Mittwoch, 5. Februar 2014

Das Ende von Thich Thien Son alias Thay (I) ... und des Zen in Amerika

"Wenn Mönche dabei versagen, die Welt zu retten, ist es Zeit für die Welt, Mönche zu retten." 

(Nyogen Senzaki)

[Aktuell siehe auch hier.] Es wird sicher erwartet, dass ich auf Thien Sons (der sich nun "Thay" nennt) Rücktritt "im Jahr des Holz"kopfes, äh, -"pferdes", vom Amt des Abtes hinweise und auf seine angekündigte Entrobung. Wir werden weiter auf Phat Hue schauen müssen, da offenbar der neue Abt der Vater des alten ist. Die Geldmaschine bleibt jedenfalls in Händen der Familie. Vom Regen in die Traufe? ... Vergessen wir auch nicht, dass der kleine Hue Bao noch vor seinem Schulabschluss kürzlich in ein Kloster des tibetischen Buddhismus verschoben wurde ... Themenwechsel ...



Während viele US-Zen-Adepten momentan zu glauben scheinen, über das Enttarnen von Ehebruch durch Eido Shimano oder Fummeleien von Joshu Sasaki das Zen für sich retten zu können, meine ich, an ihren Früchten sollte man sie erkennen ;-) Das obige Filmprojekt will einen Überblick über amerikanisches Zen liefern. Nach meinem Eindruck ist es also am Ende, weil das, was wir da hören, überwiegend nichts mehr zu tun hat mit dem, was die Alten lehrten. Einer wird den "alltäglichen Bullshit" nur im Zazen los (statt ihn im Alltag anzunehmen). Einer redet von Emotionen, die er im Grunde nur beim Zazen hat (statt anderen Menschen seine Emotionen zu zeigen). Wenn von "Praxis" (Übung) gesprochen wird, ist Zazen gemeint oder Rituale wie Kesanähen (statt Alltagsleben). Die beste Pointe kommt am Schluss von Alan Senauke, der meint, durch intensives Zazen schmecke das Essen besser. Wer schon mal auf Sesshin gegessen hat, weiß, wie nötig solche Illusionen sind. Man wird auch feststellen, dass alle Zenzeugen im Film eine Robe oder ein Rakusu brauchen, um vor die Kamera zu treten, so als würden sie selbst nicht genug hermachen. Klar, dass weder Shimano noch Sasaki je so einen Stuss geredet haben.

In den aktuellen Auseinandersetzungen, die wie im Fall Shimano vom NY Times-Mitarbeiter Oppenheimer und befreundeten feministischen Interessengruppen befeuert werden, wird im Grunde versucht, das Ende des 2. Weltkrieges aufzuarbeiten. Die amerikanische Schuld projiziert sich noch einmal auf den bösen Japaner. Diesmal werden die Amerikaner verlieren. Die Bombe explodiert in ihrem eigenen Land.

Kommentare:

  1. Namaste!

    Das Video finde ich nicht verwunderlich und schon gar nicht erschreckend.

    Es enthält zwar eine gehörige Portion von, ich nenne es mal "Weichspülerei", aber das ist allgemein in buddhistischen Gruppen nichts besonders; es kommt vor. So hatte ja auch ein User des "Buddhaland" dieses Phänomen bei der SGI kritisiert, aber ich denke das findet man auch bei den Theravaden, bei den Tibetern und auch in neo-hinduistischen Yoga-Kreisen. Wahrscheinlich sogar mitunter bei Lama Nydahl & Co., wer weiß?

    Allgemein muss man aber feststellen, dass die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit der Praxis sich im Alltag erweist - also dort, wo man für gewöhnlich nicht mit Samu-e, Kimono und Rakusu rumläuft, z. B. in der Fabrik oder im Büro (wo man dann aber meist auch keine knallroten Haare trägt).
    Denn erst am Arbeitsplatz, bei den Kumpels, in der Familie und in der Partnerschaft zeigt sich dann, ob der Zen-Weg dauerhaft fruchtet oder einfach nur das eigene Ego stärkt und alte Macken durch neuerliche ersetzt.

    Und so haben es ja auch die alten Meister überliefert.
    Wie sagte Linji, der "Alte Buddha" noch in den von Shulazi aufgezeichneten Gesprächen:

    "Das alltägliche Leben selbst ist der Weg.
    Bin ich hungrig, so esse ich.
    Bin ich müde, so schlafe ich.
    Törichte werden schauen und lachen,
    Weise nur verstehen, diese Sachen."

    < gasshô >

    Benkei

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  2. ...wer schon mal auf einem sesshin gesessen hat, der weiss wie nervig die elende esserei dort ist, würde ich sagen. das problem sind auch nicht robe oder rakusu sondern dass die leute einfach stinklangweilig sind

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  3. Naja... das Unvermögen zu einer Tugend machen wollen/können ist wohl das, was die meisten an Zen und anderen Unsinnigkeiten im Westen begeistert.

    Alles fern ab der grundlegenden Tugend wie man sie selbst im Alltag in Asien kannte (keine Sorge auch hier zu Lande gab es soetwas mal) und Welten vom Pfad entfernt.

    Ich glaube nicht, daß auch nur ein winziger Bruchteil von Leuten so Sprüche nur annähernt verstehen. Wissen Sie den unterschied zwischen Lust und Bedarf, sind sich ihrer Handlungen in keinster Weise bewußt.

    Möge Benkei nicht zu viel Zeit mit Leuten falscher Sichweise verbringen, der Zug fährt schneller ab, als man denkt.

    metta und nicht so viel mudita

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  4. Warum legt TTS überhaupt die Kutte ab? Das fragen wir uns weiterhin! Wurde er dazu aufgefordert oder macht er es eigenwillig? Damit er nun mehr Freiheiten hat wie zum Beispiel Sex haben darf und schicke Autos fahren darf? Hierzu muss er sich nicht mehr verstecken! Dass Phat Hue inoffiziell noch unter seiner Macht steht ist klar!
    LG

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    1. TTS wurde dazu gezwungen die Robe abzulegen.

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