Dienstag, 19. Juli 2016

Die Selbstschutzrhetorik von Brad Warner
und dem Zenmonki (103 kg)

Auf der Antaiji-Webseite habe ich mir in den letzten Jahren ab und zu einen Clip vom Zenmonki angesehen, der offensichtlich mal dort Zazen gemacht hat, als Spezialist für Akupunktur und Familientherapie in Australien praktiziert (und von seinem Arbeitgeber seltsamerweise unter seinem Mönchsnamen Dr. Seikan Čech vorgestellt wird), mit einem Zendôjô in Melbourne verbunden ist und seit einiger Zeit wohl intensiv die Welt bereist und an unterschiedlichen Orten Zazen macht. Eine kleine Spitze gegen diese Art Showsitzen, die er gern auch an ästhetisch ansprechenden Orten betreibt und filmisch ganz gut aufbereitet, hab ich mir im Blog schon einmal erlaubt. Nun stieß ich auf sein Youtube-Konto, schaute mir fünf weitere Clips an, die interessant zu sein schienen, und habe dann bei vier davon kritische Kommentare hinterlassen. Zenmonkis Reaktion darauf macht vielleicht klar, was schief laufen kann, wenn man es mit dem Zazen übertreibt. Der Antaiji-Tourist "bel", der sich auch "Shoko Nosen" oder "Reiner Bilsing" nennt, schrieb im Forum Buddhaland am 14. Juli Folgendes zum Zenmonki (und sprach dabei m. E. auch über sich selbst): "Es war ganz sicher seine Intention, wie toll er Zazen sitzen kann, und ein anderer nicht und was das "bringt"." 
   In einem der Clips trinkt Zenmonki Urin und empfiehlt dies anderen. Meine Geschichte, wie ich durch öffentliches Trinken von Urin (aus einem Bierglas, dessen alkoholischen Inhalt ich zuvor getrunken hatte) einen Freund von seinem Fetisch des Anpissenlassens heilen wollte, könnt ihr im Kommentar lesen. Daneben habe ich auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse verwiesen. Schon stärker brachte mich sein Gehampel im nächsten Clip auf, wo er gerade eine Zahnarztpraxis besucht und sich ohne Betäubung eine Füllung hatte machen lassen. Ohne dass wir Genaueres zum Schaden seines Zahnes zu hören bekamen, überschrieb er das Ganze mit "Schmerz muss nicht wehtun", weder chronischer noch akuter. Ich will hier vorausschicken, dass ich mit Akupunktur Erfahrungen machte und die Ergebnisse deutscher Krankenkassen unterstütze, dass es in den meisten Fällen egal ist, wo man hinsticht, es also bestenfalls um Placebo-Effekte geht (oder eben nur um seltene Einzelfälle, die z. B. bei Migräne profitieren, oder dem, was sie dafür halten). Deshalb funktionierte die Akupunktur bei mir auch nicht. 
   Bezeichnend sind hier Zenmonkis Antworten. Obwohl der Clip wie eine kleine Prahlerei wirkt (Seht her, ich kann das Bohren ohne Spritze aushalten!) wirft er mir gleich vor, ich wolle wohl in einen Wettstreit treten. Was er mir dann rät - meine Meinung als "personal model" zu erkennen -, hätte er mal lieber selbst besser herausgearbeitet. Das Problem ist nämlich, dass er in Robe diese Sachen von sich gibt und damit einen anderen Autoritätsanspruch vorgibt oder beansprucht als ich. Das halte ich für hinterhältig. Es ist einer der Gründe, warum ich der Robe so skeptisch gegenüber stehe. Den Zuschauern fällt es womöglich schwerer zu erkennen, was der Zenmonki ihm da eigentlich auftischt.
   Dann schlug es dem Fass den Boden aus, als Zenmonki sich zu Lob und Tadel von Barack Obama bemüßigt fühlte, aber auch zum Sprechen mit den eigenen Krebszellen riet. Ich konnte es nicht fassen, dass all seine Jahre in Zazen und ein gewisser Einfluss, der von einem eher bodenständigen Kodo Sawaki zumindest indirekt hätte ausgehen können, ihn nicht nur zu seiner Zurschaustellung des Zazen brachte, sondern auch noch zu esoterischen Anleihen wie bei dem von ihm erwähnten Lipton. Zenmonkis Antwort: Ob ich eine Referenzfigur bräuchte (nein, aber einer in Robe schon, sonst sollte er sie ausziehen, denn die Robe gibt's nur über Referenz), ob ich in einem Raum ohne Zentrum existieren könne (fragt er mich, wo er so ein Gedöns um sein Sitzen macht). Wenn es um medizinische Erkenntnisse geht, habe ich jedenfalls eine Allergie gegen Zen-Heilschwafler, die in anderen Bereichen amüsant sein mögen.

Eine ähnliche Rhetorik benutzte zuletzt auch wieder Brad Warner, aber einen eigenen Beitrag erspare ich mir diesmal. Hier könnte man ihn selbst zitieren: "Indem man eine Handlung jeden Tag wiederholt, verändert man sich auf subtile Weise." Deshalb hat Brad wohl zuletzt auch die Kommentarfunktion lahmgelegt. 
   In Beiträgen zur Frage, ob Zazen einen moralisch vervollkommnen könne und wie jeder eine Meinung zum Tod des Gorillas Harambe hätte, verfällt er nämlich in den gleichen Zen-Duktus wie der Zenmonki. Gebote würden dann erfüllt, wenn man Zazen macht (also nicht durch aktives Tun, weshalb ihm zu Harambe auch nicht viel einfällt), man würde durch Zazen zu einer Person, die die Gebote nicht brechen könne. Und vor allem meint er: "Es sind deine Gebote." Womit er sich grundlegend täuscht, denn man muss nicht alles annehmen, was andere toll finden. Aus diesem Grund macht es auch Sinn, diejenigen, die solche Gebote zu ihren machten, daraufhin anzuschauen. Mit dem Hinweis, dass es doch "ihre" Gebote (die der anderen) seien ("they only ever apply to you, never to other people") will sich Brad genauso vor Kritik schützen wie der Zenmonki, wenn der die eigenen verengten Blickwinkel auf andere ausdehnt ("eng" ist für ihn offenbar, wenn man nicht seinen Urin trinkt oder mit seinen Krebszellen zu reden bereit ist, während für mich eine Verengung des Denkens eintritt, sobald man nicht mehr mit klarem Kopf medizinische Präferenzen abwägen kann). Eine bestimmte Zenrhetorik dient hier Brad und Seikan dazu, sich nicht mehr dem eigenen Tun kritisch stellen zu müssen. Deshalb sollte man nochmal über die Frage nachdenken, die Brad stellt: "Was wäre denn aus all diesen Spinnern wohl geworden, wenn sie kein Zazen gemacht hätten?" 

  

Kommentare:

  1. Moin Meister! Ich kann mit dem Rumgepose auch nix anfangen, aber auf Youtube führt er ein interessantes Gespräch mit einem Neurowissenschaftler. Spätestens im dritten Teil ab ca. 6:30 hätte der Zenmonki das Handtuch werfen sollen. Gruß! B. P.S.: Trotz teilweise unterschiedlicher Meinungen (“Erleuchtung”, Vegetarismus,…) habe ich was Wichtiges von dir gelernt. Danke! Aber an deinem Musikgeschmack musst du noch arbeiten. ;)

    http://www.bbc.co.uk/programmes/b01ryt1v

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    1. Ich höre gelegentlich auch Electronica, Bass, House, falls der Tipp in diese Richtung gehen sollte. Mein Lieblingssender ist aber Radio FIP (France).

      Hier versuche ich, falls ein Titel nicht gerade thematisch irgendwie passt, eher im Westen Unbekannteres einzustellen. Allerdings funktionieren dann einige Clips wegen Geoblocking nicht, wie ich feststelle, wenn ich wieder in Deutschland bin ...

      Danke für den Hinweis auf das Gespräch.

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  2. Eine "Methode" an sich ist Neutral.

    Zen - Akupunktur, wirkt durch die, die sie praktizieren und kann so individuelle Ergebnisse hervorrufen.
    Nicht jeder Lehrer, Therapeut kann jedem weiterhelfen- aber es kann gut sein, dass man bei einem anderen Lehrer, Therapeut(der die gleiche Methode anwendet!) das gesuchte findet.
    Erlebtes Beispiel: Nach mehreren Akupunkturbehandlungen trat bei mir keine Linderung ein. Ich wechselte den Akupunkteur. Nach nur einer! Akupunkturbehandlung trat eine erhebliche und bleibende Verbesserung ein!!






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    1. Okay, das soll jeder selbst herausfinden. Ich habe natürlich auch mehreren eine Chance gegeben, andere Patienten mögen da mehr Glück haben. Bin aber (schulmedizinisch) davon überzeugt, dass es auch mit der Art der Schmerzen und ihrer Intensität zusammenhängt, ob es überhaupt helfen kann.

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  3. Wer, was entscheidet, wann und durch was man Gesund wird, weiss ich nicht.
    Doch dass eine Resonanz Gesetzmässigkeit zwischen Lehrer-Schüler/
    Arzt-Patient besteht und wirkt und durch die Gabe=Lehre/Medizin, Veränderung, Gesundheit bewirkt, davon bin ich überzeugt.

    So nehme ich an, dass Zenmonkis für Kodo Sawaki Lehre=Medizin (weitgehend?)imun war.

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  4. Hi Guido,

    danke für den Artikel. Wie immer sehr erfrischend.

    Eine Frage zur Kritik an Brad Warner (der mir nur als Erscheinung bekannt ist, nicht inhaltlich). Du schreibst: "Gebote würden dann erfüllt, wenn man Zazen macht [...], man würde durch Zazen zu einer Person, die die Gebote nicht brechen könne."

    wobei Brad doch in dem verlinkten Beitrag schreibt: "But that isn’t what Nishijima is saying. He is saying that during the act of zazen, it is impossible to break the precepts. I certainly can’t see any way to do it!". Bezieht er sich hier nicht lediglich auf die konkrete Haltung während Zazen? Ist mir nicht ganz klar. Er führt ja dann fort: "By repeating this action every day without fail, we change subtly. [...] This will not end up magically transforming you into someone whose actions will always be above reproach. That’s impossible." Dies, und seine ganz eigene Haltung, die danach dargelegt wird, klingen nicht hinreichend schief, finde ich, um daraus ableiten zu können, dass man durch Zazen zu einer Person wird, die die Gebote nicht brechen könnte. Prinzipiell gehe ich mit der Aussage, dass es von einem logischen Standpunkt gesehen (gibt es unlogische Standpunkte???? Haha, ich bin vielleicht ein Scherzkeks.) wenig Sinn ergibt von 'meinem persönlichen Gebot' zu sprechen: wann ist der exakte Zeitpunkt (n, n+1), an dem ich dieses Gebot zu meinem persönlichen mache, es also nicht mehr dem Gebenden gehören kann? Diesen Zeitpunkt finde ich nicht.

    Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich auf dem Kissen ein Gebot breche oder einen Furz oder nicht eine einzige Wolke vorbeiziehen lasse, was könnte das anderes sein als reines, vollkommenes Zazen? Aus diesem Grunde komme ich auch mit diesem Zenmonki klar. Das einzige, was mir etwas komisch daherkommt, das ist seine doch sehr unruhige, zuweilen fast zappelige Art vor der Kamera zu stehen. Ich meine, der Kerl will mir ja durch das Aufzeigen seiner Lebenseinstellung die Chronologie seiner (Za-)Zenpraxis darlegen, welche zu eben dieser Einstellung führte. Da sollte man schon ein wenig den Unterkiefer an den Oberkiefer pressen, wie es schon einst der alte Bodhidharma tat, und dabei tunlichst drauf achten, nicht allzu wankend durch das Bild zu mäandern. Der Muho aus dem Antaiji, der macht das finde ich ziemlich authentisch.

    Grüße
    Funktor

    PS: Ich suche nach einem japanischen Mönchsnamen. Also, z. B. "Muho" ist ja irgendwie der Weglose Weg ("Hat der Hund die Buddhanatur, oder nicht?" -> "Mu."). Gibts irgendwie sowas wie "Der Beschränkte"? Kann kein Japanisch. Hat hier jemand ne Idee? Google Translate sagt リミテッド Rimiteddo, was total beschissen nach einem 1-Sterne-Hotel am Gardasee klingt.

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    1. Vielen Dank, dass Du Dich hier so einbringst, funktor.
      Ja, Nishijima (N.) spricht von einer Idealhaltung bzw. Einstellung. Denn natürlich kann man - da der Buddhismus ja das Gebotebrechen in Gedanken kennt - im Zazen sehr wohl gegen Regeln verstoßen, indem man sich zum Beispiel Mordfantasien hingibt. Nun würde N. wohl entgegnen, das sei aber dann kein Zazen. Aber auch im "rechten" Zazen dürfen ja Gedanken auftauchen und wieder verschwinden, es könnten also auch Mordgedanken sein. Und wenn man dem alten Buddhismus traut, dann ist das ja bereits ein Regelverstoß (ich teile diese Auffassung bekanntlich nicht, da solche Gedanken nachweislich oft folgenlos bleiben). Ich weiß nicht, wie N. und Brad Warner zu diesem Widerspruch stünden.

      Ich weiß aber, dass es überall, auch in Antaiji, Praktizierende gibt, die den Mund mit Worten wie "Erweisen" voll nehmen, deren Zazenpraxis aber offenbar nur dazu führt, dass sie ihre Vorurteile festigen oder weiter pflegen. Meiner Ansicht nach ist durch solche Menschen "erwiesen", dass Zazen per se nicht dieses Reine hat. Im Gegenteil möchte ich aus eigener Erfahrung behaupten, dass es eher einer tiefenpsychologischen Reinigung gleicht, bei der einiger Schund aus dem Unterbewusstsein an die bewusste Oberfläche tritt. Ich halte es für verdächtig, wenn jemand das nicht durchmacht. Es klingt dann eben wieder so, als würde er/sie nur von einer FORM des Zazen reden, nicht von dem, was Hui-neng so wichtig war, der geistigen Klärung, und die geschieht sozusagen im permanenten Gebotebrechen, da - jedenfalls dürfte das für die meisten von uns gelten - stets auch "unreine" Gedanken an unserem wahrnehmenden Geist vorbeiziehen.

      Ich bezweifle also beides: Das Zazen die Haltung eines Buddha ist, der keine Gebote bricht (das ist einfach nicht zu beweisen, da wir in niemandes Kopf schauen können - es sei denn vlt. zunehmend über Hirnforscher -, und damit relativ unerheblich als Argument). Und dass Zazen subtil zu ethischem Verhalten führen wird.

      Bei manchen gibt es überhaupt keine sichtbaren Veränderungen, habe ich den Eindruck. Das, was sie ethisch leisten, konnten sie schon vorher, es wurde ihnen im Wesentlichen durch Erziehung und Sozialisation mitgegeben. Der Effekt - der dann wiederum aber gerade von Dôgen-Anhängern in Abrede gestellt wird, weil er ja ein "Ziel" Meditierender darstellen könnte -, der einen Menschen "subtil" zu einem irgendwie besseren Kerl macht (das ist ja mit N.s "not always" impliziert) tritt nur ein, wenn Zazen "auf rechte Weise" (im Sinne Hui-nengs) gemacht wird, also von der Form zu einem in erster Linie geistigem Training übergeht. Bei allen, wo der ethische Mangel offensichtlich wird (z.B. durch die Pflege von Feindschaften oder das "Festhalten" an Dogmen, Wortglaubereien, dualistischem Denken) ist Zazen nicht auf rechte Weise geübt worden. Und das geschieht m.E. sehr oft.

      Es ist aber nicht so, dass man diese Hinweise bei Dôgen oder Sawaki nicht fände. Auch Sawaki sagte, dass man schließlich selbst vom Zazen lassen können müsse (oder solle). Die Metapher des Zazen als der Haltung des Nicht-Gebotebrechens ist so etwas wie der Motivationsschrei der Cheerleader beim Football: Go, go, Zazen!

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    2. Hi Guido,

      vielen Dank für deine ausführliche und reflektierte Antwort, die ich als Mensch mit nun mehrjähriger*, täglicher Zazenpraxis bestätigen möchte.

      Wie du weißt, knallte es bei mir in jungen Jahren, was erstmal eine ziemliche Schlitterpartie nach sich zog, was also, denke ich, an der Art liegt, wie man im Westen, insbesondere im Deutschland der 90er, sozialisiert wird.

      Was wäre denn aus mir Spinner wohl geworden, wenn ich kein Zazen gemacht hätte? Und, Guido, was wäre aus dir Spinner geworden?

      Eine Frage am Rande noch: wie viel Geld in Euros braucht man denn in Thailand um dort bescheiden zu leben? Mich interessiert deine realistische Einschätzung, weil du authentischer berichten kannst als meine Fertigkeit Google zu bedienen.

      Grüße
      Funktor

      * ich bitte darum, das informativ und nicht als Auszeichnung zu lesen. Ich bin mir nicht sicher, ob 'mehrjährig' als Hinweis auf eine Qualifikation verstanden würde, daher mal etwas Überkompensation an dieser Stelle.

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    3. funktor: Was wäre aus mir geworden? Eine andere Art von Spinner, schätze ich.

      Ich hörte, als ich mir meinen letzten Einkommensbeleg fürs Jahresvisum auf dem hiesigen Honorarkonsulat abholte, wie der Konsul einer alten Dame sagte, sie solle damit rechnen, dass ihr ebenso alter Bruder, der nun in Thailand leben wolle, 1.500 Euro monatlich bräuchte. Das war genau mein Budget. Auch wenn für das Jahresvisum 65.000 Thai-Baht von Singles verlangt werden, das sind monatlich je nach Wechselkurs auch schon mal 1.900 Euro (ich kann die nur vorweisen, weil bei mir im Verlag ja noch andere mitverdienen, also das Geld gerade noch so reinkommt, später aber wieder rausgeht - was aber für die Rechnung des Konsulats unerheblich ist, den interessiert das Brutto). Ich habe über Deutschland eine Auslands-Krankenversicherung, die mich so viel kostet wie damals meine alte über die Künstlersozialkasse, aber viel weniger zahlt (z.B. sind alle "Vorerkrankungen" ausgeschlossen), ein digitales Zeitungs-Abo, ein Dauerlottolos mit einem Feld (habe - siehe unteren Kommentar - tatsächlich mal die Gewinnzahlen geträumt und mich zumindest an fünf, ich glaube sogar an alle sechs, beim Aufwachen erinnert, und fand das so absurd, dass ich die 9 Euro im Monat seit einigen Jahren dafür ausgebe), außerdem noch eine kleine Haftplicht- und Hausratversicherung. Bleiben etwa 1.250 Euro für das Leben hier, wovon nur ca. 250 Euro fürs Zimmer (das auch noch billiger ginge) mit Internet und internationalem TV (vor allem Fußball live satt) draufgehen, incl. Umlagen. Beim Essen kann ich nicht viel sparen, weil ich das scharfe lokale leider nicht mehr so vertrage und wieder mehr westlich esse (Importzölle etc.).

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    4. [Fortsetzung] Da ich keinen Hehl daraus mache, das im Vergleich zur potentiellen Miete eines 30 qm-Zimmers (das bei mir ja immer auch Arbeitszimmer ist) in Deutschland - in einem ähnlich passablen Viertel - eingesparte Geld hier für Frauen auszugeben, kannst Du Dir ausrechnen, wie viel billiger es geht, wenn Du weder warmes Duschwasser noch Fußball im TV noch bezahlten Sex oder ein Mal die Woche Zimmerservice willst (einfache Zimmer findet man schon unter 50 Euro kalt, da leben z.B. kambodschanische Bauarbeiter). Es gibt auch Leute, die auf die Krankenversicherung verzichten, und auch ich wäre in den letzten Jahren besser gefahren, hätte ich das einbezahlte Geld zur Seite gelegt (ich rate ausdrücklich von der Swiss Life bzw. Allianz und dem Expat Global-Tarif über die BDAE ab). Selbst mit (günstigerer) KV ist "bescheidenes" Leben also für einen Tausender möglich. Ohne hiesige Frau. Was den Rat des Honorarkonsuls anging, hat er sich möglicherweise zwar gedacht, dass heute auch Sex im Alter gang und gäbe ist und hier irgendwie ja dazugehört. Ich könnte mir aber vorstellen, dass er tendentiell doch nachlässt und ein alter Mann stattdessen mehr für Medikamente ausgibt, so dass das Budget ähnlich ist wie bei mir.

      In Deutschland bräuchte ich etwa das Gleiche, und es würde sexuell mauer aussehen. Die anderen Dinge heben sich m. E. in Vor- und Nachteilen weitgehend auf: Es ist immer warm, aber zu warm; das Essen ist klasse, aber nicht, wenn man Reflux hat; die Leute sind locker und freundlich, aber auch oberflächlich usw. Ich habe für mich also im Wesentlichen entschieden, dass günstigere Miete und mehr Sex die bessere Alternative für Gido als Single sind. Ich habe auch entschieden, dass ich lieber unter Buddhisten (wenn auch oberflächlichen Theravadin) lebe als in einem sozial schwachen Viertel mit Muslimen. Und ich habe entschieden, mich mit hiesigen Geschehnissen zu beschäftigen (zunehmend auch in meiner schreibenden Arbeit), weswegen das räumliche Verortetsein in Asien angebracht ist.

      Wichtig dürfte sein, dass ich meine Arbeitsstruktur kaum verändert habe. Ich sehe hier viele in vergleichbarem Alter untätig versumpfen, sie besaufen sich täglich am Strand, zeigen keine Initiative mehr, selbst bei den Frauen zögern sie zuweilen, obwohl sie lange genug hier sind. Ich bin ja selbst ein Sarkast und Zyniker, aber es gibt m.E. eine Schwelle, die man beim Zynismus - jedenfalls nach innen, sich selbst gegenüber - nicht überschreiten sollte.

      Superbescheiden (oder relativ arm): 500 Euro (das durschnittliche Haushaltseinkommen liegt hier schon bei mind. 650 Euro). Bescheiden (für einen Westler): 1.000 Euro. Angenehm, sexuell aktiv und krankenversichert (Letzteres könnte demnächst Pflicht sein): 1.500 Euro.

      Da ich noch ein Filmchen schuldig bin, indem ich eine Weile den vollen Lotussitz einnehme (habe ich mal im Buddhaland versprochen), ist mir erst heute früh der Gedanke gekommen, dass ich die eine Hälfte dieses Clips ja mal durch mein Zimmer laufen und dies und das erklären könnte (z.B. Artikel, die ich hier einkaufe und verzehre). Ich muss nur schauen, ob meine kleine Kodak-Fotokamera das bringt, mein Smartphone für 15 Euro scheint mir bildqualitativ zu schlecht zu sein, die Kodak hat wohl nicht genug Speicher für eine knappe Stunde möglichst in einem - weitgehend improvisierten - Rutsch.

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    5. Guido, alter Lottozocker! Der Traum im Traum im Traum im Traum im Traum... ach, lassen wir das. Das ist jedenfalls eine sehr Interessante Perspektive, die du mir vermittelst - man braucht doch so viel Geld in Thailand! Ich brauche hier in Berlin nämlich auch in etwa den gleichen Betrag, mit Bioessen, aber sonst besitze ich so gut wie nichts. Ich arbeite einige Monate im Jahr, dort verdiene ich dann als Selbstständiger genug (wobei ich aktuell versuche auf Spendenbasis zu arbeiten... habe eine kleine Sinnkrise) um einige Monate andere Dinge machen zu können: Bass spielen, Gras im Vaporizer vernichten, Zazen, Sencha trinken, Sport, Kochen, Nachdenken, Sex gerade wohl erstmal nicht mehr eine Weile. Immer so im Wechsel. Apropos Essen: Ich kenne das Thaiessen nur vom Imbiss, aber ich glaube dir schon, dass das ob der Schärfe und der sahnigen Konsistenz auf Dauer eine harte Nummer wird für den D(h)arm(a).

      Das mit den Frauen finde ich konsequent, wenn dir Sex so wichtig ist. Warum würde es für dich in Deutschland sexuell mauer aussehen?

      In Video - Guido in Bewegung - das wäre mal spannend!

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    6. funktor: Ich habe käuflichen Sex in deutschen Bordellen 2007 aufgegeben. Das war eh kaum vergleichbar mit Thailand, weil für 30 Euro nur 20 Minuten drin waren, und ich will dabei nicht so gern aufs Tempo drücken. Für die Hälfte an Geld gibt es hier das Dreifache an Zeit, und je länger, desto mehr rechnet es sich dann. Prinzipiell bin ich nur monogam, wenn ich verliebt bin, und das ist momentan nicht der Fall. Danach kommt für mich der käufliche Sex, nicht die Kompromisbeziehung, wie bei vielen anderen.

      Ich habe, wie ich im Ikkyu-Beitrag einem Anfragenden kürzlich hier im Blog schrieb, selten sexuelles Interesse an Frauen, na sagen wir, über 30. Und auch selten welches an Frauen, na sagen wir, über 50 Kilo. Von daher ist es für mich schwierig, im nicht-käuflichen Bereich ohne großen Einsatz von Zeit sexuell einigermaßen befriedigt zu werden in Deutschland. Meine Arbeit, meine Hobbies (alles recht "häuslich"), meine Gestalt und mein Alter machen die Kontakte zu meiner Präferenzgruppe sehr selten. Hier ist die Auswahl deutlich besser, das Gewicht und die Maße der Frauen stimmen oft genug, und es ist leicht eine Übereinkunft zu finden. Ich glaube sogar, dass die durchschnittliche Orgasmusfähigkeit hier im käuflichen Bereich so hoch ist wie in Deutschland im privaten, nicht-käuflichen.

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    7. Hallo Guido, das kann ich nun sehr gut nachvollziehen. Da habe ich noch etwas mehr den Bonus des Alters. Aber auch das juckt mich jetzt nicht so. Biologische Uhren - ich höre da nichts ticken, wie so manche Frau es tut. Auch die Rente oder die Karriere jucken mich nicht mehr, schließlich gehört mir der Reichtum der Welt. Irgendwo kommt man immer unter, wenn man kein Vollidiot ist. Es bleibt spannend wo der Dampfer noch so hinsteuert...

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    8. Hallo funktor, meine Lektorin schlägt vor "das Allerweltswort 'baka', das in seiner Grundbedeutung 'dumm, blöd, idiotisch, albern' bedeutet. Es wird vielseitig eingesetzt, wo man im Deutschen noch feinste Abstufungen und Unterscheidungen vornehmen würde.
      Die Schriftzeichen von 'baka' 馬鹿 stehen übrigens für Pferd und Hirsch ..."

      Das Wort kennst Du vlt. aus Yakuza-Filmen. Ob damit Dein Anliegen getroffen ist, weiß ich aber nicht.

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    9. Ziemlich gute Eingebung, die mir da das Leben präsentiert - wird genommen!

      Danke an die Lektorin! :-)

      馬鹿

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  5. Ach ja: 103kg < 104kg. Gratulation, Guido! :-)

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  6. Hi Guido,

    ich bin gerade im Platform Sutra (II Prajñā) über folgende Stelle gestolpert, die Zazen grundsätzlich als Mittel zum Erwachen in Frage stellt:

    "Good friends, the deluded speak with their mouths, but the wise practice with their minds. Furthermore, there are deluded people who empty their minds and sit in quietude without thinking of anything whatsoever, claiming that this is great. You can’t even speak to these people, because of their false views!"

    Während Huineng zwei Seiten weiter dann:

    "To be enlightened to this Dharma is to be without thought."

    Huineng ist schon so ein Holzfäller, der plötzlich Kreis und Quadrat raumzeitlich als Distinktionsmittel einzusetzen weiß.

    Funktor

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  7. Hi Guido!

    Früher habe ich fast nur Punk, Hardcore, Rock gehört, mittlerweile eigentlich alles, wenn’s gut ist. Monki ist wegen Zenmonki hochgepopt.

    Aber zur Sache: Ich hatte ab meiner Jugend auch Migräne, ziemlich heftig (volles Programm mit Aura und Kotzen und auch die nächsten 1-2 Tage Nachwirkungen), aber relativ selten (ca. alle 0,5-3 Monate, kann mich aber nicht mehr so genau erinnern). Das ist bei mir aber irgendwie von alleine weggegangen (oder macht eine lange Pause). Die Abstände wurden immer größer und auch die Intensität wurde erträglicher. Die letzte Migräne ist mittlerweile schon Jahre her. Ich würde dir gerne einen Tipp geben, aber ich habe selbst keine Erklärung. Am Lebensstil hat sich eigentlich nichts großartig geändert, außer dass ich die letzten Jahre gar keinen Sport mehr gemacht habe. ;) Auf meine Gesundheit achte ich auch nicht sonderlich. Hätte ich irgendetwas geändert oder es mit Akupunktur, der “magischen Kraft eines Heilers”, Homöopathie oder mit weiß der Kuckuck was probiert, würde ich es mir vermutlich auch damit erklären. So denke ich aber, dass das meiste aus der Alternativmedizin mit Selbstheilungskräften und Placebos zu tun hat. Dass das bei schweren Erkrankungen wie z. B. Krebs wirksam wird, halte ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich. Aber solange die modernste Schulmedizin nicht abgelehnt wird und nicht mit stark toxischen “Naturheilmitteln” herumexperimentiert wird, sollte das auch nicht schaden. Sofern Migräne durch Stress getriggert wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass Cannabis in geringen Dosen bei psychisch Gesunden vielleicht eine prophylaktische Wirkung mit relativ geringen Risiken und Nebenwirkungen haben kann. Ich will dich aber nicht auf dumme Gedanken bringen, ist nur eine Hypothese.

    Gruß! B.

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    1. Bei Oliver Sacks, dem ich hier auch mal ein Kapitel widmete, habe ich gelernt, dass jeder Migräne-Patient ein eigener Fall ist (seltsam, das Gleiche schrieb auch kürzlich ein Krebsexperte in seinem Bestseller). Wahrscheinlich wären wir schneller geheilt, wenn es nicht so wäre. Bei mir spielen Gewitterlagen eine starke Rolle. Kürzlich sagte ich jemandem, dass dieser Schmerz leider keinen Sinn macht. Er scheint auf nichts hinzuweisen, was von mir abgestellt werden könnte, er scheint auch vor nichts Speziellem zu warnen (außer vor "Unwetter"). Dieses "elektrische Feuerwerk" im Hirn, das vielleicht damit in Zusammenhang steht, führt immerhin zu einem sehr traumreichen (nächtlichen) Leben. Was ich, im Gegensatz zu manchen Buddhisten, für sehr interessant halte. Besonders, wenn es filmisch ist.

      Gerade diese Woche hatte ich einen Traum, in dem ich neben einer Frau in einer Art Büro saß, die einer Halb-Khmer, die nicht mehr hier arbeitet, und einer großen Liebe ähnelte. In der Nähe war ein Mann, der eine Pistole am Gürtelhalfter trug und entweder mein/unser Bodyguard war - oder ihr Zuhälter. Jedenfalls beschützte er uns ein Mal ein wenig. Dann tauchte auf einer Karte das Wort "RUN" auf, und allmählich wurde darin ein "i" sichtbar und es wurde zu "RUIN".

      Falls jemand einen Film kennt, aus dem das sein könnte, bitte ich um Nachricht. Ansonsten war das so gut, dass ich beim Aufwachen eine Weile lachen musste. Zugegeben, ich fragte mich dann auch, vor was ich denn wegrennen sollte und was meinen "Ruin" bedeuten könne. In Silber hatte ich schon ein paar Tage zuvor ein bisschen Taschengeld an der Börse investiert, und das scheint es nicht zu sein. Vielleicht war's einfach eine Aufforderung zu sportlicher Betätigung.

      Schon klar, alles makkyo, Täuschungen.

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    2. Ich möchte noch etwas zu dem Thema Cannabis anmerken, das ja auch Beginner anspricht. Ich habe solche Attacken bisher sehr selten im Leben gehabt, höchstens 5 mal, aber dann immer derart heftig, dass ich komplett außer Gefecht war. Die letzte ist über 5 Jahre her:

      Ich nutze in letzter Zeit häufig, wie auch in diesem Moment, meist nicht vor den Abendstunden, geringe Mengen Cannabisdampf, hier eine THC/CBD ausgewogene Sorte, aus dem Vaporizer, und kann sagen, dass ich dies mittlerweile für eine sehr kontemplative Art Wahrnehmung passieren zu lassen halten muss. Ganz ähnlich wie Zazen. Manche beschreiten den Weg des Tees und ballern sich mit Koffein (Teein) voll, ich gehe den Weg des Cannabis. Das ist kein Witz. Manchmal hilft es mir, einen sehr mäandernden, verspielten Zugang zum Dharma, also der Wahrnehmung, zu erhalten. Es ist schon merkwürdig, dass das Cannabinoidsystem überall ist - im Mensch wie in Fossilien - und der wissenschaftliche Stand dieser Pflanze steckt noch in der Kinderschuhen, nicht zuletzt wegen der völlig hirnverbrannten Prohibition (die alten Germanen würden sich im Grabe drehen! Freya - die Göttin der Liebe! Und auch im Zen finde ich - ungesicherte - Hinweise auf Hanf - waren die alten Patriarchen nicht einfach nur Genießer der Natur?)

      Die Wirkung? Nicht besser, nicht schlechter als sonst. Anders. Ich kann es jeden Moment völlig ablehnen und 'nüchtern' (hier: Zazen) sein, so wenig drängt sich die Wirkung auf - wenn ich will. Wenn ich will, dann kann ich mich auch mal bewusst den schnellen Gedankenketten hingeben. Einige meiner brillanten Ideen habe ich unter Cannabiseinfluss entwickelt - aber immer nüchtern umgesetzt! Andere illegale Drogen konsumiere ich nicht, nichtmal Alkohol.

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    3. Zu deinem Traum: wenn aus RUN RUIN werden konnte, vielleicht hättest du dich nochmal umdrehen sollen, dann wäre aus dem RUIN ein YOU ARE HUI NENG geworden. Ha ha ha ha ha ha ha ha ha !

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    4. Ich muss mich vor deinen Schmeicheleien hüten ... aber das ist wirklich ein verdammt guter Einfall!

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    5. Zum Cannabis: Jetzt verstehe ich erst, was "Gras im Vaporizer" bedeutet ... Ich kann Euch das abnehmen, mit der Wirkung von Cannabis habe ich mich theoretisch beschäftigt, als mein Vater an Krebs starb. Hier ist das aber überhaupt kein Thema, alles besonders illegal. Ich finde es aber interessant, mal von den seltener durch Migräne Attackierten zu lesen. Die kürzliche Frage meiner deutschen Neurologin (von der ich ein Attest wegen eines Streits mit meiner KV wollte), ob ich "denn immer noch unter Migräne litte", fand ich nämlich zunächst seltsam. Ein Leben ohne Migräne erscheint mir wie eine Illusion. Es gibt aber tatsächlich Studien, nach denen sie bei über 55-Jährigen nachlässt.

      So blöd das nun klingen mag, ich habe mal eine Weile gute Ideen beim (seltenen) Zigarre-Rauchen entwickelt (als Student, es war wirklich sehr selten). Zum Beispiel ein Telegramm an eine Angebetete verschickt (das wirkte) und dergleichen.

      In irgendeinem Kommentar hier hab ich mich mal für einen Theravadin bemüht, die Stelle aus dem Palikanon aufzudröseln, wo der Buddha seinen Getreuen Hanfbäder gestattete (weil man einen berauschenden Effekt unterstellen darf).

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    6. https://www.youtube.com/watch?v=wWH8QGgixfI

      "Hold the door ... Holdthedoor ... Holddoor ... HO - DO ... HODO" (Game of Thrones)

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    7. Vielleicht ist es ja gerade dieses aufgesetzte, dieses Gespielte, wie etwa das Rauchen einer Zigarre, das diese besonderen Situationen erst erlaubt! Ich war mal auf einer Feier eingeladen und während der Feier mussten wir alle eine Rolle spielen. Das war für mich ziemlich überraschend gut, weil es im Zen die trügerische Tendenz gibt, etwas zu zielgerichtet zu werden, was in diesen Situationen dann zu einer harten Prüfung werden kann.


      Zum Palikanon: da ging es wohl um Rheumabeschwerden und der Buddha meinte, man könne die mit Cannabisdampf lindern...?!? So hab ichs im Kopf, kann es aber nicht finden, und mich auch total irren. Dieses Spekulative ist noch etwas blöd bei dem Thema Hanf und Buddhismus - wobei es für mich so oder so keinen Unterschied macht (Das mit dem Brechen der Gebote hatten wir ja).

      Du schreibst ja selbst, dass Migräne IMMER etwas individuelles ist. Die Art, wie deine Hirnchemie auf Drogen reagiert, wird eine ebenso individuelle sein, deshalb denke ich ist diese Forschungsrichtung vielversprechend.

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  8. “Auch Sawaki sagte, dass man schließlich selbst vom Zazen lassen können müsse (oder solle).” Wäre es eigentlich nicht der letzte konsequente Schritt, schließlich auch das Zen loszulassen? Nur so ne Frage. Gruß! B.

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    1. So wird es kommen, B. ...

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    2. Passt auf, dass ihr nicht noch Weltmeister im Loslassen werdet!

      ;-)

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  9. Sie kritisieren hier, teils zurecht, die "Zurschaustellung" von Zazen bzw. Zen im allgemeinen, allerdings ist dies ein Trend, der in den letzten Jahren nach meiner persönlichen Wahrnehmung verstärkt zugenommen hat. Auch Antaiji, bzw. der Abt Muho ist ja permanent auf allen möglichen Kanälen zu sehen inkl. seines eigenen YouTube-Kanals, in welchem regelmäßig über wichtige und scheinbar wichtige Dinge referiert wird. Diese "Zurschaustellung" kann kritisiert werden, allerdings erreicht sie auch ein ganz neues Publikum. Im Falle vom Zenmonki werden auf teilweise amüsante Weise so "Zenwahrheiten" vermittelt bzw. diese in den Kontext des Lebensalltags eines (reisenden) Zenmönchs gestellt. Der Beitrag "How to survive terrorism?" ist in diesem Zusammenhang meines Erachtens sehr aufschlussreich und zeigt gut den Umgang mit diesem Thema aus einer "Zenperspektive". Das "Esoterische" in dem Beitrag ist hierbei nur eine Nebensächlichkeit. Sie sollten aufpassen, lieber Gui Do, dass Sie Ihre Denkweise nicht auch "verengen", wenn Sie die YouTube-Beiträge des Zenmonki auf`s Urin-Trinken oder "Schmerzen aushalten ohne Spritze" reduzieren.

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  10. Ich sehe gerade, dass ich schon wieder so schwer bin wie damals beim Verfassen des Beitrags über Brad Warner (103 kg) ... Ja, natürlich hatten diese Clips vom Zenmonki auch was Interessantes und Amüsantes, sonst hätte ich sie gar nicht durchgehalten. Was ich aber ganz gut durchgehalten habe all die Jahre war, denke ich, mein schnoddriges Nörgeln über dies und das. Es war ein Konzept, das ich mit sinnvollem Inhalt zu füllen wusste. Im Vordergrund stand also immer das Mäkeln oder Rüpeln (der "Asso"), die Sicht wurde ganz bewusst auf das Bemäkelnswerte gerichtet. Wenn man Typen wie dem Zenmonki dann mal auf den Zahn füllte (oder der "Rei-Bande"), konnte man aber regelmäßig noch deutlicher machen, warum die Kritik angebracht war.

    Dieses Jahr (2018) wird das anders werden. Es langweilt mich zunehmend, mich mit diesen Gesellen zu beschäftigen.

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