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Posts

50 Millionen Tote? Coronavirus und Rechte Rede (Update 30.03.)

Nach meiner Berechnung würden 50 Millionen Menschen weltweit an COVID-19 sterben. Ich könnte, wegen einer chronischen Vorerkrankung, dazugehören. Dass nun auch ich noch meinen Senf zum Thema "Coronavirus" abgebe, ist wohl so überflüssig wie ein Kropf. Und dass ich rechte Rede vor allem als die Fähigkeit verstehe, klar zu sagen, was ist, nicht lange um den heißen Brei herumzureden und eben auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen - dafür steht bekanntermaßen dieser Blog. Also erstmal genug der Plattitüden (dieses Wort musste ich gerade zwei Mal korrigieren).  In den vergangenen Wochen habe ich etlichen Virologen zugehört, vor allem deutschen. Ich will ihre Namen jetzt gar nicht mehr im Einzelnen recherchieren, ich weiß nur, dass ich mich in eine Professorin vom Robert-Koch-Institut verlieben könnte und sofort sexuelle Fantasien hatte, als sie bei Markus Lanz saß. Einige dieser Experten haben sich im Lauf dieser Wochen bereits korrigiert oder ihre Einstellung veränder...

Die Schule der drei Stufen (sanjiejiao) und frühes Chan

Der Mönch Xinxing (540-594) begründete die Sanjiejiao , die „Schule der drei Stufen“, die trotz offizieller Unterdrückung mehrere hundert Jahre lang recht populär war. In ihr werden fühlende Wesen nach ihrer spirituellen Auffassungsgabe unterteilt in Weise, Narren und die dazwischen. Xinjing hielt seine Zeitgenossen für Narren, die sich auf universelle Lehren (pufa) einer letztgültigen Wahrheit verlassen mussten, welche die Unterscheidung von rein und unrein oder richtig und falsch überschreitet. Weise hingegen konnten von den Lehren unterschiedlicher Schulen (biefa) profitieren. Die Sanjie -Gemeinschaft konzentrierte sich auf fünf Klöster in der damaligen Hauptstadt Chang’an, hatte aber Anhänger im ganzen Land. Zu ihrem klösterlichen Leben gehörten Bußrituale, Rezitationen, der Almosengang; schon kleine Vergehen wurden geahndet. Bekannt war auch ihr „Unerschöpfliches Warenhaus“ (Wujinzang) , das zinslos Güter an Bedürftige verlieh. Xinjing lehrte, gemäß der Buddha-Natur alle Leb...

„Auch Roboter haben die Buddha-Natur.“

Künftig wird es hier ein paar Ausflüge in die ferne Vergangenheit des Zen geben. Wenden wir uns heute also mal einem zukunftsträchtigen Thema zu, den Robotern. Obiges Zitat stammt von einem der Pioniere der Roboterentwicklung, Masahiro Mori (geb. 1927), der einige seiner Thesen im Aufsatz „Uncanny Valley“ (Unheimliches Tal) vorlegte. Ich fasse hierzu Takeshi Kimuras Artikel „Masahiro’s Buddhist Philosophy of Robots“ ( Paladyn, Journal of Behavioral Robotics, Vol. 9/2018) zusammen. Seit einiger Zeit beschäftigen sich Robo-Ethiker mit Fragen wie der, inwiefern religiöse Menschen gegenüber künstlicher Intelligenz offen sind, was man von Sexmaschinen zu halten hat oder wie ein Roboter in islamischen Ländern koran-konform autistischen Kindern helfen kann. Weiter wurde moderne Technologie als vergleichbar angesehen mit rituellen und magischen Akten, zumal sie oft Ekstase und Erstaunen auslöse. Masahiro Mori ist nun ein Sonderfall, denn er praktiziert Zen (womit er 1969 beim Rinzai-Mei...

Sammlung von Zeugenaussagen gegen Dr. Zernickow alias Sotetsu Yuzen (Update: 30.06.20)

„Verdächtigungen, Verleumdungen, Schuldzuweisungen, angelastete Verfehlungen, selbst Bedrohung und Verfolgung werden [den Zen-Meister] nicht in seiner Übung stören. Eine Verteidigung seinerseits ließe ihn wieder an einem dualistischen Spiel teilnehmen, das er hinter sich gelassen hat.“ (Klaus Zernickow in:  Tritt durch die Wand , Mumon-kai Verlag 2011, S. 538, zitiert nach Hamacher: "Zen hat keine Moral") Offenbar hat Dr. Zernickow nun eingesehen, kein Zen-Meister zu sein, denn: Mich erreichte gerade ein Schreiben einer von Dr. Klaus Zernickow (alias Sotetsu Yuzen) beauftragten Kanzlei, in dem gefordert wird, zwei Beiträge in diesem Blog zu löschen. Darum möchte ich hiermit weitere Zeugen zu ihrer Mithilfe anregen. Wenn Dr. Zernickow vor Gericht gehen will, bietet sich die Gelegenheit, diesen Fall umfassend aufzurollen. Bitte schreibt an schnippschnupp (at) e.mail.de (auf genaue Schreibung achten) oder ggf. in die Kommentarfunktion unten (bitte in diesem Fall ...

Nicht vergessen ... Anfang 2020 ging die Paranoia los ...

 

Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik

[Im Folgenden ein Beitrag, der verschiedene Texte aus diesem Blog verbindet und auf Anfrage eines buddhistischen Magazins zustande kam, das ihn schließlich aber selbst in einer stark vereinfachten Form und ohne die Bezüge zum Machtmissbrauch für zu akademisch befand. Den vierten Teil über tibetisches Zen habe ich hier weggelassen, weil er erst kürzlich in diesem Blog zu lesen war.] Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik Teil I: Die Vorläufer Seng-chao und Chih-i In der jüngeren Zeit sind das Fehlverhalten und der Machtmissbrauch buddhistischer Lehrer in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei fiel mir auf, dass sich bei einigen Schülern (ich bitte die weibliche Form jeweils mitzudenken) auch nach der Aufdeckung von Skandalen eine unrealistische Erwartung hartnäckig hält, die zwei wesentliche Charakteristika hat: Zum einen wird auch der nächste Lehrer als etwas angesehen, der etwas besitzt, was man selbst nicht habe; zum anderen soll auch er wieder exemplarisch ...

Joshu Sasaki: Das Archiv, seine Lehren, und Stuart Lachs' Fehldeutungen

"Die große Mehrheit spiritueller Lehren basiert auf der Idee, das Glück aus einem festgelegten Selbst heraus zu suchen. Zen behauptet, Glück entstehe durch das Auflösen und Nicht-Fixieren des Selbst. Mit diesem Auflösen meinen wir den Akt wahrer Liebe, der in der vollständigen Hingabe des eigenen Seins an den anderen besteht." (Joshu Sasaki) "Roshi bezeichnete sich selbst als liebeskranken, alten Mönch." (Leonard Cohen über Sasaki) "Diese Praxis bringt mir bei, ohne einen Zweck zu leben." (Sasakis Schüler Jiko) Vor einigen Monaten starb Kobutsu Malone , dem wir das Shimano- und Sasaki-Archiv zu verdanken haben. Auch aus persönlicher Betroffenheit hatte Kobutsu dort vor allem belastendes Material zu den beiden japanischen Zenlehrern gesammelt, die noch vor ihm verstarben und nicht zuletzt durch jahrzehntelanges sexuelles (offensichtliches) Fehlverhalten gegenüber ihren (erwachsenen) Schülerinnen von sich reden machten. Das Sasaki-Archiv ist o...