our body. You would totally change your view and not make any clip like this one anymore after having been tortured or when going through stage 4 pancreas cancer. Your point of view is another kind of luxury shopping. People can die from severe pain, just from the experience of pain, even when they do not believe in it at all. Thus any physician with some experience can tell or even demonstrate you in a clinic how much we are our body and how much its definitions decide our fate.

    The view that everything is already in love is just made by a part of your body, the brain. You could also say that everything is in decay, which is of course even more true - but it would not sound popular or nice. Everything you make up in your mind, be it that one believes she is in true love or one believes that there is actually no pain or no one to experience it is just a result of your brain functioning, detecting, trying to make sense of life. It is obvious that the sense you personally make of it helps you in a way.

    You are quite charming. Please do not let anyone use you to make money of your spiritual findings. I am sure you are able to go deeper. The secret is not to fool ourselves about everything being in love but to accept the reality of loss and failure. If you could not get the love of someone that you wanted to get - or you were seriously disappointed - this is also just as it is. It does not mean that your quest for (personal) love was an error.

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