Donnerstag, 6. Januar 2011

Dogen: Daibutsuji Goroku (XII)

Zur Einladung eines kansu- und einen tenzo-Mönchs in die Vortragshalle sprach Dôgen in der Vortragshalle: „Chiji-Mönche[1] werden von den Buddhas in den drei Zeiten geschützt. Es gibt hervorragende Beispiele wie den Ehrwürdigen Nanda[2] und den Ehrwürdigen Tôba[3].
   Ich habe diesen Tempel gegründet, aber er ist noch nicht fertiggestellt. All die anstehenden Aufgaben sind recht langweilig. Nur wer zum bodhi-Geist erwacht ist und Erleuchtung verwirklicht hat, kann mit den Aufgaben eines chiji betraut werden.“
   Dann nahm Dôgen seinen hossu und sagte: „Nun habe ich die kansu- und tenzo-Mönche aus dem Ozean des Dharma gefischt. Sie führen die Mönche durch ein, zwei Grashalme, ohne das Kloster zu verlassen. Sie ziehen als Ochsen Spaten und Hacke oder beißen als Pferde in die Trense und tragen Sattel. Mit Pelzen und Hörner versehen, ihre Schwänze wedelnd oder ihre Köpfe schüttelnd, passieren sie schnell das Drachentor und trampeln auch das obere Tor noch nieder. Auf diese Weise suchen sie keine heiligen Menschen. Wir haben wahrlich die richtigen Mönche des chiji! Sie sind Meister unter Gästen und missachten ihren eigenen Vorteil. Von ihren eigenen Sitzen hochspringend und ihre Pflichten erfüllend, ignorieren sie die Abwege von Ruhm und Profit. Sie haben auch niemals anderen versehentlich den Dharma dargelegt. Ein tekkan[4] versäumt es nie, zum Buddha zu werden. Wollt ihr das Wort tekkan noch einmal hören?“
   „Es ist das Zimmer des kan’in[5] und des tenzo.“


[1] Die offiziellen Namen der mit Verwaltungsaufgaben im Kloster betrauten Mönche: tsûsu, kansu, fûsu, inô, tenzo und sissui.
[2] Der Sohn Mahâprajâpatîs, der Tante und Amme Shakyamunis.
[3] Ein tenzo-Mönch aus einem Tempel in Râjagrha.
[4] Der „eiserne Mensch“ von unbeugsamem Buddha suchendem Geist.
[5] Tempelvorstehers.

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