Dienstag, 7. Dezember 2010

Dogen: Daibutsuji Goroku (III)

„Wenn unter der einstigen Herrschaft von Yao und Shun[1] jemand das Gesetz brach, wurde sein Verbrechen lediglich auf seiner Robe verzeichnet. Doch niemand brach wirklich das Gesetz, weil sich die Menschen viel daraus machten. Später wurden die fünf Arten grausamer Strafen eingeführt. Da brachen viele Menschen das Gesetz, weil sie sich nichts mehr daraus machten. Nun sind wir glücklicherweise dem herausragenden Gesetz des Dharma begegnet, das man mit jenem der Herrscher Yao und Shun vergleichen kann. Selbst wenn wir unsere Verbrechen nicht auf der Robe verzeichnet bekommen, wie könnten wir dieses Gesetz brechen. Wie könnten wir handeln, ohne uns auf Buddhas Güte zu stützen?“
   „Wenn wir uns beim Streicheln unseres eigenen Kopfes mit unserer Hand über uns selbst schämen, werden wir bemerken, dass es unter unserer Robe nicht kalt ist.“


[1] Legendäre weise Herrscher im alten China.

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