Montag, 10. Januar 2011

Ko Un: Gedichte (XI)

Die Rückkehr

Im Jahr 627 begab sich der junge chinesische Mönch Xuan Zang
auf einem verbotenen Weg auf die Reise.
Selbst wenn er nicht verboten gewesen wäre –
neun von neun Mal war es ein tödlicher Weg.

Dennoch zog er los.
Siebzehn Jahre später kehrte er zurück.
Auch der Weg, den er zurück nahm,
war ein tödlicher,
doch er kam lebend an.
Auf seinen Rücken geschnürt war ein riesiger Rahmen
und obenauf hatte er
einen Sonnenschirm gesetzt,
der aus Wachspapier und Bambusstreifen bestand.
Von dessen Spitze baumelte
ein winziger Weihrauchbrenner.
Als er nach Hause kam, brannte Weihrauch darin.
Seine rechte Hand hielt einen Wedel, um Fliegen zu vertreiben,
seine linke Hand umfasste ein aufgerolltes Sutra.
So kam er nach Hause.

Wie könnte jemand wissen, was er durchgemacht hatte?
Weihrauch in diesem Gefäß verbrennend,
das vor seiner winzigen Braue baumelte,
kam der große Meister Xuan Zang
von seiner todesverachtenden Suche nach der Wahrheit zurück.
Nachdem ihm der Weihrauch 
   auf dem Weg durch die Wüste ausgegangen war,
verbrannte er ihn in seinem Herzen.

***

Seit alters

In einer Welt wie der unsrigen gibt es viel zu tun, selbst für Sandwürmer.
Der Preis
fürs Kommen eines Heiligen
ist, dass Tausende äußerst Unheiliger
mit ihm kommen.

Ich frage mich wirklich, warum der Buddha sich entschloss, zu kommen.

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