Direkt zum Hauptbereich

Posts

Noch ein Fundstück

Ein Fischer und ein Wiedergeborener Einmal hörte ich den Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, am Ende eines Vortrags, in dem es auch um Wiedergeburt ging, sinngemäß sagen: „Vielleicht täusche ich mich. Es könnte auch alles anders sein.“ Das ist sympathisch und geschickt, mit solchen Tricks sichert man sich gleich noch ein paar Anhänger mehr. Nun fand ich in einer buddhistischen Zeitschrift einen Brief vom 12.11.2001 an US-Präsident Bush mit Bezug auf die Terroranschläge aufs World Trade Center. Dort wirft der Dalai Lama ein, er glaube, Gewalt würde nur den Teufelskreis der Gewalt verstärken. Am Ende meint er jedoch zu Bush: „Ich bin sicher, dass Sie die richtige Entscheidung treffen werden. Mit meinen Gebeten und besten Wünschen    HH Der Dalai Lama“ (Lotusblätter 4/2001, S. 63). Ich frage mich, ob der Dalai Lama wirklich für den US-Präsidenten gebetet hat. Dann hätten wir den Beweis, dass es nichts nutzt, wenn Seine Heiligkeit solches tut. Ich bin nämlich sicher un...

Dôgens EIHEI KOROKU (XV):
Was ist der Buddha?

           In der Vortragshalle fragte ein Mönch Dôgen: „Was ist der Buddha?“            Dôgen antwortete: „Er ist ein Mensch, der nirodha-satya verwirklicht hat – das Reich jenseits zukünftiger Leben oder besonderer Moral.“            Da meinte der Mönch: „Ich hoffe, Ihr lehrt mich nicht den Weg des Hînayâna [1] ?“            Dôgen erwiderte: „Niemals.“            Wann auch immer der Mönch dieselbe Frage wiederholte, gab Dôgen dieselbe Antwort.            Er sprach: „Vom Reich Buddhas aus ist der Himmel nicht hoch, noch ist die Erde dick; Berge und Flüsse sind nicht weit von Sonne und Mond entfernt; das Licht der zehn Richtungen durchdringt die zehn Richtungen. Da reitet ein Perser auf einem weißen Elefanten in die Buddha-Halle und ein Mann aus H...

Dôgens EIHEI KOROKU (XIV):
Chao-chou

        „Ein Mönch sprach zu Chao-chou: ‚Hat ein Hund die Buddha-Natur?‘ Chao-chou antwortete: ‚Ja.‘ Als ein anderer Mönch die gleiche Frage stellte, verneinte Chao-chu jedoch. Wenn wir diese herausragende Geschichte studieren, entdecken wir das Prinzip von Sein und Nicht-Sein. Wollt ihr dies vollständig verstehen?            Die Buddha-Natur hat eine Nase zum Dranziehen. Ein Hund hat keinen Kopf und keinen Schwanz, den man ergreifen könnte. Doch die Buddha-Natur dringt stets in den Hundekörper ein, und eine Katze wirft Kätzchen.“

Dôgens EIHEI KOROKU (XIII):
Tien-tung

          Am Tag einer Gedächtniszeremonie für den Abt Tien-tung sprach Dôgen in der Vortragshalle: „Ich ging ins China der Tang-Zeit und studierte den Weg Tien-tungs, wobei ich den Japans verlor. Doch meine Nase liegt vertikal und meine Augen horizontal, wie gehabt. Ihr dürft nicht sagen: ‚Tien-tung täuschte den Übenden Dôgen.‘ Es war eher so: Tien-tung wurde durch mich getäuscht und übertrug mir den Dharma.“

Buddhistisches Liebesgedicht

Suche Dich seit Tausenden von Jahren, laufe Millionen Blasen an meine Füße, die gefüllt sind mit Zähren. Nun stehst du vor mir und jedes Wort stimmt, ohne Plan oder Vorsatz. Ich löst sich auf, macht Platz für die große Illusion der schwebenden Sehnsucht des ewigen schwarzen Lochs im Bauch. Wann immer du dich verschließt, treiben meine Augen im Meer. Wenn du das, was ich war, auch diesmal nicht erkennst, dann erinnere dich doch bitte im nächsten Leben.