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Posts

Wie der Jade-Buddha
an Phat Hue zerbrach

  Es ist schon eine Weile her, aber den Gag wollte ich doch noch mit Euch teilen. Im Juni letzten Jahres berichtete die Sektenpagode Phat Hue stolz, dass der Jade Buddha in ihrem Odenwalder Zentrum Station mache (unter dem Link ein Filmchen aus ihrem Sympathisantentempel in Hannover). Tja, und was soll ich sagen, nachdem der Jade-Buddha all diese Mönche und Nonnen, die den Thien Son nicht aus der Sangha werfen, und den "Abt" selbst gesehen hatte, da beschloss der Jade-Buddha offensichtlich, Selbstmord zu begehen. Dazu nutzte er seine heiligen Kräfte und verursachte einen Unfall auf der A9. Risse im Sockel, Kratzer, Stoßspuren, weggeplatzte Farbe - zehn Tage musste um sein Leben gekämpft werden. Und der Zopa Rinpoche, der den Kult um den Jade Buddha praktisch erfunden hat, gerne mal 200 Millionen Dollar für einen Bronzebuddha verschwendet und dazu noch ein Vertrauter des Dalai Lama ist, der konnte es auch nicht vorhersehen - obwohl ich diese Sippschaft schon mal über Thien ...

Die Spuren Seung Sahns
und was Retreats bringen

Letzte Woche überraschte mich eine Pressemitteilung. Der US-Mönch Hyon Gak Sunim, Nachfolger von Seung Sahn und Yale-Absolvent, dem ich selbst mal begegnet bin, sprach an der Uni Regensburg vor angehenden Managern über "Zen und Leadership". Nun hat diese Modephrase also schon unsere Unis erreicht und wird sogar von Zen-Mönchen unterstützt, die sich nachsagen lassen, "drei intensive 100-Tage Solo-Meditations-Klausuren und circa 35 traditionelle 90-Tage Meditations-Klausuren zusammen mit anderen Mönchen" hinter sich zu haben. Wow, denkt sich da der Naive, dann muss da ja wohl was dahinterstecken. Ich hingegen weiß genau, was hundert Tage Einsamkeit so alles bedeuten können, deshalb kann mich das nicht blenden. Dass dann noch so etwas nachgeplappert wird, ist kaum verzeihlich: Der Hyun habe "als erster Westlicher seit der kommunistischen Revolution 1992 in China zum Mönch ordiniert." Und bereits ein Blick auf so etwas wie das folgende Video genügt, um gewar...

Kleiner Exkurs:
Organspende in Zen und Buddhismus

Ich fasse hier kurz den Artikel "Organ transplantation as an act of almsgiving ..." (2006) von Tobias Bauer zusammen, der auch die Stellungnahme der Sôtô-Schule zur Organstransplantation übersetzt hat.    Zunächst wird auf prominente Gegner der Organtransplantation wie eine dem Shintô nahe Beweung namens Ômoto sowie den Ôtani-Zweig der Reine-Land-Schule (Jôdo-shin-shû) hingewiesen.    Argumente PRO Organspende führen sie als Akt des Almosengebens (fusegyô) durch das Opfern des eigenen Körpers (shashin) an (so z.B. Umehara Takeshi, der allerdings den Herzstillstand, nicht den Hirntod als Lebensende ansieht). Spendewillige könnten sich in einer "Gemeinschaft der Bodhisattvas" (bosatsu kyôkai) organisieren. Das Handeln des Bodhisattvas bestehe hier darin, sich und anderen von Nutzen zu sein (jiririta no gyô).    Kajiyama Yûichi argumentiert von der Theorie des Bewusstseinsspeichers (arayashiki) aus, die den Hirntod als Tod des Individuums akzeptieren kann....

Die Bodhidharma-Legenden

Wiki hat sie schön chronologisch zusammengestellt. Erst zur Zeit Dôgens wurde aus dem Sitzen Bodhidharmas vor der Wand ein neunjähriges. Dieses exzessive Zazen allerdings war hier der Ausdruck oder die Angewohnheit eines bereits Erleuchteten, denn Bodhidharma war ja bereits ein "bestätigt Erwachter", als er zum Shaolintempel kam (der Rückschluss, man müsse ausdauernd vor einer Wand hocken, um zu erwachen, ist auch deshalb unlogisch, weil ja schon Bodhidharmas Nachfolger Huike schlichtweg nach einem Dialog mit seinem Lehrer erwachte). Interessant ist auch, dass zunächst das Lankavatara-Sutra, später dann (auch) das Diamantsutra von Bodhidharma an seinen Nachfolger weitergegeben worden sein soll. Es gibt einige umtriebige Buddhisten, wie Thich Nhat Hanh und den Macher von "Dark Zen", die nicht zuletzt deshalb dem Lankavatara-Sutra eine große Bedeutung beimessen (und zum Beispiel einen ständigen Streitpunkt, den Vegetarismus, damit begründen). Tatsächlich kann man sa...

Antwort auf Sogens "Offenen Brief"

Da ist noch ein Nachtrag nötig, da Sogen in seinem Blog einen offenen Brief an mich richtet, in dem er auch auf meinen Kommentar unter dem letzten Blogeintrag hier eingeht. Ich will einzelne Punkte herausgreifen. 1) Wie man Druck erzeugt. Die DBU kann Pressemitteilungen und ebenfalls offene Briefe nutzen. Sie kann wirklich alle ihr bekannten Ordinierten der betreffenden Tradition zusammentrommeln usw. Ich hätte noch einige andere Tipps, aber ich sitze da nicht im Boot und müsste schon dafür bezahlt werden, in diesem Laden aufzuräumen. Es ist schlichtweg unmöglich, in der DBU diese Kräfte zu bündeln, weil sie - wie ich in meinem letzten Blogeintrag aufzeigte - unterwandert ist von Gruppen, bei denen das sexuelle Fehlverhalten ihrer Begründer schon geradezu legendär ist. Insbesondere die Anhänger der Ole Nydahl-Fraktion haben sich zudem jahrelang in DBU-Foren stets als ausgesprochen aktive "Bremser" jedweder Aktivitäten gegen Missbraucher gezeigt. Das lässt psychologisch nahe...

Zen-Buddhismus und Missbrauch:
Die DBU, Thich Thien Son (Thay)
und Sotetsu Yuzen

Und nun der nötige Nachschlag zu der genannten Sendung "Erleuchtung - nicht garantiert" auf BR 2 (hier der Podcast ). Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet die DBU, die in ihrer Zeitschrift "Buddhismus Aktuell" gerade wieder Sogyal Rinpoche [Link geht nicht mehr, Januar 2019] hofiert hat, und deren erster Vorsitzender ganz offensichtlich ein Anhänger eines anderen Sexbesessenen, nämlich Chögyam Trungpa ist, als Gegengewicht zu den Zen-Scharlatanen herhalten darf. Sogen, der stellvertretend interviewt wird, hat mich damals im DBU-Forum noch bremsen wollen, als ich dabei war, Thich Thien Son (alias Thay) zu outen, und mir dabei sogar vorgeworfen, schmutzige Literatur zu publizieren (vor allem ein Werk, das Nabokov zu Lolita inspiriert haben soll und nur deshalb aus meinem Programm verschwand, weil es sich nicht verkaufte). Wenn ein Moralapostel den anderen kritisiert, hat das schon was Groteskes. Namen wurden natürlich in der Sendung wieder nicht genannt, d...

Der Zen-Schleimi

(Ein Kommentar brachte mich drauf, ich kann es Euch nicht vorenthalten ... Preisfrage: Wo hat er das Vimalakirti-Zitat - "Die Sehnsucht nach sich selbst wecken" - her? Wie auch immer, er trennt Mönchsein und Alltagsleben, er hat nichts begriffen.) Zen und Leadership from Ursache&Wirkung on Vimeo .

Hui-neng vs. Eihei Dôgen

Es wird gerne vergessen, dass der Analphabet Hui-neng (638-713, sechster chinesischer Patriarch im Zen/Chan) bei der ersten Begegnung mit seinem Meister zwar bereits Einsicht in die Buddha-Natur zeigte ("Wie könnten sich die Menschen aus dem Norden und dem Süden in ihrer Buddha-Natur unterscheiden?"), doch zunächst in die Küche abgeschoben wurde. Die hatte zu seiner Zeit noch nicht die Bedeutung, die ihr später Dôgen Zenji im Klosterleben zuwies. So ganz durchschaute ihn also sein Meister wohl noch nicht, zumal Hui-neng dann auch noch immer nicht ordiniert, also Laie war, als er das ihm vorgelesene Gedicht eines Bruderschülers verbesserte und damit endlich auch seinen Meister von seinem Erwachen überzeugte. Dieser riet ihm sogleich, den Tempel zu verlassen. Die Ordination holte Hui-neng zwar später nach, aber als ihm seine Verfolger die Robe klauen wollten, da riefen sie ihn noch "Laie! Laie!". Hui-neng selbst unterschied sich noch weiter von Dôgen, auch wenn der un...

Hsu-Yun (1840-1959) übers Zazen

"Im Grunde ist eine Zenhalle fehl am Platz. Zudem bedeutet Chan (Zen) nicht Sitzen (in Meditation). Die so genannte Zenhalle und das so genannte Zen-Sitzen werden nur denen zur Verfügung gestellt, die sich unüberwindbaren (eigenen) Hindernissen gegenübersehen und die in diesem Zeitalter der Dekadenz nur begrenzte Weisheit besitzen." [aus: Lu K’uan Yü, Ch’an and Zen Teaching (1970), S. 35]

Monk-eee

"Schließlich bist du in der Lage, Affen zum Weinen zu bringen, indem du nur eine Augenbraue anhebst ..." (Zenmeister Tetsugen Dôkô in einem Brief an den Meisterbogenschützen Hoshino Kanzaemon) Wer mehr wissen will: Makaken und Männerfreundschaften.

Meine Übertragungslinie

Kürzlich wurde ich auf eine leidige Diskussion um authentische Nachfolger eines so genannten Zen-Meisters hingewiesen. Ich habe dazu folgende Ansicht: Mit religionskritischen und historischen Mitteln lässt sich praktisch jede Zenlinie aufbrechen bzw. als nicht konsistent aufzeigen. Es ist also faktisch nicht möglich, einen heutigen Zenmeister nahtlos in seiner "Übertragung" (des Dharma, des "von meinem Herzen zu deinem Herzen") auf den Shakyamuni Buddha zurückzuführen. Dieses Konstrukt ist nichts weiter als eine Idee, eine Fiktion. Mit der gleichen Berechtigung kann sich jemand, der heute im Geiste Hui-nengs, des 6. (chinesischen) Patriarchen, lebt, natürlich auch in dessen "Linie" sehen. So wie einer behaupten kann, im Geiste eines Nietzsche, Sokrates oder Epikur zu leben. Wenn ich mir anschaue, wer sich so alles auf Hui-neng zurückführt (und vor allem, dass natürlich schon ein Bodhidharma sich von der Lehre des Palikanon und damit des Shak...

Zurück in Deutschland:
Der Schulterschluss von Kirche und Phat Hue

Wenn ich mich hier so umschaue, ist alles beim Alten geblieben. Bei einem Spirituellen Filmfest wurden die üblichen Verdächtigen porträtiert (etwa der Theravada-Anhänger Thich Nhat Hanh) und diverse kirchliche Einrichtungen kooperierten u.a. mit der Pagode Phat Hue (jaja, und das Tibethaus war auch im Boot, obwohl die doch gar nix mehr mit denen zu tun haben wollten). Kirche und Phat Hue - was waren da noch mal die Gemeinsamkeiten? Ja, richtig.  Wenn ein Bundespräsident nicht bei seinen Freunden übernachten darf (eine blöde Fernsehtante meinte, er könne schließlich dafür bezahlen), dann braucht ein eitler Abt auch keinen Lexus, das ist klar. Aber ich will ja nicht auch noch beim "Alten" stehenbleiben. In Foren kämpft weiter die Dogen-Fraktion um ihr spezifisch japanisches Verständnis des Zen und des Klosterlebens mit seinen Ritualen und Gelübden, ohne dass die Zen-Mönche eigentlich als solche gelten können. Manche User sind da zuletzt recht still geworden, ob das daran lieg...

Neues aus Kambodscha:
Leere Worte

Im Schoenewortemachen sind die Khmer recht gut. Das geht schon an der Grenze los. Ich bin wieder mal ueber Land und Poi Pet aus Thailand eingereist. Ein kostenloser Shuttle bringt einen aus dieser schmuddeligen Casinostadt raus zum Busbahnhof. Dort kann man dann ein Ticket bis Siem Reap (Angkor) erstehen. Ich sass mit drei Mitarbeitern der Tourist Association im Bus, zwei beschaeftigten sich waehrend der Fahrt mehrfach mit ihrem Handy oder Smartphone, einer mit seinem Laptop. Wir kamen ein klein wenig ins Gespraech. Irgendwann bog der Bus dann von der Hauptstrasse auf unbefestigte, holprige Wege ab. Sorry, meinte einer der drei zu mir, als sie ihr Ziel, ein besseres Haus in einem abgelegen Dorf (Baray Village) erreicht hatten, vor dem ein teurer Gelaendewagen stand. Ich holperte zurueck zur Hauptstrasse. Dort wurde mir dann gesagt, da ich der einzige Fahrgast sei, muesse ich mitsamt meinem Gepaeck auf ein Moped umsteigen und die restlichen zwanzig Minuten nach Siem Reap darauf zurueck...

Neues aus Kambodscha:
Dreck, Trekker, am dreckigsten

Hier spielen gerade ein paar Dutzend kreischende kambodschanische Jungs um mich rum im wahrscheinlich groessten Internetcafe Siem Reaps (nahe Angkor), das gleichzeitig auch ein Burgerladen ist, mit angeschlossenem Designercafe und ueberteuertem Supermarkt. Der Laerm ist unfassbar. Zwischen Maedchen und den Jungen der Khmer liegt eine charakterliche Entfernung wie zwischen Erde und Sonne. Die erwachsenen Maenner sind teils auch nicht viel besser. Von den Maedchen, die ich vor gut zehn Jahren hier kennenlernte, haben fast alle inzwischen geheiratet und mehrere Kinder. In vielen Faellen leben sie in den Doerfern rund um Angkor und bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Verkaeufe von T-Shirts und Souvenirs an Touristen. In vielen Faellen haben ihre Maenner einen Job in der nahe gelegenen Stadt Siem Reap gefunden und halten sich inzwischen eine Nebenfrau bzw. besuchen ihre eigentliche Ehefrau nur noch tageweise. In einem Fall laesst der Ehemann dann 15 Dollar fuer seine Gattin und die geme...

Geld und Erleuchtung:
Dilgo Khyentse Rinpoche

Gibt es eigentlich ausserhalb der Zentradition buddhistische Moenche, die mich beeindruckten?  Ja, da ist zum einen Buddhadasa Bhikkhu, dessen Portraet ueber meinem Spiegel im Hotelzimmer steht und hinter dem sich wochenlang meine kleine Zimmerechse versteckt hat, in der Hoffnung auf Mueckenfutter (ich hab ihr schliesslich ein Stueck Mango an die Wand geklebt, an dem sie zehn Minuten leckte). Es ist noch nicht lange her, da gab es hier ein TV-Special mit dem Thema ZEN, und ein betraechtlicher Teil war dem Buddhadasa Bhikkhu gewidmet, was erklaert, dass nicht nur ich seinen Lehren und seinem Leben eine Affinitaet zur Zentradition nachsage.    Von den Tibetern haette dies am ehesten fuer Dilgo Khyentse Rinpoche gelten koennen. Ich will damit nicht sagen, dass ich ausserhalb des Zen etwas wesentlich Buddhistisches suchen wuerde, dies war nie der Fall. Ich las ein Buch von ihm und fand seine Biografie erstaunlich. Meines Erachtens ist das Hauptproblem der Zenl...

Und hierfuer den buddhistischen Kurzfilm-Oscar ...

Das ist Kunst. Sehr schoen anzuschauen und anzuhoeren. Mit meinem Sinn fuer Ironie spielt sich das Entscheidende bei ca. 2:50 und spaeter bei ca. 5:10 ab. Da kommt naemlich zunaechst ein krabbelndes Kleinkind ins Bild. Es weiss nichts von Dogen und nichts vom richtigen Sitzen, es kennt nur Krabbeln, und wenn es mal sitzt, na, das wisst ihr selbst, wenn ihr es mal gesehen habt ... Das Kleinkind unterscheidet noch nicht. Wie der Vogel, der spaeter ins Bild huepft und unverfroren mit dem Kopf wackelt, sind diese beiden Wesen im unschuldigen Zustand der Nichtunterscheidung. Gilt das auch fuer den Moench und den Sprecher?

Neues aus Thailand:
Die Moenche und das Huehnchenfleisch

Die letzten zehn Tage musste ich erleben, dass eine Antibiotikaresistenz unangenehm sein kann. Erst das dritte Mittel brachte den Durchbruch bei einer deftigen Hals- und Bronchialentzuendung, die mich weitgehend ans Hotelzimmer band, wo ich waehrenddessen den unsaeglichen neuen und im Englischen ueber 900 Seiten dicken Roman von Haruki Murakami, 1Q84, las (dazu spaeter mehr). Und so bleibt mir nur zu berichten, dass ich auf dem Wege der Besserung einen Chester's Grill aufsuchte, der geschmacklich so zwischen den leckeren Sachen vom Burger King und den schlapprigen vom McDonald's liegt und zum Beispiel Shrimpburger fuer unter einem Euro anbietet. Kurz nach der Oeffnung um 11 Uhr frueh waren ausser mir nur noch zwei Gaeste anwesend. Buddhistische Moenche in ihren braeunlichen Roben. Aufgefahren wurden fuer sie Huehnchenschenkel und Spaghetti mit Huehnchensosse. Als ich fragte, ob die Moenche das bestellt haetten, hiess es, nein, sie seien von einem Angestellten eingela...

Der Umgang mit dem Sterben

Zu meinen Horrorvorstellungen gehoert, hilflos im Krankenhaus zu liegen und von Leuten zugeschwafelt zu werden, die es nur gut mit mir meinen und die mir dabei so auf den Geist gehen, dass ich ihnen am liebsten den Hals umdrehen moechte (ja, ich will dazu faehig bleiben, auch nach dem Erwachen). Nun habe ich mal wieder vor Augen gefuehrt bekommen, wozu insbesondere Zen-Ordinierte faehig sind. In einem TV-Beitrag ueber Nonnen des Dharma Drum Mountain , der auf Sheng Yen zurueckgeht und sich tatsaechlich dem Zen-Buddhismus (Chan) zurechnet, gab es eine Szene, in der die Nonnen offen ihre Fehler voreinander eingestanden, z. B.: "Ich bin zu lange wuetend, wenn mich etwas aufgeregt hat." Eine Nonne fing an zu weinen und erzaehlte, ihre Grossmutter laege im Sterben, und sie liebe diese Oma sehr. In der folgenden Szene sah man die Nonnen ums Bett der offenbar bewusstlosen Grossmutter stehen und ihr zureden. Eine Nonne, vielleicht wahr es gar die Enkelin, sagte: "Sei getrost, du...

Phil Jackson und Zen (war: Michael Jordan über Zen)

Zen-Mythen:
Schmerzen beim Sitzen

Im Laufe meiner meditativen und Uebersetzungsuebungen stiess ich immer wieder auf die Formulierung "mit den Schmerzen eins werden". Ich halte sie fuer nicht mehr angebracht und will dies erlaeutern. Wenn wir mit etwas eins werden, setzen wir voraus, dass da zwei sind. Auf dem Zenweg legen wir jedoch diese Vorstellung ab. Ist das mit Einswerden gemeint, dann sind wir also quasi Schmerz, dann IST da Schmerz, ohne dass er bewertet wird. Diese Art zu denken ist sicher erstrebenswert. Betrachten wir nun aber den Sinn von Schmerzen. Sie zeigen uns, dass etwas nicht richtig ist, dass wir krank sind, uns falsch ernaehren, aber auch, dass wir falsch sitzen. Die ganz natuerliche Reaktion in letzterem Fall ist eine Veraenderung der Sitzhaltung. Die im Dogenzen praktizierte Haltung ist leider nicht geeignet, besonders schmerzarm zu sein. Darum finden wir auf alten Darstellungen Bodhidharmas auch meist einen krummen Ruecken des Patriarchen, weil sich der beim langen Sitzen automatisch ein...

Sexgeruechte um Shaolin-Abt:
Belohnung ausgeschrieben

Das ist mal eine Idee, koennte die Pagode Phat Hue auch mit ihrem scheinheiligen Abt machen ... Aufgrund der zahlreichen Geruechte um den wohlgenaehrten Abt des chinesischen Shaolintempels, Shi Yongxin, (er sei zum Beispiel im Puff erwischt worden und habe ein Kind in Deutschland) hat der Tempel selbst nun eine Belohnung ausgeschrieben fuer alle, die solche Vorwuerfe entweder entkraeften oder belegen (!) koennen. Wie die TAZ schreibt, sind die Chancen gar nicht so uebel, die Geliebte des Abtes heisse naemlich Li :-)     Da zeigt sich mal wieder, in welche rueckstaendigen, dummen und unhaltbaren Wunschvorstellungen von Abstinenz sich der buddhistische Klerus treiben laesst. Statt mit dem Hinweis aus sinnenfreudige Moenche der Chantradition zu kontern oder einfach Bilder von Geliebter/m und Kind zu veroeffentlichen, damit mal etwas Bewegung in die Ordensregeln kommt, erweist sich das Bonzentum als so paepstlich wie der Papst. Unter den Laien sieht es jedoch auch hierzuland...

Neues aus Thailand: Gier (II)

Wenn man die ersten Male in suedostasiatische Laender reist, wird man sich als Deutscher daran gewoehnen muessen, uebern Tisch gezogen zu werden. Es dauert eine Weile, bis man die lokalen Preise versteht und weiss, was Einheimische wofuer zahlen. Auch das Feilschen auf dem Markt will gelernt sein. Spricht man dann z.B. ein paar Worte Thai und wurde regelmaessig vor Ort gesehen, wuenscht man sich natuerlich ein gewisses Entgegenkommen. Wie schoen, wenn man mal eine Waescherei gefunden hat, auf die man sich verlassen kann (und die nicht den schoenen Waeschebeutel, das Geschenk eines wichtigen Freundes, gegen einen billigen vertauscht) und ein Lokal, in dem man schmackhaft essen kann, ohne sich den Magen zu verderben.    Angenehm ueberrascht war ich, als ich mit einer Bekannten zum Abendessen an solch einen etablierten Stand am Markt ging. Sie bekam eine Riesenportion gebackenen Reis, ich gebratene Nudeln (Pad Seiju) mit reichlich Brokkoli. Wir wurden beide gut satt. Ich ga...

Dalai Lama erhoert Asso-Blog

Endlich! Der Dalai Lama will, wie von mir mehrfach in diesem Blog und in einem Brief an ihn gefordert, die (seine) Wiedergeburt abschaffen. Allerdings scheinen hier eher politische Ueberlegungen eine Rolle zu spielen, was noch einmal die unsaegliche Verquickung von (ehemaligem) Amt und religioeser Funktion des DL belegt. Andererseits unterstreicht dies, wie leicht es ist, mit der Wiedergeburt als Bestandteil der buddhistischen Lehre Schluss zu machen. Ich freue mich jedenfalls, dass der DL zur Einsicht gekommen ist.  Nein, so einfach ist es natuerlich nicht. Wie man in dem Artikel der F.A.Z. lesen kann, glaubt der DL noch immer, ""die einzige legitime Verfügungsautorität über den Ort und die Art und Weise einer Wiedergeburt" habe die zu reinkarnierende Person selbst", was zweierlei wesentlichen Lehrinhalten und Erkenntnissen des Zen widerspricht: 1) shunyata, 2) der einzig existenten Gegenwart. Amuesiert hat dieses Possenspiel wohl auch Michael Filzinger, der hi...

Neues aus Thailand: Gier (I)

Bevor sich jemand die Frage stellt, was ich hier ueberhaupt mache, wenn ich doch dauernd am Laestern bin - dies ist schliesslich ein Ruepelblog, die schoenen Sachen erzaehl ich ein andermal und wahrscheinlich woanders.    Seit ein paar Jahren gehe ich bevorzugt zu einer bestimmten Masseuse, die ich fuer die beste halte, die ich hier kenne. Die Preise fuer eine Stunde Thaimassage schwanken hier ganz schoen, man kann sie schon fuer 100 Baht haben, in ihrem Laden kostet eine Stunde leider 250 Baht, dafuer dann 2 Stunden 400 Baht (knapp 10 Euro), was recht ueblich ist und weswegen ich meist gleich zwei Stunden buche. Gestern hatte ich um 4 Uhr mittags eine Verabredung mit meinen Khmerfreunden. Da bis 5 Uhr kein Anruf erfolgte, wie zugesagt, wollte ich mir die Zeit mit der Massage vertreiben. Einem Mann wie mir, der einen Grossteil seines Arbeitslebens vor dem Computer verbringt, tut diese Art der nichterotischen Massage wirklich gut. Kaum war es losgegangen, erhielt ich dann doch ...

Neues aus Thailand: Khmer (II)

Und wieder muss ich mich korrigieren. Nachdem ich die Koechin aus dem im letzten Beitrag erwaehnten Hotel einmal beim Ablegen der Speisen ansprechen konnte, bestaetigte sie zwar den dahinter stehenden Geisterglauben, sagte zu meiner Ueberraschung jedoch auch, es sei ihr egal und wuerde niemanden veraergern, wenn ein Passant das vorzuegliche Essen aus der Hotelkueche zu sich naehme. Diese erfreuliche Neuigkeit aenderte jedoch nichts an der Auffassung meiner Khmerfreunde, das gehoere sich nicht. Tatsaechlich hatte die Security des Hotels ein paar Mal beobachtet, wie andere Obdachlose sich das Essen unter den Nagel rissen. Einer der Waechter fuehrte ein kurzes Gespraech ueber Buddhismus mit mir, in dem er einen meiner Lieblingssaetze gebrauchte: "You are Buddha." Worauf ich erwiderte: "And you are Buddha, too." Was uns zum Schmunzeln brachte. Buddha ist fuer ihn wie die Luft zum Atmen.    Ein paar Tage sah ich die kambodschanische Familie nicht. Gestern war ich ger...

Neues aus Thailand: Khmer (I)

Seit langem sind mir die Khmer ans Herz gewachsen, und so habe ich diesmal bewusst Kontakt zu einigen kambodschanischen Bettlern gesucht, die man hier in den Strassen sitzen sieht. Meist sind es die Muetter mit ihren Kindern. Gelegentlich setzt sich ein Kind mit einem Plastikbecher in einiger Entfernung der Mutter hin und bekommt in der Regel mehr Geld als die Erwachsene. Kuerzlich zeigten mir die meist illegalen, d.h. ohne Pass eingereisten Khmer mal, wie sie hier in Thailand so wohnen (ein Pass kostet sie etwa 5.000 Baht, die sie eben in der Regel nicht uebrig haben, im Gegensatz zu vielen kambodschanischen Bauarbeitern, die hier zwischen 180 und 250 Baht (ca. 4,30 bis 6 Euro) am Tag verdienen und oft legal mit Visum im Land sind). Die Fahrt mit dem Songthaeo, dem klassischen Pritschentaxi, dauerte eine Dreiviertelstunde in die drittnaechste Stadt. Dort ging es durch vom Regen aufgeweichte Erde in eine duerftige Absteige, in der es aber immerhin ein Hockklo und eine Duschbrause g...

Neues aus Thailand:
Buddhistische Tierliebe

Ich bin mal wieder unterwegs und weiss noch nicht, was in den kommenden Wochen aus den Updates hier im Blog wird. Neulich fand ich in einer Art Waldstueck zwei junge Kaetzchen. Weit und breit kein Muttertier zu sehen, die beiden suchten gleich meine Naehe, ich nahm sie mit ins Hotel. Dass haette ich besser bleiben lassen. Die Putzfrau, die ich so lange kenne wie Thailand (seit 17 Jahren) und die sich stets als Katzenfreundin erwiesen hatte, winkte ab. Zwei Weibchen, wie sie gleich feststellte, und keinen Bock auf deren Nachwuchs. Ich versuchte es in zwei Tierheimen, hinter denen offenbar Auslaender stecken. Die haben es mit Hunden. Dann im Rathaus. Man versprach mir auf der Hotline der City Hall, mich zurueckzurufen, sobald man Interessenten fuer die Katzen gefunden hatte. Ich hoerte nichts mehr von dort. Dann wurde mir eine Familie in der Strasse hinterm Hotel empfohlen, die bereits Katzen gehabt hatte und tierlieb sei. Dort brachte ich eine Kiste Katzenfutter, eine Transportbox und S...

Japanischer Pop (Fundstück)

Früher riss ich meine Post, die vor allem aus Werbesendungen besteht und überhaupt nicht aus Liebesbriefen, mit meinen Fingern auf. Das sah hässlich aus. Auf der Suche nach einem geeigneten Brieföffner fand ich im Internet-Auktionshaus Ebay ein kleines Samurai-Schwertlein. Inzwischen thront es auf meinem Fernseher. Manchmal vergesse ich freilich, es zu benutzen. Made in China steht darauf und: Stainless Steel. Ich übte, das etwa zwölf Zentimeter lange Schwert blitzschnell aus seiner Scheide zu ziehen und elegant dorthin zurückzustecken. Mit martialischen Schreien und grausamem Gesichtsausdruck stampfte ich – das Schwertlein schwingend – in meinem Zimmer umher und dachte an den toten Toshiro Mifune und den toten Akira Kurosawa. Von ihrem lebenden Landsmann, Tomoyasu Hotei, dem Rocksänger, habe ich mir über CD Japan im Internet eine Platte bestellt. CD Japan ist schlau und schreibt Gift auf die Päckchen, weswegen der Zoll enttäuscht ist, wenn keines sich darin befindet und er mich ...