Mittwoch, 13. August 2014

Wie Jack Kornfield Ajahn Chah verrät

 "Nimm das Gute von dem, was dein Lehrer anbietet." (Ajahn Chah)

Über die Kommentarfunktion meines vorletzten Beitrages wurde ich gefragt, was ich vom Vipassana-Lehrer Jack Kornfield halte. Ich gebe zu, mich bisher nicht weiter mit ihm beschäftigt, aber irgendwie im Hintergrund einen sympathischen Eindruck behalten zu haben, wann immer er mir unterkam. Das hat sich nun geändert. 
   Laut seiner Website besitzt Kornfield einen Doktortitel in klinischer Psychologie, was ihm ein hinreichendes Auskommen bescheren dürfte. Er vergisst auch nicht seine Zeit beim hoch angesehenen thailändischen Waldklostermönch Ajahn Chah (1918-1992; dessen Wiki-Eintrag ist wohl von Ajahn Sumedho verfasst) zu erwähnen. Über diesen publizierte Kornfield ein Interview, das uns einen guten Einblick in Ajahn Chahs Erkenntnistiefe gibt. Obwohl er die Mönchsdisziplin und ihre zahrleichen Regeln verteidigt, weist er immer wieder darauf hin, worum es tatsächlich geht und wo unsere Erwartungen in die Irre führen: 

"Sie kommen - wie ihr - aus dem Westen und bitten, dass ich sie etwas lehre, als ob ihnen das weiterhelfen könnte ... Buddha erlangte Erleuchtung durch sich selbst, er hatte keinen Lehrer. Er tat es selbst. In dieser Hinsicht sind wir alle wie Buddha. Niemand kann diese Arbeit für uns tun. (...) Wir alle müssen uns selber erleuchten." (S. 20)

"Der Kern der Mönchsdisziplin ist die Betrachtung der eigenen Absicht, das Untersuchen des eigenen Geistes. Seid weise. Unterscheidet nicht." (S. 18)

"Du entwickelst deine Weisheit nicht, indem du andere beobachtest." (S. 13; man täusche sich also auch nicht beim Lesen dieses Blogs ...) 

"In Wirklichkeit gibt es weder atta noch anatta." (S. 15) 

"Sammlung (samatha) und Weisheit (vipassana) arbeiten Hand in Hand." (S. 10)

"Selbst Frieden muss als vergänglich angesehen werden. (...) Gib alles auf, selbst den Frieden." (S. 16)

"Hui-nengs Weisheit ist sehr tief. (...) Wenn du Nicht-Anhaften übst, wirst du sie schließlich verstehen." (S. 10)

"Wenn du weise bist, wirst du nicht an konzentrierten Geisteszuständen hängen bleiben. Es ist damit genauso wie mit dem Wunsch, lange zu sitzen. Das ist gut zur Übung. Aber in Wirklichkeit ist die Übung unabhängig von jeder Körperhaltung. Es ist eine Frage der unmittelbaren Betrachtung des Geistes. Das ist Weisheit."

Obwohl Ajahn Chah riet: "Wenn du nach den nächsten fünf Löffeln satt wärest, hör auf (zu essen)", starb er, unnötig lange, an den Folgen seiner Diabetes. Seinen Rat gegen Müdigkeit habe ich jedoch schon mit Freuden und zum Gelächter einiger Kinder befolgt: "Gehe rückwärts. Die Furcht, gegen Dinge zu stoßen, wird dich wachhalten."

Nun zurück zu Kornfield. Auf seiner Website finden sich überraschenderweise etliche kostenpflichtige Audio-Dateien zum Download, deren Inhalt sich vornehmlich an Anfänger richtet und die üblichen Themen behandelt. Und das, obwohl Kornfield allein durch den Verkauf seiner Bücher (er spricht von über einer Million Auflage) zum Millionär geworden sein müsste. Nur wenige Texte von ihm hingegen sind frei einsehbar, etwa in seinem Blog, und sie strotzen nur so von buddhistischem Friedefreude-Eierkuchen-Duktus, wie man ihn kennt. Kornfields Schreibertalent ist unverkennbar, seine Uneinsichtigkeit jedoch auch. Einmal faselt er von einer Nonne, die sich von metastasierendem Krebs durch Kräuter und einjährige Meditation "geheilt" hätte*, ein anderes Mal wirbt er für eine Burma-Reise mit "Partner Asia", die für einen neuntägigen Fahrradexkurs eine Spende von 10.000 USD erwarten und für den "bike trip" selbst 1.600 USD in Rechnung stellen, mit dem Hinweis, andere Anbieter würden dafür 5.000 USD verlangen. (Ich garantiere hiermit, dass man für weniger als 1.000 USD mehr als 9 Tage lang durch Myanmar radeln kann.) Über die geschickte Reisefinanzierung von Mönchen und buddhistischen Lehrern könnte ich noch mehr schreiben. Als ich Kornfield auf einem Foto im Profil sah, musste ich an Jerry Seinfeld denken, der wenigstens aus seiner Kohle (die er u.a. in einen antiken Fuhrpark investierte) keinen Hehl macht, trotzdem einen einfachen Donut genießen kann und sich fragt, worum es eigentlich noch geht, wenn man ausgesorgt hat. Darüber kann ich wenigstens lachen.

Ein Retreat mit Kornfield und anderen kostet ca. 100 USD am Tag - ohne Verpflegung und Unterkunft. Würde man also einen Monat mit diesen Spezies verbringen wollen, würde das einen durchschnittlichen Zweimonatslohn auffressen.Vom Waldkloster übrig bleiben ein paar Phrasen und Einsichten, die jedermann zitieren könnte, der ein bisschen rhetorisches Geschick besitzt, und für die keiner bezahlen muss, weil man vom Original hinreichend kostenlos im Netz findet.

[Nachtrag:] Ich rechne Kornfield das Eingeständnis an, dass seine kleine Umfrage unter buddhistischen Lehrern ergeben habe, 34 von 39 hätten eine intime Beziehung zu ihren Schülern bzw. Schülerinnen (Quelle: Bringing Home the Dharma). Das schützt jedoch nicht vor Naivität oder Dogmenphrasen, so wenn er Ruth Denisons Credo übernimmt, Karma bedeute, dass man "mit nichts davonkäme" (A Path with Heart). Ein solcher Irrglaube beruht auf einer traditionellen Vorstellung von Karma, nach der die Absicht einer Handlung bereits entscheidend für die nachfolgenden Wirkungen sei. Es darf dann nicht verwundern, dass Kornfield buchstabengetreu dazu rät, bei der Meditation gelegentlich zu überprüfen, ob die "7 Faktoren der Erleuchtung" vorhanden seien (Seeking the Heart of Wisdom).  Im Gilana Sutta erfahren wir freilich, was es damit auf sich haben kann - dort wird der schwerkranke Buddha plötzlich geheilt, nachdem auf seine Aufforderung hin Cundo die sieben Erwachungsglieder aufgezählt hat. Die folgenden Abschnitte unterstreichen zudem, dass mit der "Leidversiegung" im Palikanon tatsächlich auch körperliches Leiden und Krankheit gemeint waren. Abgesehen davon, dass das übliche Verständnis der einzelnen Faktoren diese untereinander inkompatibel macht: Gerichtete Konzentration kann nicht mit dem Gewahrsein aller Phänomene und dem "Hinterfragen" (dhamma vicaya) solcher Konzepte wie "heilsam" und "unheilsam" einhergehen. Wer diesen Unsinn glaubt und die Gefahr der Wortgläubigkeit nicht erkennt, dem gehört eigentlich seine Fähigkeit als Psychologe überprüft. Jeder zweifelnde Leser dieses Blogs mag die Geschichte einfach mal an einem Siechenden ausprobieren.

[*Nachtrag II: Diese Bemerkung, die ich ja gar nicht weiter kommentierte und nur durch das Verb "faseln" wertete, hat den User "Stiller Raum", der mich kürzlich hier noch selbst um meine Meinung zu Kornfield bat, im Forum Buddhaland vollends auf die Palme gebracht. Noch stärker als unten im Kommentar sieht er sie als "menschen verachtend" und "zutiefst beschämend" an. Es ist wirklich kaum zu glauben, dass ich meine Wertung noch ausdrücklich erklären muss, wo ich dem Sterben mehrerer Krebskranker in meiner Familie zusehen durfte. Hier also der Asso-Blog für Dummies: Es ist unverantwortlich von einem ausgebildeten Psychologen wie Kornfield, mit solchen Sätzen anzudeuten, man könne sich mit Kräutern und Meditation von Krebs heilen - und das hat er getan, weil er diese Anekdote (oder: den Einzelfall) nicht in einen wissenschaftlich korrekten Zusammenhang stellte, wozu u. a. auch gehört hätte zu sagen, dass man nach einjähriger Therapie durch was auch immer nicht als geheilt von Krebs gilt. Hier zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, Verantwortung für andere zu übernehmen, und wie sich oberflächliche Ethik von tiefer gehender unterscheidet, die sich nicht durch Illusionerzeugen, sondern durch rationale Analyse stützt. Lesetipp: Siddharta (sic!) Mukherjee: Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biografie (DuMont 2012).

Noch ein Anmerkung zum nahe liegenden Vorwurf des Neides. Ich habe ja selbst schon Bestseller publiziert, ich kann das also. Joshu Sasaki meinte: "Es gibt keinen bedauernswerteren Menschen als einen Reichen oder eine schöne Frau." Wer zu blöd ist, Oberflächlichkeit von Analyse zu unterscheiden - hier: Ajahn Chah lehrt Freigebigkeit, Kornfield verlangt Geld für seine Texte (auch das, was er von Ajahn Chah kostenlos bekam) -, der hat wohl nie akademische Studien betrieben. Wer schwammig und unkonkret behauptet, wie "Stiller Raum" in einem Kommentar, auch mir könne Kornfield etwas beibringen, von mir aber nach Sichtung mehrerer seiner Werke an ganz konkreten Textstellen das Gegenteil aufgezeigt bekommt, der weiß nicht, dass hohe Wellen (Polemik) auch in der Tiefe Schlamm aufwühlen können. Genau das belegt nun der Thread im Buddhaland, dem Forum vieler Feiger (Anonymer).

Die letzte Diskussion mit "Stiller Raum" - d. h. auch meine eigenen längeren Antworten - habe ich nicht zuletzt darum gelöscht, weil sie wie bei seinem jüngstem Kommentar hier nur auf eine Personendebatte über mich hinauslief, bei der meine schlichten Entgegnungen sich am Ende wie eine widerliche Selbstbeweihräucherung lesen könnten. Darauf habe ich keinen Bock. Dies jedoch ist etwas anderes: Daizazen! Und noch mehr: Daishigyo!

Die kommenden Wochen wird tatsächlich über "kranke Menschen hergezogen und sie lächerlich gemacht". Versprochen!]




Kommentare:

  1. Namaste!

    Hi GuiDo.
    Leider ist das gepostete Video in der BRD wegen "Uneinigkeit mit der GEMA in Bezug auf die Musik von UMG" nicht einsehbar.

    Schade.

    Viele Grüße
    < gasshô >

    Benkei

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  2. Danke für den Hinweis, Benkei. Ich hatte besinnliche Musik von David Sylvian ("Approaching Silence") mittels Youtube eingebaut - die ist nun ersetzt durch Reden von Ajahn Chah.

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  3. "Einmal faselt er von einer Nonne, die sich von metastasierendem Krebs durch Kräuter und einjährige Meditation "geheilt" hätte,"
    Was willst Du damit sagen? Hast Du schon mal Krebs oder eine andere schwere Krankheit gehabt? Wenn Nein, dann einfach mal auf das Kissen setzen, eine Wand anstarren und glücklich darüber sein von den ernsten Dingen im Leben keine Ahnung zu haben. Da Deine Politik der Zensur, die Du ja so gerne bei anderen anprangerst, aber selber gerne praktizierst wahrscheinlich wieder Dein EGO schützen soll kannst Du es gerne löschen. Solche menschen verachtende Aussagen zeigen einfach Dein wahres Wesen. Von nichts eine Ahnung aber viel labern wollen.

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  4. "Hast Du schon mal Krebs oder eine andere schwere Krankheit gehabt?"
    Ja.

    Wie du siehst, habe ich deinen Beitrag nicht gelöscht. Er spricht doch für sich selbst.

    Schon in der gelöschten Diskussion ging es dir m. E. vor allem darum, meinen Stil zu kritisieren, indem du hin und wieder etwas "persönlich" wurdest. Da ich nicht weiß, wer hinter "Stiller Raum" steckt, hast du das stets anonym getan. Da fass dir doch einfach mal an die eigene Nase.

    Ich zensiere hier im Gegensatz zu anderen - hoffentlich! - keine inhaltlich tragfähigen Beiträge, sondern anonyme persönliche Angriffe. Unsere letzte Diskussion hätte zudem per email geführt werden können; einige Randaspekte greife ich in den nächsten Blogbeiträgen auf.

    Die Frage nach "inhaltlich tragfähig" stellt sich in einem privaten Blog anders als in einem öffentlichen Forum. Wenn da Moderatoren ihre persönlichen und biographischen Probleme zum Maßstab von (inhaltlicher) Zensur machen, so wie Alf Bartholdy (Jiun Ken) und Co. beim Buddhaland, dann hat das eine andere Bedeutung als wenn ich mir hier Diskussionen um meine Person oder die Werbung für Leute ersparen will, die ich eindeutig als Scharlatane geoutet habe.

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    1. Wenn Du einen Blog betreibst indem Du praktisch über fast alle bekannten buddhistischen Lehrer und Schulen herziehst (außer natürlich die, mit denen Du Geld verdienst), dann musst Du Dich nicht wundern wenn Dich Leute aus einem Forum schmeißen. Deine Kritik ist größtenteils sehr schwammig und fundiert letztlich einfach auf Deiner persönlichen Meinung. Dein Ziel scheint einfach zu sein viel Aufmerksamkeit zu bekommen und vielleicht selber später ein Buch darüber zu schreiben welche buddhistischen Schulen, denn nun vertrauenswürdig erscheinen und welche nicht. Wenn Deine Kritik so fundiert ist, wieso schreibst Du denn nicht einfach ein Buch. Du wärst ja nicht der erste der sich erst dem Buddhismus zuwendet und sich dann dadurch davon abwendet indem er alle Traditionen kritisiert und nur seine kleine ausgewählte Gruppe von Lehrern als den "wahren" Buddhismus erklärt. Wieso diskutierst Du nicht öffentlich mit anderen? Es gibt genügend offene Dialoge zwischen Buddhisten. Traust Du Dich nicht ?
      Zum Thema Krankheit. Ich finde es weiterhin unwürdig sich über andere Menschen die Krank waren, abfällig über ihren Genesungsweg zu reden. Ich weiß zwar nicht welche Krankheit Du hattest und welcher Weg Dir geholfen hat, aber bei so einem Niveau brauchst Du nicht erwarten, dass Dich noch jemand ernst nimmt. Ich greife Dich hier nicht persönlich an, Sondern ich schreibe einen Kommentar über Deine kritischen Worte. Wenn Du glaubst, dass sei zu persönlich und dass Du das dann löschen kannst, na bitte. Aber konstruktive Kritik lebt eben auch von Gegenkritik. Durch das löschen von sachlichen Kommentaren machst Du Dich eher unglaubwürdig. Aber diese Worte werden sicher auch bald gelöscht...

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  5. "Persönlich" sind irgendwelche Unterstellungen wie die gegenüber jemandem, den man nicht kennt, er habe dies und das nicht erlebt, er würde dies und das nicht tun.

    Ich verdiene mein Geld mit Zenbüchern, die ich für (weitgehend) gelungen oder wichtig halte. In wenigen Fällen habe ich mich schlicht bezahlen lassen für Titel, die ich für weniger gelungen halte (die wurden anderswo von mir sogar benannt), das war in der Zeit finanzieller Engpässe nötig. Diese Titel fliegen nach Vertragsende aus dem Programm. Ich hatte das Glück, nur wenige solcher "Autragsarbeiten" erledigen zu müssen.

    Ich könnte mehr verdienen, wenn ich den Dalai Lama, TNH, Kornfield, Glassman und Konsorten verlegen würde, bin aber ein "Überzeugungstäter", ich versuche meine Angelegenheiten möglichst "aus einem Guss" zu gestalten.

    "Deine Kritik ist größtenteils sehr schwammig"

    Nein, DEINE Kritik ist schwammig, weil eine solche hier und anderswo pauschal gemachte Aussage ja gar keine Kritik darstellt, denn es fehlen Detailbeweise. Bei mir ist das anders, ich habe z.B. gelernt, am Text zu arbeiten, wie man das in Sprachkursen vor dem Abitur und an der Hochschule macht, also an den buddhistischen Texten wie auch an den Büchern und Aussagen (etwa per Video) der von mir Kritisierten. Davon sind meine Beiträge voll. Gelegentlich benutze ich auch andere Kenntnisse, etwa aus der Analyse von Gestik und Mimik eines Vortragenden. Diese haben z.B. geholfen, schon früh von TTS' Abzockmotivationen überzeugt zu sein und davon, dass der DL zu seiner Kooperation mit dem CIA gelogen hat (alles in diesem Blog). Das ist nur schwammig für Leute, die sich mit dieser Materie nicht auseinandersetzen oder nie Exegese oder Textkritik gemacht haben.

    "fundiert letztlich einfach auf Deiner persönlichen Meinung"

    Auf welcher denn sonst? Hast du nicht verstanden, dass es darum geht, Erkenntnisse AUS SICH SELBST zu entwickeln?

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  6. "Dein Ziel scheint einfach zu sein viel Aufmerksamkeit zu bekommen"

    Nein, ich bin genug in der Werbung und im Marketing firm, um behaupten zu können, dass ich dafür etliche Chancen nicht nutze, etwa die üblichen Plattformen Facebook und Twitter. Ich glaube an etwas anderes, an eine subtile katalysatorische Funktion, die nicht vom Ausmaß der Aufmerksamkeit und vor allem nicht von dem der Popularität abhängt.

    "Wenn Deine Kritik so fundiert ist, wieso schreibst Du denn nicht einfach ein Buch."

    Weil mir bisher die Texte anderer wichtiger erschienen, aber nach Abschluss des Zenlexikons ist das gut möglich.

    "Du wärst ja nicht der erste der sich erst dem Buddhismus zuwendet und sich dann dadurch davon abwendet"

    Ich habe mich nicht dem Buddhismus zugewandt, ich war über den Taoismus darauf gestoßen, dass Zen meine eigene richtungweisende Erfahrung am besten in einen Kontext stellt und diese zu vertiefen wusste. "Den" Buddhismus habe ich von Anfang an kritisch gesehen. Zen ist etwas anderes. Es gibt da gerade einen Thread in Buddhaland über Zen und Theravada, wo man gut erkennen kann, wie das verkannt wird. Möglicherweise antworte ich hier mal im Blog, damit nochmal geballt klar wird, warum es sich um zwei unterschiedliche Religionen oder Lebensphilosophien handelt. Es gab nur wenige, wie Buddhadasa Bhikkhu, die das einigermaßen zusammenbekamen. Der beste Beleg für meine These ist Bhante Dhammika mit seinem Blog, der nicht nur diese Ansicht teilt, sondern auch als nicht-regulärer Mönch des Theravada an seiner Robe festhält. Das ist im Zen unnötig. Ob man dem Vinaya folgen zu müssen glaubt oder nicht, das ist ein entscheidender Unterschied. Auch der Schriftglaube.

    "nur seine kleine ausgewählte Gruppe von Lehrern als den "wahren" Buddhismus erklärt"

    Eine "Positivliste" gibt es hier nicht, lediglich Lektüre-Empfehlungen. Ich denke, dass auch Sawaki und Deshimaru fehlgingen, indem sie das Zazen überbetonten. Mir sind die Zusammenhänge zwar nicht von Anfang an klar geworden, weshalb die Kritik am ausgedehnten Zazen sich eher in den letzten Jahren verdichtet hat. Auch das neurotische Sexualverhalten anderer Lehrer, die durchaus etwas zu vermitteln haben (wie Shimano) sehe ich kritisch. Wenn bei deren Lebensstil aber dennoch geistig-weise Perlen und Humor hervorschimmern (und das gilt besonders für Sawaki), dann stehen sie vor den anderen. Denn wenn man dafür auch nicht unbedingt Zazen braucht, sind sie doch der Beweis dafür, dass es nicht schaden muss.

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  7. "Wieso diskutierst Du nicht öffentlich mit anderen?"

    Das habe ich jahrelang getan, namentlich kenntlich oder auf Nachfrage kenntlich gemacht, in allen relevanten Foren, von denen einige tot sind (Zenforum, DBU-Forum) und andere permanent ausschließen (Buddhaland, Zenforum International, gewisse internationale Mailinglisten - wer das verstehen will, es gibt lange Dialoge, die das satirisch abbilden, bei Tutteji Wachtmeister, dem es ähnlich ergeht). Der Ausschluss erfolgt aus zwei Hauptgründen: a) Kritik an Lehrern, denen die Moderatoren anhängen, b) Forderungen nach sexueller Émanzipation, die den in Therapie Befindlichen und Zölibatären sowie Verklemmten die Galle übergehen lassen (was beides zeigt, dass sie es mit der Ärger-Bewältigung nicht weit gebracht haben). Bei mir kann man z.B. Sawaki oder Shimano oder Sasaki kritisieren (oder umgekehrt für sexuelle Abstinenz eintreten), nicht aber mit Unterstellungen zu meiner Person hausieren gehen. Viele Moderatoren tragen ihre emotionalen Päckchen und Packungen mit sich herum, ich habe da im Stillen auch Mitempfinden.

    Ob in den vergangenen Ausgaben die versprochenen Abdrucke meiner Leserkommentare in Buddhismus Aktuell erschienen, weiß ich nicht, da ich nicht in Deutschland war/bin.

    "aber bei so einem Niveau brauchst Du nicht erwarten, dass Dich noch jemand ernst nimmt.... Durch das löschen von sachlichen Kommentaren machst Du Dich eher unglaubwürdig"

    Weder ist der erste Teil ein sachlicher Kommentar (denn er ist eine unbegründete Annahme - wie ernst ich genommen werde, siehst du bloß nicht, weil du nicht weißt, dass Zensur Ernstnehmen bedeuten kann), noch wurde deine Kritik hier gelöscht - eben weil der Ausgangspunkt ein Beispiel für besondere Dämlichkeit unter Buddhisten ist. Ein Psychologe, der auch noch als buddhistischer Lehrer auftritt, sich seine ehemalige Mönchszeit in die Biografie schreibt, als Millionär aber dennoch weiter mit Buddhismus Geld scheffeln will, erklärt zwischen den Zeilen, dass es möglich ist, nach einem Jahr Meditation und Kräutertherapie von Krebs geheilt zu sein. Ich sage das nun zum zweiten Mal deutlich, falls du es im Nachtrag des Blogs überlesen hast: Diese Nonne ist nicht genesen. Aus medizinischer Sicht gilt sie erst viele Jahre später als geheilt. Diese Nonne sitzt demnach wie Kornfield und einige seiner Leser einer Illusion auf. Im Zen geht es darum, solche zu zerstören.

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  8. "Stiller Raum": Leider hast du dich mit dem letzten Beitrag in Buddhaland vom 03.09.2014, 22:24 zu weit herausgelehnt. Ich habe vom Betreiber wahlweise die Löschung deiner üblen Nachrede, die spätestens durch diese Mitteilung auch zur Verleumdung werden kann (da sie wider besseres Wissen geschieht), oder eine Gegendarstellung folgender Art erbeten:

    "Der Angkor Verlag verdient nicht mit "Buddhismus", sondern mit "Zen" und Romanen (Belletristik) Geld und "es läuft gut"."

    Ich bin geschäftlich tätig, darum solltest du dich bei einem Anwalt erkundigen, wie weit deine Mutmaßungen gehen dürfen, ehe dir Ärger droht. Ich denke, wir haben nun verstanden, was du wirklich im Schilde führst, und deine feige, anonyme Schleimerei ist auch ein Grund, warum du hier keinen Platz mehr bekommen sollst. Du bist schlicht ein dreckiger Verleumder (resp. Verleumderin).

    Noch einmal: Ich kritisiere nicht Geldverdienen (ganz im Gegenteil, ich kritisiere Mönche, die nur vom Betteln leben), sondern ich ermahne die, die vorgeben, nach einem buddhistischen Regelwerk zu leben und dieses verletzen. Das wäre nicht so bedeutsam, wenn sie sich nicht diesen Nimbus gäben. Ich trage keine Robe und mache Geschäfte, gebe mir diesen Nimbus also nicht.

    Die Grundvoraussetzung eines Unternehmens ist, dass es auf Gewinn abzielt, was jedem klar sein müsste. Die Grundvoraussetzung eines Menschen, der in Robe lebt oder z.B. Ajahn Chah als Lehrmeister ansieht, sollte eine andere sein, wenn er Buddhismus verbreitet, insbesondere, wenn er dadurch bereits reich geworden ist.

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  9. Wir können nun auch gut studieren, wie Buddhaland in diesem Fall reagiert, da der Beitrag von Stiller Raum die Forenregeln verletzt ...

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