Mittwoch, 5. Januar 2011

Dogen: Daibutsuji Goroku (XIII)

„Einst meinte ein Mönch zu Chao-chou: ‚Bevor die Welt entsteht, existiert bereits diese Natur. Selbst wenn die Welt sich auflöst, tut es diese Natur nicht. Was ist diese unzerstörbare Natur?‘ Chao-chou erwiderte: ‚Es sind die vier Elemente[1] und die fünf Skandhas[2].‘ Der Mönch fragte weiter: ‚Auch diese lösen sich auf. Was ist also die unzerstörbare Natur?‘ Chao-chou antwortete: ‚Genau dies.‘
   Das war Chao-chous Antwort. Er konnte wahrlich die Natur verstehen, aber nicht fortwerfen. Ich will noch ergänzen: Je mehr Wasser da ist, desto höher schwimmt ein Boot, und je mehr Schlamm es gibt, desto größer wird ein Buddha[3].“

„Wenn ein Zen-Mönch die Buddhas der drei Zeitalter verschluckt, dann atmet er durch deren Nasenlöcher. In alten Zeiten lächelte der Ehrwürdige Mahâkâshyapa, doch bisher war uns dies nie als weise erschienen. Untersucht dies.“


[1] Erde, die Härte besitzt und Dinge stützen kann; Wasser, das Feuchtigkeit besitzt und Dinge enthalten kann; Feuer, das Hitze besitzt und Dinge zur Vollendung bringen kann; Wind, der Bewegung besitzt und Dinge reifen lassen kann.
[2] Körperliche und geistige Merkmale (Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistformation, Bewusstsein).
[3] Je mehr Täuschung, desto größer die Erleuchtung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das Sichten und Freischalten der Kommentare kann dauern.