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Ein paar Filmtipps zwischendurch

Wie auch hier im Blog zu erkennen ist, bin ich momentan besonders mit Übersetzungen beschäftigt und habe nur bedingt Zeit für anderes. Meinem Hobby Film konnte ich dennoch nebenher ein paar Wochen intensiv frönen, und neben neueren Werken meiner chinesichen Lieblingsregisseure Zhang Yimou (Shadow) und Jia Zhangke (Asche ist reines Weiß) auch ältere Kunst von Robert Altman (Images) und Luis Bunuel (Los Olvidados) entdecken. Und zwar auf Amazon Prime (die ersten 30 Tage Mitgliedschaft sind dort kostenlos, was jeweils neu für die jeweiligen Länderzugänge von Amazon gilt, also z.B. Amazon US, Amazon UK etc.) Da ich im Ausland bin und nicht weiß, welche der nun folgenden Tipps mit buddhistischen Inhalten bei Euch zur Verfügung stehen, ist ggf. zu überlegen, ob einer der VPN-Anbieter Sinn macht. Einige der erwähnten Titel sind kostenpflichtig. In Ai-un: Hugo Makibi Enomiya-Lasalle (2016) finden sich Originalaufnahmen mit dem Jesuitenpater, der zwischen Christentum und Zen vermittelt...

Huinengs Plattform-Sutra

Meditation und Weisheit sind von einer Essenz und nicht verschieden. Meditation ist die Essenz von Weisheit, und Weisheit ist die Wirkung von Meditation. Zur Zeit von Weisheit existiert Meditation in dieser Weisheit, zur Zeit von Meditation existiert Weisheit in dieser Meditation. Versteht diese Doktrin vom gleichgestellten Studium von Meditation und Weisheit. Ihr, die ihr den Weg studiert, dürft nicht behaupten, sie seien verschieden, oder dass zuerst die Meditation käme und Weisheit erzeuge oder umgekehrt. Was also ist Sitzmeditation (zuochan)? Wenn alles Anhaften an äußere Dinge abgeworfen wird, alles Aktivieren von Gedanken an gut und böse, dann heißt dies ‚sitzen‘ (zuo). Innerlich die Bewegungslosigkeit der Selbst-Natur zu erkennen heißt ‚Meditation‘ (chan). ***   Auf die Frage, ob er der Süd- oder Nordschule des Chan (Zen) angehöre, antwortete einst ein Vertreter der Ochsenkopf-Schule: "Weder noch. Der Geist ist meine Schule."   Wie ich hier...

Bankeis Lehre vom Ungeborenen und Shinzan Miyamae Roshi

Zazen steht also einfach für den Buddha-Geist, der gelassen sitzt. Verweilt ihr im Ungeborenen, ist folglich alle Zeit Zazen, nicht nur, wenn ihr formell sitzt. Solltet ihr während der Meditation etwas Besseres zu tun haben, ist es völlig in Ordnung, aufzustehen und zu gehen. In meiner Schule ist jeder frei, dies nach eigenem Gutdünken zu handhaben. Bankei Eitaku [1622-1693] ist einer der populärsten japanischen Zen-Meister der Rinzai-Schule. Seine Lehre übermittelte er vor allem in Reden und Gesprächen, die allgemein verständlich waren und viele Menschen erreichten. Im Mittelpunkt steht darin das "Ungeborene", die Buddha-Natur oder der Buddha-Geist, in dem es stets zu verweilen gelte, um nicht in dualistische Ansichten und Streitereien abzugleiten. Natürliche Spontaneität und Freiheit von Ritualen sind weitere Kennzeichen von Bankeis Überlieferung.    *** Anlässlich der o.g. Neuübersetzung von Bankei-Texten stieß ich auf Shinzan Miyamae (geb. 1935), der die ehemal...

Eh? Eh ist tot. Und was ihr bestimmt noch nicht über Nagarjuna wusstet ...

[Ich erkläre nach den Zitaten, warum das nicht nur Literaturtipps sind ...] "I am now, for the moment, a retired tourist. Through sheer imcompetence, I gave up." (Marian Engel: life in letters. Toronto 2004) *** "... alle Leute haben schäbige, zum Scheitern verurteilte Ideen, alle Leben sind schäbig  und zum Scheitern verurteilt, egal wie ..." (Matias Faldbakken: The Cocka Hola Company. München 2005) *** "Nicht der Körper ermüdet, sondern der Blick ist wund.  Er ist nicht zufrieden mit dem, was er sieht, was er hört. Was ihn schmerzt, ist Wehmut." (Tahar Ben Jelloun: Tag der Stille in Tanger. Reinbek 1991) *** "Sie empfing ihn halbnackt auf ihrem Bett, zog ihn an sich und gab mit deutschen Worten durchsetztes Stöhnen von sich. (...) Als er aus dem Zimmer der Dame kam,  kritzelte er einen Satz in seinen Notizblock und ging sich dann waschen: Dienstag: Sie spricht Deutsch, ihre Brüste hängen, und sie hat ...

Sam van Schaick: Tibetan Zen

Kürzlich habe ich Tibetan Zen von Sam van Schaik (Snow Lion 2015) gelesen. Schaik selbst ist in seiner Arbeit u. a. von John McRae beeinflusst (den er an mehreren Stellen zitiert und verteidigt).  Es handelt sich um einen gut verständlichen akademischen Text, der sich im Besonderen mit den Dunhuang-Funden des tibetischen Zen beschäftigt, das es bis ins 14. Jh. gegeben haben soll. Zu bedenken ist, dass Dunhuang zeitweise zu einem von den Tibetern besetzten Gebiet gehörte, was erklärt, dass man in den Höhlen neben etwa 300 chinesischen Chan-Texten gut 50 dem tibetischen „Zen“ zugehörige fand. Sam van Schaik fasst nun einige davon zusammen und gibt Übersetzungsbeispiele.    Im 1. Kapitel wird die „Ein(zig)e Methode des Nicht-Begreifens“ (Single Method of Nonapprehension) vorgestellt. Bei dieser wird angenommen, dass das Anhäufen von Verdienst im Anhäufen von Weisheit bereits enthalten ist, dass also die sechste der Vollkommenheiten alle anderen umfasst. Im Detail b...