Donnerstag, 22. Juni 2017

Die Angst der Buddhisten vor Putin oder: Lasst euch nicht verätischen! (aktualisiert am 03.07.)

"Ich komme aus dem Tempel, um die Tiger auszurotten." *

(aus einem Song von Wednesday Campanella, siehe unten)

Gerade schrieb mir ein alter Freund aus Deutschland, dass er kaum noch wisse, wem er medial trauen solle. Wochenlang hatte man Donald Trumps Bemerkung, die Nato sei "obsolete", auf Deutsch mit "obsolet" wiedergegeben, bis auf dem TV-Kanal Phönix jemand erklärte, es sei damit "veraltet" und "erneuerungswürdig" gemeint. Ausgangspunkt unserer Kommunikation war mein Hinweis auf Oliver Stones "Putin Interviews" gewesen, die kürzlich auch in Deutschland ausgestrahlt wurden. Diese Interviews bestärkten mich in der Auffassung, dass es gut wäre, wenn die USA einen Präsidenten hätte, der Putin zum Freund machen kann. Nun wurden Trump vor allem auf Initiative seines Erzfeindes John McCain von den Republikanern Steine in den Weg gelegt. Alles, was Putin in den Interviews vorausgesagt hatte, bestätigt sich.

Mit dem Aufruf "Stand Against Suffering" hat sich kürzlich die US-buddhistische Szene zwischen den Zeilen deutlich genug gegen Trump positioniert. Ob die auch allesamt eine Russland-Paranoia haben, weiß ich nicht. In einem geradezu lächerlich um den heißen Brei herum schreibenden und voller Plattitüden steckenden Text lehnt man sich an die mit tausend Armen helfende Kwan Yin an (also einen Mythos), um nach der Aufzählung allerlei drohender Katastrophen von Umweltzerstörung bis Krieg an die buddhistische Pflicht zum Beenden des Leidens zu erinnern. Zunächst mag es sogar erstaunen oder gar erfreuen, dass Leiden hier einmal konkret an Äußerlichkeiten festgemacht wird, spricht daraus doch der Wille zur sozialen Verantwortung. Allein ist schon dies im buddhistischen Kontext fragwürdig, da der Dharma nicht diese Art von Leiden gemeint haben kann, wenn er zu dessen Beendigung aufrief, denn er nennt ja auch unabänderliche Geschehnisse wie Altern und Tod, die nicht anders "aufhebbar" sind als durch eine veränderte innere Einstellung dazu. Mit anderen Worten, man benutzt hier den Hinweis auf die buddhistische Lehre als Ausrede, um seine politische Position klarzumachen. Das fällt insbesondere auf, wenn man sich diejenigen unter den 13 Initiatoren ansieht, in deren Schule Kwan Yin (Avalokiteshvara) eine untergeordnete Rolle spielt.

Einer davon ist Bhikkhu Bhodi. Kürzlich wurde mir in einem anderen Blog dessen Erläuterung zum Achtfachen Pfad empfohlen, weshalb ich ihn googelte. Bald stieß ich auf ein Interview, in dem Bhikkhu Bhodi gesagt haben soll, er meditiere nicht, weil ihm das Kopfschmerzen bereite. Fake News? Jedenfalls hält er Nirwana für transzendent, was wohl der eigentliche Grund für die Lese-Empfehlung war, denn mein Gesprächspartner hat einen gewissen Sinn fürs Mysteriös-Übersinnliche. Ich frage mich, wie jemand, der nicht verstanden hat, dass Nirwana und Samsara eins sind, dieser Welt wirklich helfen will. Es wundert mich auch nicht, dass einige der hier bereits Kritisierten ganz oben als Unterzeichner auftauchen, etwa Jack Kornfield und Joan Halifax, und weiter unten dann Batchelor, Glassman usw. Vielen Dank auch den anderen, ich bin jetzt gewarnt. 

Nun hat Brad Warner in seinem Blog erklärt, warum er diesen Aufruf nicht unterschrieb (da er im Grunde diejenigen, die anderer Meinung seien, marginalisiere), obwohl er selbst ein vehementer Trump-Kritiker ist. Ja, Warners eigener Blog enthielt zuletzt nicht wenige Texte, die wenigstens nicht so schwammig wie der obige Aufruf daherkamen. Doch auch Warner habe ich inzwischen in meine Liste der Lehrer aufgenommen, die mein Asso-Blog nicht empfehlen kann. Seine einseitige Trump-Kritik ist nur eines von vielen Indizien für seine zunehmend zutage tretende Verwirrung, schlimmer finde ich seinen Aufruf, ein "Patr(e)on" (Unterstützer) von ihm zu werden, mit mindestens einem Dollar pro Monat (heute sind bereits gut 400 Dollar zusammengekommen). Ich verlinke diese Seite nicht, offenbar geht man nun vom Crowdfunding für Projekte schamlos zur Einzelförderung über, und Brad schaltet da tatsächlich bestimmte Texte nur für seine Gönner frei. Irgendwie musste das so kommen. Seit Jahren sehe ich Zen-Adepten, die sich vorwiegend auf Dôgen beschränken, den Überblick und die Erdung verlieren. 

Seit Jahren sehe ich auch, wie unter dem Vorwand, Buddhismus zu betreiben, politische Ideologien annehmbar gemacht werden sollen. Einer, der sich lange hinter viel marxistisch inspirierenden Worthülsen versteckte und permanent Ethik-Diskussionen anregen will, ohne seine eigene Hinterfotzigkeit überhaupt zu erkennen, ist der "Unbuddhist", dem jeder Zug recht ist, auf den er springen kann, selbst wenn er mit tibetischen Wunderheilern und eifersüchtigen Dakinis beladen ist, wie bei Tenzin Peljor. Mit Tenzin hat es auch so eine Bewandtnis, der lehrt zwar offensichtlich, wie ich gerade auf Youtube sah, obwohl er noch ganz schön "schwimmt". Er liest Beiträge in seinem Blog nach eigenem Bekunden jedoch nur teilweise oder gar nicht, gibt dann freilich Kommentare ab, die ganz offensichtlich den Gesamtzusammenhang verfehlen.

Warum sollte es einen Zen-Buddhisten interessieren, ein "Arhat" zu sein (diese Redewendung übernahm ich dort nur als Analogie für einen Erwachten, doch eigentlich müsste jeder Buddhismus-Student zumindest die Grundmaxime des Zen, "Offene Weite, nichts von heilig", kennen, also verstehen, dass ein Erwachter im Zen eben kein Heiliger ist)? Wieso sollte jemand, der sich auf eine jahrtausendealte Zen-Tradition (dort hieß es "von Wuzu bis Sawaki") berufen kann mit dem, was er sagt (z.B. Ablehnung buddhistischer Konventionen, Annahme der eigenen Fehlerhaftigkeit) von sich behaupten, er sei der einzige, der verstünde (ich behauptete dort lediglich, dass Matthias Steingass und Tenzin Peljor nicht dort stehen, wo ich stehe, also aus der Sicht von Unerwachten argumentieren - und sie haben mir in Bezug auf sich auch nie widersprochen)? Was soll dann der dämliche Vergleich mit Lehrern, die ihre Schülerinnen ins Bett kriegen wollen, indem sie ihnen irgendwas von ihrer spirituellen Meisterschaft erzählen - ich habe keine Schülerinnen und sogar schon mehrfach ausdrücklich erwähnt, wie ich mein Sexualleben gestalte, nämlich auf der Basis ganz offener Deals in einem - für mich - recht illusionsfreien Raum (überwiegend Hurerei). Wenn einem die Argumente ausgehen, dann beendet man halt die Diskussion, so wie Tenzin, nur um dann fröhlich und erkenntnisresistent weiter den eigenen Vorurteilen zu frönen. Natürlich ist der Dalai Lama nicht erleuchtet, er ist ja selbst das Symbol einer fleischlichen Reinkarnation eines Individuums. Man sollte ihm hoch anrechnen, dass er das nicht von sich behauptet. Andererseits ist das bei vielen auch bloß Koketterie oder der Versuch, einer Falle auszuweichen (man braucht sich dann nicht mit solchen Anwürfen wie ich rumschlagen), gelegentlich zitieren sie auch nur die Lehrer, die meinten, man könne das nicht von sich selbst behaupten (und vergessen die anderen Geschichten, in denen die alten Meister von ihrem Erwachen detailliert genug berichteten).

Tenzin und Matthias sind m.E. vergiftet vom tibetischen Buddhismus und seinem inhärenten Wunderglauben und werden regelmäßig Opfer ihrer eigenen Vorurteile. In ihrem begrenzten Verständnisrahmen kann darum nur das Diskreditieren über den gemeinsamen Nenner ihrer Vorurteile erfolgen. Es muss einen Geshe geben können, der Nonnen in seinem Schoß tröstet und sich nichts weiter dabei denkt, aber die Roshis X, Y und Z haben ihren Roshi-Status nur genutzt, um Frauen in ihrem Schoß zu missbrauchen. Die Frage, warum der Geshe ein Geshe sein muss, um trösten zu können, stellen sie nicht, was bei den einen als Masche gilt, darf für ihre eigenen Gurus nicht gelten. Da ist natürlich irgendwann das große Erwachen vorprogrammiert, im Sinne einer herben Enttäuschung nämlich. Ich muss jedenfalls nicht erst mal in ein Retreat, wenn mir eine sexuell Talentierte ("Dakini") den Laufpaß gibt; irgendwo wartet schon die nächste. Und ich kann weder die Lehrer verstehen, die meinen, sie müssten über den Umweg von Manipulation aus dem sehr kleinen Pool von Getreuen (und oft psychisch Angeschlagenen) ihre Sexualpartner wählen, noch diejenigen, die meinen, sie müssten den Dharma in Robe leben oder durch politische Ideologien ersetzen. Mir wäre das viel zu kompliziert.

Ich will Tenzin gar nicht seine "guten Absichten" absprechen. MATTHIAS STEINGASS hingegen schon, denn obwohl er angeblich den Fall Genpo D. verfolgt, benutzt er in diesem Zusammenhang den Ausdruck "Kinderfickerei" und dämonisiert damit den Angeklagten, seine alte Masche, wobei er auch übersieht, dass hier in diesem Blog schon von der Anklage berichtet wurde, ehe er selbst ein Wort darüber verlor; es wäre besser, wenn Matthias mal von seinen eigenen sexuellen Erfahrungen reden würde, damit der Grund seiner Raserei vielleicht transparenter wird.

Es ist leider auch so: Missbrauch wird bevorzugt von denen gefördert, die sich in erhabene Positionen bringen, auf einem hohen ethischen Ross sitzen (das keine ausgewogene Position erkennen lässt, also mangelnde Empathie und mangelndes Verständnis für alle Beteiligten) und nicht mehr begreifen, wie stinknormal auch noch ihr eigener Guru ist. So wird dann von solchen Kritikern, weil sie immer noch die stille oder laute Hoffnung hegen, dass in ihrem "Haus" und ihrer "Sekte" alles anders sei, doch wieder nur die hierarchische Struktur gestützt, in der Missbrauch stattfindet, und in der Roben, Meister-Status, Einweihungen, Übertragungen und andere Charakteristika dafür unabdingbar sind. Nicht umsonst ist Tenzin mal in eine missbräuchliche Sekte geraten, und ich schätze, für Matthias gilt das auch. Sie arbeiten offenbar beide noch immer daran, die Gründe dafür in sich selbst auszumerzen, und diese Arbeit ist noch nicht beendet (was man u.a. daran erkennt, dass ihre Besessenheit vom Thema "Sex" den Blick auf andere, meist offener zutage tretende Mängel von Lehrern verstellt, etwa deren materiellen Gelüste, und dass sie bei alledem nicht mehr wahrnehmen wollen, wenn die Kritisierten dennoch etwas Interessantes zu sagen haben).

Im Forum "Buddhaland" kann man in den aktuellen Beiträgen zu Genpo D. nicht nur das gleiche Trauerspiel erkennen, dass die Lehre für eigene Ansichten herhalten muss (so wird gern behauptet, jegliche heutzutage verpönte Sexualität sei schon vom Buddha gemaßregelt worden), sondern auch studieren, wie der "Unbuddhist" wieder aus der Reserve gelockt ist und sich mit anderen Heuchlern durch die Threads fummelt. Etwa mit dem auf Sachlichkeit und Diplomatie machenden Moderator "void", in meinen Augen ein anonymer Trottel und Zensor nach Belieben, den ich selbst mal als Moderator vorgeschlagen hatte, nur um ihm dann auf die Schliche kommen und beobachten zu dürfen, wie sich einer, der offiziell keine hinreichend klaren Positionen beziehen kann, zwischen all den Ideologen, Verrückten und Missbrauchten im Forum zurechtfindet (die Sache spitzt sich dort gerade zu, weil er lange einige psychisch Kranke duldete und in deren Kritikern eine Gefahr sieht).**

Leider sind manche Zen-Vertreter nicht besser. So lässt sich an Sudhana (Ralf Sogen Boeck) zeigen, was auch Tenzin Peljor nicht versteht, wenn er einerseits meint, es gelte nur, was der "Buddha gesagt" habe (womit sein tibetischer Tantra-Buddhismus schon in sich zusammenfiele), dann aber nicht den Schritt zu einer nicht-dualistischen Ethik hin vollzieht (und nicht-dualistisches Denken ist ein Kennzeichen des Mahayana). Auffallend dabei ist stets, dass Schriftgläubige nur bestimmte Stellen zitieren - was ich natürlich auch kann und in den folgenden Monaten noch häufiger tun werde -, nicht jedoch eine eigene (Ein-)Sicht entwickelt wird. Das nenne ich Papageien-Buddhismus.

Sudhana bekam zunächst von Steingass Zuspruch, da beide offensichtlich einer linksgerichteten Ideologie anhängen (siehe Bourdieu et al.). Dann verstieg er sich zu der Behauptung, Genpos Lehrer Hozumi, der ihm die Lehrberechtigung und Dharma-Nachfolge erteilte, sei selbst "Missbrauchsopfer" und "Missbraucher" zugleich, letzteres, da er nicht erkannt habe, wer seines Vertrauens nicht würdig sei. Weiter oben im gleichen Thread sprach Sudhana schon davon, wie selbstverständlich "verurteilen" sei. Er leistet damit also auch nur dem Gedanken Vorschub, dass der Lehrer übersinnliche Fähigkeiten haben solle, um auch die Zukunft eines Schülers vorhersagen zu können (was sich schon allein mit der buddhistischen Lehre der Unbeständigkeit beißt). Ferner pflegt er einen einseitigen Blick auf die Angelegenheit, da er nicht buddhistisch stringent zu dem Vorfall berichtet, sondern eine Ideologie darüberlegt. Sudhana hat immer wieder den Dreiklang von sila, samadhi und prajna betont und müsste nun eigentlich erklären, inwiefern die sila verletzt wurden, wenn Genpo sogar davon ausging (Absicht), Gutes zu tun.

Erinnern wir uns hingegen daran, was ich forderte: Dass Hozumi den Genpo nicht fallen lassen und ggf. mit ihm im Gefängnis (Zazen) sitzen - und ich ergänze: vielleicht sogar die "Opfer" besuchen - solle. Der feine Unterschied hier zeigt die große Kluft des Verständnisses von Ethik auf, wie sie Tenzin und Sudhana offenbar bestenfalls theoretisch klar ist. Im einen Fall wird Ethik mit Forderungen nach "Verurteilen" und Erklärungen zum "Vertrauensmissbrauch" gelebt, im anderen Fall mit Loyalität, Verantwortung und Zuwendung beantwortet. Im einen Fall ist immer noch nicht erkannt, dass die Dharma-Nachfolge sich nicht an der Sexualität eines Menschen ausrichtet (wer hätte je gehört: Mönch Zingzang wurde das inka shomei verweigert, weil er zu viel wichste, oder: Mönch Linglung wurde das shiho nicht gegeben, weil er zu Huren ging?). Im anderen Fall ist erkannt, dass der Zen-"Meister" fehlbar sein MUSS; es ist kein Wunder, dass sich Sudhana oft echauffierte, wenn diese Fehlbarkeit hier bei einigen Lehrern, die seiner Linie irgendwie verbunden sind, aufgezeigt wurde. Diese Uneinsichtigkeit beruht auf dem Denkfehler, dass sila gleichrangig mit Erwachen oder Weisheit seien oder gar die Voraussetzung dafür. Tatsächlich zeigt sich, wie Tenzin immerhin zu ahnen scheint, nach dem Erwachen, ob sich die sila oder Bodhisattva-Gelübde immer wieder verwirklichen lassen, denn die Tatsache der Unbeständigkeit des Lebens hat sich nicht mit dem Erwachen erledigt. Nichts anderes hat auch Dôgen Zenji gelehrt, denn die fortdauernde Übung bedeutet gleichzeitig die Möglichkeit des fortdauernden "Scheiterns". Es ist also keinesfalls so - wie Tenzin missversteht -, dass moralisches Verhalten kein Thema mehr nach dem Erwachen ist, sondern dass es höheren Ansprüchen zu genügen hat (als den recht billigen, die mit den sila für Laien einhergehen).

Auch der Buddha Shakyamuni predigte diese Dinge erst NACH seinem Erwachen und wurde nicht vorher daran gemessen. Die sila kamen erst danach. Im Zen findet sich (etwa bei Sekkei Harada) die Anekdote, dass er zunächst das Kegonsutra gepredigt habe und dieses wegen seiner Komplexität zu unverständlich war, weshalb man ihn bat, es ein paar Level einfacher zu sagen. Auf diesen vereinfachten Level befindet sich etwa die Lehre vom Achtfachen Pfad, weshalb es auch im Shrimala-Sutra heißt, nur die dritte Edle Wahrheit - nämlich die Aufhebung des Leidens - sei entscheidend (denn dieses geschieht im Erwachen). Während jegliche Pfaderklärung ein Zugeständnis an die mangelnde Auffassungsgabe von Unerwachten ist, könnte ein tatsächlich Erwachter also auch einen davon abweichenden Pfad predigen (der achtfache Pfad ist eben nur die persönliche Erklärung Shakyamunis). Solange man ein Schriftgelehrter ist, wird das freilich nicht einleuchten.

Dank all diesem Dünnpfiff, all diesen Ideologien und einer immer wieder aus dem Verhalten in Diskussionen triefenden moralischen Verkommenheit oder Dummheit, die meist noch schamlos mit dem Anspruch ethischer Deutungshoheit einhergeht, habe ich übrigens kürzlich auf einer Mailingliste die Frage nach dem "Meister"(-Status) so beantwortet: Abschaffen! Wer diesen Blog über Jahre verfolgt hat, war davon wohl nicht überrascht.

[Nachtrag vom 03.07.] Tenzin Peljor hat nun das von mir kritisierte Dalai Lama-Zitat durch ein anderes ersetzt, das von noch größerem Aberglauben zeugt. Auszug: "(...) es gibt dabei [bei der Vereinigung des männlichen und weiblichen Geschlechtsorgans] keine Gier, keine Ausscheidungen und keinen Orgasmus. Vielmehr ist es eine Methode, Gier zu überwinden. In der Vergangenheit musste ein Praktizierender in Tibet in der Lage sein, übernatürliche Fähigkeiten zu demonstrieren, etwa durch die Luft fliegen, um sich für solche Praktiken zu qualifizieren. Wenn er das nicht tun konnte, wurde es ihm nicht erlaubt, diese Techniken zu nutzen. Gegenwärtig gibt es wenige tibetische Meister, die sich auf dieser Ebene befinden. Dilgo Khentse Rinpoche, den ich respektiere, machte die Anmerkung, dass es heute einige wenige realisierte Praktizierende gebe, die so etwas ausüben könnten. Ich weiß, dass einige Meditierende in den Bergen, die sich strikt an den Vinaya halten, eine außerordentliche Verwirklichung erreicht haben."

Hierzu ist klipp und klar Folgendes zu sagen:

1) Eine Erektion ohne Zusammenhang mit Gier ist zwar möglich (man denke etwa an die Morgenlatte oder an Spontanerektionen, die auf Askese folgen); dann handelt es sich freilich nicht um eine "Methode, Gier zu überwinden", sondern diese wäre bereits überwunden, sobald die Voraussetzungen für das Eindringen da sind. Jedoch ist sich die Sexualwissenschaft einig, dass sowohl "Ausfluss" natürlich und vonnöten ist (man stelle sich z.B. die Schmerzen einer Frau vor, die beim Eindringen trocken ist), als auch, dass fehlender Orgasmus beim Sex auf die Dauer zu Depressionen und Neurosen führen dürfte.

2) Es gibt keine "übernatürliche Fähigkeit", durch die Luft zu fliegen. Ergo gibt es schon allein aus diesem Grund keinen einzigen Tibeter (oder sonstwen), der dieses Tantra beherrscht oder je beherrschen wird. Damit hat der Dalai Lama dieses Tantra selbst ad absurdum geführt.

3) Meditierende in den Bergen können sich nicht "strikt an den Vinaya halten", da dieser eine Mönchsgemeinschaft erfordert und nicht die Klausur.

Das ist einer der Gründe, warum ich selbst den Dalai Lama auf die Liste nicht-empfehlenswerter Lehrer nahm.

+++

[* Warnung: Diejenigen Leser aus dem "Buddhaland", die nur Bild-Zeitungsniveau gewohnt sind und entsprechende Erwartungen haben, werden an den langen Sätzen und der Logik hier scheitern und riskieren heftige Kopfschmerzen und emotionale Unruhe!]

[** Der größte Moderatoren-Trottel ist und bleibt "kilaya", der immer noch glaubt, er könne jemanden "lebenslang sperren", obwohl ihm schon mehrfach vorgeführt wurde, dass dies in einem Forum Anonymer nicht möglich ist - auch mit einer IP-Sperre nicht, die ja immer nur schon bekannte IPs berücksichtigen kann. Seine Allmachtsphantasien spielt der feige Zensurhansel nun auch im "Anfängerbereich" aus: Analog zum Forum für tibetischen Buddhismus will er per Regeländerung jede kräftige Warnung vor den von ihm verehrten Scheinheiligen (etwas Ole Nydahl) im Keim ersticken; dass er sich selbst dabei nicht an die Regeln gebunden fühlt, hatte ich anderswo schon aufgezeigt.]


[Wednesday Campanella: Ikkyu-san.]  
Auszug aus den Lyrics: 
kittokatto kui otera no beddo de have a ikkyuu - Iss 'n Kit-Kat, gönn dir ne kleine Pause auf'm ... Mönchsbett.

Kommentare:

  1. ..."dass es gut wäre, wenn die USA einen Präsidenten hätte, der Putin zum Freund machen kann". Da Frage ich mich folgendes: Wenn zwei Freunde das selbe wollen, was aber für die Mehrheit der Weltbevökerung gefährlich =schädlich ist, es nicht besser wäre, wenn der eine als Korrektiv=Gegner, dem anderen Grenzen setzten würde.?!
    Wahrscheinlich gibt es KEINE Weisheits-Lehre, die nicht von menschlichen Selbst-Interesse vereinnamt und auch zerstörerisch eingesetzt wurde?! Solange es Präsidenten braucht? wird der Meister-Status weiterhin bestehen bleiben. Natürlich ist eine richtige innerliche Eistellung zu......heilsam. Dafür muss man sich eben auf den inneren Weg machen (und aus meiner Erfahrung wegen des eigenen Seelnheils) von ALLEM Pause-Ferien machen.....

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  2. So, du hältst also sogar beide für "gefährlich" und "schädlich", nun ja. Ich sehe das anders. Und dann: Es gibt noch andere Gegengewichte, z.B. China.

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  3. Trump und Putin (wie auch andere Regierungen) kann man an ihren Un-Taten erkennen ob sie für die Allgemeinheit gut sind. Ich finde, sie sind es nicht=schädlich, gefährlich.
    Chinas Regierung investiert seeeeeeeeeeeeehr viel Geld und exportiert Güter und einheimische Arbeitskräfte ins Ausland. Ich nehme an es wird darauf hinaus gehen, dass Chinas Regeirung seine Überbefölkerung "Fremdplaziert" d.h so viele wie möglich ins Ausland schicken und sie dort sesshaft zu machen bzw mit der Zeit Chinas Ländereien zu "vermehren". Was sich die anderen Putin, Trumps usw. sicher nicht gefallen lassen werden, da sie u.a genau so, an den auch wegen den immer weniger vorhanden Rohstoffen an die eigene Expansion u. durch Okkupation, interessiert sind.Schlussendlich ist das ganze menschliche Weltgefüge so oder so für uns Menschen, nicht zu erfassen. Was bleibt....? Wir werden es erfahren.

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