Freitag, 12. August 2011

Zen-Lexikon: A - Ah

Heute beginne ich mit der Eindeutschung des  umfangreichen "Zen Buddhist Dictionary" von Yûhô Yokoi, der vor allem als Englischprofessor tätig war und intensiv Dôgen übersetzte (u.a. das Eihei Shingi, das Shôbôgenzô, das Denkôroku). In Kürze erscheint meine Übertragung seiner Übersetzung des Eihei Kôroku in Buchform. In diesem Zusammenhang bin ich mit ihm vergangenes Jahr in Kontakt gekommen, als er  - mit über 90 Jahren - in einem Altenwohnheim in Japan weilte und meine Anfrage  sogleich guthieß.
   Irgendwann in ein paar Jahren könnte das Lexikon fertig sein und zumindest als e-book erscheinen. Möglicherweise lassen sich dann auch die japanischen Schriftzeichen ergänzen, die ich vorerst weglassen muss. Das Original (Nichi-Ei zengo jiten, Japanese-English Zen Buddhist Dictionary) erschien 1991 bei der Sankibô Press in Tokio und ist selbst über internationale Bibliotheken nur schwer zu bekommen. Es gibt immer wieder Querverweise auf andere Einträge im Lexikon, die sich natürlich erst am Ende erschließen, wenn alles komplett ist.

A: Der erste der zwölf shittan-Vokale, der für mu oder fu (die Negation) steht und als „die Mutter aller Vokale“ bezeichnet und als die letztgültige Form und Quelle aller Phänomen angesehen wird.
Abadana: Eine Umschreibung von avadâna (skt.). Allegorien. Eine der zwölf Arten von Schriften. „Oder der Buddha sprach über die Welt mittels Parabeln. Dies ist avadâna.“ – Shôbôgenzô Bukkyô.
Abidatsuma-daibibasha-ron: Zweihundert Abschnitte. Eine Arbeit  mit ausführlichen Kommentaren zum Abidatsuma-hocchi-ron, übersetzt von Hsüan-chuang (jp. Genjô).
Abi-jigoku (skt. Avîci): Die buddhistische Hölle, der niederste der sechs Daseinsbereiche, ist eingeteilt in acht Kategorien. Die Avîci-Hölle des unaufhörlichen Leidens ist die schlimmste davon. Sie wird unterhalb des Kontinents Jambudvîpa lokalisiert, dem südlichen der vier Kontinente gemäß der traditionellen indischen Geografie. Wer in dieser Hölle wiedergeboren wird, muss aufgrund der dortigen Hitze ständig schreien vor Schmerzen. „Devadatta fiel in die Avîci-Hölle, weil er die drei tödlichen Übel begangen hatte.“ – Shôbôgenzô Sanji-gô.
Abi-nairi: Siehe Abi-jigoku.
Abô: Einen Mönch mit einem shujô (langen Stab) schlagen.
Abuda-datsuma (skt. adbhuta-dharma). Wunder, die vom Buddha dargelegt werden. Eine der zwölf Arten von Schriften. „Oder der Buddha sprach über die Wunder der Welt. Dies ist adbhuta-dharma.“ – Shôbôgenzô Bukkyô.
Abura-men-ni-iru: Wörtlich: „Öl hat sich mit Weizen gemischt.“ Dies beschreibt, dass die dualistische Sicht einen Menschen davon abhält, das Reich des Einsseins zu entdecken.
Adô: Die Meditations- oder Vortragshalle verlassen. „Eines Tages, als Pai-chang nach einer Lehrrede die Vortragshalle verließ, rief er die Mönche noch einmal zurück. Sie drehten ihre Köpfe und er sagte: ‚Was ist dies?‘“ – Gotô-egen.
Adô-shô: Eine Glocke vor der Meditationshalle läuten, um den Mönchen das Signal für adô zu geben.
Adô-tsui: Ein Holzbrett vor der Meditationshalle schlagen, um Mönchen das Zeichen für adô zu geben. Vgl. Zen-en-shingi Shôsô-jisha.
Agon-gyô (skt. Âgama-sûtra): Die chinesische tripitaka kennt vier Âgama-sûtra: Chan-a-han (jp. Jô-agon), Chung-a-han (jp. Chû-agon), Tsing-i-a-han (jp. Zô-ichi-agon) und Tsa-a-han (jp. Zô-agon). Sutren des Theravada-Buddhismus, von Shâkyamuni in seiner Frühzeit dargelegt.
Agyo: Auch Ago. 1) Worte, die von einem Zen-Meister oder Schüler ausgesprochen werden. 2) Ein kurzer Kommentar zu kôan. Siehe Jakugo.
Agyuma-kyô: Siehe Agon-gyô.
Ahatsu: Alle Mönche in der Meditationshalle nehmen beim Zeichen zur Mahlzeit ihre Schalen vom Haken.
Ahatsu-han: Eine unpan (wolkenförmige Glocke) läuten, um Mönchen das Signal für ahatsu zu geben.

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